Schnelle Bildbetrachter

Mit FastPictureViewer kann man nicht nur rasend schnell RAW-Dateien von Photos sichten, sondern auch schon mal bewerten und ausmisten, bevor man sie in Lightroom importiert. Die für nichtkommerzielle Zwecke nutzbare Lizenz ist kostenlos. Das Programm ist voll auf Geschwindigkeit getrimmt und sehr minimalistisch, ohne daß dabei auf einen gewissen Chique verzichtet worden wäre…

Interessant ist auch Picture Information Extractor, sieht aus wie ein ACDSee-Clone, scheint aber deutlich schneller zu sein, darf man aber nur 15 Tage kostenlos nutzen. Wenn man schon ACDSee hat, erscheint mir der Zusatznutzen erstmal fraglich.
Mal genauer gucken.

Lostkreuz

Mein Photoblog mit Bildern vom Berliner S-Bahnhof Ostkreuz hat ein neues Zuhause bekommen: es ist nun unter lostkreuz.de zu finden.
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Sinn der Aktion ist ein Neuanfang mit besserer Bildqualität und einem Layout, das sich an meinen anderen Photoblogs anlehnt. Außerdem muß ich zugeben, daß mir der Domainname ostxgui.de schon lange nicht mehr gefällt. Die vorfindlichen Begebenheiten können mit dem Wort Lostkreuz dagegen kaum zutreffender zum Ausdruck gebracht werden.
Der alte OstxGui.de wird als Archiv bis auf weiteres bestehen bleiben. Ich hoffe, die neue Plattform wird Anklang finden und helfen, mein Langzeitprojekt Ostkreuz noch lange Zeit lebendig weiterführen zu können.

Inszenierte Wirklichkeiten

Inszenierte Photos kennt man ja. Auf die Spitze treibt das zB Gregory Crewdson. So weit bin ich allein aus Budget-Gründen noch nie gegangen. Die Inszenierung von Bildern beginnt aber ja im Grunde schon, wenn man auf der Lauer liegt und erst bei Erreichen einer bestimmten Situation auf den Auslöser drückt: wenn die Sonne endlich tief genug steht und die richtigen Schatten wirft oder wenn das Photomodell endlich die richtige Pose und den gewünschten Blick gefunden hat.
Gehen wir noch einen Schritt weiter. Stellen wir uns vor, wir sind im Urlaub, suchen einen Ort auf, den wir bereits im letzten Jahr photographiert haben. Das wollen wir diesmal wieder tun. Wir wollen eine bestimmte Situation erneut ins Bild bringen. Und natürlich soll es diesmal besser werden.
Von hier an wird das spätestens, wenn alle beteiligten Kinder, Ehefrauen und vorbeilaufenden Schafe mitmachen, mehr als nur ein erneut inszeniertes Bild. Es ist das Erleben an sich und damit die Wirklichkeit, die gar nicht mehr sie selbst ist / sein darf. Es ist die Wirklichkeit, die wir selbst inszenieren, um ein Bild aus ihr zu machen. Später werden wir das Bild zeigen und sagen: „so war es da“.
Jetzt können wir sogar sagen: „So wollten wir, daß es da sei. Und siehe: es war wurde genau so.“
Ist das der Fortschritt Marke Wir machen es, weil wir es können? Oder haben wir hier schon umgeschaltet auf wahnsinnige Geschwindigkeit und bewegen uns auf den letzten Abgrund am Rande der Realität zu? Was wird dahinter sein?

Photographieren – wie weiter?

Der Wald der Photoblogs (siehe photoblogs.org, vfxy.com etc.) wächst ebenso wie die internationalen Communities der Photo-Junkies (flickr.com, ipernity.com etc) exponentiell. Im großen Rauschen der Massen-Uploads wie auch der Massenvermarktung via Microstock-Agenturen u.ä. gehen viele engagierte Arbeiten sowohl von Amateuren als auch Profis unter. Eine offensichtlich unumkehrbare Entwicklung. Gar nicht zu reden von den aus dem Boden schießenden Meta-Blogs, die über Photographie zu berichten versuchen oder aus dem reichhaltigen Erfahrungsschatz der Autoren plaudern, Umfragen starten oder Wettbewerbe veranstalten, um die Aufmerksamkeit der Gemeinde auf sich zu ziehen.
All das, um sich selbst zu zeigen und zugleich zu gucken, was die andern machen, sich gegenseitig brav zu loben und Aufmerksamkeit zu zollen. Eine inhaltliche Auseinandersetzung erscheint dabei nur selten wirklich gewünscht. Das Web Zwo Null bietet zwar allen die Möglichkeit mitzumachen, jeder darf sich als Künstler fühlen – aber man ertrinkt zugleich im visuellen und informationellen Überfluß. Man kann sich gar nicht so viele Bilder von andern angucken und dann auch noch inhaltlich gehaltvoll kommentieren, wie man selbst gern gehaltvolle Kommentare hätte.
Und selbst wenn das mal für kurze Zeit gelingen sollte – was ich durchaus erlebt habe -, ist es immer nur ein sehr kurzer Hype, möglicherweise sogar ein sich einstellendes Glücksgefühl, das jedoch nicht weit trägt. Selbst ganze Serien von Bildern, die man im Photoblog oder in der Community vorstellt, können meistens nicht rüber bringen, was man im direkten Kontakt dazu erzählen könnte: wie man zu den Bildern kam, warum man sie gemacht hat, warum man sie so gemacht hat und nicht anders, was sie einem bedeuten usw. Denn im allgegenwärtigen Geschwindigkeitswahn fehlt vor allem eins: Zeit. Zeit sich in Ruhe zu überlegen, was man eigentlich tut und warum.
Und in Ermangelung direkten persönlichen Kontakts bekommt man auch nicht die Rückmeldung, die einen tatsächlich berühren würde.
Und dann noch all die grundsätzlichen Fragen.
Wie sich überhaupt positionieren als leidenschaftlicher Photograph? Warum weiter photographieren, wo es doch eigentlich gar keine neuen Motive mehr gibt, sondern nur noch Techniken, dem eigentlich längst Ausgelutschten noch etwas Rest-Essenz zu entziehen?
Wie beurteile ich gestalterische Aspekte und ihren Zusammenhang zu Bildaussage und -wirkung?
Wie entwickele ich eine eigene Message und wie verwirkliche ich sie in meinen Bildern?
Was will ich technisch lernen und warum?
Hat die Wahl des Equiments irgendeine Bedeutung und wenn ja, welche?
Diese Fragen stelle ich mir und würde ich gern öfter, um nicht zu sagen regelmäßig, mit gleichermaßen Betroffenen, Mitstreitern, Freunden bequatschen.
Ein Schritt zurück, vielleicht, ein Innehalten zur Besinnung – auf jeden Fall.
Sollte die geneigte Leserin oder der geneigte Leser Lust haben, einen Club mit mir zu gründen – ich bin da gerade sehr offen für Vorschläge!

Verschwommener Blick


Dank sei dem lieben Hildi, der mir seine Lochkamera-Vorsätze für die Spiegelreflex-Kamera geliehen hat! Gestern Abend habe ich das endlich mal ausprobiert. Das wildwolkige Wetter paßte ebenso wie meine irgendwie indifferente Laune, um ein paar flaue, unscharfe und sehr unentschlossene Bilder zu machen. So ganz hab ich den Kniff noch nicht raus, wie man solche Bilder auch wirken lassen kann. Aber vielleicht kommt das ja noch. Seltsam ist es auf jeden Fall, durch den Sucher der Kamera fast nichts erkennen zu können, weil das kleine Löchlein so wenig Licht durchläßt. Es reicht gerade, wenn man ums Auge rum mit der Hand alles gut abdunkelt, Schemen, Umrisse, Schatten zu erahnen. Aber darin liegt der Reiz.
Während ich damit spielte brauste draußen immer wieder die Begeisterung auf. Die fußballnärrischen Nachbarn bejubelten unsere Jungs bei ihrem erfolgreichen Spiel gegen Portugal.

Dampflok-Chasing

Am Pfingstsonntag war Dampflok-Treffen in Bebra. Da dache ich, könnte man ja schön mal dem von einer Dampflok gezogenen Sonderzug von Vienenburg nach Bebra auflauern und womöglich sogar eine Weile neben her fahren.
So bezogen wir zuerst mal in Eichenberg Stellung. Da gibt es eine Brücke über die Gleise, die einem herrlichen Blick über den Bahnhof und auch noch weit in die Landschaft bietet. So war es kein besonderes Problem, dort eine Stunde auszuharren und auf den Zug zu warten.
Der nicht kam.
Von dem man dann nach 1 Stunde hörte, es werde mindestens noch eine halbe Stunde dauern, bis er komme. War schon schade.
Heute lese ich in einer Randnotiz des lokalen Käseblattes, daß nämliche Dampflok auf ihrem Weg nach Göttingen an einigen Stellen die Böschung in Brand gesetzt habe und deswegen in Göttingen außer Betrieb genommen worden sei. Stattdessen habe der Sonderzug dann eine Diesellok vorgeschnallt bekommen.
Nun möchte ich mir gar nicht so genau vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man in so einem Zug drin sitzt und dafür bezahlt hat. Hätte uns von Göttingen nach Bebra genau 97 Euro gekostet.

Wir fuhren (durchaus entgegen sonstiger Vorlieben) mit dem Auto weiter bis Bebra, wo auf dem Bahnhof wirklich reichlich Trubel, viele Leute, viel Lärm, viel Staub, reichlich Rauch und wenig Schatten und erst recht wenig Sitzgelegenheiten waren.
Dafür aber Dampfloks. Hautnah und nicht nur zum Anfassen, sondern sogar zum Führerhaus besichtigen, Dampf schnuppern und Sound hören inclusive Pfeife.

Ja, macht was her, man freut sich einen Moment lang über die Schönheit der großen Räder (jedes etwa so groß wie meine Tochter) und die nostalgischen Gefühle, die mit den Kindheitserinnerungen aufkommen. Und über die rußgeschwärzten Lokomotivführer, die alle wie Lukas aussehen und sicher unglaubliche Mengen teurer Lokomotivfühgrerseife brauchen, wenn sie mal richtig sauber werden wollen.
Oder jedenfalls möchte man sich ja irgendwie gerne freuen. Gelingt dann aber nur bedingt, weil der ganze Rummel ziemlich nervt, weil die Dampfloks mit ihren Zügen alle nur auf Durchreise sind und gar nicht schön, wie man nach den Photos meinen könnte, aufgereiht irgendwo am Rand rumstehen, auf daß man mal so in Ruhe drumrum schleichen könnte. Und nicht mal ordentliche Photos kann man machen, weil etwa 3 Grillionen anderer dampflokbegeisterter Hobbyphotographen auch nix besseres zu tun haben, als einem ständig vor dem Motiv zu stehen, Stative auszubreiten oder sich aufs Gleis zu lehnen, um freien Blick zu bekommen, den man selbst gern hätte.

Auf der Rückfahrt durchs Hessische entdeckten wir so reizende Dörfer wie Erkshausen und viel viel gelber Gegend. Ruhe und gute Luft. Das tat richtig gut.

Analog photographiert

Heute Morgen bin ich in echt lecker riechender Luft von Geismar zum Kiessee gelaufen und drum rum. Am Deich und über’m Kiessee lag ein dünne Schicht Bodennebel, schon von Ferne sehr einladend. Völlig phantastisch dann auf dem Rückweg, als die Sonne darauf sehr ausgefallene Lichtspiele trieb. Natürlich hatte ich keine Digicam dabei, nur meine äußerst analoge Kamera: als die Sonne genau hinter dem großen Baum am Deich stand und durch den leichten Nebel um den Baumstamm herum eine kleine rot schimmernde Korona entstehen ließ, da blieb ich stehen, fokussierte, zoomte gedanklich etwas hin und her und speicherte das Bild dann in den emotionalen Regionen irgendwo hinter den Augen.

Was tun mit Dias und Negativen?


Im Zuge einer größeren Auf- und Umräumaktion wurden auch mal wieder die Dias bewegt, raus aus dem Regal, neu sortiert und wieder rein in ein anderes Regal. Dabei ist es mir sogar gelungen, sie beinahe im Vorübergehen ein wenig zu reduzieren (ca. 7 Kästen in ca. 4 Stunden aussortiert).
Es sind aber immer noch einige tausend. Hinzu kommen drei vollgestopfte Leitzordner mit Negativen. Die will ich gar nicht zählen. Photos seit 1973. Da ist in all den Jahren einiges zusammen gekommen.
Daß man das nicht einfach wegschmeißt, versteht sich von selbst. Daß man es nicht so einfach verwenden kann wie den Output der Digitalkamera, ist sehr schade. Denn es befinden sich so manche Perlen unter den Bildern, die, je älter sie werden, nur noch an Wert gewinnen.
Es würde sich bestimmt lohnen, diesen ganzen Schatz zu digitalisieren. Nur wie? An einschlägigen Orten (ausgehend vom Heise-Forum und natürlich via Guhgel) habe ich einiges gelesen über professionelle Dienstleister und Trommelscanner und, daß sie einem sogar die gut verpackten Diapekete an der Haustür abholen und ein paar Tage später digitalisiert zurückbringen. Wieviel das genau kostet, kann man aber natürlich nicht so schnell überschlagen und in welchem Zustand man das analoge Material zurück erhält, sagt einem erst recht keiner.
Die einige Alternative bleibt der eigene, mittlerweile 8 Jahre alte Diascanner von Nikon, der zwar kein Spitzengerät ist, aber immer noch ganz gut, auf jeden Fall bessere Ergebnisse bringt als das Flachscannen von Abzügen. Nur – das würde Jahre dauern…
Irgendjemand konstruktive Vorschläge?

Geizmar’s next top model

Am Sonntag scheint die Sonne und Mutti und Vatti räumen endlich mal den Garten auf. Seit Monaten hat sich da Schrott und Müll aller Art angesammelt, von der längst ausrangierten Sandkastenmupfel bis zum Stumpf des Apfelbaums, der einem der Winterstürme zum Opfer gefallen ist.
Meanwhile on the other side of the house… – arrangieren die jungen Damen der Nachbarschaft megaspontan und phantasievoll den Geizmar-next-Topmodel-Contest. Von der Sechzehnjährigen bis zur Siebenjährigen sind sie alle dabei, holen sich witzige, abgefahrene und völlig alberne Klamotten aus Schubladen und Schränken, machen mit ipod und Boxen-Dockingstation ordentlich Lautstärke, lassen die Charts rauf und runter laufen und stelzen dazu den Stichweg rauf und runter, wie sie das von Heidi K gelernt haben.
Selbe Sozialisation alle offenbar, so wie sie die einschlägigen Bewegungen, Gangarten und Posen drauf haben.

Ich hasse diese Sendung ja. Abgrundtief. Wenn ich sehe, wie meine große und eigentlich ganz vernümpftige Tochter da schmachtend vor sitzt und meine Frau dabei, dann wird mir irgendwie anders und ich muß dann woanders hingehen.
Aber wenn die versammelte Mädchenschar das nachäfft mit dem ihr eigenen Humor, dann ist das etwas ganz anderes. Und ich darf und muß dann natürlich auch Photos machen. Das Licht ist zwar leider unter aller Kanone und mein Autofokus verdammt oft viel zu langsam – oder die Mädels zu schnell, aber das eine oder andere wirklich witzige Bild entsteht doch dabei.
Es macht vor allem Spaß und bringt sie nach laaanger Winterpause alle wieder zusammen, endlich.