BloggerInnen halten zusammen
Ich bin baff, völlig, wieviel mediale Macht Weblogs und ihre BetreiberInnen binnen kürzester Zeit ausüben und mobilisieren können.
Angefangen hat alles damit, daß Bloggerin Moni in ihrem Weblog schrieb, wie sie das Verhalten der Organisation transparency international ihrer Freundin gegenüber finde, deren Arbeitsvertrag unter ggf. fragwürdigen Umständen während der Probezeit aufgelöst wurde. Gut 2 Monate später erst bekam Moni für ihren Blog-Eintrag Post vom Justiziar der Organisation, der sie ultimativ und strafbewehrt aufforderte, ihren Artikel vom Netz zu nehmen.
Und dann ging es los. Moni bloggte diese Entwicklung, ein Lauffeuer war in Gang gesetzt. Mittlerweile sind nicht nur in vielen vielen Weblogs solidarische Berichte erschienen, sondern auch diverse andere Medien haben sich des Themas angenommen: von tagesschau.de über die Netzeitung bis zur taz und selbst zum focus.
Die Organisation, die sich eigentlich uneigennützig für Transparenz und gegen Korruption einsetzt, hat sich derbe ins Knie geschossen und man fragt sich, warum sie nicht längst öffentlichkeitswirksam gegensteuern.
Die angegriffene Bloggerin Moni plädiert für Deeskalation und verdient dafür einmal mehr Sympathie und Respekt.
Dieses Medienereignis wird sicher langfristige Folgen haben. Die Bloggerwelt kann sich freuen, mit der geübten Solidarität einige Hebel in Bewegung gesetzt zu haben. Was mich dabei ganz besonders fasziniert und begeistert, ist das rasch wachsende Netzwerk zwischen Menschen, die sich trauen ihre Meinung zu sagen und dies auch tun, zu einer Größe, mit der man rechnen muß, die aufgrund ihrer völlig dezentralen Strukturen gleichzeitig kaum greifbar ist und umso flexibler auf veränderte Gegebenheiten und neue Ereignisse reagieren kann.
Die Gefahr, daß so eine Kampagne ungewollt in eine falsche Richtung losgetreten werden kann, darf man dabei natürlich niemals aus den Augen verlieren.


