Ubuntu (1)

Just for fun lege ich die Ubuntu-Live-DVD ein. Ich will mir das einfach mal angucken. Die letzten Erfahrungen mit Linux liegen schon anderthalb Jahre zurück. Die dräuende Markteinführung von V.i.s.t.a bringt eine gewisse Grundmotivation.
Als erstes überrascht mich, wie schnell, schnörkellos und unkompliziert der Compi von DVD startet. Zwei, drei Fragen zur Sprache und Zeitzone sind zu beantworten und ein Kennwort festzulegen, dann steht auch schon ein sehr aufgeräumter Gnome-Desktop zur Verfügung. Das Braun muß man ja nicht unbedingt mögen, aber die knappe und im Vergleich zu den blödsinnig großen KDE-Symbolen sehr ruhig wirkende Ubuntu-Startleiste gefällt. Sofort.
Programme finden sich da, wo man sie sucht. Einstellmöglichkeiten genauso. Und es läßt sich verblüffend intuitiv bedienen. Rechte Mausklicks tun so ziemlich genau das, was man als Windows-User erwartet. Firefox und das Mailprogramm Evolution sind fertig nutzbar installiert und direkt sichtbar. Ein Klick und man ist drin im Internet. Ein paar Angaben zum Mailserver und Account und Evolution hat Kontakt zur IMAP-Mailbox.
Das Look&Feel ist spontan einfach charmant. So sehr, daß ich spontan beschließe, das auf dem XP-PC zu installieren, direkt. Da ist so eine Install-Schaltfläche, da klicke ich drauf, lande bald darauf im Partitionierungsprogramm, das mir von der zweiten Platte meines PC zehn GB abknapst und für Ubuntu reserviert. Alles weitere läuft ohne mein Zutun. Keine lästigen Fragen, ich gehe in die Küche und koche, während mein Sohn an diesem Ubuntu, das sich gerade selbst auf Platte installiert, die Spiele testet.
Es dauert keine halbe Stunde, dann ist die Installation nach einem Reboot abgeschlossen. Der Bootmanager GRUB läßt die Wahl zwischen Ubuntu und Windows und alles funktioniert.

Im nächsten Schritt richte ich einen weiteren User ein, installiere mir Thunderbird von der DVD und starte den Bildbetrachter gthumb, der entfernt an ACDSee erinnert, aber so einige Features dann leider doch nicht bietet. Das Mausrad rollt leider nicht von Bild zu Bild – sonst wirkt das Programm sehr brauchbar. Es ermöglicht u.a. ein Bild per Rechtsklick in GIMP zu laden.
Und genau da beginnt das eigentliche Dilemma. Wie funktioniert denn nun GIMP? Wo finde ich denn all die gewohnten Funktionen, um meine Photos zu bearbeiten?

Zu testen sind als nächstes Crossover Office und Enigmail.

Außerdem noch gucken:
Ubuntu-Einführung
EasyUbuntu
Kanzelsberger Pixel
HDR-Software

Fortsetzung folgt.

Lautenthals Glück


Der Besuch des Schaubergwerks in Lautenthal bei Wildemann im Harz hat uns schwer beeindruckt. Mehr noch als das unmittelbare Erleben der Technik, von „Fahrkunst“ und den Ausmaßen von Stollen und Sohlen beschäftigt einen das Leben der Menschen, die unter heute eigentlich unvorstellbaren Bedingungen gearbeitet haben: 12 Stunden am Tag plus 3 Stunden „Fahrzeit“ nach unten und wieder nach oben und 6 Tage die Woche. Entsprechend kurz war die Lebenserwartung. Wenn man da überhaupt von so etwas wie „Erwartung“ sprechen kann.
Allein schon, wie man geblendet ist draußen am Tageslicht, wenn man nach nur einer Stunde aus dem Berg zurückkehrt.

Klimakiller-news (1)

Ich bin ein Klimakiller.
Heute Morgen habe ich das warme Wasser beim Waschen und Zähneputzen deutlich länger als nötig laufen lassen = übermäßiger Wasser- und Energieverbrauch.

Ich habe Kaffee getrunken = umweltschädigender Anbau der Kaffeebohnen, hoher Energieaufwand für den Transport um die halbe Welt.

Ich habe Lebensmittel aus Plastikverpackungen konsumiert = sinnlose Rohstoff- und Energieverschwendung sowohl bei der Verpackungsherstellung als auch bei ihrer Entsorgung.

Ich bin 40 Kilometer Auto gefahren, nur um meine Tochter und eine Freundin von einer privaten Feier abzuholen = extreme Energieverschwendung und damit fahrlässiger Umgang mir Umweltressourcen.

Ich habe ein technisches Gerät bei einem Internet-Versandhändler bestellt = direkte Schädigung der lokalen Handelsinfrastruktur, sinnlos lange Transportwege nur für meine Bestellung quer durchs Land, also Energieverschwendung, CO2-Ausstoß, Waldschädigung und Straßenabnutzung.

Und das war nur heute Vormittag.
Es wird sich einiges ändern müssen.
Vor allem ich selber, mich.

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Kind3 und der Kindergarten

Heute ist wieder so ein Morgen, wo sie so groß und selbständig und so lieb ist, daß es mir fast das Herz zerreißt, als sie mich an der Kindergartentür verabschiede und mir nachwinkt, bis ich außer Sichtweite bin.
So ein Moment großer existentieller Bedeutung.

das gemanagte Chaos

Ab Vormittag läßt die Bahn ihre Fernzüge nur noch mit reduzierter Geschwindigkeit fahren, ab frühen Abend zunächst die ICEs gar nicht mehr, später wird überhaupt jeglicher Verkehr eingestellt. Die vielen vielen Reisenden, die auf den Bahnhöfen stehen bleiben, müssen sich Notunterkünfte suchen oder eben die Nacht auf dem Bahnhof verbringen.
Offenbar in Eigenregie, auf jeden Fall in jeweils eigener Verantwortung schicken die Schulen die Kinder am späten Vormittag bereits nach Hause, damit sie dort noch sicher hin gelangen. Die öffentlichen Verkehrsbetriebe jedoch sind davon nicht benachrichtigt worden, so daß vor allem die Überlandbusse über Mittag absolut überfüllt sind. Zusätzliche Busse sind nicht so schnell einsetzbar. Also bleiben viele Kinder und auch Erwachsene an den Haltstellen stehen, müssen entweder eine Stunde auf den nächsten Bus warten oder zusehen, wie sie anders nach Hause kommen. Ob es wohl statistisch erfaßt wird, wieviele Menschen deswegen zu Schaden kommen?
Am Tag danach fällt die Schule aus. Im Radio wird dies zehn Minuten vor Schulbeginn durchgegeben. Unsere Kinder sind natürlich hingefahren, mit dem Fahrrad glücklicherweise, und kommen nach zehn Minuten freudestrahlend zurück. Was machen Kinder berufstätiger Eltern, die möglicherweise zuhause vor verschlossene Türen kommen, weil die Eltern mittlerweile arbeiten gegangen sind? Was machen Kinder, die vom Dorf in die Stadt gefahren sind und deren nächster Bus erst zwei Stunden später zurück fährt und dann womöglich wieder völlig überfüllt ist? Denkt da eigentlich jemand drüber nach, bevor der Unterricht einfach ausfallen gelassen wird?
Für den Abbau der Lehrerüberstunden sind diese zwei Tage sicher prima. Aber für die Kinder? Und für die Eltern?

Vielleicht ein Thema für den heutigen Brennpunkt? Stellen wir einen rotnasigen Journalisten vor eine leere Schule, lassen wir sein Fellmikrofon ordentlich wehen und ihn ein wenig schwanken im unsichtbaren Ansturm der tosenden Elemente und davon berichten, daß die eigentliche Sturmflut erst noch erwartet wird, wenn all den heimgeschickten Schülern bekannt gegeben wird, daß der ausgefallenene Unterricht durch verschärfte Hausaufgaben ausgeglichen werden muß. Und daß die Lehrer zwar jetzt ihre Überstunden ein wenig abbauen konnten, daß sie dafür aber auch wieder ein paar Stellen gestrichen bekommen.

Wir schalten um nach München.

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Cyrill is approaching…: noch ist es ruhig

Die Ruhe vor dem Sturm. So kommt es einem draußen vor. Schon wieder so seltsam warm, wolkig aber auch mit Sonne. Und im Hinterkopf die Sturmwarnung für morgen. Vermutlich werden wieder Teile der Nordsee-Inseln (Sylt und Amrum sowieso, aber womöglich auch Langeoog & Co) abbröckeln und weggespült werden. Aber auch im Südniedersächsischen soll es böse zur Sache gehen.

Im Moment verlautet es:

Von Donnerstag Mittag bis Freitag Morgen besteht die Gefahr von
Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten über 120 km/h (Stärke 12
Bft) aus Südwest, später West bis Nordwest.

„Dies ist ein erster Hinweis auf erwartete Unwetter. Er soll die
rechtzeitige Vorbereitung von Schutzmassnahmen ermöglichen. Die
Prognose wird im Laufe der Nacht konkretisiert. Bitte verfolgen
Sie die Wettervorhersagen mit besonderer Aufmerksamkeit.“

Und schon morgen könnte es heißen:

Hinweis auf mögliche Gefahren:
– verbreitet schwere Schäden an Gebäuden
– entwurzelte Bäume sowie herabstürzende Dachziegel, Äste oder
Gegenstände
Alle Fenster und Türen schliessen!
Gegenstände im Freien sichern!
Abstand halten von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und
Hochspannungsleitungen!

Mich macht das unruhig.

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Frühling?

Heute Morgen um halb acht mit der Kaffeetasse und dem Marmeladenbrot in der Hand vorm Haus gestanden und dem Gesang der Amsel in Nachbars Garten zugehört. Nein, war nicht die erste. Die singen ja schon seit Wochen. Aber so allmählich nähern wir uns dem Zeitpunkt, wo das auch normal wäre. Nach alter Zeitrechnung (vor der Klimakatastrophe) wurde die Vogeluhr ab Mitte Januar umgestellt. Da begannen dann so gaaanz allmählich die ersten mit dem Soundcheck. Erste Amseln waren selten vor Anfang Februar zu hören und auch nur, wenn es nicht zu kalt war.
Aber heute Morgen waren es 8° und für heute über Tag sind 12° angekündigt.
Meine eigene biologische Uhr kommt mit diesen Neuerungen nicht wirklich zurecht. Einerseits bräuchte mein Gefühl mal eine ordentliche Frostphase, andererseits bibbere ich schon bei +3° so, daß ich mich frage, was ich bei richtiger Kälte noch alles anziehen sollte.
Und für die ersten Frühlingsahnungen, die früher mit den Vogelgesängen ausgelöst wurden, fehlt völlig das Wintergefühl, das bislang einfach nur ausgefallen ist.
Nein, also wenn Sie mich fragen, bin ich gegen diese Neuerung. Ich beantrage hiermit die sofortige (naja oder spätestens aber nächste Woche) Wiedereinführung des ordnungsgemäßen Winters. Bitte liefern Sie umgehend Frosttage, Rauhreif und dann eine nette geschlossene Schneedecke für, sagen wir, zwei Wochen. Danach bitte dann schnelles Tauwetter und dann gern Frühling.
Oder so.

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Die Stille an Heilig Morgen


Schon vor halb sieben bin ich wach und sofort munter. Gern und wie aus heiterem Himmel erwartungsfroh stehe ich auf, mache mich startklar und laufe los. Es ist kühl wie lange nicht, gerade mal noch 0°, das Licht der Straßenlampen bildet feine Höfe in allerfeinstem Frühnebel. Die Autos schlafen noch fast alle. Auf den sonst befahrensten und gefährlichsten Kreuzungen leuchten nur die Ampeln und zu hören sind nur die Rotkehlchen heute. Nichts sonst. Die Gedanken wehen herein, fließen hindurch und sickern hinter meinen Sohlen in die Ritzen zwischen den Fußwegplatten. Es ist gut. Vom Wall aus hat der Himmel eine seltene rötliche, fast lilane Tönung. Ein Jogger mit dicker Mütze begegnet mir, erwidert meinen Gruß nicht.
Diese Läufe an den Ausnahmeterminen sind mit Abstand die schönsten. So beginnt Whynachten mit Besinnung, mit Hineinhorchen und mit einem richtig guten Gefühl.

Das Bild zum Tage habe ich gestern Abend beim Archiv-Durchforsten entdeckt. Man sieht dort die Göttinger Wäscherei Schneeweiß, von der mittlerweile nur noch das Skelett des Turms steht. Der Schornstein ist schon vor einigen Jahren abgerissen worden und die anderen Gebäude sind seit Herbst 2005 unendlich allmählich Stein für Stein abgetragen worden. Wenn dieser endlos wirkende Sterbeprozeß abgeschlossen ist, sollen auf dem Gelände neue Wohngebäude entstehen, die zumindest von ihrer Lage her einmalig schön sein könnten.
Die Entdeckung dieses Bildes und einiger anderer (eine Serie zum Thema) hat mich sehr gefreut. Es geht so eine seltsame Hoffnung davon aus, so eine paradoxe. So nach dem Motto: das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen.
Nicht allein, indem ich es in Bildern konserviere, sondern indem ich darüber nachdenke und darüber schreibe, weist es auch in die Zukunft.

Frohes Fest!

der dunkelste Tag

Morgens erlischt die Straßenbeleuchtung erst um viertel nach acht. Wirklich hell wird es überhaupt nicht. Um Mittag rum fahren noch immer – oder schon wieder? – die meisten Autos mit Licht. Das Zwielichtige schlägt ebenso auf die Seele. Man fühlt sich bedrückt.
Gestern Nachmittag, als ich der dritten Whynachzfeier dieser Woche beiwohnte, begann es mit einer umfassenden ultrafeinen Volldurchnässung von allem. Es regnete nicht. Es nieselte nicht. Nebel war es auch nicht. Es war, als würde man überhaupt unter Wasser fahren. Fahrrad wohlgemerkt.
Heute ist die Talsohle erreicht, von nun an wird es sehr sehr allmählich wieder heller werden. Auch kälter, hoffentlich. Zumindest ist es einfach mal langsam dringend nötig, daß hier so etwas wie Winter einkehrt, daß es mal Frost gibt. Sonst können wir uns bald vor lästigen Viechern wie Mücken und Zecken nicht mehr retten.
Heute Morgen haben nicht nur Rotkehlchen, Zaunkönig und Amsel gesungen, sondern auch die Spatzen waren eifrig am Schwatzen und Kohlmeisen übten sich im Frühjahrsläuten. Das Göttinger Tageblatt behauptet, noch würden Flora und Fauna nicht unter dem wärmsten Herbst seit Beginn der Wetteraufzeichnung leiden. Woher die das immer wissen!
Das Vorwhynachz-Feeling war selten so wenig ausgeprägt wie diesmal, passend dazu jagt eine Whynachzfeier die nächste (siehe oben).
Die Abende verbringt man mit dem Vorbereiten der Geschenke, dem endlosen Einpacken, und findet nicht ins Bett. Obwohl die Müdigkeit schon nachgerade schmerzt. Und am Sonntag, dem highligen Abende, werde die lieben Kleinen die Geschenke in Nullkommanix aus der Verpackung gerissen und mit einem Oh oder bestenfalls einem Ach quittiert und beiseite gelegt haben. Alle Jahre wieder. Olé olé oje.
Der eigene Versuch, irgendwie geartete alternative Whynachzformen auszuprobieren, ist einmal mehr irgendwo auf der Strecke geblieben (u.a. wegen Zeitmangel z.B. wg. Geschenkekaufen), so bleibt alles, wie es immer war. Und nächsten Mittwoch wird man dann wahrscheinlich froh sein wieder arbeiten gehen zu können und die aufgrund von Lagerkoller eher stickige Besinnlichkeit hinter sich lassen zu dürfen.

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Whynachzfeier der Musikklassen


Eine der vielen Whynachzfeiern also. Neben denen von den Sportvereinen, dem Kindergarten, dem Zirkus, jeder einzelnen Schulklasse und der Abteilung in der Firma. Hier aber eine ganz besondere.
Hier eine große, bald zwei Stunden dauernde Aufführung aller Musikklassen der IGS Göttingen: drei große Bläsergruppen, zwei Chöre, eine Bluesband und zwei Gitarrenduos, davon eins sogar mit Gesang – etwa 130 musizierende und singende Kinder zwischen 10 und 14 Jahren. Beeindruckend organisiert und sehr nett moderiert und vorgetragen. Begeisterung und Spaß der Kinder am musikalischen Spiel reißen die zuschauenden Eltern, Geschwister, Omas und Opas voll mit.
Etwas mehr Rücksicht und Disziplin der knipswütigen Eltern wäre irgendwie nett. Es reicht, daß der Schulphotograph ständig überall vor den Interpreten steht, so daß er sie zwar prima knipsen, niemand anders aber sie mehr sehen kann. Und wenn ein Chor singt, muß man nicht unbedingt so laut mitklatschen, daß die Stimmen nicht mehr zu hören sind. Das ist dann schade. Schließlich ist man ja nicht beim Blauen Bock.

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