Reife Blätter


leuchten mir im Nebel, auf meinem samstagmorgendlichen Weg zum Bäcker. Nicht lang, dann wird die Sonne die Suppe in dünne Fäden zersägen, diese über die Zweige der Bäume verteilen und für angenehmes Wärmeempfinden sorgen.
Die Stadt wird zum üblichen Samstagstrubel erwachen und wir werden in Reisehektik verfallen.

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Vergiftet „Fachbereich Stadtgrün“ das Stadtklima?

Göttingen bald baumfreie Zone?

Was soll man davon halten, wenn der Leiter des „Fachbereiches Stadtgrün“ sich offensichtlich berufen fühlt die Stadt von Bäumen zu befreien? In den letzten Jahren hat er schon überaus fleißig vorgelegt: sämtliche Pappeln im Geismarer Bereich z.B., die bis dahin sowohl das Klima als auch die Silhouette weithin prägten, sind gnadenlos abgeholzt worden. Ebenso wesentliche Teile des Baumbestandes am Levinpark und auf dem Leineberg sowie entlang der Leine. Zur Begründung gab es auf mehrmaliges Nachfragen nie mehr als: die gehören da nicht hin. Und: Pappeln haben nur eine Lebensdauer von 50 Jahren. Und die waren um.
Die sogenannten Ersatzpflanzungen stehen in keinem Verhältnis zur Menge und Bedeutung der gefällten Bäume.
Wie ist eine städtische Behörde einzuschätzen, die „versehentlich“ Baumdenkmäler umnietet, wie letztes Jahr auf den Schillerwiesen?
Welchen Eindruck erzeugt so eine spektakuläre Nacht- und Nebel-Säuberungsaktion wie letztes Jahr auf dem Leineberg? Wer hat dafür die politische Verantwortung? Für diese Politik der verbrannten Erde?! Kommt nach Herrn Mattern nur noch die Sintflut?

Nun erneut eine Liste mit 223 zu fällenden Bäumen.
Wer stellt da eigentlich die erheblichen Schädigungen fest? Wer darf die Bäume unwidersprochen zum Abschuss freigeben? Wird dieser „Fachbereich“ von Fachleuten kontrolliert ?

Klar ist, dass das städtische Klima sich verschlechtert, je weniger alte und hohe Bäume die Luft reinigen.
Klar ist ebenfalls, dass sich auch die gefühlsmäßige Lebensqualität in Göttingen dramatisch verschlechtert. Bäume sind Labsal für die Seele. Woran soll das Auge sich erholen, wenn der Blick nur noch in einer Betonwüste umherirrt?!
Die vorgesehenen „Ersatzpflanzungen“ jedenfalls, 24 diesmal gegen 223 zu fällende, sind ein Hohn!

Es geht an die Substanz.

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Sonntag früh morgens

geht’s los, zwei Wochen nach Kanarien.
Irgendwie freue ich mich. Schließlich Urlaub. Da ist Freude Pflicht.
Wenn mir jetzt jemand alternativ zwei Wochen Radtour durch deutsche Herbstlandschaft anböte, würde ich das aber sofort annehmen.

Dieses schwindende Licht, die reifen Blätter mit ihrem überreifen Duft, diese feucht-muffige Ruhe, die tiefes Inneres aufwühlt, melancholische Glücksabfälle aufwirbelt und mir Lust macht mich da einfach reinplumpsen zu lassen.

Übrigens, an meine LieblingsleserInnen: ich hinterlaß Ihnen dann was: zum Schmökern. Hoffe, es wird Ihnen gefallen…

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the trick is to keep breathing

Man nehme einen frischen, klaren Oktobermorgen, der im Südosten noch den Orion zeigt, rühre ein paar gut gelaunte Kinder hinein, ein gutes halbes Stündchen bei schwacher Flamme quellen lassen, dann ein Papa, ein Kind, ein Fahrrad und die Häschenstrecke unter stetigem Rühren hinzuträufeln, aus der Tüte mit morgennebligen Wiesen, Täbern und Wäldern nehmen wir eine Prise feingehackte Wiese mir Krähen, geben nun kräftig seitliche Morgensonne zu und runden ab mit einer auf Zuruf herbeieilenden Eisenbahn.
Das ganze bitte hübsch dekoriert im Fahren servieren, dazu das im Titel genannte Musikstück von Garbage reichen und

guten Appetit und einen wundervollen Tag.

Erinnern Sie sich

noch an Francois Truffaut? Großer französischer Regisseur, gestorben 1984, sozusagen vor 20 Jahren. Berühmt geworden mit Filmen wie Jules und Jim mit Oskar Werner und Jeanne Moreau, Fahrenheit 451 mit Julie Christie und Oskar Werner, Auf Liebe und Tod mit Fanny Ardant und Jean-Louis Trintignant, Die Frau von nebenan mit Gérard Dépardieu und Fanny Ardant oder Die amerikanische Nacht weiß nicht mehr mit wem außer mit Jean Pierre Léaud.
 

All diese Filme bedeuteten mir damals sehr viel. Sie prägten meine Jugend, gewissermaßen.
Am intensivsten im Gefühl, immer zitierbereit und sozusagen komplett lebendig in meiner Erinnerung ist die Serie mit Filmen über Antoine Doinel für mich geblieben: Sie küßten und sie schlugen ihn, Geraubte Küsse, Tisch und Bett – eine Serie wie das Leben selbst: liebenswert, äußerst liebenswert, tragisch, komisch und sehr spontan.
Heute gibt es auf Arte um 22:15 Uhr einen Themenabend zu Truffaut.

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is there anybody out there ?

Erzählung 1 von Frau kopfherz
sie sprang mit dem ersten kreischton des weckers auf. dunkel draußen und regnerisch. der faulpelz in ihr versuchte ihr die aktion auszureden. dunkel! nass! aber sie hatte es sich vorgenommen. also zog sie sich die abends bereit gelegten laufklamotten an. steckte die beiden schlüssel in die tasche.
sie lief in die feuchte dunkle welt. der regen hörte gerade auf. schon nach 50 m spürte sie ihre beine und ihre lunge. autos zogen an ihr vorbei – jetzt nur keine schwäche zeigen. nach 300 m musste sie das erste mal keuchend stehen bleiben. zwang sich zum weiter gehen. kaltes licht schien auf ihr zerzaustes haar, ihr vor anstrengung rotes gesicht. sie zwang sich zum weiter gehen, weiter laufen.
immer, wenn sie nicht mehr konnte, trieb sie sich noch ein stück weiter: nur noch bis zur nächsten laterne, zum nächsten haus, zum überweg.
nach 1,5 km drehte sie um. zwang sich das letzte stück, stolperte, stützte sich am geparkten auto ab. sah die kleinen seen auf der motorhaube. los, nur noch bis zur nächsten laterne, die so hell und einladend und so nah scheint.

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September-Ausklang

Ungewohnt hell war es heute Morgen, zuerst durch den Mond, der (voll?) nur gelegentlich von Wolkenfetzen bedeckt meinen Weg mit hellen Flecken und noch mehr Schatten pflasterte, bald darauf ein großes Wolkenloch, durch das mich die Venus anstrahlte, obwohl schon fast die Sonne aufging.
Das fanden wohl auch die Vögel ungewöhnlich. Reichlich Amseln tixten laut und sehr melodisch in den Hecken, eine sang sogar richtig, wenn auch mit eigenartig verkatert wirkender Stimme. Und während ich nach dem Lauf meine Glieder streckte, rief eine Kohlmeise laut und deutlich Zizibäh. Das war schön, der Morgen bekam dadurch so etwas aus der Zeit gerissenes. Einem Versprechen gleich, mitten auf dem Weg in die Dunkelheit: daß dahinter auch schon wieder das Licht zu erahnen ist.

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