Schule für Menschen

Vom ersten Tag an haßte ich meine Schule, das humanistische Gymnasium in der Stadt. Als meine Klasse den Weg von der Aula, wo die Begrüßungsfeier stattgefunden hatte, in den Gebäudetrakt der Unterrichtsräume antrat, verlor ich den Anschluß und irrte nach kurzer Zeit (heulend? ich weiß es nicht mehr) in den labyrinthischen Gängen umher.
Auch in den neun Jahren, die folgten, ließ diese Lehranstalt nur wenige Gelegenheiten, mich einzuschüchtern, aus. Durch ihren elitären Habitus (Griechisch lernen ist Luxus), durch den großteils überalterten autoritären Lehrkörper, durch die pure zu bewältigende Stoffmenge, durch die von vielen gepflegte niemals durchbrochene ironische Distanz und natürlich durch die fleißig geübte Willkür, die schon frühzeitig klarmachte, daß Gerechtigkeit keineswegs jedem zuteil wird.
Man mußte schon kämpfen, Wege finden, das auszuhalten und für sich etwas davon mitzunehmen.
Ab der Oberstufe bestrafte ich alle mit konsequentem aber perfekt portioniertem Entzug. Ich fehlte etwa 40% des Unterrichts in der 13. Klasse, bekam aber trotzdem mein Abi. Und nahm als einziger, mal abgesehen von einem Menschen namens Großkord, mit dem mich sonst nichts aber auch gar nichts verband, mein Abi-Zeugnis in Jeans entgegen.

Ich haßte das Elitäre und haßte die Eliten und diese großbürgerlichen Söhnchen, die nichts sehnlicher erstrebten als in die Fußstapfen ihrer Pfäter zu steigen und deren Status und Lebensstandard wenigstens selbst zu erreichen, besser aber: noch zu übertrumpfen.
Dazu war jeder Ellbogen, jedes Arschgekrieche und jeder gut gezielte Tritt nach unten gerade recht.

So wie dieses Verhalten bei unserem (einzigen) kritischen Deutschlehrer oft thematisiert wurde, so von allen andern fleißig eingeübt und dumpf gefördert. Im Unterricht selbst wurde gesiebt statt gefördert, soziales Lernen hieß: die Schwächsten vor die Klasse treten zu lassen und dort fertig zu machen.

Das waren schon reife Leistungen.
Ich brauchte viele Jahre, um mich davon einigermaßen zu erholen und um wenigstens ansatzweise zu begreifen, was dort wirklich geschehen war.

Diese Herkunft ist einer der Gründe, warum ich sicher nicht auf die Idee kommen würde, meine Kinder auf ein altsprachliches Gymnasium zu schicken.
Es gibt aber auch einige sehr positive Gründe, sie überhaupt nicht auf ein Gymnasium sondern auf die IGS zu schicken, wo die beiden großen sich seit August gut aufgehoben fühlen, wo selbst in Zeiten neuen Lehrermangels und überall deutlich gekürzter Mittel Bildung und Leistung nicht als Ausgrenzungsmittel und Machtmedium vermittelt werden, sondern wo Integration stattfindet.
Das Abi wird dort erst nach 13 Schuljahren gemacht, an Gymnasien seit neuestem in 12.
Die Förderung der SchülerInnen findet im Unterricht statt, Lernschwächere werden nicht einfach ausgesiebt.
Schule und Privatleben wachsen dort in einer Weise zusammen, die man den Gesichtern der LehrerInnen ansieht: die fühlen sich wohl da und leben gern in ihrer Schule. Und als Eltern möchte man gern richtig viel davon mitkriegen, teilnehmen, ja am liebsten selbst wieder mit lernen –
Eine Oase, für die ich ungeheuer dankbar bin.

Erntedankmarkt

Dreimal in dieser Woche bin ich morgens im Trocknen losgelaufen, dreimal fing es bald an zu regnen und dreimal kam ich dann klitschnaß wieder zuhause an. So auch heute. Eigenartigerweise habe ich trotzdem noch nicht das Gefühl abgehärtet zu sein. Denn später auf dem Weg in die Stadt, en vélo, ist es mir trotz Regenhose und Regenjacke so unangenehm wie eh und je, diese Nässe, von oben, von unten, überall.
Auf dem Markt ist es nicht nur rammelvoll, trotz Regen, wegen Erntedankfest, sondern heute verschärft durch Horden von Regenschirmmördern: diese besonders rücksichtsvolle Sorte Zeitgenossen, die ihre Zweimeterfünfzigschirme auch unter den Markisen der Marktstände nicht einklappen oder nur wenigstens auf sie achten, sondern die mit bewundernswert stoischer Lässigkeit den anderen drumrum abverlangen, auf ihren Schirm aufzupassen, sprich, ihn nicht ins Auge zu kriegen oder nicht von den herunterströmenden Wassermassen ertränkt zu werden. Schließlich ist es ja auch das Problem der Umstehenden, nicht das der Schirmträger.
Die MarktbeschickerInnen begegnen mir freundlich wie immer oder – nein: den Umständen entsprechend noch viel freundlicher als sonst. Denn sie bekommen zu meiner finstren Miene auch noch unsägliche musikalische Unterstützung aus dem Parkhaus Hospitalstraße. Dort hat jemand eine Riesendiscosoundanlage errichtet und beglückt den hinteren Marktteil mit Original-Autoscooterhits aus den frühen Siebzigern. Tschörpi tschörpi tschiep tschiep zum Beispiel und irgendwas mit tiger. Alles von Bata Illic bis Cindy und Camembert. Nur Dieter Thomas Heck kann ich nirgends entdecken. Aber ich stelle beunruhigt fest, daß ich das alles mitsingen könnte, daß in diesen Klängen ein guter Teil verdängter Kindheitserinnerungen steckt, den ich in diesem Moment nicht zu verarbeiten bereit bin.
Deshalb sofortiger Rückzug: im mittlerweile strömenden Regen ab nach hause. Und nun sitze ich hier, dampfend quasi und muß das mal schnell alles loswerden.

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Es war ein Glück


“Womit haben wir uns eigentlich diesen September verdient?”, fragte Herr T. “Mit dem beschissenen Juli!”, antwortete Frau J. Womit sie einerseits ganz richtig lag. Andererseits denke ich hier, wie auch sonst gern, daß man sich sowas nicht verdient. Wenn denn überhaupt, dann gibt’s Glück geschenkt.
Diese Tage mit Frühnebel und diesem blauen blauen Himmel, der sich wie das Mittelmeer so weit und warm über das Leben und das Gemüt ergoß, die Radtouren mit Kind3 morgens übern Deich zum Kindergarten. Endlich konnten wir das Tabu brechen, das bei unserm Sturz im Frühjahr entstanden war. Keine Angst mehr vor dem Hubbelweg. Stattdessen Freude über den Graureiher, der mit majestätischen Flügelschwüngen hoch über uns hinweg fliegt.
Ein Geschenk. Es fällt schwer es jetzt loszulassen.

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Gewitterlauf

Gestern Abend war es schon enorm schön, am Fenster zu sitzen, in der lauen Frühherbstluft übers Land zu gucken, hin und wieder Wetterleuchten, das nicht näher kommt, reden und schweigen. Ein Wochenende ausklingen lassen, das noch einmal einen Sommernachschlag mit sich gebracht hat. Draußen sein. Draußen sein. Draußen sein.
Heute Morgen um viertel vor sechs loslaufen bei 13 Grad, fast im ärmellosen Hemd. Dann aber doch lieber mit Viertelärmeln. Als die ersten feinen Tröpfchen fallen, bin ich froh darüber. Das Gefühl, zum Laufen die Dusche gleich mitgeliefert zu bekommen, bringt mich dazu, die Runde auf 8 Kilometer zu verkürzen, eine Strecke zu wählen, die möglichst viel unter Bäumen entlang führt.
Dann schon wieder Wetterleuchten, ein paar Mal. Schließlich auch ein seeehr langgezogener an- und abschwellender Donner. Schneller laufen. Immer noch unter Bäumen oder lieber schon mal gucken, wo ich mich hinkauern könnte?
Auf der Kiesseestraße jede Menge Radfahrer. Mit Licht. Einige auch ohne. Kaum zu sehen. Ich wahrscheinlich noch weniger.
Mit der Frage, ob Regen beim Laufen oder Radeln unangenehmer ist, schaffe ich die nächsten 500 Meter. Mittlerweile platscht es nur so, die Straßenbäume bieten keinerlei Schutz mehr. Ich bin völlig durchnäßt und laufe nur immer noch ein bißchen schneller, halte das Hemd von meinem Bauch weg, bringt aber nicht viel außer mich aus dem Rhytmus. Sobald sich etwas mehr Blick in die Gegend auftut, dieser Eindruck, in der Wolke zu laufen, nicht darunter. Und dabei denken, daß Blitze nicht nur von der Wolke zur Erde, sondern ja meistens von Wolke zu Wolke – oder einfach in der Wolke? In meiner?!
Ein Stückchen entlang der Bundesstraße, damit es schneller geht. Die Autoschlange mir entgegen, Spritzen im Scheinwerferlicht, Pfützen, Lärm, Tropfen in den Augen –
als ich endlich wieder zuhause bin, kann ich meine Funktionsklamotten auswringen und erzeuge einen See dabei. Aber mir ist nicht besonders kalt geworden –
Heiß duschen, Frühstücken und die Laune ist bestens.
Jetzt scheint schon wieder die Sonne. Innen sowieso.

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Herbstmorgen, arg früh

Gritzegrau ist’s heute. Wird nicht hell, regnet aber. Dazu sowas wie der erste Herbststurm.
Kind3 ist heute Morgen um 5 oder so endlich mal wieder an mein Bett gekommen. Sie hatte so dolle Bauchschmerzen. Dann lag sie ein Weilchen unter meiner Decke. Das war so schön, daß ich sie eigentlich gar nicht wieder wegschicken wollte. Nur die plöte Vernumpft ehmt. Daß ich noch Schlaf brauchte. Obwohl ich mich gar nicht soo müde gefühlt hab. Also hab ich ihr gesagt, sie solle mal aufs Klo gehen und sich dann noch bißchen zum Schlafen in ihr eigenes Bett legen.
Damit war sie einverstanden, kündigte aber ihr Wiederkommen an, wenn es draußen heller sei… – was sie denn, pünktlich wie ein Helligkeitsmesser, auch tat. Kurz bevor der Wecker klingelte.
Sie störte mich nicht einmal wirklich. Und gestern Abend habe ich mir insgeheim eigentlich genau das gewünscht. Als ich noch mal an ihrem Bett saß, ihre Hand ergriff und ihr beim Schlafen zuguckte.
Beim jüngsten Kind ist es so, daß man gar nicht richtig möchte, daß es größer wird.

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Wehmütig

und mit aller Kraft halte ich an diesem Sommertag fest, als wäre es mein letzter. Es ist so so so schön, das diffuse Licht, der intensive Geruch nach trockenen Böden und Stoppelfeldern, die freundliche Wärme und dieses ergreifende Gefühl frei zu sein.

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Wäschewechsel auf der Stolle

Nach Dahlenrode werden allsommerlich die Kinder aus Göttingen und Umgebung in die Sommerfrische geschickt, zur Sportfreizeit auf die „Stolle“. Zwei Wochen wohnen die 9 bis 13 jährigen in großen Zelten auf einem riesigen Gelände und sind dort von morgens bis abends draußen, vielfältig in Bewegung und meistens ziemlich glücklich. Zur Halbzeit kommen Eltern, Geschwister und Großeltern zu Besuch, zum Wäschewechsel und um zu gucken, was der Nachwuchs treibt, wie’s ihm geht und ob das Essen denn auch schmeckt.
Dieses Event ist immer sehr generalstabsmäßig vorbereitet, die Kinder zeigen in großangelegten Vorführungen ihr sportliches und choreographisches Können, die Besucher essen Stullen, Bratwürstchen und Kartoffelsalat und fahren nach ein paar Stunden wieder nach Hause.





Dieses Jahr gibt es inmitten des Dauerregens sogar ein halbwegs trockenes Viertelstündchen, genug für eine ergreifende Chor-Aufführung und den Eindruck, dass die Stollianer bestens durch den Regen kommen, besser sicher als so mancher Stadtbewohner, der daheim die Krise kriegt.
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Gewitternacht

Um halb zwölf ist es immer noch so warm, dass ich trotz weit offener Fenster ohne Decke auf dem Bett liegen kann. Draußen ringsum Wetterleuchten und leises fernes Grummeln. Eine wunderbare Stimmung. Ich liebe Gewitter.
Als nicht im Urlaub befindlicher Arbeitnehmer muss ich natürlich versuchen zu schlafen – und meine Versuche Blitze zu photographieren beizeiten aufgeben. Auch weil das mit der Canon G6 einfach nicht geht. Die 15sec maximale Belichtungszeit reichen nicht. Jedesmal wenn der Verschluss wieder zugeht, kommen die Blitze, auf die ich in den 15sec vorher gehofft habe. Und nach solchen Aufnahmen braucht die Kamera immer noch mal fast genau so lange, um das neue Bild zu berechnen und zu speichern. Und wenn man dann wieder drauf drückt, dann sind das wieder genau die 15sec, wo die Blitze entweder gar nicht oder in einem anderen Himmelsabschnitt niedergehen.

Zwei Stunden später, ich hatte leicht geschlafen, ist das nächste Gewitter richtig da. Ich mache noch mal ein paar Knipsversuche, vor allem um wach zu bleiben. Unglaubliche Atmosphäre. In der Ferne eine Stelle am Horizont, die rot leuchtet. Fast wie ein Nordlicht, was aber natürlich nicht sein kann, weil ja alles tief voller Wolken hängt.

Hier eins der vielen wunderbaren Bilder von Toby.

Dann eine fast plastisch sichtbare schmale Wolkenfront, die mit einer plötzlichen und intensiven Bö über mich hinwegrauscht. Eindrucksvoll und unheimlich. Im Haus heult es und ich muss den Fensterflügel festhalten, damit er nicht vom Sog des Windes zuknallt. Eine seltsam lange Weile fast gar keine Blitze, bis sie dann auf einmal ganz nah – und laut! – wieder kommen und es schnell und sehr heftig zu regnen beginnt. Ich schließe die Fenster, lege mich aufs Bett und lausche dem Trommeln der Tropfen auf dem Dach. Das ist so laut, dass man den Donner kaum noch hören kann.

Und so geht es weiter. Gewitter Nummer drei kommt irgendwann, als es schon hell wird, wieder mit einem kurzen aber äußerst intensiven Regenschauer.

Das Weckergepiepe morgens ist entsprechend schmerzhaft, von ausgeruht kann keine Rede sein, abgekühlt ist es draußen auch nicht nennenswert: der Eindruck von tropischem Klima deutlich. Nach diesem Erlebnis und mit dem Gefühl des Übernächtigtseins aber ein irgendwie tief sitzendes saugutes Gefühl. So darf es gern öfter sein.
(Ach ja, und dann brauch ich ne schussbereite und blitzaufnahmefähige Kamera. Unbedinckt!)

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Fehlstart

Heute Morgen.
Dreimal aufgestanden nachts. Zweimal wg Kind3, das Angst hatte. Weltangst? Und einmal wg plötes Telefon, das im Zimmer anfing zu piepen weil Akku alle.
Heute Morgen frisches Hemd angezogen, damit gefrühstückt, danach überlegt, doch noch mal das von gestern anzuziehen, weil ich die Kleine in den Kindergarten bringen mußte, dabei bei diesem Klima denn doch nicht völlig trocken bleibe und dann doch lieber ein ohnehin schon nicht mehr lupenreines Hemd noch mehr verknittere.
Fahrt überraschend gut. Kind3 hat seit einigen Tagen eine intensive Klammerphase, die es mir unmöglich macht, sie zB ins Bett zu bringen oder morgens aus dem Bett zu holen. Das muss immer Mama machen, sonst veranstaltet sie so ein Geschrei, dass man unwillkürlich selbst die Polizei rufen möchte, um sich verhaften zu lassen, weil man seinem Kind so etwas antut.
Daher eigentlich schlimmste Befürchtungen. Aber sie hat ausgesprochen gute Laune. Es gelingt ihr sogar ganz allein eine Eisenbahn herbeizurufen! Ich bin beeindruckt.
Sehr ruhige und entspannte Atmosphäre im Kindergarten: ein Kind über einem Sessel hängend, zwei Erzieherinnen plaudernd – da setzt sich Kind3 mit an den Tisch, als sei gar nix.
Ich bin so platt, dass ich ihr nur vorsichtig tschüss sage und sofort wieder los – weiterfahren will zur Arbeit.
Aber.
Da entdecke ich doch eine fette Reihe Matschspritzer auf meinem Hemd. Fein säuberlich von oben nach unten verteilt. Igitt. Kleine zwar aber so dunkel, dass – ich also wieder nach Hause fahre statt direkt ins Bureau.
Geile Feile. Kleines Radrennen mit mir selbst. 12 km incl. Kind abliefern in 39 Minuten. Pas mal, hein?
Zuhause also Schweiß abtupfen, fliegender Hemdwechsel und wieder los, directement au bureau.
Vielleicht nicht wirklich ein Fehlstart, aber doch ein seltsamer Tagesbeginn.

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