Winterplanet 3

Heute Morgen im Leinetal zwischen Leineberg und der Schneeweiß-Ruine. Feister Klutsch wie überall in der Stadt. Dazu Nebel und eisiger Nieselregen. Das Radfahren einfach nur ätzend und ekelhaft.

Heute Morgen im Leinetal zwischen Leineberg und der Schneeweiß-Ruine. Feister Klutsch wie überall in der Stadt. Dazu Nebel und eisiger Nieselregen. Das Radfahren einfach nur ätzend und ekelhaft.
Zufällig drauf gestoßen. Lohnt sich drin zu stöbern:
http://www.tamba2.org.uk/
http://www.skippy.net/

Es sind bei weitem keine bayerischen Verhältnisse in Gö. Dafür ist es wahrscheinlich einfach etwas zu warm. Aber nachdem den Vormittag über die Sonne wunderbar geschienen und eine wehe Ahnung von Frühling vermittelt hat, ist es nun seit bald acht Stunden mehr oder weniger ununterbrochen am Schneien. In dicken, nassen Flocken.
Vom Dach des Kaninchenstalls wurde schon zweimal der Schnee runtergeschaufelt, damit es nicht zusammenbricht unter der Last.




Ein paar Mal schneit es heute so dicht, daß die Stadt vor meinen Augen verschwindet: keine Kirchtürme mehr zu sehen, selbst die Dächer in der näheren Umgebung sind kaum noch zu erkennen.
Zwischen Reinhausen und Niedernjesa und Stockhausen liegt der Wendebachstausee. Er wurde vor etwa 25 Jahren zum Hochwasserschutz angelegt. Tatsächlich genutzt wird er seit vielen Jahren als Naherholungsgebiet und als Badesee. Auch eine große Schar Wildgänse nistet an seinem Ufer. Eine Idylle, wie es sie selten nur noch gibt.

Um die Zukunft dieses wunderbaren Fleckchens Erde und Wasser ist nun ein Streit um seine Finanzierung entbrannt. Die Landesregierung möchte ihn nicht mehr bezahlen, die anliegenden Gemeinden aber auch nicht. Problematisch scheint dabei vor allem zu sein, daß die Eignung des Stausees als Hochwasserschutz höchst zweifelhaft ist. Einige wenige Stau-Tests, die in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden, waren offenbar eher erfolglos. Im Falle eines Hochwassers bestünde demnach die Gefahr, daß die unterhalb des Sees liegenden Orte überflutet würden.
Keine Seite scheint mit offenen Karten zu spielen, aber jeder hat wenigstens 1 Schwarzen Peter in der Hand, den er möglichst billig loszuwerden trachtet.
Ich möchte hier mal laut und deutlich betonen, daß das Biotop Wendebachstausee mitsamt dem paradiesischen Radweg nach Reinhausen und der großen Grillwiese und dem Eichenwald und der Insel und überhaupt alles das – unter welchen Besitzverhältnissen auch immer – unbedingt erhalten bleiben muß.
Der Wall ist eine aus dem Mittelalter übrig gebliebene Befestigungsanlage, die noch fast vollständig die Göttinger Altstadt umschließt, als grüne Zone, so deutlich erhöht, daß man von vielen Stellen aus schöne Blicke in Gärten und Hinterhöfe hat. Eine Oase inmitten der Stadt, die zu Spaziergängen, zum Joggen, zum Genießen einlädt, vor allem weil man dort das Gefühl hat, nicht mehr mitten in der Stadt zu sein.
Und jetzt kommen (im Profilierungswahn?!) die Stadtoberen auf die Idee, an einigen markanten Stellen historische Sichtachsen freiroden zu sollen. Anders ausgedrückt: Bäume, Sträucher und Buschwerk abzuholzen, um den Blick auf die öde Steinwüste vor dem Bahnhof freizulegen, zum Beispiel.
Man fragt sich unwillkürlich, warum ausgerechnet für so einen Unsinn auch nur 1 müder Euro übrig sein kann!
Und wozu? Als 1 weiteres Denkmal, das noch viele Jahre an die ruhmreiche Danielowski-Ära gemahnen wird?
Auf jeden Fall: Erfüllungsgehilfe Norbert Mattern kann es schon kaum noch erwarten endlich wieder Säge anlegen zu dürfen.

Und plötzlich ist so mancher Weg abgeschnitten…
Im April geht es für 1 Woche an den Bosporus. Und ans Marmara-Meer und zum Goldenen Horn. Auf die Galata-Brücke und in die Hagia Sophia und die Blaue Moschee und in den Bazar und mit der Tünel-Bahn fahren und quirligen Orient einatmen.
Gestern endlich klargemacht.
Ich freue mich so dermaßen.
Heute Morgen um kurz nach sechs am Kasinoweg, da wo’s zum Fußgängertunnel hinunter geht, saß eine Amsel auf einem Zweig und flötete schüchtern die ersten Töne gegen den Autolärm an.
Sie schien noch nicht so genau zu wissen, welche Bewegungen in welcher Reihenfolge nötig sind, um den typischen Amselgesang hervorzuzaubern.
Ich hielt an und guckte hinauf zu ihr. Sie blieb da sitzen auf ihrem Zweig, blickte hinab zu mir und flötete noch zwei, drei vorsichtige Töne, bevor ich weiter lief. Wir verstanden uns.