Nicht noch mehr Stadtvillen!


In die beschauliche Sternstraße, in der in diesen Tagen gerade das traditionsreiche Stern-Kino abgerissen wird, sollen nach dem Willen des privaten Investors Wolfgang Wucherpfennig zwei Stadtvillen mit bis zu 14 Eigentumswohnungen sowie eine Tiefgarage gebaut werden.
Das Erscheinungsbild dieser Villen ist ähnlich zu erwarten wie das folgend abgebildete in der Oesterleytraße.

Es verwundert eher wenig, daß die umliegenden Anwohner für diese Pläne wenig Begeisterung oder auch nur Verständnis aufbringen. Sie versuchen stattdessen nun mittels einer Unterschriftenaktion, sich noch einmal im Städtischen Bauausschuß Gehör zu verschaffen und die Änderung des Bebauungsplans zu verhindern. Denn sie haben die begründete Befürchtung, daß allein durch das Ausmaß der beiden neuen Gebäude dem ganzen Viertel die Luft zum Atmen genommen wird. Ästhetische Aspekte einmal ganz außen vor gelassen.

Wer sich mit seiner Unterschrift dem Protest gegen das Bauvorhaben anschließen möchte, der wende sich an H.C. Adam im Feuerschanzengraben (Tel. 0551/7702915).

Neues vom Windausweg


Ein knapper, beinahe repräsentativer Blick auf Göttingens derzeit renommiertestes Neubaugebiet.
Man kann inzwischen drin rum wandern und staunen, wieviel Scheußlichkeit auf wie engem Raum komprimiert werden kann.
Bleibt nur zu hoffen, daß am Ende eine hohe Mauer oder noch besser eine hohe Hecke um das Machwerk gezogen wird, damit man es von außen nicht so sieht.
Wohlgemerkt: dies sind nicht die 70er!

Ein Stern geht unter


Das Stern-Kino in der Stern-Straße, seit Monaten schon geschlossen, steht offenbar kurz vor dem Abriß. Seit gestern ist das Gebäude umzäunt. Einzelne Bodenplatten vor dem Haupteingang sind bereits entfernt worden.

Wie man hört, soll anstelle des Kinogebäudes dort ein massives Wohn- und Bürogebäude errichtet werden, ähnlich dem in der Oesterleystraße. Möglicherweise wird es auch ganz genauso aussehen. Wie man ja allerorten feststellen kann, legt zeitgenössiche Architektur keinen Wert auf Ästhetik oder Verträglichkeit mit der Umgebung.
(Vergleiche die sogenannten „Stadtvillen“ im Ostviertel und besonders das „Projekt Windausweg“ oder das Geländ der ehemaligen Wäscherei Steritex!)

Hält hier ein neuer Brutalismus Einzug, nur im – aktuellen Budgets entsprechenden – Micro-Format?

Das Filet wird verfüttert


Ein sogenanntes „Filet-Grundstück“ mitten in Göttingens Innenstadt, auf dem bis Ende der 90er das Göttinger Stadtbad stand und reger Nutzung nicht entbehrte. Zugunsten eines Spaßbades außerhalb der Stadt wurde es abgerissen, weil die notwendige Sanierung angeblich zu teuer gewesen wäre.
Seltsamerweise fand sich in den folgenden 10 Jahren niemand, der mit dem großen Grundstück in Traumlage etwas anfangen wollte. 2003 kam dann der damalige Oberbürgermeister Jürgen D. auf den genialen Gedanken, den von furchtbarer Parkplatznot gebeutelten Göttinger Autofahrern dieses Grundstück zwar nicht auf dem Silbertablett aber wenigs auf dem Schotterbett als Parkplatz zu servieren. Provisorisch natürlich nur und jederzeit auf Abruf, falls doch noch ein Investor mit Appetit auf Filet aufschlagen sollte…
Bekanntlich halten Provisorien ja am längsten. Dieses hier nun bald 8 Jahre. Aber nun ist auch Schluß. Im Frühjahr wird dichtgemacht und dann kommen die Filet-Verwerter und bauen 1 Wohn- und 1 Geschäftshaus. Immerhin kein fettes Shopping-Center! Um das ganze mal von der positiven Seite zu sehen.

Leinehochwasser anno 2000


Das Hochwasser an sich sah vor elf Jahren nicht wesentlich anders aus als heute. Der Hintergrund hingegen hat sich völlig verändert. Die Bäume, die hier noch so schön das Ufer säumen, wurden 2004 fast alle gefällt. Seit 2007 wird der Bereich zwischen Leine und Eisenbahnstraße mit gesichtslosen und überhaupt ästhetisch außerhalb jeglicher Diskussion angesiedelten „Stadthäusern“ zugebaut.

Von der Wäscherei Schneeweiß, später Steritex, ist heute nur noch der Turm übrig. Er wurde vollständig entkernt und zu einem Wohnturm umgebaut.