Thema Südumgehung

Dieser Text ist von 2004, auf Grund neuer Planungen der Göttinger Stadtverwaltung für eine sogenannte Südspange von 2010 jedoch wieder aktuell. Umfassende Infos bei der BI Göttinger Süden.
leineaue2
Blick über die Südliche Feldmark Richtung Reinshof

Seit 1975 plant die Stadt Göttingen, im Süden Göttingens eine “Umgehungsstraße” zu bauen, die in erster Linie die Einfallstraßen aus Süden (Geismarer Hauptstraße und Reinhäuser Landstraße) entlasten soll.
Wer einmal (nicht nur zu den Stoßzeiten) eine der beiden Straßen zu Fuß entlanggeht, dem wird der Grund für dieses Ansinnen schnell klar. Gerade in der Enge der Geismarer Hauptstraße ist der Kraftfahrzeug-Verkehr eine unglaubliche Zumutung.

– Es ist viel zu laut.

– Die Luft wird verpestet.

– Die Erschütterungen, vor allem durch Schwerlastverkehr, aber auch Busse, schädigen auf
Dauer die Gebäude.

– Der starke Verkehr stellt eine eklatante Gefahr für alle dar, die dort selbst Verkehrsteilnehmer sind, in erster Linie natürlich Fußgänger und Radfahrer.

Es ist wirklich kaum auszuhalten.

hauptstr1
Geismar – Hauptstraße an einem Sonntag-Nachmittag!!!

Andererseits böte die geplante Südumgehung, egal welche Variante, leider keine wirkliche Aussicht auf Besserung.

Der Verkehr würde zwar verlagert. Durch die Hauptstraße würden möglicherweise einige Autos weniger fahren, ebenso durch den stadtnäheren Teil der Reinhäuser Landstraße. Dafür allerdings würde der Verkehr auf der Kiesseestraße (auf der tägliche hunderte
von Schulkindern unterwegs sind!), auf dem äußeren Bereich der Reinhäuser Landstraße und wahrscheinlich auch auf der Danziger Straße deutlich zunehmen.

Die Anwohner im Bereich Hauptstraße und Reinhäuser Landstraße würden die Entlastung wahrscheinlich kaum spüren. Die Bewohner des Rischen und angrenzender Straßen und des Kiessee-Karrees sähen sich mit einer neuen starken Lärmquelle konfrontiert, die
Luft-Qualität würde sich verschlechtern.

osterfeuer98
Ob es noch ein Osterfeuer gäbe, unterhalb der ehemaligen Mülldeponie, wenn direkt daneben die Schnellstraße verliefe?

Das Naherholungsgebiet Südliche Feldmark zwischen Geismar und Diemarden würde nachhaltig und grundsätzlich zerstört, gleiches gilt für das Gelände südlich der Drachenwiese, der Stegemühle und des Kiessees.

Allein dieser Schaden wäre einfach unermesslich!

bluesky
Blick über die südliche Feldmark zur Diemardener Warte

Hinzu kommt:
Die Südumgehung würde keinen Verkehr vermeiden helfen, sondern eher noch zusätzlichen Verkehr erzeugen.
Zahllose Belege von anderen neuen Straßen, in Göttingen und anderen Städten, zeigen stets auf’s Neue: zusätzliche Straßen erzeugen zusätzlichen Verkehr.

Möchte man im Übrigen das Altdorf Geismar, namentlich die Hauptstraße, wirklich spürbar entlasten, bliebe nur die rigorose Abschottung gegen den von außerhalb einfließenden Verkehr. Man müßte sozusagen die Hauptstraße am äußeren Ende zu machen.
Das aber würde über kurz oder lang das Aus für den Geismaraner Einzelhandel bedeuten.

wetterhaus
Feldweg Im Bruche – links das Wetterhäuschen

Also keine Lösung in Sicht?

Sicher ist zunächst, dass
– der Bau der Südumgehung das letzte zusammenhängende und intakte Naherholungsgebiet Göttingens zerstören würde.
– der Bau der Südumgehung die Verkehrprobleme nicht löst sondern nur verlagert.
– die finanziellen Mittel für den Bau der Südumgehung nicht vorhanden sind, sondern an anderen Stellen abgeknapst werden müssten.

Also keine schnelle Lösung in Sicht!

Aber was halten Sie von
– der Anbindung der südlichen Göttinger Vororte (Diemarden, Klein Lengden, Groß Lengden, Niedernjesa, Obernjesa etc.) an das
Göttinger Stadtbus-Netz ?
– einer flexibleren und attraktiveren Gestaltung des Bus-Netzes im Göttinger Stadtgebiet ?
– Fahrradmitnahme im Bus ?
– einer deutlichen Verbesserung der Radwege vom Göttinger Süden in die Innenstadt ?
– Aufklärungs- und Werbe-Kampagnen für umweltschonenden Verkehr ?
– deutlichen finanziellen Anreizen für Leute, die ihr Auto auch einmal stehen lassen ?
– einem weiteren Fahrrad-Parkhaus in der Innenstadt ?


Entlang dieses Weges über den “Deich” bzwz. teilweise auch direkt darauf soll nach den Vorstellungen der Planer die Trasse der Südspange geführt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.