Erfahrung mit Apple und iPad

Nur weil ich Windows und damit Microsoft am liebsten so schnell wie möglich loswerden will, lasse ich mich noch mehr auf Apple ein. Noch lieber würde ich vollständig auf Linux gehen, das ich mittlerweile auf 3 Geräten zum Laufen gebracht habe. Aber manche Programme und insbesondere die Bildbearbeitung funktionieren unter Linux entweder gar nicht oder einfach extrem unbefriedigend. (Vor allem habe ich noch keinen unter Linux funktionierenden ernstzunehmenden Lightroom-Ersatz gefunden!)

Seit ich vor vielen Jahren bei einem Photo-Wettbewerb einen iPod touch gewonnen habe, nutze ich kleine tragbare Apfel-Devices, die sich auf diesem Wege irgendwie hinterrücks (beinahe heimtückisch, quasi) in mein Leben gedrängelt haben; und trotz vieler immer wiederkehrender Nervereien kann ich nicht von ihnen lassen. Ich habe ein iPhone und ein iPad. Letzteres habe mittlerweile 6 Jahre in Dauergebrauch und da dachte ich, es könnte mal ein Update vertragen. So bestellte ich mir nach monatelangen Recherchen und viel Bedenken und Zögern das iPad Pro mit M5 in 13″. Ich wollte es etwas größer haben, um Photos schön betrachten und bearbeiten zu können.

Das Gerät kam an, wurde in Betrieb genommen – was, wenn man es nicht von einem Backup einfach so bespielen lässt, ganz schön viel Zeit in Anspruch nimmt – und funktionierte. Aber mir fielen schnell seltsame Macken auf: z.B. gibt in unterschiedlichen Programmen (Browser, Notizen-App, Mail) jeweils andere Tastaturen. Sie unterscheiden sich sowohl farblich als auch vom Design der Tasten. Bei Nicht-Apple-Anwendungen gibt es Enter-Tasten, auf denen das Wort „Öffnen“ stehen soll, aber nicht drauf passt; da steht dann nur „ffnen“. Auch sonst habe ich an einigen Stellen den Eindruck, dass Apps nicht an die Display-Auflösung angepasst sind. Sorry, Leute, und das auf einem Gerät für 1500 Öcken?!

Mehr noch als auf meinem bisherigen iPad nervt mich, dass beim Blättern durch die Fotos-App ständig die Ansicht hin und her springt zwischen Vollbild und Einblendung der Werkzeugleisten. Das ist so seit iOS 18. Es führt dazu, dass ich auf andere Apps ausweiche. Ich hatte sehr gehofft, es sei ein Hardware-Problem. Leider nicht.

Außerdem ist mir das gute Stück letztlich zu groß und zu schwer. Ich ertappte mich nach einer halben Stunde, dass ich lieber zu meinem bisherigen 11″-iPad griff.

Das neue soll zwar den derzeit schnellsten verfügbaren Apple-Prozessor haben, aber bei den Apps, die ich nutze, merke ich fast nichts davon. Mein 2020er iPad Pro ist gefühlt bei keiner App wirklich langsamer.

Ich finde das alles sehr schwierig. Vor allem, so ein teures Gerät überhaupt erst zu bestellen – und erst recht, es dann zurück zu schicken. Aber noch viel schlimmer wäre es, das Teil zu behalten und zu meinen mich daran gewöhnen zu müssen. Also habe ich es zurück geschickt und mich schon beim Beschluss und erst recht bei Abgabe im DHL-Shop mega erleichtert gefühlt.

Graugrüner Donnerstag

Gestern strahlte der Frühling. Schweißtreibend schon und berauschend durchsonnt, was ich vor allem deswegen genießen konnte, weil Gewitterluft sich einmischte. Abends blumenkohlte es am Himmel östlich und im Westen auch. Der Blitz-Tracker schlug kurz an und ich hoffte schon. Doch es war wie so oft: sie zogen vorbei. In so großem Abstand gar, dass es hier nicht einmal wirklich regnete.

Geblieben ist die geschlossene und sehr tief hängende Wolkendecke. Ein trüber Tag. Die Kirschblüten und Weißdornblüten leuchten dafür umso schöner und – weil es noch ein klein wenig feucht ist in der Luft – duften. Nur Genießen heute – ohne Niesen!

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Schritte zu mehr digitaler Souveränität (Teil 3)

Liebes IT-Tagebuch, leider war ich in den letzten Wochen zu sehr mit meinem neuen Spielzeug, dem Raspberry Pi, und zich Versuchen, darauf eine mir gefällige Nextcloud zu installieren und vom Internet aus zugänglich zu machen, beschäftigt, als dass ich Zeit und vor allem Muße gefunden hätte, hier auch noch darüber zu schreiben. Das werde ich jetzt ein wenig nachholen.

Nextcloud ist eine Software, die nicht einfach nur einen Open-Source-Clouddienst zur Verfügung stellt, den man entweder gehostet und gemanagt für Geld nutzen, sondern den man zB auf einem Raspberry Pi auch im Heimnetz selbst installieren und damit selbst hosten kann. Und alles für wirklich kleines Geld, das man auch als Rentner vom Taschengeld erübrigen kann.

Aber es gibt auch Abers. Das größte davon ist das Thema Komplexität. Nicht nur, dass Nextcloud sehr viele Dienste oder Apps bereitstellt, die geeignet sind, die Kultur von Unternehmen neu zu strukturieren, und damit für eine Ein-Mann-Cloud oder auch eine kleine Familie definitiv überproportioniert ist. Sondern es ist auch administrativ ziemlich herausfordernd. Egal auf welche Art man es installiert, es funktioniert dann doch nie so ganz auf Anhieb, sondern erfordert einiges an Konfigurations- und Feinjustierungstätigkeiten. Und man muss es stetig pflegen und aktualisieren, jedenfalls wenn man so mutig ist, es über den Router dem Internet zugänglich zu machen.

Bei meinen Experimenten lernte ich eine Menge über Port-Freigaben, DNS-Server, Reverse-Proxies, DynDNS-Server, Load-Balancer und all solche Dinge, von denen ich vorher nur eine sehr blasse Ahnung hatte, dass es sie gibt. Nach gut 6 Wochen intensiver Trial-and-Error-Phase, weiß ich etwas mehr. Aber definitv nicht genug, um mein Experminental-Labor mit gutem Gefühl so weiter zu betreiben.

Wer kurz eine Suchmaschine bemüht, wird zu den Stichworten RaspberryPi und Nextcloud einige Blogs und Tutorial-Sites finden, die den Weg in die gewünschte Richtung weisen. Ich war und bin da sehr dankbar für. Aber (schon wieder!) wenn dann die ersten Dinge beim Konfigurieren von Apache oder MariaDB oder der Portfreigabe in der Fritzbox nicht wie erwartet funktionieren, bilden sich schnell Schweißperlen auf der Stirn, weil ich mit meinem leidlich gepflegten Halbwissen von Linux und den genannten Serverdiensten dann in hektisches Fehlersuchen via Suchmaschinen verfalle und dieses und jenes ausprobiere und im Nu meine gerade noch so schick wirkende siebzehnte Neuinstallation von Nextcloud wieder zielsicher zerschossen habe – ohne mir vorher oder dabei zu merken, was genau ich wo geändert habe. (Keine Geduld für sowas…)

Kurz: diese Herangehensweise ist nur zu empfehlen, wenn Sie sehr viel Zeit haben oder grundsätzlich bereit und in der Lage sind, komplexe Vorgänge systematisch anzugehen und das einmal begonnene System durchzuhalten – und stetig jeden Ihrer Schritte zu dokumentieren. Ich bin irgendwie nicht ganz so diszipliniert und mache deswegen mit diesem Thema zumindest erstmal eine Pause.

In der Zwischenzeit beschäftige ich mich mit Immich. Aber dazu später mehr. Wie auch zu ActivityPub. Völliges Neuland alles. Sehr spannend!

Schritte zur digitalen Souveränität – Teil 2

Der nächste Schritt ist, mich auf Linux einzulassen.
Nicht, dass ich es nicht schon gelegentlich versucht hätte. Meine ersten Berührungen mit unixoiden Betriebssystemen war vor etwa 35 Jahren, als ich meinen ersten PC unter DR-Dos betrieb. Ein Freund empfahl mir damals das System Coherent, meines Wissen das erste Unix-artige System, das man auf einem Desktop installieren konnte. Ich fand das sehr spannend. Mehr aber auch erstmal nicht. Denn es war mir einerseits zu komplex, andererseits fand ich keine Anwendungen dafür, mit denen ich etwas hätte anfangen können. Oder wollen.

Ein paar Jahre später lernte ich richtig in einer Fortbildung, wie man mit Suse Linux einen LAN-Server aufsetzt. Der stand dann einige Zeit neben meinem Windows-PC und tuckerte gutmütig aber arg unterschäftigt vor sich hin. Wir hatten keine sinnvolle Aufgabe für ihn. Weil ich Linux aber reizvoll fand, installierte ich es mir auch zuhause auf meinem PC in einer extra dafür eingerichteten Partition. Ehe ich richtig anfangen konnte damit zu spielen, ging irgendetwas ganz fürchterlich schief und mein ganzer PC rauchte ab. Wie man damals sagte. Er hängte sich so gründlich auf, dass ich nicht mehr an meine Daten (sprich: Photos!) kam. Wie katastrophal das war, möchte ich jetzt nicht weiter ausführen (Stichwort: kein Backup – kein Mitleid. Ich verdiente kein Mitleid).
Nur so viel: danach hatte ich für einige Jahre von Linux, dem ich die volle Schuld an diesem Fiasko gab, die Nase voll.

Irgendwann kam mal Ubuntu. Das, muss ich schon sagen, verschaffte mir eine neue Perspektive.
Und tatsächlich ließ ich mich einzig und allein deswegen nicht tiefer darauf ein, weil ich mit den Bildverwaltungs- und bearbeitungsprogrammen aus der Linuxwelt nicht warm wurde. Und ohne die ging es nicht.

Heute bin ich einen Schritt weiter. Aber aus der anderen Richtung. Ich habe die Nase von Windows so dermaßen voll, dass ich schnellstmöglich und so radikal wie möglich davon weg will. Ich fühle mich nicht nur beobachtet (Datenschutz `a la Microsoft), sondern auch bevormundet. Und das wird immer dreister. Es beginnt mit den derbe an Facebook erinnernden verschlungenen Pfaden, über die man wenigstens teilweise die Telemetrie abschalten muss, damit die Standleitung meines privaten PCs nach Redmont wenigstens nicht heißläuft. Und es geht weiter damit, dass Windows mir plötzlich verbieten will gewisse Programme zu installieren. So zB. den Installer für den Raspberry Pi, weil das angeblich Schadsoftware sei.

Nö. Sag ich da nur.

Als erstes habe ich alle meine Daten aus One Drive gelöscht bzw. auf lokale Verzeichnisse verschoben. Dann habe ich das gesamte MS-Office-Paket vom PC gelöscht. Das fühlte sich sofort äußerst gut an.

Und nun arbeite ich mich mühsam Stück für Stück in Linux Mint ein, die Debian-Edition. Ziel (noch in der Ferne, aber trotzdem): Windows und damit Microsoft von meinem persönlichen Gerät verbannen.

Seit letzter Woche bastele ich an einem neuen sehr niedlichen Spielzeug herum: dem Raspberry Pi. Damit will ich meine private Cloud und evtl. einen eigenen Webserver betreiben. Mal schauen, wie weit ich komme.

Es ist mühsam, es ist viel trial and error, es geht nur langsam voran, weil ich einfach nicht mehr so schnell lerne wie vor 35 Jahren. Aber: es macht unglaublich viel Spaß und gibt mir das mega gute Gefühl, allmählich die Hoheit über meine Daten zurück zu gewinnen.

Fortsetzung folgt…

Schritte zu mehr digitaler Souveränität

Letzten Herbst wurden in den USA mehrere große Provider (u.a. AT&T und Telekom) von chinesischen Hackern attackiert. Daten flossen ab und fließen noch immer. Denn die Angriffe werden fortgesetzt. Wo die Biden-Administration offenbar nichts ausrichten konnte, will die Trump-Administration dies gar nicht erst.
Ganz abgesehen davon, dass sich die Betreiber von X, Facebook, Instagram, Whatsapp und natürlich Amazon hinter Trump stellen und von seiner Politik unmittelbar profitieren, sind unsere Daten, die wir auf Servern in den USA speichern, schon immer hochgradig unsicher – und wir geben unsere Kontrolle darüber ab in dem Moment, wo wir sie dort speichern.

Mir wurde das vorgestern wieder mal sehr deutlich vor Augen geführt, als Windows mich nach einem Update erst dann wieder an meinen PC lassen wollte, als ich zugestimmt hatte, dass es irgendwelche Daten nach Hause funken darf. Ich durfte auswählen, ob sie ganz persönlich oder nur ein bisschen persönlich sind.
Die Telemetrie von Windows11 ist seit Langem bekannt, auch dass man sie nicht vollständig abschalten kann. Besonders dann nicht, wenn man auch Microsoft 365, also Office nutzt.

Aber es gibt Alternativen. Es gibt zugängliche Möglichkeiten, die eigene digitale Souveränität Stück für Stück zurückzuerobern:

  • Statt autoritär und faschistisch geführtem X bieten Mastodon oder Bluesky dezentral demokratisch geführte Micro-Blogging-Plattformen.
  • Wozu man Facebook eigentlich überhaupt „braucht“, habe ich nie so richtig verstanden. Aber was man dort tut, kann man auf Mastodon fast genauso tun.
  • Instagram ist ja seit Langem nicht mehr die Foto-Community, die es mal war, als ich dort vor 14 Jahren meinen ersten Account eröffnete. Damals postete man da noch Trash-Bildchen, weil die ersten iPhones noch nicht so gute Qualität produzierten. Heute ist es die wahrscheinlich größte Werbeplattform und zugleich größte Datenabsauge-Plattform der Welt. Es ist erwiesenermaßen hochgradig suchterzeugend und insbesondere für jüngere Menschen gesundheitsgefährdend bis hin zu lebensgefährlich.
    „Ich bin Grapf und ich bin auf Instagram.“ hätte ich gestern meiner Therapiegruppe noch gestehen müssen – wenn es denn eine gäbe. Heute habe ich meinen letzten Account dort gelöscht. Jetzt heißt es, mindestens den nächsten Monat durchhalten. Denn so lange könnte ich ihn noch reaktivieren.
  • Whatsapp nutze ich tatsächlich schon seit vielen Jahren nicht mehr, weil Signal und Threema absolut vollwertige Alternativen sind, die nicht mit unseren Daten ihr Geld verdienen.
    Es bedurfte anfangs einiger Überredungskunst, meine Freund*innen und Bekannten dorthin mitzunehmen. Aber die Tatsache, dass Signal kostenlos ist und fast genauso funktioniert wie Whatsapp, war und ist da sehr hilfreich. Und wer immer noch nicht will, kann per SMS bzw. dem Nachfolger RCS mit mir kommunizieren. Oder per Mail.
  • Im Moment bin ich dabei von One Drive, Microsofts verführerischer Cloud (weil im Office 365 mit drin, weil billig, weil viel Platz und weil funktioniert einfach gut), zu NextCloud umzuziehen. NextCloud ist ein Open-Source-Projekt, das seit vielen Jahren im Wesentlichen dieselben Möglichkeit bietet wie One Drive oder Google Drive oder Dropbox – und noch weitaus mehr. Man kann damit auch Termine verwalten, Notizen schreiben, chatten oder Office-Produkte nutzen. Der Einstieg ist nicht ganz so trivial, wird aber zB durch das Angebot von gemanagten NextClouds deutlich erleichtert. Sehr gute Anleitungen dafür finden Sie in dem auch sonst äußerst empfehlenswerten und gut lesbaren Kuketz-Blog.

Die Liste ließe sich noch lang weiterführen. Aber fürs erste erscheint mir das schon mehr als genug.

Jena

Vor 10 Jahren geriet ich einmal zufällig nach Jena. Es war ein Sonntag, den ich plötzlich zur freien Verfügung hatte. Fahr ich mal nach Weimar, dachte ich – und machte ich. Kaum dort angekommen und einmal lang durchgelaufen, fand ich schon: reicht! Lieber noch woanders hin! Für diesen freien Tag war Jena die nächstliegende Option. Ich hatte den Bahnhof Jena West noch nicht verlassen, als ich mich schon über meine Entscheidung freute weitergefahren zu sein. Denn Jena gefiel mir spontan sehr. Die vielen schönen Altbauten im Stadtteil West weckten sofort tiefe Sympathie. Die Ruhe dort – wenig Autoverkehr, noch weniger Touristen – fand ich geradezu meditativ. Und mitten durch das Wohnviertel fließt ein erfrischender Bach: die Leutra.

Das Paradies in Jena, das sogar einen eigenen Bahnhof hat (!), ist ein großer offen angelegter Park an den Gestaden der Saale, in dem man es sich auf vielfältige Weise gut gehen lassen kann: von Sport machen über Spazierengehen bis zu Füße in der Saale baumen lassen und dazu ein Bierchen trinken und einander tief in die Augen schauen…

Bleibt zur Krönung für mich noch, dass Jena auch ein gut funktionierendes Straßenbahnnetz hat…

Vor ein paar Jahren zog mein Sohn nach Jena, um dort zu arbeiten und zu leben. Beim letzten Besuch dort freute ich mich ganz besonders, dass er nun in West wohnt: genau dort, wo ich es am schönsten finde.


Auf dem Hinweg nach Jena fuhren wir über Landstraßen quer durch Thüringen. In jedem Ort hing an fast jeder Laterne ein blaues Parteiplakat.
Genau das, wovor 2018 Die Partei noch warnte!

Wahlplakate der Partei aus 2018:
"Hier könnte ein Nazi hängen"!


Kein Wunder, denkt man – und trotzdem ist es schwer auszuhalten. Die Gedankenmaschine rattert: wer hat das wohl finanziert? Welche Interessen stehen dahinter?

In Jena City ist die politische Atmosphäre definitiv weiter links und grün vom rechten Rand entfernt. Wie ja in den meisten größeren Städten, auch in Thüringen!

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Nebelwanderung im Harz

Lange schon habe ich ja eigentlich vorgehabt, hier von meinen Harz-Ausflügen zu erzählen und ein paar Bilder dazu zu zeigen. Nun ist die Motivation hoch und letzte Woche erst waren wir da: in Lonau, einem kleinen Ort nördlich von Herzberg. Ich war zuvor noch nie dort. Jetzt waren wir sehr angenehm überrascht, weil der Ort am Ende einer Straße liegt, also keinen Durchgangsverkehr hat. Entsprechend ruhig ist es dort. Wir wanderten einmal um den Ort rum, knapp 6 km. Fast di ganze Zeit konnte man den Bach, der übrigens auch Lonau heißt, gluckern hören. Der Nebel und das Eis auf Pflanzen und am Bach sorgten für schön geheimnisvolle Stimmung. „Magische Gebirgswelten“ traf wieder mal voll zu.

Ausstiegsdroge (in 10 Tagen weg von Insta)

In den letzten Jahren habe ich versehentlich zu viel Zeit damit verbracht berühmt zu werden. Alles begann irgendwie damit, dass es mit dem Bloggen (hier und auf meinen anderen Blogs) nicht mehr so lief. Genauer gesagt, dass da seit ungefähr 10 Jahren nichts mehr lief. Meine Tochter wurde zufällig auf meine Berlin-Bilder aufmerksam und fragte mich, warum ich die nicht auf Insta zeige. Wär doch schade, dass die da nur im Blog lägen und keiner sie sähe.
Tja, dachte ich, da hatte sie recht.

Und so begann meine vermeintliche Influencer-Karriere. Ich baute meine Insta-Präsenzen aus und verbrachte, vor allem währende der Corona-Lockdowns, ganze Tage damit, mega coolen Content zu createn und zu posten, dafür die richtigen Zeiten abzupassen und die gerade angesagtesten aber nicht zu überlaufenen Hashtags zu setzen. Und ich leikte mir die Finger wund und followte auf Teufel komm raus alles, was nicht bei 3 auf den Bäumen war. Immerhin, nach ein paar Monaten (oder war es doch etwas mehr als ein Jahr?) hatte ich die 1000er-Marke geknackt. Und meine Spitzen-Posts bekamen um die 300 Likes. Boah.

Anzunehmen, dass das so weiterginge, war ein klarer Irrtum. Und das nicht nur, weil Insta ständig den Algorithmus änderte und ich da irgendwann nicht mehr hinterherkam. Sondern auch, weil sich in meinem Hirn, dass nicht auf ständige 100%-Anpassung geeicht ist, Widerstand regte. Schlechte Laune kam auf, Lust zu meckern. Aber kein neues Konzept. Das Berühmtwerdenwollen war noch an der hinteren Hirnschale festgetackert. Bis mir klar wurde, dass sich da Werte verschoben hatten. Dass es in meinem Leben nicht nur darum gehen konnte, den möglichst dauerhaften Dopamin-Strom zu durch Insta-Likes sichern, jedenfalls nicht, wenn ich dafür mit jedem Klick und jedem Touch diesen Suckerberg da drüben noch reicher mache. Während der sich in die Oligarchen-Truppe um Trump einreiht und aktiv mit dazu beiträgt, die Welt weiter zu destabilisieren.

Deswegen sehe ich jetzt zu, weniger von diesen ungesunden Keksen zu essen. Mein persönliches Insta-Imperium baue ich Stück für Stück zurück. Zur sachgerechten Entsorgung kann ich leider nicht beitragen, weil das in diesem System nicht vorgesehen ist. Aber nicht mehr mitmachen kann ich. Auch wenn die Entzugserscheinungen noch ganz schön nerven. Ich tröste mich indessen damit, plötzlich viel mehr Zeit für andere Dinge zu haben. Fürs Bloggen zum Beispiel. Und zu entdecken, dass andere es auch (noch) tun. Das wirkt belebend wie ganz tief frische Luft inhalieren. Danke!

(Sofern Interesse besteht, gebe ich gern noch konkrete Tipps zum Entzug.)
(Soweit Sie Tipps zum nachhaltigen Entzug und gegen Rückfälle haben, nur her damit!)

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Mein 10-Punkte-Programm

Kurzfassung

  1. Sofortiges Verbot der AFD
  2. Hohe Privatvermögen besteuern
  3. Wohnen für alle bezahlbar machen
  4. Individual- und öffentlichen Verkehr gerecht ausgestalten
  5. Energie muss bis 2030 100% erneuerbar werden
  6. Sofortprogramm für Instandsetzung von Schulen, Kindergärten, kommunalen Einrichtungen
  7. Sofortprogramm für Infrastruktur (Schiene, Brücken, Internet etc.)
  8. Sofortprogramm gegen Pflegenotstand
  9. Sofortprogramm für Maßnahmen gegen Klimakatastrophen
  10. Bundeswehr schnellstmöglich verteidigungsfähig machen und in Europäische Verteidigung integrieren

    Die hier anzeigte Reihenfolge ist keine Priorisierung. Jeder Punkt ist elementar wichtig.
    Wer jetzt noch keine Schnappatmung hat, darf sich gern auch noch die etwas ausführlichere Fassung anschauen:

Was unverzüglich getan werden muss

  1. Hohe Privatvermögen besteuern („Milliardärssteuer“), analog dazu Ernschaftssteuer erhöhen (zugleich aber auch Freibeträge erhöhen)
  2. Mietpreisbremse so gestalten, dass sie wirkt. D.h. Verstöße strikt und hart sanktionieren. Leerstand von Wohnraum ohne wichtigen Grund nach kurzer Zeit mit empfindlichen Strafen versehen, danach enteignen und in öffentliches Eigentum überführen.
  3. Einheitliches Tempolimit auf Autobahnen 130, Landstraßen 80, innerorts 30 – und effektiv durchsetzen. Keine Vergünstigungen für E-Autos, stattdessen schrittweise Verteuerung von Benzin-Steuer, Zweit- und Drittwagen progressiv besteuern (höher statt niedriger!). Parkraum überall bewirtschaften, gerade auch in Wohngebieten.
  4. Nutzung des Öffentlichen Verkehrs schrittweise kostenlos machen (sofort das 58€-Ticket um Sozialticket ergänzen usw.). Stattdessen Mobilitätssteuer für alle einführen (in Gebieten mit schlechter ÖPNV-Anbindung geringer besteuern und ggf. sozial abgestufte Ausgleichszahlungen gewähren, in Städten höher). Parallel dazu ÖPNV mit großem Sofortprogramm ausbauen, Personal besser bezahlen, Fuhrpark effektiver instandhalten, wo immer möglich, schnellstens elektrifizieren.
  5. Privatjet- und Inlands-Flüge mit hohen Steuern belegen, Dienstwagen-Privileg abschaffen, PKW nach Gewicht und Größe besteuern.
  6. Energieziel 100% erneuerbar ab 2030 – nicht nur ankündigen, sondern sofort mit der Umsetzung beginnen.
  7. Sofortprogramm für Schulen, Kindergärten und staatliche Behörden: Personal besser wertschätzen, Gebäude sanieren, Inventar modernisieren, Digitalisierung pädagogisch sinnvoll vorantreiben und durch geschultes Personal begleiten. Lehrer*innen und Erzieher*innen umfassender fortbilden und letztere besser bezahlen.
  8. Polizei schneller und sinnvoller digitalisieren und vernetzen, Personal besser wertschätzen, Gebäude sanieren, Inventar modernisieren.
  9. Sofortprogramm für Sanierung und Ausbau der Infrastruktur bundesweit: Brücken, Schienenwege, wichtige Straßen, Internet, Stromversorgung, Fernwärme.
  10. Der „Wirtschaft“ gegenüber verbindliche Ansagen machen, so dass diese planen und kalkulieren kann. Langfristige Verträge abschließen. Kein Rum-Eiern beim Verbrenner-Aus und ähnliches.
  11. Pflegepersonal in Krankenhäusern und Altenheimen, Hebammen und „medizinisches Hilfspersonal“ besser wertschätzen und bezahlen, geeignetes Personal weltweit anwerben.
  12. Private Krankenversicherung nur noch als Zusatzversicherung zulassen => jedeR muss sich gesetzlich grundversichern, gerade auch Beamt*innen.
  13. Städte und Landschaft auf Klimakatastrophe vorbereiten (Entsiegelung von Flächen, Begrünung von Gebäuden, Bäume pflanzen, „Schwammstädte“ bauen, Ackerflächen durch Hecken aufteilen etc.
  14. Sofortprogramm für Verteidigung auf europäischer Ebene
  15. Volksabstimmung über Wiedereinführung allgemeiner Wehrpflicht
  16. War noch was? Ach ja: wer jetzt noch meint, Migration sei ein besonders wichtiges Problem, der setze sich bitte umgehend ehrenamtlich für Integrationsmaßnahmen ein, sorge dafür, dass Migrant*innen möglichst schnell Deutsch lernen können und sinnvoll in das Arbeitsleben integriert werden. Dazu ist natürlich auch angemessenes Wohnen erforderlich. 
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Schlaflos in Geizmar

Es ist kurz vor fünf und wird bald hell. Draußen vor meinem Fenster singt lieblichst eine Amsel. Aus dem Hintergrund erahne ich weitere. Es hat aufgehört zu regnen. Seit einer guten Stunde liege ich wach und suche alte Blogs auf. Wie wunderbar, dass sie noch da sind und zugänglich. Ich bin dankbar dafür!
Als ich vorgestern in einem Podcast über Schlaflosigkeit hörte, wie normal das sei nachts um drei aufzuwachen, nicht wieder einschlafen zu können vor lauter Grübeln – dass ich diese Zeit aber besonders kreativ nutzen könne, nahm ich mir sofort vor genau das zu tun. Nicht nur endlos durch Instagram scrollen, sondern lieber persönliche Blogs lesen und selber schreiben.
Hier bin ich also. Guten Morgen!

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