Dampfender Schnee
Als es endlich aufhörte zu regnen, rannte ich los, stur die Straße lang und den Berg hinauf in den Wald hinein. Hab ich das lange nicht gemacht! Mit kurzer Hose! Und bald auch kurzärmelig. So warm war das. Unglaublich!
Der Wald war ein einziges Plätschern. 1000 kleine Bäche, die ich vorher nie gesehen hatte, rauschten mir – voll bis zum Rand und mit echter Bergbachgeschwindigkeit – entgegen. Und je höher ich kam, desto mehr Schnee lag da noch. Bei Lufttemperatur um die 12 Grad oder mehr lag da Schnee und dampfte. Kann mich nicht erinnern so etwas vorher schon mal gesehen zu haben.
Und dann war der Weg vereist. Erst nur stellenweise, dann bald komplett. An Weiterlaufen nicht mehr zu denken, einen Fuß vor den andern setzen und ganz vorsichtig sein um nicht auszurutschen, das war plötzlich angesagt. Ich stellte mir schon vor, wie ich da hinfalle, mir den Knöchel breche, nicht mehr weiterkomme und dann erfriere.
Denn unterwegs war außer mir niemand dort. Ganz allein mitten im Wald auf Eis und an dampfendem Schnee. Dazu Gesang von Singdrosseln, Kohlmeisen und Buchfinken.
[Edit am 27.03.06: hier der Mitschnitt von Herrn blue sky]







