Ein ganzer Mensch

Die Vergangenheit ist ja nicht etwas, was man einfach nur zu bewältigen hätte.
Ich fahre mit dem Zug quer durch’s Land. Im Ohr radiohead und smashing pumpkins und Avril Lavigne. Im Herzen einen großen Schwall frischer, junger Gefühle und ganz vieler alter, keinesfalls abgenutzter, aber schon ein wenig angestaubter. Wo die alle herkommen! Jugendliche Verliebtheiten, Familientragödien, kleine Erfolge und große Niederlagen, Hochs und Tiefs wie die am Fenster vorbeiziehenden Täler und Wälder, schnellen ICEs und stillgelegten / verfallenden Güterbahnhöfe.
Zu Besuch bei einer gaaanz alten Freundin. Das setzt so einiges in Bewegung.
Vor allem diese Erkenntnis, daß es zur Selbstliebe gehört, die eigene Vergangenheit, auch all das, was früher scheußlich war und so gänzlich mißlungen ist, als eigene anzunehmen und sich aktiv dran zu erinnern, sie aufzunehmen und anzunehmen.
Das tut so gut.
Und (diese) Musik ist ein höchst geeigneter Katalysator.

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Dienst-Übergabe

In jedem Beruf, wo verantwortlich mit Menschen gearbeitet wird, gibt es vom Nachtdienst zum Frühdienst eine Übergabe. Oder vom Frühdienst zum Spätdienst. Man übergibt Ereignisse der vergangenen Schicht, damit die nächste weiß, was schon erledigt ist, worauf sie achten muß usw.
In der Familie muß es gar zu oft einfach so gehen: improvisiert, spontan, unorganisiert, chaotisch. Weil keine Zeit für eine Übergabe vorhanden ist, der Nachtdienst später nach Hause kommt als der Frühdienst geht. Im Vakuum zwischendrin müssen die Kinder versorgt werden.
Kein Wunder eigentlich, wenn sie dabei zu zicken beginnen. Sich sperren, verzögern, verweigern, nach dem jeweils abwesenden Elternteil verlangen oder alles vergessen, was sie sonst immer wissen.
Und der Papa? Der ist der blödeste überhaupt: macht die falsche Herdplatte an, um die Milch anzuwärmen. Was passiert: die schöne große Käsedose verschmurgelt. Natürlich hat die nichts auf dem Herd zu suchen. Eigentlich. Passiert trotzdem.
Und eigentlich hatte die Mama dem Papa aufgetragen, den großen Kindern zu sagen, daß sie mittags von der Schule gleich zur Kinderfrau gehen sollen, zum Mittagessen. Und was vergißt der Papa? Genau das. Als er Nummer Drei im Kindergarten abliefert, heulend, klammernd, durchgefroren, weil sie unbedingt keine warme Jacke auf dem Fahrrad anziehen wollte, da fällt es ihm wieder ein.
Und so wird die Übergabe per Handy abgewickelt. Übergabe der diversen Hiobsbotschaften halt. Alltag. Nix besonderes.

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Finanzen

Vaude-Jacke 225,-
Fahrrad-Unfall 100,-
Festplatte 300,-

Kamera 611,-
Akku 75,-

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Mai-Abend

Leider zu kühl und bedeckt, sogar drei Tropfen Regen in vier Reihen: ein Grill-Abend mit Freunden am andern Ende der Stadt. Immerhin, draußen sitzen kann man, geschützt von einem Wellblechdach und 3 Holzwänden – nette Stimmung eigentlich, jedoch ziemlich unterbrochen von diesem albernen Grandprix-Geglotze.
Nein, ich kann dem nichts abgewinnen. Habe da nur dieses lakonische „Allemagne – douze points“ im Ohr.

Rückfahrt auf dem Rad entlang der Leine, so dunkel, dass ich mit meinem Schnupfenkopf kaum was erkenne, um so erstaunter darüber bin, wieviel ich rieche. Flieder vor allem. Aber schon fast verblüht. So eine aus der Tiefe sich ausbreitende Leichtigkeit und Fröhlichkeit, Lust zu singen beinahe, wenn nicht gerade die Stille so schön wäre.
Endlos könnte ich das haben. Das Leben überhaupt einfach eine einzige endlose Mainacht.

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Photos-Ausstellung von Udo Rzadkowski

FC-Treffen

im Gewölbekeller des Künstlerhauses. Der Göttinger Photograph zeigt ausschließlich Portraits in schwarz-weiß. Sehr eindrucksvoll.
Anlässlich der Eröffnung traf sich die Göttinger FC-Section zum Feiern und verbrachte einmal mehr einen völlig schönen Abend.

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Neue Galerie

Seit irgendwann letzten Herbst reifte der Entschluss, die Galerie Grapf in ein Datenbanksystem zu überführen. Es fiel mir ziemlich schwer, mich für eins zu entscheiden bzw mich von der Vorstellung zu verabschieden, dass ich so etwas mal eben locker selber programmiere.
Wenn man mehr Zeit hätte…
Ich habe mit Coppermine angefangen, es verworfen, 4images ausprobiert, gallery.menalto und viele viele kleinere Scripte. Um zum Schluss wieder bei Coppermine zu landen.

Herausgekommen ist einerseits der Versuch Kontinuität zu wahren, andererseits doch auch etwas völlig Neues.

Ich hoffe jetzt natürlich auf zahlreiche BesucherInnen und reichlich konstruktive Kritik!
Ach ja, um das wenigstens auch noch zu erwähnen: die Updatehäufigkeit der Galerie wird sich nun dank stark verringertem Aufwand sicher deutlich erhöhen!

Viel Vergnügen also in der neuen Galerie Grapf.

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Erinnerungsträchtig

Erinnerung1
war eine Tour nach Hannover. Seit 25 Jahren wohne ich dort nicht mehr, deutlich mehr als mein halbes Leben. Und obwohl ich eigentlich regelmäßig dort hinfahre, aus unterschiedlichen Gründen, erzeugt diese Stadt noch immer (oder immer wieder) ein intensives Heimatgefühl.
Erinnerung2
Auf dieser Schaukel ereigneten sich vor fast genau 30 Jahren Dinge, an die ich mich immer noch erinnere, als sei es erst letzte Woche gewesen.
Manche Tage könnte ich von morgens bis abends mit Erinnerungsreisen verbringen, alles um mich herum vergessen und nur Vergangenes nachempfinden, beinahe nacherleben. Einmal reicht für vieles einfach nicht.

Gespielte Welt

Spielwelt

Der eigentlich öde Besuch einer Lego-Ausstellung im Städtischen Museum bringt doch ein paar seltene und seltsame Erinnerungsflashs. Wie doch die Spielwelt immer automobil geprägt war und ist! Und wieviel Gefühl immer durch das Wiederentdecken von Automodellen aus Kindheitstagen ausgelöst wird.
Und was man schön fand damals, kann einem heute doch eigentlich nur Schauer des Entsetzens über den Rücken jagen.

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Zwischen den Jahren

ist man ja immer so besonders drauf: besinnlich und voll der guten Vorsätze. Früher war mir das extrem wichtig, viel aufzuschreiben: das alte gründlich durchzureflektieren, neues zu antizipieren, Sinn zu suchen und einen symbolischen Sprung ins Neue zu zelebrieren.
Dieses Jahr erstmalig haben wir die Einladung zu einer Sylvesterparty ausgeschlagen, weil wir lieber mit unseren Kindern feiern wollen. Familiäre Enge genießen und dann böllern. Übrigens weder trotz Iran (Erdbeben etc.) noch gerade wegen, sondern einfach weil es Spaß macht und weil ich diese moralische Abwertung des Sylvesterrituals mittlerweile völlig indiskutabel finde. Spenden für Leute, denen es dreckig geht, muss man nicht in umgekehrten Zusammenhang zum eigenen Vergnügen bringen. Diese Werteverknüpfung führt nur zu unguten Gefühlen, die niemandem etwas nützen.
Viel Gutes erwarte ich nicht vom neuen Jahr. Politisch und wirtschaftlich wird es wohl kaum entspannter werden – und gesundheitlich kann man für alle nur das Beste hoffen und wünschen!

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Herbstsonntagabend

Sonntagabend

Der Herbst der Herbst der Herbst ist da. Ein Lied, das ich zu Kindergartenzeiten mal gesungen habe. Später hörte ich es auf Tonband wieder. Schon als Schulkind lief mir ein seltsamer Schauer dabei über den Rücken.

Sonntagabend2

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