Radtour um die Gleichen


Bei schönster Wintersonne, hart und kaum wärmend, auf teils nasser Straße, teils gefrorenen Wegen radeln wir bergauf, bergab und freuen uns des Lebens, mein Sohn und ich. Göttingen – Diemarden – Reinhausen – Appenrode – Gelliehausen – Benniehausen – Klein Lengden – Diemarden – Göttingen. Unbedingt zu empfehlen.

Bladerunner

Es muß um 1986 herum gewesen sein, als ich ihn zum ersten Mal sah. Ziemlich verstört kam ich danach aus dem Cinema, fand mich in einer neblig trüben Göttinger Nacht wieder und war mir nicht sicher, ob der Film nicht einfach in die Realität übergegangen war.
In den drauf folgenden Jahren ging ich noch oft ins Cinema. Und ich sah noch ungefähr zehn Mal allein in diesem Kino den Bladerunner. Davon ein Mal die amerikanische Originalfassung und nach 1992 einige Male den sogenannten director’s cut, mit dem ich mich erst nur sehr mühsam anfreunden konnte, weil mir Deckards Offline-Kommentar fehlte und weil ich die Synchronisation deutlich schlechter fand als die der ersten Fassung.

Später kaufte ich mir die Videokassette mit dem director’s cut und die CD mit der endzeitlich genialen Filmmusik von Vangelis.
Nun ist der Film 25 Jahre alt. Zum Jubiläum ist ein final director’s cut des Films in einer Ultimate Collectors Edition herausgegeben worden. Ich hatte schon vor mehr als einem Jahr davon gelesen und war deshalb auf der Hut. So gehörte ich zu den Vorbestellern bei Amazon, die die nett gemachte Steelbox zusammen mit ein paar Fan-Utensilien – oder sollte man sagen: Kultobjekte? ;-) – zum Nikolaustag 2007 geliefert bekamen. Direkt danach war sie ausverkauft und der Preis stieg in wenigen Tagen auf das doppelte.
Seit ich stolzer Besitzer dieses heiligen Gegenstandes bin, der u.a. aus 5 DVDs besteht, die nicht nur 5 verschiedene Fassungen des Films, sondern auch ein making of und natürlich die üblichen Interviews beinhalten, taste ich mich sehr behutsam an diese Highlights heran. Den final cut habe ich noch nicht angerührt.
Gestern gönnte ich mir den sehr liebevoll gemachten Zusammenschnitt nicht verwendeter bzw. alternativer Szenen. Das ist beinahe noch mal ein ganzer Spielfilm für sich. Und er ist sehr bewegend, weil er einerseits für einige Rätsel, die einem die Kinofassung aufgegeben hat, Lösungsangebote gibt, andererseits ein paar kurze Szenen eben anders ablaufen, als man sie kennt. Insbesondere die Liebesszene zwischen Deckard und Rachel geht hier einen Schritt weiter. Und schneidet damit noch etwas tiefer ins Fleisch und ins Herz.
Die Spannung auf den final cut ist ein Stück weiter gewachsen, hinzu gekommen ist die Vorfreude darauf, diese Alternativszenen ein nächstes Mal anzugucken – und etwas neues ist entstanden aus dem Eindruck, wie der Film hätte sein können und auch heute sein könnte, wenn er weniger den Profitinteressen seiner Produzenten und mehr der Intention Ridley Scotts und der literearischen Vorlage von Philip K. Dick hätte folgen dürfen.

Neubau im Kiesseekarree


Hier wird sofort deutlich, warum dieser in den letzten Jahren frisch aus dem Boden gestampfte Stadtteil so wahnsinnig beliebt ist.
Ergänzend ist vielleicht zu erwähnen, daß alle Häuser ringsum wenigstens zu einem großen Teil Fassaden aus roten Backsteinen haben müssen und scheinbar auch sonst gewisse ästhetische Mindestvoraussetzungen erfüllen.
Aber es braucht wohl Ausnahmen, um die Regel zu bestätigen.

Der Reiz vom schwarz/weiß

Beim Aufräumen im Regal habe ich noch ein paar unbelichtete Filme gefunden, unter anderem einen Agfa Scala. Da mußte ich natürlich gleich erstmal recherchieren, ob man den denn wohl noch entwickelt kriegt. Und nach kurzem Suchen gefunden: gibt noch einige Labore, die das machen, u.a. Studio 13 bei Stuttgart. Man kann sogar hier und da noch solche Filme kaufen.
Was daran besonders ist? Nun, das sind Schwarz-Weiß-Diafilme. Da kann man unvergleich schöne Photos mit machen, weil die einfach geniale Schwarzwerte bekommen, saugute Kontraste und sehr feine Auflösung. Kann man auch sehr gut einscannen.
Sieht dann zB so aus.
Beim Suchen entdeckte ich außerdem, daß es auch noch den Agfapan APX 100 gibt. Den 25er fände ich zwar noch toller, aber der 100er ist natürlich etwas einfacher im Handling.
Sieht also so aus, als würde es demnächst mal ein Analog-Shooting geben müssen. In schwarz-weiß.
Natürlich mußte ich gleich mal die gute alte Olympus OM2 aus der Schublade holen, wo ohnehin seit Jahren (?) ein s/w-Film drin liegt, und zwei, dreimal die Flötenübung der Tochter knipsen.