Neubau im Kiesseekarree


Hier wird sofort deutlich, warum dieser in den letzten Jahren frisch aus dem Boden gestampfte Stadtteil so wahnsinnig beliebt ist.
Ergänzend ist vielleicht zu erwähnen, daß alle Häuser ringsum wenigstens zu einem großen Teil Fassaden aus roten Backsteinen haben müssen und scheinbar auch sonst gewisse ästhetische Mindestvoraussetzungen erfüllen.
Aber es braucht wohl Ausnahmen, um die Regel zu bestätigen.

Baustelle am Brauweg


Gruselig wirkt, was dort entsteht: zeitgenössich klotzig, lieblos und zweckmäßig. Darüber hinaus wird so dicht an den Grundstücksrand gebaut, daß es nicht nur für die Bäume tödlich enden dürfte, sondern sich auch sonst der direkten Umgebung unangenehm aufdrängen wird.

Die Bäume an der ehemaligen Brauerei

So richtig gut sieht es nicht aus. Sie wurden zwar nicht gefällt, aber der neue Bau rückt ihnen offenbar so dicht auf die Rinde, daß ihnen wenigstens das Wasser abgegraben wird. Wenn nicht sogar die Wurzeln direkt beschädigt werden. Die Bürgerinitiative hat wieder ein Transparent gehängt, auf dem von Betrug die Rede ist.
So läuft das: Ruhigstellen der erhitzten Gemüter durch Zugeständnisse, die man dann an anderer Stelle unterhöhlt, um letztlich zum von vornherein feststehenden Ergebnis zu kommen.
Ein Scheiß-Spiel.

Göttingen wird Fahrradstadt

Der Anteil des Fahrradverkehrs am Gesamtverkehr soll von heute 25% auf 35% verstärkt werden. Dazu soll u.a. geprüft werden, ob weitere Einbahnstraßen zur gegenläufigen Nutzung für Radler freigegeben werden können. Und: noch dieses Jahr soll der Straßenzug Elbinger Straße – Sternstraße als Teil der Achse Geismar-Innenstadt zu einer Radfahrerstraße umgewidmet werden. (Mehr Infos bei goest)
Ich finde das großartig.
Danke, Göttingen!

Die Lage am Brauweg


Das Gebäude der ehemaligen Göttinger Brauerei ist mittlerweile weitgehend zu Schutt zerhauen und in große Haufen sortiert, soweit noch nicht abtransportiert. Die Bäume entlang des Grundstücks, die Allee zur Leine hin – sie stehen noch. Wie lange noch, ob sie bleiben dürfen, was aus der sogenannten Brauherren-Villa wird, deren Schicksal ebenfalls zur Disposition steht, ist zur Zeit unklar.
Klar ist, daß die BürgerInnen-Initiative sich erfolgreich in die undurchsichtigen Machenschaften der Göttinger Stadtverwaltung einmischt, daß sie Gespräche mit Bauherrn und Baufirma führt und daß man sich offenbar auf einander zu bewegen kann.

Es scheint sich hier ein weiteres typisches Kapitel Göttinger Stadtplanung abzuspielen, das vor allem durch mangelnde Information von Seiten der Stadt geprägt ist. Da will sich offensichtlich weder jemand in die Karten gucken noch gar zur öffentlichen Diskussion bewegen lassen. Wie das bei der versuchten Planierung des Nikolai-Viertels und dem weithin vollendeten Coup auf dem Lünemann-/Kaufland-Gelände auch schon geschehen ist.
Mehr Infos im Göttinger Stadtmagazin und bei den Monsters of Gö.

Klosterhof / Groner Tor


Das Tageblatt bringt schon eine Vorahnung eines Lageplans der neuen Wohnanlage am Groner Tor, da wird es Zeit, endlich mal wieder Baustellenbilder zu bringen. Wo früher einmal das Fachwerkhaus der Firma Möbel Lützkendorf stand, da entsteht nun ein neuer Wohnkomplex, der sich harmonisch in die Umgebung am Groner Tor einfügen soll. Was auch nicht weiter schwierig ist, weil dort sonst nicht viel Harmonie ist. Gegenüber steht ein Betonklotz, ein paar Meter weiter die Groner Landstraße hinunter stehen hinter dem Gelände von Reifen Apenberg die Hochhäuser 9a/b, direkt an der Eisenbahnbrücke. Und so weiter.
Hier ist noch nie auf Harmonie geachtet worden, meint man. Und die extrem einseitige Auslegung auf zügige Durch- und Ableitung des Autoverkehrs ist an wenigen Plätzen Göttingens deutlicher als an diesem.

Und trotzdem hat dieses Areal einen gewissen rauhen Charme. Zumindest bei Sonnenuntergang oder im Dunkeln.

Göttinger Filet bleibt Parkplatz

Da die Parteien sich offenbar vor allem gegeneinander profilieren zu müssen meinen, statt der Stadt mal was Gutes zu tun, wird das Filetgrundstück in Göttingens Mitte (das grapf.log berichtete gelegentlich) auch weiterhin ein schlichter, schnöder Parkplatz bleiben.
Das beruhigt das konservative Gemüt: bloß keine Veränderungen! Gut, wenn wenigstens hier alles bleibt, wie es ist.

Resteverwertung

Brauerei
Die Reste des Brauhauses, nach Material getrennt.

Das Bild übrigens mit Geschmacksverstärker.
Vielleicht bräuchte es das gar nicht. Vielleicht reichte das Motiv an sich ja schon völlig aus. Und dem Dokumentationsgedanken läuft es gewiß zuwider, diese intensive Bearbeitung.
Aber 1. macht es Spaß, Stimmungen so heftig und insbesondere so ins düstere zu verstärken.
Und 2. kann die Dokumentation dieser Abrißtätigkeit für mich nur eine sehr subjektive und damit suggestive sein.

Letzte Tage eines Brauhauses (6)


Scheibchenweise. Jeden Tag wird es ein Stück weniger.

Die Bäume stehen noch. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Bürgerinitiative im Brauweg, deren Mitglieder mittlerweile tatkräftig und am lebenden Objekt geübt haben, sich an die Bäume fesseln und ketten zu lassen, für den Fall, daß die Männer mit den Sägen kommen.
Diese Menschen meinen ihr Anliegen sehr ernst und sie nehmen viel dafür in Kauf. Ich kann das nur aus tiefstem Herzen bewundern und unterstützen!