Sonne über Göttingen


Da erstrahlt die Elbinger Straße in lange nicht gesehenem Glanze. Auch wenn sie immer noch nicht Fahrradstraße geworden ist. Obwohl die Herren Meyer und Dienberg das letztes Jahr November so überaus vollmundig angekündigt hatten.
Aber das war ja auch letztes Jahr.

Seit acht Jahren

So lange gibt’s jetzt schon grapf-Bilder im Internetz. Fing seinerzeit an mit der formschönen URL private.addcom.de/grapf, die es ironischerweise immer noch gibt.

Am 14. März 2000 wurde die damalige kleine Galerie auf grapf.de umgeschwenkt. War ich stolz! Von den damaligen 3 täglichen Zugriffen auf die Seite waren jeweils 2 von mir, um zu sehen, ob der Zähler schon weiter gezählt hatte. Und die andern waren von Freunden und Verwandten, die ich lange genug genervt hatte.

Wieviel Zeit man damals mit der Layout-Gestaltung verbracht hat! Als es CSS noch nicht wirklich gab, die ganze Galerie-Technik mit php und MySql erst recht nicht. Jeder Link und jede einzelne HTML-Seite war von Hand erstellt und entsprechend groß die Fehlerzahl und entsprechend langwierig die Fehlersuche.
Einzelne Bilder kommentieren zu lassen, war noch nicht einmal als konkreter Traum am Horizont, man hatte lediglich Gästebücher, gemietete, als Preis mit nerfiger Werbung verunziert, die man regelmäßig wechseln mußte, weil sie irgendwann aufhörten zu funktionieren.

Die erste große Anerkennung erfuhr die Galerie Grapf, als web.de meine Bahnbilder als Linktipp der Woche anpries. Die Besucherzahlen kletterten innerhalb von Stunden auf das Zichfache ihres Normalwertes. Leider war das schon alles. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es von buchstäblich tausenden von Besuchern kein einziges feedback. Endlose stumme Klicks. Nichts sonst. Dieses Gefühl mochte ich nur sehr bedingt.

Eine völlig neue Welt eröffnete das Erscheinen der Weblogs. Aber dazu mehr Ende April, wenn dieses Blog hier Jubiläum feiert.

Zwischenwirklichkeit

Ich darf eine U-Bahn steuern. Gut möglich auch, daß ich es einfach tue, ohne gefragt zu haben. Ich drücke den Geschwindigkeitsregler nach vorn, die Bahn fährt los, in den Tunnel hinein. Das Gefühl ist gut, ich bin aber sehr vorsichtig. Aus dem Off ertönt eine freundliche tiefe Männerstimme, die mich ermutigt schneller zu fahren. Die moderne Sicherungstechnik lasse jetzt ganz andere Geschwindigkeiten zu. Ich denke an die Fahrgäste hinter mir, ich versuche sie mir vorzustellen, aber nur ganz kurz, dann gebe ich mehr Gas. Es lockt die Schwärze vor mir. Im Licht meiner Scheinwerfer bemerke ich dann eine Kurve, auf die wir zufahren. Ich will abbremsen, plötzlich und hart, aber die Stimme, die sich nun zu so etwas wie einem Fahrlehrer materialisiert, greift ein, bedeutet mir weiter, ich könne da ruhig schneller fahren. Kein Problem.
Dann kommen in Kopfhöhe seltsame Rohre und Gestänge auf mich zu. Die U-Bahn, die ich steuere, ist offen, wie mir auffällt. Weder Windschutzscheibe, noch Dach. Ich muß mich ducken, damit ich die Rohre nicht an den Kopf kriege.
Da fahren wir aber auch schon in den nächsten Bahnhof ein. Bremsen ist jetzt ok. Wenn nur dieses nerfige Piepsen nicht wäre. Irgendwo hinter mir. Ich versuche es abzustellen. geht aber nicht, weil ich erst die Bahn zum Stehen bringen muß. Was mir dann zum Glück ohne großes Rucken gelingt. Dann greife ich neben mich, hinter mich und stelle das Piepsen, das mein Wecker von sich gibt, ab.
Es dauert ungewöhnlich lange, bis ich weiß, wo ich bin.

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Ärger mit der Telefonie

Wer bei uns anruft, hört vor allem sich selbst. Und das nervt. Ursache ist die DSL-Telefonitis, Verzögerungen, die möglicherweise mit der Firmware in der Fritzbox zu tun haben.
Besonders ärgerlich daran ist, daß dieses Problem erst neuerdings aufgetreten ist. Per VoIP telefonieren wir schon länger und bis vor kurzem war das überwiegend erfreulich, weil viel billiger als normal über Festnetz.

Und das Telefonieren mit dem Handy macht auch keinen Spaß mehr, in erster Linie wegen des äußerst kundenunfreundlichen Geschäftsgebarens von O2. Früher einmal war ich begeistert von der Idee mit der Homezone, von der aus mal so günstig mit dem Handy telefonieren konnte. Heute ärgert man sich über den äußerst dummerweise abgeschlossenen Genion-L-Vertrag, der jeden Monat 35 Euro kostet und trotzdem nur Flatrate ins Festnetz und nach O2 beinhaltet, während Gespräche in andere Netze satte 19 Cent kosten. Aber man kommt aus diesem Knebelvertrag auch nicht raus. Allein ihn zu reduzieren, also in eine weniger teure Variante zu wechseln, kostet zur Zeit 150 Euro Wechselgebühren. Wobei man bei jedem Anruf bei der zuständigen Hotline leicht andere Ansagen bekommt. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als daß O2 seine Kunden mit Macht loswerden will.