Chaos durch Unfähigkeit

Die Niedersächsische „Landesregierung“ (CDU-FDP) gibt sich alle Mühe, das Bildungssystem gründlich vor die Wand zu fahren. Statt längst überfällige Konsequenzen daraus zu ziehen, daß das Turbo-Abitur (in 8 statt 9 Jahren) Schüler und Lehrer an Gymnasien vor kaum zu bewältigende Probleme stellt, will sie ihre krasse Fehlplanung noch auch noch auf die Gesamtschulen ausweiten.
Gegen den erklärten Willen von Schülern, Eltern, Lehrerverbänden und sogar größeren Teilen ihrer eigenen Parteibasis wollen die harten Christdemokraten ihr Ding durchziehen. Und zwar im Schnelldurchgang. Ihre Regierungssprecherin hat bereits das Amt niedergelegt, als nächstes Bauernopfer ist Frau Heister-Neumann ausgeguckt, die offenbar die Linie ihres Chefs nicht überzeugend genug rüberbringt. Das soll der Althusmann dann besser besorgen. Schließlich geht es nicht um Inhalte, sondern darum, wie man sie rüberbringt.

Wer würde dieser „Regierung“ den Hauch einer Träne nachweinen!

Schlimm ist, daß am Ende die Schüler auf der Strecke bleiben werden. Trotz immer massiver sich auswirkendem Lehrermangel wird man ihnen den Stoff von 9 Jahren in 8 Jahren reinzuprügeln versuchen, um sie dann – wenigstens zum Teil – ein Jahr früher, denkbar schlecht geschult, in eine alles andere als rosige Zukunft zu entlassen.
Das Geld, das für fehlende Lehrer und auch sonst zur Behebung der strukturellen Bildungsmisere dringend benötigt würde, investiert man lieber in die Zubetonierung des Landes und in den Saurier Automobilindustrie.

Nach uns die Sintflut. Und bis dahin: Chaos Durch Unfähigkeit.

» » Samstag, 9. Mai um 12 Uhr ist Demo in Hannover.

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Laufen im Frühnebel

deichmorgennebel
Traumhaft schön ist es, hier morgens zu joggen. Oder mit dem Rad entlang zu fahren. Oder spazieren zu gehen. In diesen Tagen gibt es sogar noch ein Froschkonzert gratis als Beigabe.
(Und genau hier wollen diese Knallchargen (CDU-FDP-SPD) ihre idiotische Südspange hinbauen. Sie werden nicht eher Ruhe geben, bis das letzte Stück Südniedersächsischer Toskana zubetoniert ist.)

Abendradtour an den Kiessee

Abendradtour1
Nach dem ersten Sommergewitter des Frühlings dampft die Erde und es ist noch um Längen feuchter als am Morgen.
Abendradtour2
Eigentlich sind wir auf der Suche nach der Nachtigall oder wenigstens nach Familie Graugans.
Abendradtour4
Aber die sind alle ausgeflogen.
Abendradtour5

Schwere Frühlingsluft

Die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, daß man fast meint, in Wolken zu laufen. Der Gesang der Vögel hallt wie in einem großen sakralen Gebäude. Da freue ich mich umso mehr, den heute sehr widerspenstigen inneren Schweinehund nach zähem Ringen doch besiegt zu haben und nach arg kurzer Nacht aufgestanden und laufen gegangen zu sein. Es ist einfach gut, das Gefühl. Heute riecht auch erstmals der seit Tagen blühende Flieder so richtig. Glückshormone finden ihren Weg.

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Mit dem Kind im Walde

waldgang
Spontaner Spaziergang, der uns beiden so gut gefällt, daß wir das ganz bald wieder machen wollen.
waldkind

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Offener Brief zur niedersächsischen Schulpolitik

An die Niedersächsische Landesregierung (CDU / FDP)!

„Tu felix austria“ – die österreichische Bundesministerin für Unterricht, Kultur und Kunst, Dr. Claudia Schmied, spricht sich für die Abschaffung der Hauptschule in ihrem Land aus und freut sich, bis Ende des Jahres flächendeckend in ganz Österreich gemeinsames Lernen für Kinder von 10 bis 14 Jahren verwirklichen zu können! (ndr info, der talk, 26.4.2009)

Dies ist der Wunsch der Eltern und die Empfehlung aller internationalen und nationalen Studien zur Verbesserung der Bildungsmisere.

Was ist der Grund für Ihre anhaltende Weigerung, die Ergebnisse der Studien anzuerkennen? Was ist Ihre Motivation, den dringenden Wunsch so vieler Eltern (auch und gerade von gymnasialempfohlenen Kindern) nach einer integrativen Gesamtschule über 9 Jahre zu ignorieren?
G8 war eine tragische Fehlentscheidung – sie wird nicht besser dadurch, dass sie wiederholt wird!
Wir kennen viele Eltern, deren Kinder ein Gymnasium besuchen, und viele Gymnasiallehrer: nicht eine/r ist zufrieden mit G8 oder sieht irgendeinen Vorteil darin, der den aus der verkürzten Schulzeit resultierenden Stress für alle Beteiligten rechtfertigen würde. Warum haben Sie nicht die Größe, Ihren Fehler einzugestehen?
Ihre größte Sorge müsste doch sein, den chancen- und hoffnungslosen Hauptschülern einen besseren Bildungsabschluss zu ermöglichen – besonders im Hinblick auf die „sozialen Unruhen“, die einige Politiker und Gesellschaftswissenschaftler prophezeien. Warum zerstören Sie zielgerichtet die einzige Schulform, die lernschwächeren Schülern eine reelle Chance bietet?

Sie sollten auch noch einen weiteren Aspekt Ihrer Politik beachten:
nämlich welches Demokratieverständnis Sie in die jetzige Schülergeneration implementieren wollen. Die Kinder nehmen deutlich wahr, wie ihre Eltern alle in der Demokratie zur Verfügung stehenden Mittel (Unterschriftensammlungen, Petitionen, Demonstrationen etc) für die schulische Zukunft ihrer Kinder nutzen – nur mit dem Erfolg, dass Sie Ihre Politik nach Gutsherrenart und unter Umgehung gebotener Mitsprachemöglichkeiten (Anhörung der Verbände, GEW, direkte Befragung der Betroffenen) durchprügeln!
Dies wirft ein äußerst schlechtes Licht auf Ihr Demokratieverständnis!

Von guten Argumenten für das Abitur nach 12 Jahren und von einem Dialog mit den Eltern zu sprechen (O-Ton Herr Althusmann laut GT vom 25.4.2009), ist eine Missachtung Ihrer und unserer Intelligenz!

Noch können Sie ohne Gesichtsverlust die Richtung ihrer Schulpolitik ändern. Gehen Sie doch mal mit gutem Beispiel voran und zeigen Sie, dass Sie als Politiker lernfähig sein können!

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Radtour in den Wald

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Das mit wahnsinniger Geschwindigkeit schießende Grün und die kühle Sonne ziehen mich in den Wald, über die Schillerwiesen hinauf zum Kehr und weiter aufs Kerstlingeröder Feld, wo ich eine Weile unter hohen hellgrün strahlenden Hainbuchen sitze und dem Gesang von Rotkehlchen, Amsel und Singdrossel lausche. Den Takt gibt der Specht. Und der Sound ist zum Anbeten schön.
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Voll entgleist

Daß die Mehdornigkeit der deutschen (Verkehrs-)Politik nicht nur System hat, sondern System ist, das ist aus meiner Sicht der eigentliche Skandal. Man hat diesen Mann jahrelang quasi ungestört das größte und wichtigste staatseigene Transportunternehmen demontieren lassen, vor allem um die Bilanz schön aussehen zu lassen. Seine persönliche Art, vor allem seine Hartnäckigkeit gab einen prima Puffer ab, die den Unmut der Bahn-an-der-Börse-Verscherbelungsgegner auf sich zog und – größtenteils wirkungslos verpuffen ließ. Wäre nicht letzten Herbst unverhofft die Finanzkrise vom Himmel gefallen, wäre die deutsche Bahn sicher längst an der Börse. Ebenso sicher und scheinbar unwiderruflich, wie der Konzern DB-AG in den letzten Jahren Trassen stillgelegt, die Personaldecke ausgedünnt und zugleich munter Preise erhöht hat.

Welch zynische Ironie jedoch, daß der Mann ausgerechnet durch einen Datenskandal zu Fall gebracht wird, eine großangelegte Schnüffelaktion, die zwar ekelhafter kaum sein könnte, die andererseits doch eigentlich voll auf Regierungslinie liegen dürfte. Wie man sich von solchen Vorgängen innerhalb eines staatseigenen Unternehmens doch ohnehin kaum vorstellen kann, daß sie ohne staatliches Mitwissen und Beteiligung machbar wären. Ein Herr Schäuble hat mit seinem Sicherheitswahn den geistigen Boden dafür fruchtbar gemacht. Der mußte schließlich beackert werden.

Ich fürchte, an der Bahnpolitik wird sich auch nach der Ära Mehdorn nichts ändern, solange die Herren Betonkopf-Politiker nicht einen grundsätzlich anderen Kurs a in Sachen Verkehrspolitik und b in Sachen Umgang mit staatseigenem Tafelsilber einschlagen.
Mehrdorn war ein prima Feind, ein klasse Prellbock – er hat seine Sache gut gemacht. Bis hin zu seinem Abgang, der nun prima von den tatsächlichen Problemen ablenkt.

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