Dienst-Übergabe

In jedem Beruf, wo verantwortlich mit Menschen gearbeitet wird, gibt es vom Nachtdienst zum Frühdienst eine Übergabe. Oder vom Frühdienst zum Spätdienst. Man übergibt Ereignisse der vergangenen Schicht, damit die nächste weiß, was schon erledigt ist, worauf sie achten muß usw.
In der Familie muß es gar zu oft einfach so gehen: improvisiert, spontan, unorganisiert, chaotisch. Weil keine Zeit für eine Übergabe vorhanden ist, der Nachtdienst später nach Hause kommt als der Frühdienst geht. Im Vakuum zwischendrin müssen die Kinder versorgt werden.
Kein Wunder eigentlich, wenn sie dabei zu zicken beginnen. Sich sperren, verzögern, verweigern, nach dem jeweils abwesenden Elternteil verlangen oder alles vergessen, was sie sonst immer wissen.
Und der Papa? Der ist der blödeste überhaupt: macht die falsche Herdplatte an, um die Milch anzuwärmen. Was passiert: die schöne große Käsedose verschmurgelt. Natürlich hat die nichts auf dem Herd zu suchen. Eigentlich. Passiert trotzdem.
Und eigentlich hatte die Mama dem Papa aufgetragen, den großen Kindern zu sagen, daß sie mittags von der Schule gleich zur Kinderfrau gehen sollen, zum Mittagessen. Und was vergißt der Papa? Genau das. Als er Nummer Drei im Kindergarten abliefert, heulend, klammernd, durchgefroren, weil sie unbedingt keine warme Jacke auf dem Fahrrad anziehen wollte, da fällt es ihm wieder ein.
Und so wird die Übergabe per Handy abgewickelt. Übergabe der diversen Hiobsbotschaften halt. Alltag. Nix besonderes.

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar