Die Anderen

Der eine Lieblingsnachbar hat nach mehreren Tagen seltsamer Untätigkeit endlich wieder etwas gefunden, womit er sich bemerkbar machen kann: er zersägt seinen letzte Woche gefällten Obstbaum genüßlich mit seiner schicken Motorsäge.
Die andern Lieblingsnachbarn, zum Glück ein paar Häuschen weiter, haben endlich zu ihrem alten Expansionsdrang zurückgefunden und setzen wieder Zeichen in den Sand der Zeit. Einmal durch das Aufstellen eines für eine Großfamilie angemessen dimensionierten Fahrrad-Ports direkt am Weg, was es uns anderen Anliegern ermöglichen wird, stets aufs neue amüsierte Blicke auf einen Haufen Schrott eine liebevoll gepflegte Antiquitätensammlung von Fahrrädern zu werfen. Raumgreifender jedoch ihr riesiges Loch im Garten (so etwa 4 * 8 Meter), das dort seit mehr als einem Jahr einfach eben so war, jetzt aber mit einer ordentlichen Portion Beton angefüllt worden ist. Sieht aus wie eine Art Fundament, was da entsteht. Der Rest des Gartens steht seit gestern voll mit Paletten von Ziegelsteinen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Und: nein, wir reden nicht mehr miteinander.

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Goldener Oktober

Is ja asbach uralt, aber man wird ja auch selba nich jünger.
Dieser leckere Geruch am frühen Morgen draußen, dazu hoch im Südhimmel Orion und hell strahlend im Osten die Venus. Später scheint die Sonne so lange und intensiv, daß nicht nur all das nett gefärbte Laub so richtig grell am Leuchten is, sondern dasses einem auch so richtich voll warm wird.
Mir persönlich geht das dann so, daß ich, wenn ich es dann endlich mal raus geschafft hab (Trägheit der Masse), gar nich wieder rein will (weil sooo schön draußen).
Sonntach war ich morgens ne gute Stunde Laufen und nachmittags mit Frau und Kind und Kegel und Freunde und deren Kegel und Kind (aber ohne Kaninchen) fast 3 Stunden spazieren im Wald und auf dem Kerstlingeröder Feld. Daß da kein Kind sich beklagt hat, lag nicht nur an Brezeln und Bratwurst, die es hinterher am Kehr kredenzt gab. Das war eher ganz neu. Wenn auch irgendwie so gar nicht überraschend.
Also lieber Oktober: weiter so. Nich schwächeln jetzt. Vor allem nich nächste Woche, wenn Herbstferien sind und wir groß auf Tour wollen!

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Die Sonne lachte

Zur Einschulungsfeier am Samstag wie bestellt: feines Sonnenwetter.
Zum ersten Schultag heute: Pladderregen. Gleich mal volles Abhärtungsprogramm für die lieben Kleinen. Daß sie mal bloß nicht auf weicheiige Gedanken kommen.
Weil ich sie auf ihrem ersten Schulweg – zu Fuß – ein Stück begleiten will, nehme ich trotz schon etwas deftigferen Regens das Fahrrad mit. Nur um auf meinem Arbeitsweg direkt danach dann so richtig voll durchweicht zu werden. Durch Regenjacke und -hose durch: Manschetten naß bis halber Unterarm, Kragen durch und Knie und die Schuhe könnte man auswringen –
da hilft dann nur eine große Abtropfschale unterm Schreibtisch :-(

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Es wird Herbst

Der erste Morgen mit einstelliger Temperatur, ich ziehe Handschuhe zum Radfahren an. Wird also Zeit die Sommerpause zu beenden. Am Samstag kommt das jüngste Junge in die Schule, endlich! Was gibbert sie dem entgegen – und wie lange schon!
Und wir auch, war doch der Kindergarten, in dem sie das letzte Jahr verbracht hat, eine ziemliche Enttäuschung.

Ich suche vehement neue photographische Orientierung. Nicht allein beim Machen von Bildern, mehr noch bei dem Zeigen und Veröffentlichen. Das Photobloggerwesen ist nicht mehr, was es vor drei, vier Jahren noch war. Vielleicht entwachse ich ihm, vielleicht braucht meine Kreativität auch eher einen Anstoß von innen bzw aus dem realen Leben. Meine Vorliebe für idyllisch marodes Bahn- und Stadt-Ambiente ist nach wie vor groß, aber das Einfangen lebendiger Augenblicke mit lebendigen Menschen wird mir immer wichtiger. Irgendwann möchte ich es gern souverän verbinden können: nicht einfach dokumentarisch photographieren, sondern lebendig inszenieren, so daß mein Eindruck zum Ausdruck kommt.
Keine eigentlich neue Idee, ich weiß, aber für mich eine immerwährend neue Herausforderung, die gerade nach neuen konkreten Ideen verlangt.

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Kamera weg (Forts.)

Die Kinder haben am Folgetag (fast) die ganze Schule durchsucht, rumgefragt, Lehrer haben sich eingeschaltet und gekümmert. Bisher völlig erfolglos. Ich bin erstaunt, wie sehr es mich trifft. Der Verlust der Kamera selbst, die ich seit zweieinhalb Jahren sozusagen immer dabei hatte. Aber auch diese Mischung einerseits aus Wut über mich selbst (daß ich nicht besser aufgepaßt habe) und andererseits Desillusionierung hinsichtlich der Leute, die mich beklaut haben.
Abgesehen davon, daß ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben habe, daß ein Elternbrief, der übers Wochenende ans Gewissen appellieren soll, die gewünschte Wirkung zeigt, suche ich nach Ersatz. Denn die Immerdabeikamera fehlt mir sehr.

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Im Dorf unterwegs

Als ich heute so mein Töchterlein zum Kindergarten begleite, wollte sie wieder mal eine Abkürzung nehmen. Sie liebt das, mit ihrem eigentlich noch einen Tuck zu großen Fahrrad, das sie aber beeindruckend souverän im Griff hat, neue Wege und Straßen zu erkunden und verblüfft mich immer wieder damit, wieviele Möglichkeiten sie findet, den eigentlich ziemlich kurzen Weg in den Kindergarten zu bewältigen.
Heute habe ich es, so ganz nach Väterart, mal eilig und reagiere leicht genervt auf ihren Geheimweg, den sie mir stolz präsentiert, denke dabei aber wohlwollend den Satz „Umwege erhöhen die Ortskenntnis“. Womit ich keineswegs nur die meiner Tochter meine sondern durchaus auch meine.
Wenige Stunden später, als ich mich gerade wieder mal bemühe, beim Lesen im Nuf nicht mein Display vollzuprusten, um nicht aufzufallen, begegnet mir ganz unverhofft der Grund für mein gedankliches Zusammenzucken beim Denken des oben genannten Satzes über die Nützlichkeit von Umwegen.
Ich freue mich für die Autorin dieses Blogs, das ich eine Zeitlang mal gelesen und dann irgendwie aus den Augen verloren habe, daß sie aus Gründen einen neuen Anfang findet. Und ich freue mich ganz seltsam darüber, wie klein das Dorf ist, in dem ich lebe.

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Umzug vollzogen

Das launische Pfingstwetter war genau richtich, um das Vorhaben durchzuziehen: Kind1 zieht in den Keller, aus dem die Eltern vorher ausgezogen sind (heißt: ihre vielen vielen wichtigen Sachen in alle freien Nischen des Hauses verteilt…), Kind3 zieht in das nun freie Zimmer von Kind1 und die Eltern ziehen in das Kind3’s ehemaliges Zimmer.

Erstaunlich, wie Kind1 das schafft, binnen kaum einer Stunde ihr gerade erst vollgerummeltes neues Zimmer in einen Ort der Gemütlichkeit zu verwandeln, an dem sich bald alle einfinden und gar nicht mehr gehen wollen. Das muß sie von mir haben. Denn ich kann das nicht mehr.

1 kleinen Schönheizfehler hat die Aktion leider doch noch. Weil die Eltern für ihr neues Zimmer 1 neuen Fußbodenbelag beantragt und genehmigt aber noch nicht geliefert bekommen haben, deswegen steht der allergrößte Teile ihrer vielen wichtigen Sachen immr noch da, wo er vorher auch stand. Nur daß man mittlerweile kaum noch weiß, wo. Und jedesmal, wenn man mal 1 Briefumschlag braucht oder 1 Quittung aus dem Ordner, dann geht die Sucherei los.
Und der Netzwerkanschluß im neuen Elternzimmer ist noch sehr suboptimal. Da geht nur wlan erstmal und das mit dem usb-Stick von dem Herrn Fritz leider nur sehr stockend. Wenn ich mal paar zich Dateien kopieren will, dann ist immer nach 3 oder 4 Sense und nur noch Blinken. Oder liegt das an der usb2-Karte?
Egal, irgendwann die Tage kriegen wir das auch in den Griff und dann –

und dann tat es irgendwie auch gut, mal über längere Zeiträume (so richtig mehrere Stunden) nich ständig online zu sein. Obwohl das natürlich sehr schwer fiel.

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Es wird Frühling

Mit ungeheuerer Macht zieht die Sonne wärmend und erhellend alle nach draußen. Der Atem des Lebens bekommt eine ganz neue Qualität. Und die Beziehungen zu den Menschen um mich herum leben auf.
Ja.
Aufatmen!

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Klimakiller-news (1)

Ich bin ein Klimakiller.
Heute Morgen habe ich das warme Wasser beim Waschen und Zähneputzen deutlich länger als nötig laufen lassen = übermäßiger Wasser- und Energieverbrauch.

Ich habe Kaffee getrunken = umweltschädigender Anbau der Kaffeebohnen, hoher Energieaufwand für den Transport um die halbe Welt.

Ich habe Lebensmittel aus Plastikverpackungen konsumiert = sinnlose Rohstoff- und Energieverschwendung sowohl bei der Verpackungsherstellung als auch bei ihrer Entsorgung.

Ich bin 40 Kilometer Auto gefahren, nur um meine Tochter und eine Freundin von einer privaten Feier abzuholen = extreme Energieverschwendung und damit fahrlässiger Umgang mir Umweltressourcen.

Ich habe ein technisches Gerät bei einem Internet-Versandhändler bestellt = direkte Schädigung der lokalen Handelsinfrastruktur, sinnlos lange Transportwege nur für meine Bestellung quer durchs Land, also Energieverschwendung, CO2-Ausstoß, Waldschädigung und Straßenabnutzung.

Und das war nur heute Vormittag.
Es wird sich einiges ändern müssen.
Vor allem ich selber, mich.

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