Der blaue Autobus

drehte heute Abend nach längerer Pause mal wieder eine Runde durch die Stadt. Am meisten freut sich der Papa.

drehte heute Abend nach längerer Pause mal wieder eine Runde durch die Stadt. Am meisten freut sich der Papa.
des Außenministers und andere Erfolge der Achtundsechziger – ein Artikel den Jürgen Elsässer in telepolis über die Spätwirkungen geschrieben hat, läßt mich nicht los.
Thema ist auch die „Vernichtung kollektiver Geborgenheit“, wie sie u.a. Michel Houellebecq in seinen Romanen beschreibt. An seiner „Ausweitung der Kampfzone“ hatte ich einiges zu knabbern.
Im Kino: eigentlich sollte es Raumpatrouille werden. Ein Wiedersehen mit der alten Kultserie. Aber die Anfangszeit stimmte nicht mit der erwarteten überein. Verlegenheitshalber also nach langer Zeit mal wieder Margarete von Trotta. Mittlerweile schon fast ungewohnt, im Kino mit Kultur konfrontiert zu werden. Wie lange liegt die Zeit des deutschen Autorenfilms zurück?!
Mit Fassbinder, Wenders, Kluge, von Trotta und Sanders-Brahms bin ich aufgewachsen. So bedeutungsüberladen und schwer genießbar wurde dieses Genre irgendwann, daß man so richtig aufatmete, als man mit DIVA quasi sinnfreies Ästhetik-Kino genießen konnte ohne sich rechtfertigen zu müssen.
Heute hängt mir das Hollywoodkino von Tom Hanks bis Arnold Schwarzenegger so zum Hals raus, daß ich eigentlich noch nicht mal mehr fernsehen mag. Reduziert auf Effekte, coolste Typen und perfektest gestylte Weibsbilder – nur noch abgef***t. Rosenstraße ist ein Film wie früher. Konventionell erzählt. Starke und lebendige Frauen, eigenartig gebrochen wirkende Männer, die so gar nicht dem stromlinienförmigen Ideal der Gegenwart genügen und eine geschichtliche Situation, die man zur Genüge zu kennen meint: das dritte Reich.
Das Thema: Liebe und ziviler Ungehorsam, Widerstand gegen die übermächtige Staatsgewalt.
Aufwühlend, anrührend, treffend. Schnell ziehen einen Maria Schrader und Katja Riemann in ihren Bann, möchte man nicht nur wissen, wie es weitergeht, sondern ist man mit dabei: ergriffen von einem Geschehen, das einerseits Alltag war und gar zu oft aktuell ist, das sich andererseits so selten ereignet, daß die wenigen erfolgreich Widerständigen meist zu übergroßen Heroen entrückt werden. Rosenstraße erzählt von normalen „arischen“ Frauen, die sich nicht damit abfinden, daß ihre jüdischen Männer verhaftet wurden und auf ihre Deportation warten. Allein ihre hartnäckige Anwesenheit, ihr ruhiger aber beharrlicher Protest, den sie trotz Androhung von Waffengewalt durchhalten, scheint zum Erfolg zu führen. Ihre Männer werden am Ende freigelassen.
Wie das gelingen konnte, bleibt letztlich offen. Was schade ist. Weil die ermutigende Aussage des Films so ein wenig farblos bleibt.
Andererseits wäre es sicher verfehlt, vom Kinoabend Rezepte für ein widerständiges Leben mit nach Hause nehmen zu wollen. Und vielleicht liegt im „einfachen“ Erzählen auch eine viel tiefere Kraft, die viel weiter führt, aber auch viel langsamer und behutsamer.

in klarer, kühler Luft.
Das bläst auch den Kopf frei. 
zwischen Islam und Menschenrechten lese ich heute Morgen echt überrascht in der taz. Ich freue mich sehr für Schirin Ebadi, für den Iran und für das Nobel-Kommitee, das damit ja endlich mal wieder eine ernstzunehmende Entscheidung getroffen hat.
Vielleicht haben sie in Oslo ja doch gerafft, daß sie sich durch die Wahl des Papstes endgültig lächerlich gemacht hätten.
Da haben Sie es nun!
Ihr tage-, wochen- ach was monatelanges Gezeter über den zu langen zu trockenen zu heißen Sommer zeigt Wirkung!
Glückwunsch!
Endlich wieder Regen.
Mistiger nasser windgepeitschter waagerecht alles durchnässender ekelhafter Sch***-Regen. Nciht allein, daß alles naß wird davon. Ich auch. Und kalt ist mir auch. *Bibber*
Ich kann da nur sagen: ich war da immer gegen. Und werde weiter dagegen streiten.
Mitstreiter gesucht!
Die sich von ein paar läppischen über 30° nicht gleich weichkochen lassen, sondern bereit sind, es durchzuziehen und durchzuhalten: Sommer für alle! Und zwar jetzt sofort!
Führt die technologische Entwicklung und Verbreitung der digitalen Photographie zu kollektiver Paranoia?
Marcus Hammerschmitt erörtert in telepolis, inwiefern die Digicam das Leben des Einzelnen verändern kann und welche Auswirkungen sie auf Recht und Freiheit hat / hätte / haben sollte.
Tja.
Kann ich mich in Zeiten von Kamera-Handys noch als Privat-Individuum behaupten, wenn ich mich im öffentlichen Raum bewege?
Was ist an meinen in der Öffentlichkeit zur Schau getragenen Lebensäußerungen eigentlich so privat, daß es zwar alle sehen aber nicht im Bild festhalten dürfen? Wo ist der Unterschied?
Was bedeutet das Beleghafte einer Photographie unter der Prämisse, daß jedes Photo im Grunde nicht nachweisbar manipulierbar ist?
Ist Realität meine Privatsache oder geht sie die Öffentlichkeit auch etwas an?
[edit am 13.07.2021] diesem Thema gebührt ein Zeitlosigkeitsaward, hat sich doch an seiner Aktialität und Relevanz in den vergangen 18 Jahren fast nichts geändert!
… was mich gerade selbst sehr erstaunt.
beim Sehen, Photographieren und Präsentieren: Ailine Liefeld.
Eine visuelle Reise, die leicht zum Trip in die Visualisierung wird. Guck mal!