Alles für Willi und Rosi


Willi ist nun schon bald anderthalb Jahre ständiger, angenehm ruhiger und durchweg freundlicher Mitbewohner unserer Kinderreichen-WG. Weil ihm das aber draußen oft zu einsam war, haben wir ihm erst was weggenommen, kleiner chirurgischer Eingriff, mit dem in erster Linie ich mich gar nicht so anfreunden und hinterher abfinden mochte – der aber Grundvoraussetzung dafür war, dass Rosi kommen durfte. Dazukommen. Zu ihm.
Nun sind die Beiden ein Herz und eine Seele, hocken gern aufeinander, knabbern aneinander rum, knuffen sich und beschützen sich gegenseitig. Willi ist richtig aufgeblüht seitdem und Rosi gedeiht prächtig.
Bei dem Aufwand, der hinter den Kulissen für die beiden betrieben wird…
Angesteckt durch umfangreiche Beschreibungen und Bau-Anleitungen ist die Nordseite unseres Gartens seit mehreren Wochen Groß-Baustelle. Dort entsteht unter B’s Bauleitung das Südgöttinger Kaninchen-Groß-Gehege.

Hier zu sehen: genaues Maßnehmen bei den Tiefbauarbeiten. Der Zaun rings ums Gehege soll eigentlich 50 cm tief ins Erdreich eingegraben werden. Aufgrund des zähen Bodens und weil wir statt mit Bagger allein mit Muskelkraft buddeln können, beschränken wir uns auf knapp 40 cm. Und auch das hat schon lange gedauert.

(Fortsetzung folgt)

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Radtour nach Bettenrode


Hinzus gegen eine steife Brise aber bei strahlendem Sonnenschein fahren wir nach Süden aus Göttingen hinaus, durchs Gartetal über Diemarden nach Reinhausen, durch den Ort durch und gleich dahinter links hinauf nach Bettenrode. Die Steigung durch den Wald hat es ganz schön in sich, vor allem, wenn man eine Vierjährige hinter sich auf dem Nachläufer sitzen hat, die nur sporadisch mal mitstrampelt und zwischendurch so viele Faxen macht, dass man fast umkippt, weil das Rad so kankelt.
Die Bewegung an der endlich wieder frischen Luft hat etwas ungemein Befreiendes. Man kann sich so richtig austoben.
Und was ist an Bettenrode so toll? Wer Pferde mag, findet dort reichlich. Vor allem aber weitet sich der Blick: Wenn man aus dem Wald herausfährt auf den Ort zu, ist es, als träte man in eine ganz andere Welt ein. Die plötzliche Weite der Landschaft lässt einen tief einatmen und unwillkürlich entfährt einem ein Ach!.
Weiter geht’s nach dem Picknick auf einer riesigen idyllisch am Waldrand gelegenen Wiese

im stetigen Wechsel steil bergauf und steil bergab durch Wald und an Äckern entlang, unterhalb der Gleichen nach Appenrode und von dort auf der Straße von Bremke nach Reinhausen wieder über Diemarden zurück nach Göttingen.
Gesamtstrecke nur knapp 40km, aber durch die vielen Steigungen durchaus eine sportliche Einlage und – macht einfach so richtig Spaß!

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Gartenkreuzspinne


Dieses possierliche Kerlchen bewohnte die Decke unseres Badezimmers mehrere Tage lang. Heute beschlossen wir es zurück an die frische Luft zu setzen. Zum Glück kam Toby gerade vorbei und konnte diesen gefährlichen Job übernehmen.

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Schneckensommer

Übrigens hat B neulich innerhalb einer Viertelstunde im Garten 86 Schnecken gesammelt, einen Abend später waren es nur auf einem 3-Quadratmeter-Beet über 40.
Ich muss neuerdings beim Laufen genau gucken, wo ich hintrete, um nicht auf Schneckenschleim, der ganze Fußwege mit Spuren überzieht, auszurutschen oder auf die Nachtschnecken selber draufzutreten. Das Geräusch und das Gefühl möchte ich mir noch nicht mal vorstellen.
Es flutscht nicht: es glitscht.

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Toskana tropicana

Gerade geht hier wieder so ein tropisch anmutender Schauer nieder. Sehr viele sehr dicke Regentropfen, Naheinschläge von Blitzen mit entsprechend lautem Donner. Wildes Wolkenschauspiel. Einfach klasse.
Gestern Abend war es so schwül, dass ich mich sofort nach der Ankunft zuhause sofort bis auf die Unterhose ausziehen musste. Alles klebte. Dazu der Himmel voller streifenartiger Wolken, wie gekämmt, später mit zerfaserten Anhängseln unten drunter, dass man jeden Augenblick Tornados erwartete. Die Spannung stieg, bis sie sich in einem knackigen Gewitter entlud, das wir mit drei Fotoraps plus Video vom Dachzimmer aus genossen.

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Hochwasserschutz in der Leineaue


Im Zuge des Ausbaus des Hochwasserschutzes in der Leineaue, der die Stadt Göttingen vor den Folgen des nächsten Jahrhunderthochwassers (zuletzt 1909) bewahren soll, sind für die nächsten Jahre umfangreiche Maßnahmen nördlich des Sandwegs vorgesehen. So soll unter anderem die Leine-Mulde, also der Bereich, in dem die Leine normalerweise fließt, ausgebaggert werden. Den Deichen hingegen sollen Stützkonstruktionen eingebaut werden, was dann auch eine Erhöhung der Deichkronen um etwa einen halben Meter zur Folge haben wird. Und diese Erhöhung, welche durch Anschüttung realisiert werden soll, wird dann vorsichtigen Schätzungen nach für etwa die Hälfte der dort noch vorhandenen Bäume das Ende bedeuten. Zum Schutz der Stadt wird dies billigend in Kauf genommen. Alternativlösungen sind nicht vorgesehen und Ersatzpflanzungen von Bäumen nur in kleinem Rahmen, weil dafür natürlich kein Geld vorhanden ist.
Schon beim Hochwasserschutzbau entlang der Flüthe zwischen Sandweg und Flüthewehr sind zig große landschaftsprägende Bäume gefällt und die Fußgängerbrücke abgerissen worden. Maßnahmen, die den Naherholungswert dieses Gebiets nicht nur während der Baumaßnahmen sondern auch nachhaltig deutlich geschmälert haben.

„Die GRÜNEN betonen, dass der benötigte Hochwasserschutz für die Innenstadt nicht zwangsläufig auf Kosten von Natur und Naherholung gehen müsse.“ Die aktuelle Planung sei pure technokratische Hochwasserschutzplanung ohne Sinn für Natur und Ästhetik.

Und so wird es weiter gehen.

Per Anhalter durch die Galaxis

Als Jugendlicher und Student bin ich zeitweise fast ausschließlich auf meinem Daumen gereist. Von Göttingen nach Hannover war Standard und ging manchmal schneller als mit dem Zug. Spannende und meist gute Erfahrungen habe ich auch auf der damaligen Transitstrecke durch die DDR nach Berlin gemacht. Und die weiteste Tour führte mich bis in die Pyrenäen, immerhin auch in weniger als 24 Stunden von Wiesbaden bis Perpignan…
Weiter ist es dann aber doch nie gegangen. Und den Erdboden oder gar den Orbit unseres wunderschönen Planeten habe ich auf diese Weise nie unter oder hinter mir gelassen. Um so begeisterter habe ich vor ziemlich genau 20 Jahren erstmalig Douglas Adams gelesen (und seitdem immer wieder), der dem Trampen in seiner letztlich 5-teiligen Trilogie viele verblüffend neue Perspektiven abgewonnen hat. Durch das enge erzähltechnische Gewebe aus Science-Fiction-Satire, Seitenhiebe auf alles, was irgendwo mit Computern zu tun hat, und die liebevolle Veräppelung der Intellektuellen-Scene der späten 70er und frühen 80er des dahingegangenen Jahrhunderts, in dem wir groß geworden sind –
für mich sind diese Bücher Basisliteratur. Ich lese nicht nur immer wieder gern darin, sondern ich schäme mich auch gar nicht, bei allen möglichen Gelegenheiten daraus zu zitieren.
Gestern habe ich endlich den gleichnamigen Film im Kino gesehen. Entgegen all den vielen harschen Kritiken, die ich gerade in Blogs dazu gelesen habe, kann ich nur Lob für diese erstaunlich gelungene Literaturumsetzung finden. Natürlich kann man an einzelnen Details, die man sich beim Lesen anders vorgestellt hat, immer rumkritisieren. Oder an den unendlich vielen Dingen, die im Film ausgelassen werden. Aber entscheidend ist, dass der Adams’sche Humor in voller Breitseite rüberkommt (lange nicht so viel und herzhaft gelacht!), dass jede einzelne Figur mit viel Liebe zum Detail gezeichnet und gespielt wird, dass es nirgends ins einfach nur Alberne abgleitet, dass einige der Locations (das Vogonen-Raumschiff etwa oder der sagenhafte Planet Magrathea!) einfach genial ins Bild gesetzt worden sind und dass der ganze Film den philosophischen Tiefgang atmet, der den dauerhaften Wert der Bücher ausmacht.
Vielleicht sind die Vogonen etwas zu gefühlvoll entworfen, Marvin mit seinem großen Kopf letztlich zu niedlich (Kindchenschema!) und Zaphod etwas zu nerfig-durchgeknallt – aber eigentlich auch wieder genau das alles nicht. Gefehlt hat mir natürlich die Stelle, an der Vrumfondel fordert, dass er Vrumfondel heißt und sein Kollege ihn einen Idtioten schilt, dass er das doch nicht zu fordern brauche, weil das doch klar sei.
Ebenso klar, wie alle Eingeweihten die Antwort 42 niemals in Zweifel ziehen würden. Nur, dass man die Frage natürlich schon ganz gern wüsste…

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Eine Woche Laufverbot

hat mir der Besuch beim Chirurgen heute Morgen eingebracht. Beim Laufen war da plötzlich so ein heftiger Schmerz gewesen. In der Wade, wie bei einem Krampf. Und obwohl ich dachte, das gehe gleich wieder weg, tat es genau das nicht. Weiterlaufen unmöglich, nur walken. War das peinlich! Als ich bei uns in die Straße einbog, dieser plötzliche Angstschweiß, die Powerwalkerinnen aus der unteren Nachbarschaft könnten mir dort begegnen, wie neulich. Nur, neulich konnte ich lässig an ihnen vorbeiziehen, heute wären sie schneller gewesen.
Aber wenigstens hier Glück im Unglück: keine Walkerinnen weit und breit. Nur ich. Und ich kann jetzt noch nicht mal mehr das, weil da wohl ein paar Faserchen gerissen sind und ich das getapete Bein schonen soll.
Wo ich gerade so schön im Rhytmus und Training war! :-(