Klares Bekenntnis zur Gesamtschule!


Schüler- und Eltern- und Lehrer-Demo gegen die Einführung des Abiturs in 8 Jahren (I8) auch an Gesamtschulen.

Seit Jahren werden an den Integrierten Gesamtschulen wesentlich mehr Schüler angemeldet, als diese aufnehmen können. Eine Tendenz, die sich durch die Einführung von G8 (Abitur nach 8 Jahren Gymnasium) noch verstärkt hat. Der Elternwille ist in dieser Hinsicht ebenso eindeutig wie die Erfolge, die Gesamtschulen nachweislich erreichen konnten: etwa der Hälfte aller Schüler mit Hauptschul-Empfehlung gelingt es, an Gesamtschulen das Abitur zu bestehen, wohl gemerkt das Zentralabitur.
Im Gegenzug hört man von fast allen Eltern, die man nach den Erfahrungen ihrer Kinder mit der verkürzten Gymnasial-Schulzeit befragt, daß ihre Kinder dauergestresst sind, regelmäßig täglich bis 18 Uhr und länger mit Schule und Hausaufgaben beschäftigt sind – und für Freizeit, Freundschaft und Jugend keine Zeit und keine Energie mehr übrig haben.

Für die Integration lernschwächerer Schüler bedeutet die Verkürzung der Schulzeit, die mit einer ständigen Kürzung von Lehrerstellen einhergeht, auf längere Sicht das Aus. Von Chancengleichheit kann dann endgültig keine Rede mehr sein.

Auch im internationalen Vergleich zeigt sich seit langem: gemeinsames Lernen von Kindern führt zu besseren Abschlüssen, ist also unserem System überlegen. In Europa gibt es überhaupt nur noch in Deutschland und Österreich ein dreigliedriges Schulsystem.

Die niedersächsische CDU-/FDP-Regierung ignoriert all diese Fakten und behauptet dreist gegenteiliges – wider besseres Wissen oder aus erschreckender Unkenntnis? Die Beschleunigung des parlamentarischen Verfahrens zur Einführung von I8 (Abitur in 8 Jahren auch an Gesamtschulen) macht leider sehr deutlich, daß dieser Regierung die von Eltern, Schülern und Lehrern geäußerten Willensbekundungen egal sind.
Diese Regierung handelt offensichtlich planvoll gegen die Interessen der nachwachsenden Generation.
Warum nur?!


Gestern sind Schüler, Eltern und Lehrer der IGS Göttingen gemeinsam durch die Stadt gezogen, um ihren Unmut zu äußern und zugleich der Landesregierung Bescheid zu geben:

Den Gesamtschulen müssen ihre 9 Jahre bis zum Abitur erhalten bleiben!

Bladerunner

Es muß um 1986 herum gewesen sein, als ich ihn zum ersten Mal sah. Ziemlich verstört kam ich danach aus dem Cinema, fand mich in einer neblig trüben Göttinger Nacht wieder und war mir nicht sicher, ob der Film nicht einfach in die Realität übergegangen war.
In den drauf folgenden Jahren ging ich noch oft ins Cinema. Und ich sah noch ungefähr zehn Mal allein in diesem Kino den Bladerunner. Davon ein Mal die amerikanische Originalfassung und nach 1992 einige Male den sogenannten director’s cut, mit dem ich mich erst nur sehr mühsam anfreunden konnte, weil mir Deckards Offline-Kommentar fehlte und weil ich die Synchronisation deutlich schlechter fand als die der ersten Fassung.

Später kaufte ich mir die Videokassette mit dem director’s cut und die CD mit der endzeitlich genialen Filmmusik von Vangelis.
Nun ist der Film 25 Jahre alt. Zum Jubiläum ist ein final director’s cut des Films in einer Ultimate Collectors Edition herausgegeben worden. Ich hatte schon vor mehr als einem Jahr davon gelesen und war deshalb auf der Hut. So gehörte ich zu den Vorbestellern bei Amazon, die die nett gemachte Steelbox zusammen mit ein paar Fan-Utensilien – oder sollte man sagen: Kultobjekte? ;-) – zum Nikolaustag 2007 geliefert bekamen. Direkt danach war sie ausverkauft und der Preis stieg in wenigen Tagen auf das doppelte.
Seit ich stolzer Besitzer dieses heiligen Gegenstandes bin, der u.a. aus 5 DVDs besteht, die nicht nur 5 verschiedene Fassungen des Films, sondern auch ein making of und natürlich die üblichen Interviews beinhalten, taste ich mich sehr behutsam an diese Highlights heran. Den final cut habe ich noch nicht angerührt.
Gestern gönnte ich mir den sehr liebevoll gemachten Zusammenschnitt nicht verwendeter bzw. alternativer Szenen. Das ist beinahe noch mal ein ganzer Spielfilm für sich. Und er ist sehr bewegend, weil er einerseits für einige Rätsel, die einem die Kinofassung aufgegeben hat, Lösungsangebote gibt, andererseits ein paar kurze Szenen eben anders ablaufen, als man sie kennt. Insbesondere die Liebesszene zwischen Deckard und Rachel geht hier einen Schritt weiter. Und schneidet damit noch etwas tiefer ins Fleisch und ins Herz.
Die Spannung auf den final cut ist ein Stück weiter gewachsen, hinzu gekommen ist die Vorfreude darauf, diese Alternativszenen ein nächstes Mal anzugucken – und etwas neues ist entstanden aus dem Eindruck, wie der Film hätte sein können und auch heute sein könnte, wenn er weniger den Profitinteressen seiner Produzenten und mehr der Intention Ridley Scotts und der literearischen Vorlage von Philip K. Dick hätte folgen dürfen.

Die Freude über das Wiedergefundene

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Man grämt sich Tage lang, klickt sich durch geizhals.at rauf und durch eb*y wieder runter und bekommt dann nach endlosen sechs Tagen von der Tochter einen Anruf aus der Schule, daß die vermißte Tasche mit dem wertvollen Inhalt wiedergefunden wurde, nur versehentlich in Sicherheit gebracht worden war. Ach, welche Freude! Da muß man doch gleich erstmal voller Erleichterung und im Überschwang die Vorzüge des wiedergefundenen Spielzeugs vorführen und preisen.
Ganz großen Dank für den Einsatz der Tochter und der LehrerInnen!!!
Vielen Dank auch für die Anteilnahme hier. Das hat sehr gut getan.

Kind3 und der Kindergarten

Heute ist wieder so ein Morgen, wo sie so groß und selbständig und so lieb ist, daß es mir fast das Herz zerreißt, als sie mich an der Kindergartentür verabschiede und mir nachwinkt, bis ich außer Sichtweite bin.
So ein Moment großer existentieller Bedeutung.

Baumkult

Ja, genau: Baumkult. Manchmal bin ich sehr ernsthaft am Überlegen, einem solchen entweder beizutreten oder einen zu gründen.
Es nahm erste radikalere Formen an, als ein Nachbar starb, der in seinem Garten noch mit weit über 80 eine stattliche Anzahl Apfelbäume jahraus-jahrein liebevoll mit der Nagelschere gepflegt hatte. Das war einer der schönsten Obstgärten im Lande. Und kaum war er tot, hatte sein Sohn nichts besseres zu tun, als all diese wunderschönen Obstbäume in einer Nacht- und Nebelaktion abzuholzen, genauer gesagt: abholzen zu lassen.
Den ganzen Garten machte er platt, ließ ihn quasi planieren, Rasen säen und ringsum Friedhofskoniferen pflanzen.
Alle Anwohner waren fertig mit den Nerven. Und wir ganz besonders, weil dieser Garten war das, was wir von unserm Fenster aus direkt sahen (und noch immer, nur jetzt nicht mehr gern: sehen!).
Neuerdings haben wir einen neuen Nachbarn, der sich einen anderen Garten unter den Nagel gerissen hat, auch mit einem wunderschönen Baumbestand und Hecken, Beeten, alles nett unübersichtlich und spielgerecht und zum verwunschenen Träumen geeignet.
Und was macht dieser Berserker als erstes: läßt einen riesigen, wunderschön gewachsenen Walnußbaum fällen. Und paar kleinere Bäume und Hecken gleich mit. Und pflanzt stattdessen Koniferen! Ein weiteres Desaster bahnt sich an.
Von all den zich und aberzich Pappeln, die the Göttinger Grünflächenholzer in den letzten Jahren hat abholzen lassen, berichteten wir seinerzeit zur Genüge.

So langsam, denkt man, ist das Maß voll.
Man sucht Zuflucht im Wald, spaziert unter Eichen und denkt, hier ist es schön. Hier will ich sein.
Wenn es hier also demnächst stille werden sollte, wissen Sie, wo Sie mich suchen können.

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Abschied

Für diese Augenblicke, mit ihr hinter mir auf dem Rad durch die Morgende fahrend, würde ich glatt noch mal Vater werden.

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Die Kindergarten-Radtour

Noch zwei Wochen. Dann ist die Zeit der gelegentlichen Radtouren morgens vorbei. Dann wird sie in einen anderen, viel näheren Kindergarten wechseln. Im Moment habe ich das Gefühl, daß mir der Abschied schwerer fallen wird als ihr. Es war immer etwas besonderes, in den ersten Jahren mit ihr hinter mir im Kindersitz, seit nun schon weit mehr als einem Jahr auf dem Nachläufer.
Wie das war, als sie noch dodadodadoda machte! Als sie die ersten Lieder sang. Als sie das Traumhaus kennenlernte und später das abgebrannte Haus, das im Lauf der Zeit zum kaputten Haus wurde. Oder wenn wir die Häschenstrecke fuhren, deren letzter Teil parallel zur Eisenbahn verlief, die wir dann riefen. Und die kam, fast immer, auf Zuruf. Wie wir die quakenden Frösche entdeckten oder den Reiher, der am Rand des Leineufers stand und auf Fische wartete. Wie stolz und glücklich sie stets war, wenn sie Vögel oder andere Tiere vor mir entdeckte.
Immer diese eigenartige Mischung aus Momenten besonderen Glücks und der Hektik, sie im Kindergarten abliefern und anschließend zur Arbeit fahren zu müssen. Manches Mal im Regen, bei Sturm, auf vereisten Wegen, im Schnee, bei säuischer Kälte oder – wie in diesen Tagen – in schweißtreibender Hitze. Und tropsdem. Das Gute ist stärker und fast immer war diese Tour ein wunderbarer Start in den Tag.
In unserer Erinnerung wird es einen wichtigen Platz haben. So wie die Erinnerung an die Zeit mit den beiden Großen: die gleiche Tour, nur mit zwei Kindern im Anhänger. Wie gute Laune die immer hatten. Wie sie zusammen sangen oder sich Witze erzählten.

Leben ist Bewegung.
Nichts bleibt, wie es war.

Istanbul

Morgen geht’s los. Lange war ich nicht mehr so aufgeregt.

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