Bei Ohrenschmerzen

im Zusammenhang mit Erkältung wirkt ein Zwiebelsäckchen (einfach einen kleinen Stoffbeutel mit gehackter Zwiebel füllen, aufs Ohr legen, nicht zu enge Mütze drüber) Wunder.
Zwar riecht dann das ganze Zimmer so intensiv nach Zwiebel – vor allem, wenn das liebe Kleine direkt neben einem im Bett liegt und andauernd sein Köpfchen auf mein Kopfkissen schiebt… –
aber das Kind gibt fast umittelbar Ruhe, die Schmerzen ziehen sozusagen in die Zwiebeln.

Wenn man dann so daliegt und sich von einer Seite auf die andere wälzt, fragt man sich, ob der beißende Geruch schlimmer ist oder das ohrenbetäubende Geschrei des Kindes.
Später, so im Halbdösezustand, aus wirren Träumen andauernd die Frage, wie lange es wohl dauert, den Zwiebeldunst wieder aus dem Bett herauszubekommen –
aber morgens hat das Kind gute Laune, weil es den Umständen entsprechend sehr gut schlafen konnte. Was will man mehr!

  • Beitrags-Kategorie:AllgemeinKinder
  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Kommentare:2 Kommentare

Die letzte Gallierin

Unvermutet kommt der Lünemann-Abriß ins Stocken. Die Bewohnerin des letzten nicht verkauften Hauses hat per einstweiliger Verfügung eine Unterbrechung der Arbeiten bewirkt.
Nicht nur wegen ohrenbetäubendem Lärm mit schwersten Erschütterungen ihrer Hauswand ohne jede Sicherheitsvorkehrungen, sondern auch, weil die Südwand ihres Hauses schwer beschädigt und an zwei Stellen durchbrochen wurde.
Das muß man sich mal vorstellen. Um einen herum wird ein ganzes Karree an Häusern abgerissen und das eigene, das man bis dahin vermutlich schon nur unter Aufbieten letzter Energien hat verteidigen können, wird nebenbei aus Versehen so beschädigt, daß man da eigentlich nur von fachgerechter Entwohnung sprechen kann.
Immerhin: jetzt ist Ruhe eingekehrt. Die letzte Göttinger Gallierin leistet tapfer Widerstand.

Ein ganzer Mensch

Die Vergangenheit ist ja nicht etwas, was man einfach nur zu bewältigen hätte.
Ich fahre mit dem Zug quer durch’s Land. Im Ohr radiohead und smashing pumpkins und Avril Lavigne. Im Herzen einen großen Schwall frischer, junger Gefühle und ganz vieler alter, keinesfalls abgenutzter, aber schon ein wenig angestaubter. Wo die alle herkommen! Jugendliche Verliebtheiten, Familientragödien, kleine Erfolge und große Niederlagen, Hochs und Tiefs wie die am Fenster vorbeiziehenden Täler und Wälder, schnellen ICEs und stillgelegten / verfallenden Güterbahnhöfe.
Zu Besuch bei einer gaaanz alten Freundin. Das setzt so einiges in Bewegung.
Vor allem diese Erkenntnis, daß es zur Selbstliebe gehört, die eigene Vergangenheit, auch all das, was früher scheußlich war und so gänzlich mißlungen ist, als eigene anzunehmen und sich aktiv dran zu erinnern, sie aufzunehmen und anzunehmen.
Das tut so gut.
Und (diese) Musik ist ein höchst geeigneter Katalysator.

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch
  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Künstliche Sonne


Nicht nur, daß es wieder dunkel wird, jeden Tag ein kleines Stück, nun war’s das auch wieder mit der Sonne.
Bleibt nur so’ne Institution hier?! Nee, ne?!

  • Beitrags-Kategorie:Allgemein
  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Dienst-Übergabe

In jedem Beruf, wo verantwortlich mit Menschen gearbeitet wird, gibt es vom Nachtdienst zum Frühdienst eine Übergabe. Oder vom Frühdienst zum Spätdienst. Man übergibt Ereignisse der vergangenen Schicht, damit die nächste weiß, was schon erledigt ist, worauf sie achten muß usw.
In der Familie muß es gar zu oft einfach so gehen: improvisiert, spontan, unorganisiert, chaotisch. Weil keine Zeit für eine Übergabe vorhanden ist, der Nachtdienst später nach Hause kommt als der Frühdienst geht. Im Vakuum zwischendrin müssen die Kinder versorgt werden.
Kein Wunder eigentlich, wenn sie dabei zu zicken beginnen. Sich sperren, verzögern, verweigern, nach dem jeweils abwesenden Elternteil verlangen oder alles vergessen, was sie sonst immer wissen.
Und der Papa? Der ist der blödeste überhaupt: macht die falsche Herdplatte an, um die Milch anzuwärmen. Was passiert: die schöne große Käsedose verschmurgelt. Natürlich hat die nichts auf dem Herd zu suchen. Eigentlich. Passiert trotzdem.
Und eigentlich hatte die Mama dem Papa aufgetragen, den großen Kindern zu sagen, daß sie mittags von der Schule gleich zur Kinderfrau gehen sollen, zum Mittagessen. Und was vergißt der Papa? Genau das. Als er Nummer Drei im Kindergarten abliefert, heulend, klammernd, durchgefroren, weil sie unbedingt keine warme Jacke auf dem Fahrrad anziehen wollte, da fällt es ihm wieder ein.
Und so wird die Übergabe per Handy abgewickelt. Übergabe der diversen Hiobsbotschaften halt. Alltag. Nix besonderes.

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch
  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Abend in Geismar


Schon heute Morgen war das Wetter einfach bezaubernd. Ich lief in kleine Frühnebelfelder hinein, die vom Schein grüngelb leuchtender Lampen zerteilt um mich rum waberten. Im Zenit über mir die Mondsichel, hinter mir Jupiter oder Venus, ein hell strahlender Planet jedenfalls, daneben ein paar zartrosa illuminierte Wölkchen, sehr laue wohlriechende Luft, das Laufen eine reine Lust.
Und so ging das weiter.
Eben gerade nun eine kurze Fahrt durchs Dorf, am Himmel rosa Zirren, die so intensiv leuchten, daß alle Häuser, sogar teilweise die Straßenoberfläche rosa glühen. Ein seltenes und auf Grund der unwirklichen Stimmung, die es erzeugt, völlig bezauberndes Phänomen. Es ging natürlich schneller wieder als ich mit meiner Kamera hinterher kam.

  • Beitrags-Kategorie:Allgemein
  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Motorsägen vorm Rathaus

Endlich darf die Stadt mal wieder Bäume fällen. Nach so langer (erzwungener) Enthaltsamkeit. Und weil’s so schön ist, gleich erstmal direkt vorm Rathaus: 5 Platanen platt machen.
Denn die Baustelle Geismartor ist ja nun schon bald ein Jahr fertig, höchste Zeit also etwas neues anzufangen, die Einmündung der Geismarlandstraße ins Geismartor nämlich endlich verkehrsgerecht ausbauen. Vor Monaten schon begann man mittels gelber Striche auf der Fahrbahn, eine neue Vorfahrtregelung zu testen und befand die Tests dann auch rasch für erfolgreich.
Wenn die Platanen erst mal weg sind, wird man auch endlich wieder richtig den Anblick des Rathauses genießen können, dieses Paradebeispiels für 70er-Jahre-Architektur und Beton-Denken.

  • Beitrags-Kategorie:Allgemeinbaut + plant
  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit

September-Frühstück


mit Gästen.
Ungebetenen zwar, aber, obwohl nicht nur mein Brötchen, sondern der ganze Tisch und auch die Frühstückenden nachgerade umschwärmt von den Wespen, überwiegt die tief harmonische Stimmung eines ruhigen, frühnebeligen, warmen und viel Sonne versprechenden Herbstmorgens.

Was für ein Geschenk!

  • Beitrags-Kategorie:Allgemein
  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit