Radweg auf der Reinhäuser


Immer wieder neu, immer wieder gut.
Nachdem die Reinhäuser Landstraße nun schon mehrere Monate am Stück ohne Baustelle auskommen mußte, wurden zuerst den Fußgängern, tags darauf auch den Radfahrern und in der Folge auch den armen Autofahrern in der letzten Woche endlich einmal wieder ein paar Stolpersteine in den Weg gelegt.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt oder gar diese Nachbesserungsarbeiten mit den jüngst in Gerede gekommenen Auftragsvergabepraktiken der Stadtverwaltung in Verbindung bringt.

Radtour zum Wendebachstau


Eigentlich war ich gereizt, wollte Ruhe haben und allein sein. Lust auf Radtour in stille Landschaft, Sonne tanken. Beim Auflegen ausreichenden Lichtschutzfaktors stand plötzlich Li-Si neben mir und fragte mit großen Augen: „Papa, machen wir eine Radtour? Mit dem Nachläufer?!“ Eine Zehntelsekunde später brummte ich eine Art Zustimmung in ihre Richtung, eine gute halbe Stunde später starteten wir zu viert in Richtung Gartetal.
Schön warm, aber auch ein erfrischendes Lüftchen, viel Sonne, interessantes Gewölk im Südwesten, das den Eindruck machte, als könne es doch noch spannend werden. Auf dem Radweg durch’s Gartetal nach Diemarden immer wieder dieses wunderbare Gefühl durch einen grünen Tunnel zu fahren, eins zu werden mit der Landschaft.

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Frischer Dampf für Gartetalbahn

Wie wäre es doch schön, wenn wir über das romantisch nostalgische Schwärmen für die gute alte Zeit, als die Gartetalbahn noch mit auf dem Dach sitzenden Burschenschaftlern durch die Göttinger Südstadt hinaus nach Diemarden und weiter dampfte – wenn wir stattdessen in die Planung einer modernen Regionalbahn einstiegen, die vielleicht eine ähnliche Strecke bediente und mit einer gewissen Nachhaltigkeit dafür sorgen könnte, daß die Schlafstadtbewohner von Diemarden, Klein und Groß Lengden, Niedernjesa, Groß Schneen und wo immer sie so alle her kommen, ohne Nerv und Stau und Erzeugung von Feinstaub und Lärmbelästigung morgens in die Stadt hinein und abends wieder hinaus kämen.

Ein langer Satz, ein noch viel längeres und komplizierteres Thema.
Aber in mir sträubt sich etwas bei der Vorstellung, wie da die Göttinger Eisenbahn-Fans aus allen Himmelsrichtungen ins Cinemax fahren werden, um sich rührselig anzugucken, wie weiland 1928 die Welt noch dampfbetrieben in Ordnung war – und hinterher fahren sie alle wieder einzeln in ihren Autos nach Hause.
Unsere Nachbarstadt Kassel zeigt mit der Regio-Tram, wie es auch anders gehen könnte.

Das Göttinger Tageblatt lädt ein zur Matinee am Sonntag im Cinemax, gezeigt werden alte Filme zur Gartetalbahn, die auch auf DVD käuflich zu erwerben sein werden.

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Göttinger Süden


Abendspaziergang auf den Deponieberg am Ortsausgang von Geismar. Pusteblumen, Heckenrosen, Grasmücken und Nachtigallen. Und Blick in alle Richtungen, vor allem aber über das rapsgelbe Leinetal – und nach Göttingen, das zu dieser Jahreszeit und aus dieser Perspektive wie eine grüne Oase aussieht.

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Leineberg-Radweg fertig

Beinahe anderthalb Jahre hat es gedauert. So lange war der Radweg auf dem Leineberg, der vom Leinetal am Bahndamm entlang bis zum Sieberweg/Bahnbrücke führt, in einem weitgehend desolaten Zustand, verursacht zunächst durch schwere Bau- und Räumfahrzeuge der Stadt, die im vorletzten Winter in einer Nacht- und Nebelaktion zur radikalen Dezimierung des Leineberger Baumbestandes angerückt waren.
Dann dauerte es etwa 25 Ewigkeits-Einheiten, den Weg in voller Länge zu restaurieren.

Aber nun ist er fertig. Und er ist – das muß man einfach mal zugeben – schöner als je zuvor (von den natürlich noch immer schmerzlich sichtbaren Baumfäll-Brachen abgesehen).

Die Helden von Ebergötzen

Am Rande des Mühlentages erklomm ich den kleinen Hügel Richtung Bösinghausen und gelangte ganz unverhofft zum Ehrenmal der gefallenen Soldaten des Ortes: WK1 und WK2. Ein gutes Plätzchen zum Nachdenken (Krieger denk mal!) könnte das sein, wäre da nicht direkt dahinter die Bundesstraße und mit ihr der Lärm.
Aber ich war allein und betrachtete die Namen und Daten und, was sonst noch dabei stand. Wie viele Männer für so ein kleines Dorf! Mir fiel auf, daß von den nicht aus WK2 Zurückgekehrten ein sehr großer Anteil einfach als vermißt galt, nicht gefallen war. Was für Schicksale wohl hinter jedem einzelnen Namen? Was für außerordentlich beschissene Zeiten das damals waren. Hier.
Und was für ebenfalls außerordentlich beschissene Zeiten es sind, heute, nur anderswo. Zu unserem Glück.

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Kontiunität des grapf.logs

Dank der freundlichen und kompetenten Hilfe Thomas Mellenthins ist es gelungen, das komplette grapf.log zu rekonstruieren. Aufgrund zweifachen Software-Wechsels, zuerst von sunlog auf gizmo, dann von gizmo auf wordpress, waren zuletzt nur noch die Beiträge des letzten knappen Jahres abrufbar.
Nun ist dank Melles genialem Export-Script alles komplett nach WordPress konvertiert und damit hoffentlich etwas zukunftssicherer aufgehoben.
Ich freue mich unbändig, alle Beiträge ab April 2003 hier nun zum Nachzulesen zu haben und anbieten zu können!

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Südliche Feldmark im Mai

Um einmal mehr zu verdeutlichen, wie denn eigentlich die Bezeichnung Südniedersächsische Toskana zustande kommt :-)
Besonders empfehlenswert ist zur Zeit ein Spaziergang hinauf zum Berg der ehemaligen Deponie, von wo man ringsum auf strahlendes Rapsgelb blickt, Raps- und Fliederduft atmet und dem Gesang hunderter begeistert singender Vögel zuhören kann. Von Zilpzalp über Goldammer bis zur Nachtigall ist alles dabei.

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Fachwerk-Renovierung


Schon mit der liebevollen Restaurierung der Odilien-Mühle hat sich Henning Hauschild in Göttingen einen Namen gemacht. Das große Fachwerkhaus am Wall, das seit ein paar Monaten ein mexikanisches Restaurant der Sausalitos-Kette beherbergt, kam nicht zuletzt wegen des hölzernen Mühlrades groß in die Presse.
Hauschild beantragte mehrmals bei der Stadt Göttingen, den Wasserstand im Leinekanal anzuheben, um die Mühle wieder in Betrieb nehmen zu können. Die Stadt stellte sich mit dem Argument, den Hochwasserschutz dann nicht mehr ausreichend gewährleisten zu können, ewig lange quer. Bis schließlich, vor allem durch Vermittlung der Grünen, ein Kompromiß gefunden wurde, dem jedoch noch keine durchschlagenden Taten folgten.
Lediglich die Idee eines wenigstens teil- und zeitweise schiffbaren Leinekanals und die Vorstellung von seiner touristischen Anziehungskraft geistert seitdem in vielen Köpfen herum. Meiner Meinung nach könnte das auch für die Göttinger selbst eine echte Attraktion sein: romantische Stadtabende nicht nur am, sondern auch auf dem Fluß. Das hätte doch was!

Henning Hauschild hat sich nun neuerdings des verfallenen Fachwerkhauses am Anfang der Gartenstraße, genau gegenüber der Odilienmühle, angenommen. Dort wird seit ein paar Wochen fleißig gehandwerkert.
Leute wie Herr Hauschild tun der Stadt sichtlich gut. Alte Bausubstanz zu erhalten und wieder einer sinnvollen Nutzung zuzuführen finde ich eine außerordentlich verdienstvolle Tätigkeit. Hut ab!

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