Leine tritt über die Ufer

Und plötzlich ist so mancher Weg abgeschnitten…

Und plötzlich ist so mancher Weg abgeschnitten…
Im April geht es für 1 Woche an den Bosporus. Und ans Marmara-Meer und zum Goldenen Horn. Auf die Galata-Brücke und in die Hagia Sophia und die Blaue Moschee und in den Bazar und mit der Tünel-Bahn fahren und quirligen Orient einatmen.
Gestern endlich klargemacht.
Ich freue mich so dermaßen.
Heute Morgen um kurz nach sechs am Kasinoweg, da wo’s zum Fußgängertunnel hinunter geht, saß eine Amsel auf einem Zweig und flötete schüchtern die ersten Töne gegen den Autolärm an.
Sie schien noch nicht so genau zu wissen, welche Bewegungen in welcher Reihenfolge nötig sind, um den typischen Amselgesang hervorzuzaubern.
Ich hielt an und guckte hinauf zu ihr. Sie blieb da sitzen auf ihrem Zweig, blickte hinab zu mir und flötete noch zwei, drei vorsichtige Töne, bevor ich weiter lief. Wir verstanden uns.

Wieso dürfen die das eigentlich?
So was beton-beinhart-häßliches in die Göttinger Altstadt klotzen?
In dieser trostlosen Wuchtigkeit, die der kleinen schmalen Straße den letzten Rest Licht nimmt?!

geht der Grapf in den Garten.

Nicht immer so das reine Vergnügen. Aber – !
Es schneit in dichten Flocken. Ein wunderschöner Anblick. Ein faszinierendes Gefühl, mit dem Fahrrad hindurchzufahren. Das Kind hinten im Anhänger ruft ständig: Nicht so schnell, Papa! Und: Papa, nicht so dicht am Rand! Als ich an der Ampel beim plötzlichen bremsen etwas ins Schlingern komme, weil der Anhänger überholen will und weil meine Vorderradbremse etwas zu abgenudelt ist um noch schön gleichmäßig zu bremsen, wieder besorgte Rufe von hinten: Papa, beinahe wären wir ausgerutscht!
Sie ist schon so groß. Und sie paßt so gut auf.
An der Auffahrt zum Leineberg, wo es ein paar Meter steil bergan geht, hilft sie fleißig mit: Hau ruck, hau ruck, hau ruck… :-)
Wenn nur der Autoverkehr nicht wäre! Dieser Klutsch auf den Straßen, der Dieselgestank und der durch die Nässe verstärkte Lärm. Wie idyllisch könnte das Stadtleben sein, wenn es nur Straßenbahnen und Fahrräder gäbe!
Ich kann mich eigentlich zu jedem gewünschten Thema äußern, übrigens auch mit jeder gewünschten Überzeugung. Vielleicht ist es das, was unsere Gesellschaft braucht.
Ist es das? Als ich heute Morgen in der taz das Interview mit Harald Schmidt las, schwankte ich zwischen Amüsiertsein, ungläubigem Staunen und so etwas wie schierem Entsetzen.
Ich bin nicht der Schmidt-Experte, nicht einmal einer, der ihn regelmäßig sieht. Deshalb bin ich, gelinde gesagt, verunsichert. Früher dachte ich immer, Politiker müßten so sein, ihr Mäntelchen eben in den vorherrschenden Wind hängen, wenn sie wiedergewählt werden wollen. Aber der Narr der Nation? Sollte der nicht seine Narrenfreiheit auch mit einer klaren Meinung ausleben dürfen?
Oder ist das der Witz und ich versteh ihn einfach nur nicht?

Unglaublich, wie schön die Welt sein kann!
Man nehme: ein bißchen Nebel, ordentlich Frost dazu, umrühren und eine Weile gehen lassen, abschmecken mit einer guten Prise frischer Sonne.
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