Analog photographiert

Heute Morgen bin ich in echt lecker riechender Luft von Geismar zum Kiessee gelaufen und drum rum. Am Deich und über’m Kiessee lag ein dünne Schicht Bodennebel, schon von Ferne sehr einladend. Völlig phantastisch dann auf dem Rückweg, als die Sonne darauf sehr ausgefallene Lichtspiele trieb. Natürlich hatte ich keine Digicam dabei, nur meine äußerst analoge Kamera: als die Sonne genau hinter dem großen Baum am Deich stand und durch den leichten Nebel um den Baumstamm herum eine kleine rot schimmernde Korona entstehen ließ, da blieb ich stehen, fokussierte, zoomte gedanklich etwas hin und her und speicherte das Bild dann in den emotionalen Regionen irgendwo hinter den Augen.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Ina

    Ja.

    Nachdem ich mit 19 den Traum von meinem kleinen, feinen und großartigen Fotostudio im Nachwendenberlin erst mal auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt hatte, habe ich jahrelang keine Kamera mehr angefasst. Menschen und Länder, persönliche Katastrophen und Glücksmomente habe ich ohne Kamera durchgestanden.
    Und als ich in Neapel die einzige ohne Knipse war und bedauert wurde, habe ich gesagt: die wichtigsten Bilder sind ohnehin in meinem Herzen.

    Erst als meine Tochter da war, habe ich wieder fotografiert.

    Nur für den Fall, dass ich mal Alzheimer kriegen sollte oder aus anderen Gründen mein inneres Fotoalbum verlege.

    So ein Gör ist dann doch noch mal ein anderes Kaliber als die Farben Portugals.

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