Dampfender Schnee

Als es endlich aufhörte zu regnen, rannte ich los, stur die Straße lang und den Berg hinauf in den Wald hinein. Hab ich das lange nicht gemacht! Mit kurzer Hose! Und bald auch kurzärmelig. So warm war das. Unglaublich!
Der Wald war ein einziges Plätschern. 1000 kleine Bäche, die ich vorher nie gesehen hatte, rauschten mir – voll bis zum Rand und mit echter Bergbachgeschwindigkeit – entgegen. Und je höher ich kam, desto mehr Schnee lag da noch. Bei Lufttemperatur um die 12 Grad oder mehr lag da Schnee und dampfte. Kann mich nicht erinnern so etwas vorher schon mal gesehen zu haben.
Und dann war der Weg vereist. Erst nur stellenweise, dann bald komplett. An Weiterlaufen nicht mehr zu denken, einen Fuß vor den andern setzen und ganz vorsichtig sein um nicht auszurutschen, das war plötzlich angesagt. Ich stellte mir schon vor, wie ich da hinfalle, mir den Knöchel breche, nicht mehr weiterkomme und dann erfriere.
Denn unterwegs war außer mir niemand dort. Ganz allein mitten im Wald auf Eis und an dampfendem Schnee. Dazu Gesang von Singdrosseln, Kohlmeisen und Buchfinken.

[Edit am 27.03.06: hier der Mitschnitt von Herrn blue sky]

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Historische Sichtachsen

Der Wall ist eine aus dem Mittelalter übrig gebliebene Befestigungsanlage, die noch fast vollständig die Göttinger Altstadt umschließt, als grüne Zone, so deutlich erhöht, daß man von vielen Stellen aus schöne Blicke in Gärten und Hinterhöfe hat. Eine Oase inmitten der Stadt, die zu Spaziergängen, zum Joggen, zum Genießen einlädt, vor allem weil man dort das Gefühl hat, nicht mehr mitten in der Stadt zu sein.
Und jetzt kommen (im Profilierungswahn?!) die Stadtoberen auf die Idee, an einigen markanten Stellen historische Sichtachsen freiroden zu sollen. Anders ausgedrückt: Bäume, Sträucher und Buschwerk abzuholzen, um den Blick auf die öde Steinwüste vor dem Bahnhof freizulegen, zum Beispiel.
Man fragt sich unwillkürlich, warum ausgerechnet für so einen Unsinn auch nur 1 müder Euro übrig sein kann!
Und wozu? Als 1 weiteres Denkmal, das noch viele Jahre an die ruhmreiche Danielowski-Ära gemahnen wird?

Auf jeden Fall: Erfüllungsgehilfe Norbert Mattern kann es schon kaum noch erwarten endlich wieder Säge anlegen zu dürfen.

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Hinein gesprungen


Da ist es nun also, das 2006.
Ob ich es so recht wollte? Nein, nicht eigentlich. Den ganzen Whynachzwahn endlich hinter mich bringen, das war mir wichtig. Aber daß ich das Jahr 2005 irgendwie aufgebraucht gefunden hätte, kann ich nicht sagen.

Zum Glockenschlag, den Herr T auf seinem digitalen Non-Funk-Armbandwecker ab t -20 ansagte, sprangen wir von der Bordsteinkante auf die Straße auf die Brücke. Wir alle, die wir uns an diesem Abend zusammengefunden hatten.
Das hatte etwas starkes, gutes, ermutigendes.

Und so blicken wir in den qualmenden Himmel, sinnen den künstlichen Sternschnuppen nach und suchen den Weg, unseren Weg, hindurch.

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Beim Ballett


Zur Whynachzfeier der Ballettschule hat sich die Lehrerin dieses Jahr eine besondere Finesse ausgedacht: die Eltern Mütter dürfen nicht einfach der Vorführung ihrer Töchter zugucken, diese auf Video filmen und ständig blitzend knipsen, sondern müssen selber ran. Mitmachen.
So kommt es, daß ich mich erstmals in meinem Leben an einer Ballettstange wiederfinde und etwa 10 zehnjährigen Mädchen und fünf oder sechs Müttern und mir im großen Spiegel dabei zugucke, wie wir zum straffen Kommando der Lehrerin von der ersten Position über Pliée und Relevée bis zur fünften Position alles durchgehen, uns strecken, uns beugen, auf Zehenspitzen stellen und dazu anmutig lächeln.
Man möge mir nachsehen, daß ich davon keine Bilder zeigen kann. Sie sehen hier nur die Zeugnisse von Kaffee und Keksen danach. Mais quand même…


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Regenmorgen

Als ich heute Morgen im pladdernden Vorwhynachz-Regen durch die düstere Stadt fuhr, war diese aber so schön von den bläulich-grünen alten und den gorangenen neuen Straßenlaternen illuminiert, ein Lichtschein, der sich im schmierigen Dunst wundervoll überall hin ausbreitete, daß es mich ganz verzückte.
Ich hätte da so gern so ein Photo von gemacht. Aber ich war so damit beschäftigt, das Naßwerden beim Radfahren irgendwie auszuhalten und meine Wut über einen Bauarbeiter-Pickup, der in unserer kleinen Anliegerstraße einen Kamikaze-Stunt über den Bürgersteig – unmittelbar vor mir – hingelegt hatte, in Zaum zu halten, daß ein Absteigen und Zücken des Photoraps einfach nich drinne lag.
Jetzt gerade hängt übrigens der Betonmischkübel am letzten Kran der Lünemannbaustelle im prallsten Nachmittagssonnenschein. Als sei nix gewesen.

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Samstagnachmittagseinkauf


Ich habe mich nach all den Jahren immer noch nicht richtig dran gewöhnt, daß man jetzt samstags auch bis 20 Uhr im Supermarkt einkaufen kann. Aber ich tu es richtig gern.

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calendar run

Alle Jahre wieder, so Anfang bis Mitte Dezember, ist es so weit: die Vorauswahl für die Kalenderbilder ist soweit abgeschlossen, es geht ans Eingemachte. Genauer gesagt ans Einmachen. Und dazu gehört nicht nur die Bestellung der Abzüge von den ausgesuchten Bildern, sondern auch der Kauf von Rohlingen oder Blanko-Kalendern, wobei ich die nicht weiß sondern schwarz haben möchte.
Und ich bin mir eigentlich völlig sicher, daß meine bevorzugte Blankokalendersorte letztes Jahr bei Bieling noch vier Euro fuffzig gekostet hat. Oder so um den Dreh. Ganz sicher bin ich, daß ich beim Kauf von acht Stück davon Rabatt gekriegt habe. Dieses Jahr komm ich da hin und die Dinger kosten fünf Euro fuffzig und meine freundliche Frage nach preislichem Entgegenkommen wird abgeschmettert. Neinnein, das sei so knapp kalkuliert und überdies unfair den Leuten gegenüber, die da 50 von gekauft hätten und auch nicht für billiger.
Raunzend verlasse ich den Laden, wandere weiter zum örtlichen Geizmarkt, wo es andere Blankinis gibt, für 4,95 Euro zwar, aber auch deutlich schlechtere Qualität. Also noch weiter gewandert in den Photorahmenladen meines Vertrauens, dort leider Rohlinge nur bis 13*18. Ich brauch aber 20*30. Nachdem ich ähnlich niederschmetternde Erfahrungen noch in sämtlichen Schreibwarenläden der Stadt habe machen müssen und mich durch einschlägige Seiten im Internetz gekämpft habe, wo das Zeuch nur noch viel teurer zu haben ist und dann auch noch Porto dazu kommt, stehe ich heute reuig wieder bei Bieling und kaufe die üblichen Dinger für den Normalpreis. Leise mit dem Fuß stampfend, aber wenigstens hab ich sie dann.
Und wir merken uns das mal für’s nächste Jahr, gell?

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Sangmartin


Ist schon wieder ein paar Tage her, daß die Kinder zu Sankt Martin singend durch die Straßen zogen. Die einen baten dabei um Süßigkeiten, die anderen um Spenden für Nicaragua.
Und dann war Laternenfest im Kindergarten, womöglich zum letzten Mal. Sofern LiSi nächstes Jahr in die Schule kommt. Mit seltsamen Gefühlen singt man die Lieder mit, die man nicht eigentlich gern singt, aber –

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Im Studio photographieren

Es war mal Zeit für eine neue Erfahrung:
mal nicht einfach nur im Nebenhergehen, Vorweglaufen oder irgendwo rumstehen eben nur knipsen, was vorbei kommt, sondern so richtig nach Anfrage Vorbereitungen treffen, einen zusätzlichen Baustrahler (mit Ständer) kaufen, mir Gedanken über Hintergründe machen, Beleuchtung und Bildaufbau – und dann mein erstes selbst organisiertes und verantwortets Photo-Shooting unter so etwas wie Studiobedingungen gewagt.
Weia, war das aufregend. Mein Modell kannte ich vorher nicht. Per Mundpropaganda haben wir zueinander gefunden und telefonisch knapp besprochen, was sie möchte und was ich zu bieten habe. Je näher der Termin rückte, desto unsicherer wurde ich, ob sich das, was ich mir so vorstellte, in dem kleinen Kellerraum, den ich als Studio auserkoren hatte, überhaupt verwirklichen ließe.
Da die Zeit zum Beschaffen eines richtigen Photo-Hintergrundes (aus Stoff oder Pappe) nicht reichte, machte ich einfach eine Wand des Raumes weiß, räumte davor soviel Platz wie möglich frei und postierte die Baustrahler davor. Dann noch einen Stuhl mitten auf die freie Fläche, Musik an – und fertig war die Studio-Umgebung.
Und dann ging’s los. Nach einer ziemlich kurzen Aufwärmzeit hatten wir uns aufeinander eingestellt und eingeschossen. Gut 2 Stunden und gut 200 Photos später saßen wir vor dem Monitor und die aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln photographierte junge Dame klickte sich durch all die Abbilder ihrer selbst.
Ich war völlig fasziniert, mein Blick zwischen ihr auf dem Monitor und ihr in echt hin und her wechselnd. Wie sie sich von Bild zu Bild veränderte und im Verlauf des Shootings immer lockerer und offener wurde – und wie sie davor saß und sich selbst dabei zusah. Mit so einem ganz besonderen Lächeln!
Natürlich fielen mir gnadenlos sofort all die technischen Fehler auf, die ich gemacht hatte, von Unterbelichtung über falsch gesetztes Licht bis zu völlig unscharfen Bildern war alles dabei.
Aber das tat denen, die gut geworden sind, keinen Abbruch. Und da waren einige dabei, die mir unwillkürlich Begeisterung entlockten (demnächst im Photo-Blog).
So waren wir uns ausgesprochen einig darüber, daß es enorm Spaß gemacht hat und daß wir beide mit dem Ergebnis völlig zufrieden sind.
Bald geht’s weiter: mit der Arbeit am Hintergrund. Und mit neuen Bildern.

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gone fishing

Alte Bloggerwendung, wenn man mal nach Männer- Blogger-Art ein paar Schritte machen, Zigaretten Pizza oder Rotwein holen gehen möchte oder sich einfach mal ne Runde verkrümelt.
So do I.
Diese Woche bin ich täglich auf Achse zwischen Gö und H und komme daher kaum zum Mailen und noch kaumer zum Bloggen.
Aber ganz schlimm wird es ab nächsten Sonntag: da geht es für zwei ganze Wochen in den warmen Süden. *vorfreu*
Paßt ihr hier in der Zwischenzeit auf, daß sich ganz viele interessierte und motivierte Leute melden & tummeln, die Ostcharme vermitteln möchten? Da würd ich mich gar sehr drüber freuen.
Bis die Tage :-)

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