Gewitternacht

Um halb zwölf ist es immer noch so warm, dass ich trotz weit offener Fenster ohne Decke auf dem Bett liegen kann. Draußen ringsum Wetterleuchten und leises fernes Grummeln. Eine wunderbare Stimmung. Ich liebe Gewitter.
Als nicht im Urlaub befindlicher Arbeitnehmer muss ich natürlich versuchen zu schlafen – und meine Versuche Blitze zu photographieren beizeiten aufgeben. Auch weil das mit der Canon G6 einfach nicht geht. Die 15sec maximale Belichtungszeit reichen nicht. Jedesmal wenn der Verschluss wieder zugeht, kommen die Blitze, auf die ich in den 15sec vorher gehofft habe. Und nach solchen Aufnahmen braucht die Kamera immer noch mal fast genau so lange, um das neue Bild zu berechnen und zu speichern. Und wenn man dann wieder drauf drückt, dann sind das wieder genau die 15sec, wo die Blitze entweder gar nicht oder in einem anderen Himmelsabschnitt niedergehen.

Zwei Stunden später, ich hatte leicht geschlafen, ist das nächste Gewitter richtig da. Ich mache noch mal ein paar Knipsversuche, vor allem um wach zu bleiben. Unglaubliche Atmosphäre. In der Ferne eine Stelle am Horizont, die rot leuchtet. Fast wie ein Nordlicht, was aber natürlich nicht sein kann, weil ja alles tief voller Wolken hängt.

Hier eins der vielen wunderbaren Bilder von Toby.

Dann eine fast plastisch sichtbare schmale Wolkenfront, die mit einer plötzlichen und intensiven Bö über mich hinwegrauscht. Eindrucksvoll und unheimlich. Im Haus heult es und ich muss den Fensterflügel festhalten, damit er nicht vom Sog des Windes zuknallt. Eine seltsam lange Weile fast gar keine Blitze, bis sie dann auf einmal ganz nah – und laut! – wieder kommen und es schnell und sehr heftig zu regnen beginnt. Ich schließe die Fenster, lege mich aufs Bett und lausche dem Trommeln der Tropfen auf dem Dach. Das ist so laut, dass man den Donner kaum noch hören kann.

Und so geht es weiter. Gewitter Nummer drei kommt irgendwann, als es schon hell wird, wieder mit einem kurzen aber äußerst intensiven Regenschauer.

Das Weckergepiepe morgens ist entsprechend schmerzhaft, von ausgeruht kann keine Rede sein, abgekühlt ist es draußen auch nicht nennenswert: der Eindruck von tropischem Klima deutlich. Nach diesem Erlebnis und mit dem Gefühl des Übernächtigtseins aber ein irgendwie tief sitzendes saugutes Gefühl. So darf es gern öfter sein.
(Ach ja, und dann brauch ich ne schussbereite und blitzaufnahmefähige Kamera. Unbedinckt!)

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. hildi

    Lag da nicht noch eine analoge im Keller? Die hat doch auch sowas, wie einen Bulb-Mode, oder?

    Ich bin nur von einem sehr lauten Rauschen wach geworden. Irgendwie möchte es hier in Berlin wohl nicht mehr einfach regnen. Entweder es ist schweineheiß oder die Straßen werden weggespühlt.

    Ich habe mich gegen das Fahrrad entschieden und es, wie gedacht danach bereut. Eine Stunde später hatte es sich schon weitgehend aufgeklärt. Aber die Wahl hatte ich einfach nicht. Schade…

  2. XenonB

    Und ich habe mal wieder nichts davon mitbekommen! Die Gewitter toben, die Blitze zucken, der Donner grollt und kracht, aber ich schlafe seelenruhig!

  3. tobyyy

    Ja, es war wirklich die Abfahrt! Und ich konnte – dank Ferien – durchmachen ;-)
    Nachher gibts bei mir mehr Bilder…

  4. nickelartist

    Schöner Bericht!

    Hier in Berlin war Gewittermäßig letzte Nacht noch nicht so viel los. Hat zwar irgendwann nachts (oder war es in den frühen Morgenstunden?) ein paar mal Geblitzt (und jeweils ca. 15 Sekunden später gedonnert), aber das war es auch schon. Heute Morgen war es dann noch etwas diesig / nebelig und es hatte geregnet – die Straßen waren nass.
    Naja, die “richtigen” Gewitter sind ja laut Vorhersage erst noch unterwegs zu uns nach Berlin…

    @ Toby: Hui, da bin ich ja schon gespannt auf Deine weiteren Bilder von der durchgezechten Gewitter-Nacht! ;-)

  5. hildi

    Da hab ich ja was, auf das ich mich freuen kann. Gewitterbilder von tobyyy. Das gesponsorte Bild als Vorgeschmack war auf jeden Fall schon mal der Hammer!

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