Baustelle Fahrradstraße


Die Fahrradverbindung von Geismar durch die Südstadt in die Innenstadt ist vor knapp 10 Jahren zur „Fahrradstraße“ aufgewertet worden. Dazu wurden ein paar – bei gutem Willen erkennbare – Schildlein aufgestellt (im Foto rechts am Rande).
Ein klein bisschen hat es auch geholfen.
Doch nun wird es richtig gut: Der Radverkehr soll durch Umgestaltung der Einmündungen und eine neue Fahrbahndecke beschleunigt werden.
Wichtig erscheint mir in diesem Zusammenhang, dass die Autofahrer über die angezeigten Verhaltensweisen in einer Fahrradstraße, insbesondere dieser hier, nachhaltig aufgeklärt werden. Unter anderem sollte geklärt werden, dass Bürgersteige keine Ausweich-Rennbahn darstellen, wenn an engen Stellen Radfahrer den hier eigentlich nur geduldeten Autoverkehr behindern.

Der Herr Frey und sein Golfplatz

Er selbst wolle den Golfplatz nicht bauen und erst recht nicht betreiben. Und wenn die ökologischen Voraussetzungen nicht gegeben seien, die Bevölkerung Geismars den Platz nicht wolle oder er sich nicht finanzieren lasse, dann würde das Projekt nicht durchgeführt. Sagt Herr Frey.
Eigentlich ist die Sache damit dann ja wohl vom Tisch.
Die ökologischen Argumente gegen das Vorhaben könnten stichhaltiger kaum sein: es gibt Untersuchungen der Universität Göttingen, die den besonderen Lebensraum der ehemaligen Bauschuttdeponie Geismar belegen, genauso aber auch seinen besonderen Schutzbedarf, was insbesondere meint: das Gelände darf nicht grundlegend verändert werden. Was durch den Bau eines Golfplatzes aber kaum zu vermeiden wäre.
Es gibt von der Bevölkerung nach kurzer Zeit bereits über 4000 Unterschriften gegen einen Golfplatz. Demgegenüber steht eine nach Aussagen eines passionierten Golfspielers sehr optimistische Schätzung von potenziell 1000 Golf-Interessierten, die den Platz gegebenenfalls nutzen würden. Die Schätzung ist von 2007 oder 2008. Der Zulauf zu dieser Sportart ist seitdem nicht gestiegen, sondern gesunken.
Tatsächlich ist es so, dass der Bedarf an Golfplätzen allgemein stagniert, wenn er nicht gar sinkt. In der näheren Umgebung gibt es bereits mehrere Golfplätze, die hart um ihre Mitglieder kämpfen müssen. Wie soll da ein weiterer Platz, der zudem noch für das “Volk” offen sein soll, also mit demnach deutlich verminderten Einnahmen durch Club-Mitglieder auskommen muss, finanzierbar sein?
Drei von drei K.O.-Kriterien.
Worüber also will Herr Frey noch nachdenken?
Was soll dieses Herumgeeiere, dieses gar zu offensichtliche Spiel mit verdeckten Karten?
Was sollen diese albernen Sprüche von Denkverboten und Neiddebatte, mit der die offenbar ausschließlich der SPD-Fraktion entstammenden Golfplatz-Vordenker Stimmung zu machen versuchen? Das ist doch schlichtes Stammtischniveau, mit dem von vermutlich ganz anderen Intentionen ablenkt werden soll. Nur welche Intentionen sind das? Wessen Geld steht da im Hintergrund und wem wurde es wofür versprochen? In dieser Richtung sollten Denkverbote vermieden werden! Und wenn hier schon das Wort Transparenz ins Spiel gebracht wird, dann lege er bitte offen dar, worauf diese seltsamen Denkspiele hinauslaufen sollen, der Herr Frey.
Bis hierhin vielen Dank!

Robert Gernhardt Platz

Das Filet-Grundstück des altes Stadtbads: was aus ihm wurde.
Wie es die Göttinger und ihr Rat und ihre Stadtverwaltung und ihr Stadtbaurat womöglich doch noch hinkriegen, dank großzügiger Investoren die einst lebendige Innenstadt so langweilig, austauschbar und leblos werden zu lassen, wie andere Städte (Hannover, Kassel…) das schon vor Jahrzehnten geschafft haben.
Aber hey, sie haben eine Baulücke geschlossen, die seit mehr als zehn Jahren an Peinlichkeit nur schwer zu toppen war. Gratulation zu dieser Leistung! Für alle sicher ein beachtlicher Gewinn.™
Wenn diese Fassaden beginnen unansehnlich zu werden, wenn die Fundamente das Bröckeln anfangen und man sich fragen wird, mit welchem Aufwand und wohin man wohl all diese Mengen Betons entsorgen kann – dann sind die, die das zu verantworten haben, natürlich längst alle im wohlverdienten Ruhestand.

Neue Straßenlampen

Auf Grund der EU-Verordnung werden in Göttingen seit Jahren meist straßenzugweise die Lampen getauscht. Stück umd Stück müssen nun auch die letzten, lange bewährten Quecksilberdampflampen dran glauben.
Lampe-alt
Nachdem die Stadt inzwischen einige ganz unterschiedliche Lampentypen hier und da verteilt hat, ist der neueste Typ wieder ein älterer, äußerlich betrachtet zumindest:
Lampe-neu
(Bessere Photos werden bei Gelegenheit nachgereicht.)
Das neue Modell wird dabei einfach auf den Stiel des alten gepfropft. So einfach – so schlecht.
Die neuen Lampen haben aus meiner Sicht 2 Vorteile: sie leuchten farblich angenehm warm-weiß und nicht wie die in den letzten Jahren überall favorisierten Natriumdampflampen grell orange. Und sie strahlen kaum noch nach oben ab. Die Lichtverschmutzung des Himmels scheint sich deutlich zu verringern.
Aber die neuen Modelle, offenbar LEDs, sind für die Helligkeit, die sie absondern, auf den alten Lampenstielen viel zu tief angebracht. Wenn man sich ihnen nähert, blenden sie ganz erheblich. Und sie beleuchten den Boden nur in einem eng begrenzten Radius, so daß zwischen den einzelnen Lampen große richtig dunkle Bereiche entstehen.
Das erscheint mehr als ungünstig für eine Straßenbeleuchtung.
Im Übrigen sind diese neuen Modelle geschmacklich wohl so ziemlich das unterste, plastikmäßigste und billigstwirkende, was unsere Stadtoberen finden konnten.
Ok, getoppt werden sie natürlich eindeutig noch von diesen Teilen in der gerade neu gestalteten Fußgängerzone. Dazu wird hier noch mal ein eigener Artikel erscheinen.

Wenn man sich die EU-Verordnung zu Gemüte zieht, dann steht da nicht wirklich etwas von “sofortiger Austausch älterer Lampen erforderlich”. Vielmehr sollen diese älteren Modelle wegen Energie-Ineffizienz nicht neu aufgestellt und nicht mehr neu instandgesetzt werden.
Außerdem ist das ganze Thema nicht neu, sondern seit wenigstens 10 Jahren allen, die es wissen müßten, bekannt.
Da bleibt jetzt wenig Entschuldigung übrig für den Schildbürgerstreich, den sie da gerade mal wieder verbrochen haben.