Göttinger Kulturnacht 2012


Angekündigt sind schwere Gewitter mit allem Drum und Dran, nach ein paar illustren Blitzen und ein paar Tropfen Regen zeigt sich aber schnell die Sonne wieder und einer lauschigen und musikalischen Sommernacht in der Stadt steht nichts mehr im Wege.

Den Auftakt macht für mich Beate Pröttel mit gefühlvoll und gewitzt vorgetragenen Balladen.

Eher zufällig werde ich im Vorübergehen auf Mark Gillespie und Tom Drost aufmerksam, die bei Thalia für volles Haus und enorm gute Laune sorgen. Mit Hilfe seines Sound-Computers spielt Mark Gillespie allein die Instrumente einer ganzen Band. Tom Drosts Querflöte wirkt daneben ebenso anachronistisch wie belebend.

Den Haupt-Act meines Abends machen Gregor Kilian und Hanna Carlson, die auf minimaler Bühne und auch mit ringsrum viel zu wenig Platz ein großes Publikum über mehr als zwei Stunden fesseln und begeistern mit Swing und jazzigen Balladen.

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Entgegen anderslautender Meldungen an bekannter Stelle handelt es sich bei der Errichtung dieser Barrikaden doch nicht um Vorbereitungen für den Altstadtlauf, sondern um Werkeleien, für die die Stadt sich letztlich entschuldigen zu müssen meint. Und weil das vielleicht weniger peinlich ist, auf englisch.
Gemäß dem Zeitgeist, der sich nur noch den Marketingstrategen verpflichtet sieht.

LeineBÜRGER wehren sich gegen Park-Zerstörung

Heute hier Auszüge aus einer aktuellen Presseerklärung der LeineBÜRGER, die sich nicht nur seit langem vehement gegen das bislang völlig sinnbefreite GVZ III auf dem Siekanger, mithin die großräumige Versiegelung von Flächen und die Zerstörung von Naherholungsraum wehren, sondern auch gegen den Neubau eines Hochsicherheitstrakts des Maßregelvollzugszentrums Niedersachsen Moringen mitten im idyllischen Park des ehemaligen Landeskrankenhauses am Rosdorfer Weg:

Erst seit April 2011 sind die genauen Pläne der Öffentlichkeit zugänglich (wenn man weiß, wo man suchen muss). Wir die Mitglieder der Bürgerinitiative ‘LeineBÜRGER für Lebensqualität in Göttingen’ kurz LeineBÜRGER (so lautet unser korrekter Name – und es ist Absicht, dass BÜRGER groß geschrieben wird) erkannten sogleich, dass durch den vorgesehenen massigen, nüchternen Bau aus roten Ziegeln von dem schönen Park lediglich Randbereich übrig bleiben würden. Der Park in seiner Funktion würde zerstört!

Da viele LeineBÜRGER auf dem benachbarten Leineberg, in der Schneeweiß-Siedlung oder im Leineviertel wohnen, sind die Örtlichkeiten allen gut bekannt. Deshalb schlugen wir sogleich als alternativen Bauplatz ein wenige 100 Meter südliches liegendes Gelände vor. Es handelt sich um eine brachliegende Fläche, auf der sich seit langem ungenutzte, dem Verfall überlassenen Gebäude des früheren Landesjugendheims befinden. Auch dieses Gelände gehört dem Land Niedersachsen. Nur ein kleiner Bereich wird von der Jugendanstalt Leineberg genutzt.

WARUM einen seit Jahrzehnten funktionierenden Park (fußläufig und damit umweltschonend erreichbar), der zudem eine wichtige Begegnungsstätte zwischen Patienten der angrenzenden Psychiatrie und den Bewohnern des Göttinger Süwestens (gelebte Inklusion) und Heimat des Grünspechts und einiger Fledermausarten ist, zerstören, wenn das Projekt mit einem weniger belastenden Eingriff gleich in der Nähe zu verwirklichen ist? Klingt vernünftig, nicht wahr?

Weit gefehlt! Was erdreistet sich der BÜRGER!

Selbstredend ist der Neubau, wie Architekt Schwieger es ausdrückte, ‘liebevoll in das Gelände eingepasst’. Dass in den zentralen Bereichen des Geländes des ehemaligen LKH Gebäude aus der Gründerzeit stehen, gelbe Klinker dominieren und das Areal grün und weitläufig ist, irritiert die Planer nicht.

Selbstredend wurde sofort gekontert, das Alternativgelände wäre zu klein, der Boden nicht tragfähig – lange bevor entsprechende Gutachten gemacht wurden, die auch nachdem sie mittlerweile erstellt worden sein sollen, bis heute der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Eine Nachfrage der Piratenpartei vom heutigen Tag, von der wir kurzfristig erfuhren, ergab, dass die für heute zugesagten Unterlagen noch überarbeitet werden müssten. Apropos Größe: Auf dem Alternativgelände ließe sich der vorgestellt Entwurf 2x umsetzen. Und der Boden trägt seit Jahrzehnten den massigen dreigeschossigen Komplex des ehemaligen Mädchenwohnheims.

Selbstredend ist das Grundstück auch zu laut und die Patienten müssten wegen des Straßenverkehrs mit Medikamenten ruhig gestellt werden. Dass der Park ebenso am Rosdorfer Weg liegt und Laubbäume bekanntlich nur unwesentlichen Lärmschutz gewährleisten (im Winter gar nicht), ist irrrelevant. Eine Lärmschutzmauer wäre nur bei dem Alternativgelände erforderlich. Im Park stört der Verkehrslärm nicht.

Das Alternativgelände bietet übrigens durch eine herrliche Aussicht ins Grüne und über Göttingen. Machen Sie sich selbst ein Bild.

Heute war in einer südniedersächsischen Tageszeitung zu lesen, dass es nach 20 Jahren Planung endlich zu einer Entscheidung kommen müsse. Wir hoffen, dass Sie den Sachverhalt differenzierter darstellen. 20 Jahre interne Planung am grünen Tisch – ohne detaillierte Ortskenntnisse und nicht einen Gedanken an die Belange weiterer Betroffener verschwendet – rechtfertigt das ein rigoroses Vorgehen gegen den Willen der BÜRGER?

Mit freundlichen Grüßen
Martina Brücher – Sprecherin der LeineBÜRGER für Lebensqualität in
Göttingen

Jener Donnerstag im Juni

Die Straßen der Innenstadt sind randvoll mit katholisch veranlagten Menschen.
Dazu leicht angewärmter Regen.
Eine Dame ohne Schirm fragt mich, wo es nach Karstadt gehe.
Ich gebe sprachlos Auskunft.