Kurze Geismarstraße

Wieso dürfen die das eigentlich?
So was beton-beinhart-häßliches in die Göttinger Altstadt klotzen?
In dieser trostlosen Wuchtigkeit, die der kleinen schmalen Straße den letzten Rest Licht nimmt?!

Wieso dürfen die das eigentlich?
So was beton-beinhart-häßliches in die Göttinger Altstadt klotzen?
In dieser trostlosen Wuchtigkeit, die der kleinen schmalen Straße den letzten Rest Licht nimmt?!

geht der Grapf in den Garten.

Nicht immer so das reine Vergnügen. Aber – !
Es schneit in dichten Flocken. Ein wunderschöner Anblick. Ein faszinierendes Gefühl, mit dem Fahrrad hindurchzufahren. Das Kind hinten im Anhänger ruft ständig: Nicht so schnell, Papa! Und: Papa, nicht so dicht am Rand! Als ich an der Ampel beim plötzlichen bremsen etwas ins Schlingern komme, weil der Anhänger überholen will und weil meine Vorderradbremse etwas zu abgenudelt ist um noch schön gleichmäßig zu bremsen, wieder besorgte Rufe von hinten: Papa, beinahe wären wir ausgerutscht!
Sie ist schon so groß. Und sie paßt so gut auf.
An der Auffahrt zum Leineberg, wo es ein paar Meter steil bergan geht, hilft sie fleißig mit: Hau ruck, hau ruck, hau ruck… :-)
Wenn nur der Autoverkehr nicht wäre! Dieser Klutsch auf den Straßen, der Dieselgestank und der durch die Nässe verstärkte Lärm. Wie idyllisch könnte das Stadtleben sein, wenn es nur Straßenbahnen und Fahrräder gäbe!
Ich kann mich eigentlich zu jedem gewünschten Thema äußern, übrigens auch mit jeder gewünschten Überzeugung. Vielleicht ist es das, was unsere Gesellschaft braucht.
Ist es das? Als ich heute Morgen in der taz das Interview mit Harald Schmidt las, schwankte ich zwischen Amüsiertsein, ungläubigem Staunen und so etwas wie schierem Entsetzen.
Ich bin nicht der Schmidt-Experte, nicht einmal einer, der ihn regelmäßig sieht. Deshalb bin ich, gelinde gesagt, verunsichert. Früher dachte ich immer, Politiker müßten so sein, ihr Mäntelchen eben in den vorherrschenden Wind hängen, wenn sie wiedergewählt werden wollen. Aber der Narr der Nation? Sollte der nicht seine Narrenfreiheit auch mit einer klaren Meinung ausleben dürfen?
Oder ist das der Witz und ich versteh ihn einfach nur nicht?

Unglaublich, wie schön die Welt sein kann!
Man nehme: ein bißchen Nebel, ordentlich Frost dazu, umrühren und eine Weile gehen lassen, abschmecken mit einer guten Prise frischer Sonne.
Kategorie die faszinierndsten Referrer berlinbeijing.blog16.fc2.com …

Lange lange Zeit konnten sich die Bedenkenträger nicht durchringen, die rote Fahne einzuholen und das Eis des Kiessees freizugeben. Man weiß ja, wohin so etwas führt. Es gibt immer Leute, die es nicht so genau mit den Verboten nehmen. Aber wo sind die geblieben?

Seit November will ich nach Berlin fahren, gestern hat es endlich geklappt, wenn auch nur für einen einzigen Tag. Aber der war sagenhaft.
Bei -14° fahre ich morgens um 7 in Göttingen los, der ICE kommt klaglos pünktlich, Berlin empfängt mich sozusagen grundlegend vereist, nicht nur die Spree komplett zugefroren sondern auch viele Wege, Parks, Flächen –
aber die Sonne scheint, leichter Dunst, absolut optimales Photowetter. Ich drücke etwa 450 mal auf den Auslöser, persönliche Bestleistung ;-)
Ein Tag am Ostkreuz, von kurzen Unterbrechungen abgesehen. Wer weiß, ob ich es so je wieder sehe: so wie immer, mit allen Treppen, allen Brücken, allen Bäumen, allen Büschen, allen Relikten, allen Flicken – so wie immer.
Ein Tag voller Sonne, mit diesem wunderbaren Dunst in der Luft, in den die Sonne so wunderbare Streifen schneidet, ein Tag voller Eis, an dem ich trotzdem nicht friere.
Ein Tag wie eine Liebeserklärung – an meinen Lieblingsbahnhof.
Dank reger Bürgerproteste ist das Plattmach-Schicksal für das lebendige Nikolaiviertel (wir berichteten) mitten in der Göttinger Innenstadt erst einmal abgewendet: die Düsseldorfer „Investorengruppe“ Comfort hat einen Rückzieher gemacht, angeblich wegen dem Architektenwettbewerb, den die Stadt zur Bedingung gemacht hat.
Ich schätze eher, das Viertel ist unattraktiv als Spekulationsobjekt, wenn man nicht nach reinem Gutdünken damit verfahren kann, so als „Investor“: platt machen, wie’s beliebt und neugestalten rein nach Rendite-Gesichtspunkten. Und wenn’s die Rendite nicht mehr abwirft, weiterziehen. Man kennt das.
Noch-OB Danielowski schimpft nun auf die angebliche Käseglocke, die die ewiggestrigen Göttinger am liebsten über ihre olle Altstadt hängen wollten, damit bloß keins von ihren ollen Häusern verschwindet. Als ob es darauf ankäme, wo man doch gerade erst Kulturgut von 1390 so eben mal aus Versehen platt gemacht hat. Da wollen wir mal nich kleinlich sein.
Und alle Fraktionsspitzen beeilen sich zu erklären, daß man aber nun aufpassen müsse, daß nicht der Eindruck eines investorenfeindlichen Klimas entstehe. Immerhin, der grüne Ulrich Holefleisch attestiert dem scheidenden OB unterentwickeltes Demokratieverständnis. Daß das mal klar ist!
Ich frage mich, welcher Teufel um alles in der Welt Göttingen reiten sollte, daß es die Pfunde, mit denen es wuchern kann (seine schöne Altstadt!), an irgendwelche Investoren aus aller Welt verschachert! Die Stadt beginnt doch erfreulicherweise gerade, sich ein nachhaltiges Konzept zu entwickeln, das es der Stadt ermöglicht sich selbst zu tragen. Da sollten wir uns doch nicht gleich zum Start schon selber Knüppel zwischen die Beine werfen.
Also Comfort, tschüss. Nett, daß wir drüber gesprochen haben. Aber so nicht!