Neues vom Windausweg


Ein knapper, beinahe repräsentativer Blick auf Göttingens derzeit renommiertestes Neubaugebiet.
Man kann inzwischen drin rum wandern und staunen, wieviel Scheußlichkeit auf wie engem Raum komprimiert werden kann.
Bleibt nur zu hoffen, daß am Ende eine hohe Mauer oder noch besser eine hohe Hecke um das Machwerk gezogen wird, damit man es von außen nicht so sieht.
Wohlgemerkt: dies sind nicht die 70er!

Ein Stern geht unter


Das Stern-Kino in der Stern-Straße, seit Monaten schon geschlossen, steht offenbar kurz vor dem Abriß. Seit gestern ist das Gebäude umzäunt. Einzelne Bodenplatten vor dem Haupteingang sind bereits entfernt worden.

Wie man hört, soll anstelle des Kinogebäudes dort ein massives Wohn- und Bürogebäude errichtet werden, ähnlich dem in der Oesterleystraße. Möglicherweise wird es auch ganz genauso aussehen. Wie man ja allerorten feststellen kann, legt zeitgenössiche Architektur keinen Wert auf Ästhetik oder Verträglichkeit mit der Umgebung.
(Vergleiche die sogenannten „Stadtvillen“ im Ostviertel und besonders das „Projekt Windausweg“ oder das Geländ der ehemaligen Wäscherei Steritex!)

Hält hier ein neuer Brutalismus Einzug, nur im – aktuellen Budgets entsprechenden – Micro-Format?

Atomkraft und Klima und so

Das Gras verdorrt, bemerke ich am frühen Morgen. Ende Mai.
Gestern stand in der Zeitung, dieses Frühjahr sei das trockenste je gemessene. Das entspricht ziemlich genau meiner subjektiven Wahrnehmung. Dieses Frühjahr war geilstes Wetter: unglaublich viel Sonne, viel angenehme Wärme und fast kein Regen.
Die Wege sind staubig, viele Pflanzen und Bäume wirken gestreßt und gerade jetzt in diesen Tagen bekommt man als Mensch von der Trockenheit wieder Nies- und Hustenreiz.
Heute naht mal von Westen eine Gewitterfront, die laut Vorhersagen viel Regen und zum Teil Unwetter bringen soll. Dabei steht zu befürchten, daß die erwarteten Wassermassen von den ausgetrockneten Böden nicht aufgenommen werden, sondern gerade so drüber wegrauschen. Was möglicherweise zu Überschwemmungen oder gar Erdrutschen führen kann. Aber kaum zu einer nachhaltigeren Befeuchtung von Böden. Ab morgen wird es dann weiter trocken sein.

Auch wenn das erst mal nur Wetter ist und kein Klima, was wir jetzt erleben, kann man sich doch schon ziemlich konkret vorstellen, was die Versteppung Mitteleuropas bedeuten könnte. Wie es sich anfühlt. Und was es für Nebenwirkungen haben wird. Weitere Zunahme von Allergien zum Beispiel. Ernteausfälle. Notschlachtungen von Vieh, das nicht mehr versorgt werden kann. Rationierung von Trinkwasser. Notabschaltungen von Atomkraftwerken, weil diese nicht mehr ausreichend gekühlt werden können. Die eine oder andere Kernschmelze, die aufgrund nicht regelrecht funktionierender Notabschaltungen entsteht. Haben die Streßtester denn auch Wassermangel in ihr Kalkül mit aufgenommen?
Sich hinstellen und behaupten, Atomkraftwerke könnten das Klima retten, geht jedenfalls nicht mehr. Schon allein deshalb, weil es für die Rettung des bis vor kurzem gewesenen Zustands ohnehin zu spät ist. Das Klima wandelt sich bereits, wie man aus der zunehmenden Wärme und Trockenheit der letzten Jahre schließen kann oder auch aus der Zunahme von Unwettern.
Der fortdauernde Betrieb von Atomkraftwerken verschlimmert nur die Lage und zwar extrem, wenn zu den Witterungsereignissen auch noch Strahlenunfälle kommen und ganze Landstriche unbewohnbar werden.
Abschalten ist hier also ganz sicher das dringendste Gebot überhaupt. Jeder, der was anderes behauptet, ist entweder von der Atomindustrie gekauft oder ein heilloser Idiot.
Wie ernst es die schwarzgelbe Atomregierung mit ihren Abschaltplänen meint, hat sie mit ihrem „Abschaltplan“ nun einmal mehr deutlich gemacht. Bis auf die 7 bereits stillgelegten Meiler sollen alle anderen noch 10 Jahre laufen und dann alle auf einmal abgeschaltet werden? Das kann doch nur ein Witz sein! Einfach unmöglich, hinter so einem „Plan“ lautere Absicht zu entdecken. Verschleppung ist das, Verdummung und verantwortungslos.
Insofern nichts Neues im Westen.

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