Traum-Sonntag

Morgens dichter Nebel, der an den Bäumen und den Pflanzen gefroren ist und alles mit einer dicken Schicht Zuckerguß überzogen hat. Während wir durch die Feldmark laufen, dringt allmählich die Sonne durch die weißen Schleier und erzeugt gerade in den vereisten Bäumen bizarre Gespensterbilder. Faszinierend auch das Windrad im Nebel, das von hinten beleuchtet einen Riesen-Schatten auf mich wirft.
Es fällt schwer überhaupt wieder reinzugehen.
Nachmittags mache ich eine Radtour zum Wendebachstausee. Die Luft ist kalt und ein klein wenig feucht. In ungünstigen Lagen ist der Rauhreif den ganzen Tag liegen geblieben, in einem Seitental des Wendebachs hängt sogar noch ein Nebelschweif. Der Sonnenuntergang färbt den ganzen Westhimmel in kitschige Farben. Die kahlen Bäume davor sorgen für kalte Finger, weil ich die Knipse nicht aus den Händen legen kann.
Ach ja!

Meta-Gedanken

Morgens zwingt mich meine Gattin, noch während ich Zucker und Milch in meinen Kaffee rühre, aufzustehen, hinaus zu eilen in die Kälte und den Kücheneimer zur Mülltonne zu bringen, weil gerade die Abfuhr anrollt.
Im Anschluß schlägt sie mir vor, diesen empörenden Vorfall doch mal gleich zu bloggen. Worauf ich entgegne, ich hätte gar kein Blog mehr. Warum nicht, fragt sie. Keine Lust mehr, antworte ich. Nicht so ganz wahrheitsgemäß. Das bißchen, was es noch zu sagen gebe, das lande jetzt bei facebook oder google+.

Sie, die jahrelang meine Intention zu bloggen nicht verstand, stimmt jetzt völlig mit mir überein, daß diese Entwicklung eine sehr traurige ist. Auf das Datenkrakenwesen der beiden genannten Anbieter will ich hier jetzt gar nicht abheben. Mehr geht es mir um den Verlust an individuellem persönlichen Engagement, das in privaten Weblogs zum Ausdruck kommt. Oder kam.

Es ist natürlich so viel einfacher, sich in die fb- oder g+-community einzuklicken, sofort alle eminent wichtigen Neuigkeiten der zahlreichen Freunde lesen und mit klugen Worten kommentieren zu können, als sich durch die Blogroll eines eigenen Weblogs zu klicken, womöglich mehrmals seinen Nick und die Mailadresse eingeben zu müssen, um am fremden Ort fundierte Meinungen hinterlassen zu können.
Während ich mich jede Woche aufs neue mehrmals täglich frage, ob ich meinen fb- oder g+-Account nicht wieder löschen soll, weil mich das überwiegend oberflächliche Blabla dort nur nervt. Ständig darüber nachdenken zu müssen, ob meine Privatheits- und Datenschutzeinstellungen noch sicher genug sind, fördert die Motivation, dort irgendwelchen relevanten Inhalt zu hinterlassen, auch nur sehr marginal.

Und daß wir hierzulande via genannter Internetgemeinden oder Twitter gesellschaftliche Bewegungen so organisiert kriegen, daß sich die Verhältnisse entscheidend ändern, daran glaube ich nicht. Dafür geht es uns viel zu gut.

Wie nun also?
Ich sitze hier und sinne nach.

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch
  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Kommentare:5 Kommentare

Hochzeit H & A

Wir sind zur Hochzeit eingeladen. Die Fahrt durch totales Scheißwetter dauert dreieinhalb Stunden, weil wir einem Stau auf der Autobahn entgehen und dann aber endlos durch die Heide juckeln müssen. Wir kommen um viertel vor zwei auf Gut Thansen an, bringen das Gepäck ins Zimmer und dann gehts auch schon gleich los.
Kurze Besprechung mit dem Bräutigam, Fahrt zur Kirche, Kamerataschen abladen, Location inspizieren, Licht testen und anfangen zu knipsen. Während des Gottesdienstes voll konzentriert und angespannt und aufgeregt, danach wird es allmählich lockerer, vor allem nach 2 Glas Sekt beim Steh-Empfang wieder auf dem Gut, wo es aufklart, zeitweise richtig schön die Sonne scheint und unheimlich nette Atmosphäre ist. Ich fühle mich sehr wohl. Es macht Spaß all die Leute da zu photographieren, auch ganz direkt und mit Ansage.
Nach einer kleinen Verschnaufpause auf dem Zimmer geht es mit dem Abendessen weiter, das sich über einige Stunden hinzieht, durch eine sehr bewegende Klezmer-Einlage zweier sehr frauenbewegter Troubadouras unterbrochen wird und dann kurz vor Mitternacht in den Tanzabend übergeht. Bis zum Ende um halb vier sind wir dabei. Und ich hätte auch noch länger durchgehalten, so sehr hat es mir Spaß gemacht. Tanzen ist immer wieder mein Ding. Gerade auch, wenn freies, wildes Tanzen möglich ist…
Ein sehr erfüllter Tag. Nur Schlafen danach geht irgendwie nicht. Zu durchgekallt oder was auch immer.
Um halb zehn steh ich wieder auf, duschen und so weiter, dann Abschiedsfrühstück, etwas chaotisch, nicht so richtig nett und gemütlich und dann auch rasche Abfahrt. Jetzt bei herrlichem Sonnenschein nach Celle, zu Fönks. Dort Sachen abladen, die wir nicht mehr haben wollen, Kinder besichtigen, Essen, bißchen klönen und dann auch ab nach Hause. Auf einer Raststätte muß ich ein Zehnminutenschläfchen einlegen, was sich schon in Frankreich bewährt hatte. Danach gehts besser weiter und schnell nach Hause.

  • Beitrags-Kategorie:EventsTagebuch
  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Reiselust

Morgens beim Laufen durch den Blütenstaub (wird es wohl je wieder regnen?) denke ich noch, daß ich eigentlich ganz schnell wieder nach Paris möchte.
Aber wenn ich das lese, dann vielleicht doch erstmal nach Ägypten?

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch
  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Ostersonntag


Es ist wieder soweit: Ostern! Schnell die Eier suchen, ehe sie in der Sonne schmelzen.


Und danach gerecht t-Ei-len!


Zum Ausgleich dann den Garten mit dem Fußball verschönern


Mittagessen auf dem Hochsitz Picknick


Die Pusteblumen wollen noch nicht wirklich gepustet werden, zum Glück!


Der junge Waldläufer

  • Beitrags-Kategorie:KinderTagebuch
  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Frustrierender Morgen

Mit den Kindern war das sogenannte Frühstück mal wieder eher demoralisierend. Keiner kümmert sich um irgendwas. Die Großen kommen nach viertel nach sieben für 3 Minuten an den gedeckten Tisch, Kind2 läßt sich dann auch noch am Tisch drei Dinge nacheinander anreichen, sie fassen Essen, verschwinden wieder, räumen unter Murren ihre Brettchen nebst Besteck auf die Spülmaschine (und nicht hinein), machen derbe Krach im Treppenhaus trotz mehrfachem Hinweis, daß die Mama schläft, und sie kümmern sich nicht um ihre Karnickel.
Wenn es ja nicht fast immer so wäre. Und wenn sie einem nicht immer noch das Gefühl gäben, ich selbst wäre im Unrecht, weil ich das moniere.

Ich hab echt die Nase voll. Oder wie Kind1 sagen würde: ich bin angepißt.

  • Beitrags-Kategorie:KinderTagebuch
  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Ziele für dieses Jahr

Bremerhaven
Leipzig
Hannover
Dresden
Berlin
Paris
Marseilles
Genua
Damaskus
Constanta
Porto

(edit 8.1.:)
Bonn
Lissabon

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch
  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Kommentare:5 Kommentare

Sylvester


Nach dem morgendlichen Brötchenholen bei zwei verschiedenen Bäckern besuche ich im weiteren Verlauf noch 2 Aldi-Märkte, 1 Tegut und 2 Rewes, bis endlich alles zusammen ist, was man üblicher- und zweckmäßigerweise für das Überleben so eines endlosen Sylvester-/Neujahrswochenendes benötigt. Die Gattin staunt, wie gelassen ich das hinnehme. (Ich auch.)
Mir fehlt dabei ein bißchen die Gelegenheit zum vor mich hin Träumen und gute Vorsätze fassen. Aber zwischen den noch anstehenden Vorbereitungen für den Abend, dem Einsetzen der alljährlichen Fernsehprozedur und dem Abböllern im Nieselregen auf Schnee ergibt sich ja vielleicht die eine oder andere Schrecksekunde, in der ich die Höhen und Tiefen von 2010 mal eben Revue passieren lassen und mich auf die Highlights von 2011 freuen kann.
Jedenfalls endet dieses Jahr (bis jetzt) mit einem guten Gefühl. Wenn das nächste so anfängt, gibt es nur Gründe, laut und vernehmlich Danke zu sagen.

Im Schnee unterwegs


Mit dem Rad fahren ist in diesen schneereichen Tagen nicht nur kein Vergnügen, sondern einfach auch gefährlich. Die Radwege werden nicht mehr geräumt, da fühlt sich die Stadt entweder nicht mehr zuständig oder es mangelt an Geld oder Material oder gar Personal oder beidem –
Also Bus fahren. Kann man machen. Aber Spaß macht das bestimmt nicht. Die meisten Bus-Linien fahren in Göttingen nur alle halbe Stunde. Wenn man das also nicht einigermaßen genau abpaßt, steht man unter Umständen lange dumm rum und wartet. Und fängt an zu frieren.
Also gehe ich zu Fuß. Und entdecke gar nicht unbedingt die Freuden der Langsamkeit oder dieser neumodischen „Entschleunigung“ (blödes Wort ja übrigens), sondern Freude an anderer Bewegung als sonst und an Einblicken, die ich beim schnellen Vorbeiradeln nie wahrnehme. Das macht richtig Spaß.

Mehr Winter, bitte!

Nachts scheint der Mond auf den Schnee und hüllt alles in einzigartiges Licht, wirft lange blaue Schatten und verteilt knackende -17° auf die Stadt und über das Land. Die Heizung würde kochen, wenn man den Regler nicht etwas runterdrehte. Eigentlich habe ich Lust jede Menge Photos zu machen, aber da würden mir dann vielleicht doch die Finger etwas zu steif – oder wahrscheinlicher: der Akku der Kamera schlapp machen.
Morgens ist es deutlich wärmer: angenehme -11°. Und: es schneit wieder.
Mit dem Fahrrad schliddere ich über all die nicht geräumten Rad- und Fußwege, neben mir der Autostau im frierenden Stillstand. Kleine scharfkantige Flocken treffen zwischen Kapuze, Stirnband und Schal mein Gesicht. Alle paar Meter muß ich anhalten, meinen rechten Handschuh ausziehen, die Knipse aus der Brusttasche zerren und knipsen. Ich bin völlig begeistert.

So darf es bitte weitergehen!

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch
  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Kommentare:4 Kommentare