Schritte zu mehr digitaler Souveränität (Teil 3)

Liebes IT-Tagebuch, leider war ich in den letzten Wochen zu sehr mit meinem neuen Spielzeug, dem Raspberry Pi, und zich Versuchen, darauf eine mir gefällige Nextcloud zu installieren und vom Internet aus zugänglich zu machen, beschäftigt, als dass ich Zeit und vor allem Muße gefunden hätte, hier auch noch darüber zu schreiben. Das werde ich jetzt ein wenig nachholen.

Nextcloud ist eine Software, die nicht einfach nur einen Open-Source-Clouddienst zur Verfügung stellt, den man entweder gehostet und gemanagt für Geld nutzen, sondern den man zB auf einem Raspberry Pi auch im Heimnetz selbst installieren und damit selbst hosten kann. Und alles für wirklich kleines Geld, das man auch als Rentner vom Taschengeld erübrigen kann.

Aber es gibt auch Abers. Das größte davon ist das Thema Komplexität. Nicht nur, dass Nextcloud sehr viele Dienste oder Apps bereitstellt, die geeignet sind, die Kultur von Unternehmen neu zu strukturieren, und damit für eine Ein-Mann-Cloud oder auch eine kleine Familie definitiv überproportioniert ist. Sondern es ist auch administrativ ziemlich herausfordernd. Egal auf welche Art man es installiert, es funktioniert dann doch nie so ganz auf Anhieb, sondern erfordert einiges an Konfigurations- und Feinjustierungstätigkeiten. Und man muss es stetig pflegen und aktualisieren, jedenfalls wenn man so mutig ist, es über den Router dem Internet zugänglich zu machen.

Bei meinen Experimenten lernte ich eine Menge über Port-Freigaben, DNS-Server, Reverse-Proxies, DynDNS-Server, Load-Balancer und all solche Dinge, von denen ich vorher nur eine sehr blasse Ahnung hatte, dass es sie gibt. Nach gut 6 Wochen intensiver Trial-and-Error-Phase, weiß ich etwas mehr. Aber definitv nicht genug, um mein Experminental-Labor mit gutem Gefühl so weiter zu betreiben.

Wer kurz eine Suchmaschine bemüht, wird zu den Stichworten RaspberryPi und Nextcloud einige Blogs und Tutorial-Sites finden, die den Weg in die gewünschte Richtung weisen. Ich war und bin da sehr dankbar für. Aber (schon wieder!) wenn dann die ersten Dinge beim Konfigurieren von Apache oder MariaDB oder der Portfreigabe in der Fritzbox nicht wie erwartet funktionieren, bilden sich schnell Schweißperlen auf der Stirn, weil ich mit meinem leidlich gepflegten Halbwissen von Linux und den genannten Serverdiensten dann in hektisches Fehlersuchen via Suchmaschinen verfalle und dieses und jenes ausprobiere und im Nu meine gerade noch so schick wirkende siebzehnte Neuinstallation von Nextcloud wieder zielsicher zerschossen habe – ohne mir vorher oder dabei zu merken, was genau ich wo geändert habe. (Keine Geduld für sowas…)

Kurz: diese Herangehensweise ist nur zu empfehlen, wenn Sie sehr viel Zeit haben oder grundsätzlich bereit und in der Lage sind, komplexe Vorgänge systematisch anzugehen und das einmal begonnene System durchzuhalten – und stetig jeden Ihrer Schritte zu dokumentieren. Ich bin irgendwie nicht ganz so diszipliniert und mache deswegen mit diesem Thema zumindest erstmal eine Pause.

In der Zwischenzeit beschäftige ich mich mit Immich. Aber dazu später mehr. Wie auch zu ActivityPub. Völliges Neuland alles. Sehr spannend!

Schritte zu mehr digitaler Souveränität

Letzten Herbst wurden in den USA mehrere große Provider (u.a. AT&T und Telekom) von chinesischen Hackern attackiert. Daten flossen ab und fließen noch immer. Denn die Angriffe werden fortgesetzt. Wo die Biden-Administration offenbar nichts ausrichten konnte, will die Trump-Administration dies gar nicht erst.
Ganz abgesehen davon, dass sich die Betreiber von X, Facebook, Instagram, Whatsapp und natürlich Amazon hinter Trump stellen und von seiner Politik unmittelbar profitieren, sind unsere Daten, die wir auf Servern in den USA speichern, schon immer hochgradig unsicher – und wir geben unsere Kontrolle darüber ab in dem Moment, wo wir sie dort speichern.

Mir wurde das vorgestern wieder mal sehr deutlich vor Augen geführt, als Windows mich nach einem Update erst dann wieder an meinen PC lassen wollte, als ich zugestimmt hatte, dass es irgendwelche Daten nach Hause funken darf. Ich durfte auswählen, ob sie ganz persönlich oder nur ein bisschen persönlich sind.
Die Telemetrie von Windows11 ist seit Langem bekannt, auch dass man sie nicht vollständig abschalten kann. Besonders dann nicht, wenn man auch Microsoft 365, also Office nutzt.

Aber es gibt Alternativen. Es gibt zugängliche Möglichkeiten, die eigene digitale Souveränität Stück für Stück zurückzuerobern:

  • Statt autoritär und faschistisch geführtem X bieten Mastodon oder Bluesky dezentral demokratisch geführte Micro-Blogging-Plattformen.
  • Wozu man Facebook eigentlich überhaupt „braucht“, habe ich nie so richtig verstanden. Aber was man dort tut, kann man auf Mastodon fast genauso tun.
  • Instagram ist ja seit Langem nicht mehr die Foto-Community, die es mal war, als ich dort vor 14 Jahren meinen ersten Account eröffnete. Damals postete man da noch Trash-Bildchen, weil die ersten iPhones noch nicht so gute Qualität produzierten. Heute ist es die wahrscheinlich größte Werbeplattform und zugleich größte Datenabsauge-Plattform der Welt. Es ist erwiesenermaßen hochgradig suchterzeugend und insbesondere für jüngere Menschen gesundheitsgefährdend bis hin zu lebensgefährlich.
    „Ich bin Grapf und ich bin auf Instagram.“ hätte ich gestern meiner Therapiegruppe noch gestehen müssen – wenn es denn eine gäbe. Heute habe ich meinen letzten Account dort gelöscht. Jetzt heißt es, mindestens den nächsten Monat durchhalten. Denn so lange könnte ich ihn noch reaktivieren.
  • Whatsapp nutze ich tatsächlich schon seit vielen Jahren nicht mehr, weil Signal und Threema absolut vollwertige Alternativen sind, die nicht mit unseren Daten ihr Geld verdienen.
    Es bedurfte anfangs einiger Überredungskunst, meine Freund*innen und Bekannten dorthin mitzunehmen. Aber die Tatsache, dass Signal kostenlos ist und fast genauso funktioniert wie Whatsapp, war und ist da sehr hilfreich. Und wer immer noch nicht will, kann per SMS bzw. dem Nachfolger RCS mit mir kommunizieren. Oder per Mail.
  • Im Moment bin ich dabei von One Drive, Microsofts verführerischer Cloud (weil im Office 365 mit drin, weil billig, weil viel Platz und weil funktioniert einfach gut), zu NextCloud umzuziehen. NextCloud ist ein Open-Source-Projekt, das seit vielen Jahren im Wesentlichen dieselben Möglichkeit bietet wie One Drive oder Google Drive oder Dropbox – und noch weitaus mehr. Man kann damit auch Termine verwalten, Notizen schreiben, chatten oder Office-Produkte nutzen. Der Einstieg ist nicht ganz so trivial, wird aber zB durch das Angebot von gemanagten NextClouds deutlich erleichtert. Sehr gute Anleitungen dafür finden Sie in dem auch sonst äußerst empfehlenswerten und gut lesbaren Kuketz-Blog.

Die Liste ließe sich noch lang weiterführen. Aber fürs erste erscheint mir das schon mehr als genug.

Posteo für Mobilitätskonzept ausgezeichnet

Posteo ist Gewinner der Climate Mobility Challenge 2023 der Deutschen Bahn: Bei der Preisverleihung in Berlin wurde der Berliner E-Mail-Provider am 29.06. für sein nachhaltiges Mobilitätskonzept ausgezeichnet.
Mit dem Wettbewerb will die Bahn seit 2022 Anreize für Unternehmen schaffen, ihren CO2-Ausstoß durch ein klimafreundlicheres Mobilitätsverhalten zu verringern.

Posteo selbst über ihr prämiertes Mobilitätskonzept

Unser Team besteht aus über 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, verteilt über ganz Deutschland. Unser Mobilitätskonzept ist Teil der gesamtbetrieblichen Nachhaltigkeitsstrategie – im Lauf der Jahre haben wir es immer weiter ausgebaut.

No-Flights-Policy: Wir verzichten aus Klimaschutzgründen bereits seit unserer Gründung 2009 vollständig auf geschäftliche Flugreisen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Ziele auf dem europäischen Festland auch sehr gut mit der Bahn im Rahmen von Dienstreisen zu erreichen sind.

Förderung klimafreundlicher Reisen: Seit 2014 gewähren wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 2 zusätzliche Urlaubstage pro Jahr, wenn diese bei privaten Auslandsreisen auf das Flugzeug verzichten – und zahlen einen Zuschuss (150 €, netto) für das Bahnticket. Bei diesem freiwilligen Angebot geht es uns darum, einen Anreiz für umweltfreundliche Zugreisen zu geben und die längere Anfahrt zum Urlaubsort durch zusätzliche Urlaubstage auszugleichen. Von unserem Team wird das Angebot seit vielen Jahren sehr gut angenommen und wertgeschätzt.

Remote-Stellen: Die meisten Teammitglieder können bei Posteo vollständig „remote“ von zu Hause aus arbeiten, da die Stellen dies erlauben. Das reduziert die Pendelfahrten und mobilitätsbedingte CO2-Emissionen. Wir haben uns dazu entschieden, mobiles Arbeiten auch nach der Pandemie dauerhaft weiter zu ermöglichen.

Kostenfreies ÖPNV-Ticket: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten von uns ein kostenfreies ÖPNV-Ticket. Und zwar auch dann, wenn sie ausschließlich remote arbeiten oder nicht an unserem Unternehmensstandort in Berlin wohnen.

Gut erreichbarer Standort: Unsere Büros sind zentral gelegen in Berlin und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad und zu Fuß zu erreichen.

Fahrradreparatur: Wir tragen die Wartungs- und Reparaturkosten inkl. Ersatzteile für Fahrräder, die auch für den Arbeitsweg genutzt werden. Dieses Angebot wird vom Team gerne in Anspruch genommen. In der Tiefgarage unter unseren Büros haben wir zudem Auto-Parkplätze angemietet und auf ihnen sichere Fahrradstellplätze eingerichtet.

Ich gratuliere

Was Posteo seinen Mitarbeiter*innen bietet, finde ich abolut vorbildlichst! Da würde ich als Arbeitnehmer*in nur von träumen!
Einfach großartig.
Ich nutze Posteo als Mail-Provider übrigens seit gut 10 Jahren und bin damit immer sehr zufrieden gewesen. Das einzige Mal, dass ich den Support brauchte, war dieser schnell erreichbar und hat mir kompetent geholfen.
Aber dies hier ist echt das Krönchen.
Bitte macht weiter so!


Alles dicht machen?

Ich heiße Ralph. Ich bin kein Schauspieler. Zumindest nicht von Beruf.
Ich habe bereits vorgestern den Schauspieler*innen gedankt, die sich getraut haben uns alle mit ihrer Aktion #allesdichtmachen aus der Reserve zu locken.
Denn ich finde es wichtig, Zweifel an herrschenden Meinungen und den eigenen kritischen Verstand gerade in schwieriger Lage nicht zugunsten von moralischen Glaubenssätzen aufzugeben. Selber denken hält fit. Das verstehen zu viele offenbar nicht.

Der Shitstorm, den die Schauspieler*innen auf Twitter, auf Youtube und in allen anderen möglichen Medien erfahren mussten, macht mich ehrlich gesagt fassungslos und traurig und wütend. Eine Menge Leute, denen ich bislang auf Twitter gefolgt bin und von denen ich eigentlich viel halte, haben sich dem Einprügeln auf die Akteur*innen der Aktion angeschlossen. Der Ton, in dem geschnauzt und gehetzt wird, ist unglaublich schnell völlig aus dem Ruder gelaufen.

Ja, man kann den Initiator*innen und Akteur*innen von #allesdichtmachen vorhalten, sie hätten nicht ausreichend Sorge dafür getragen, dass sie von den Rechten (Corona-Leugnern, Querdenkern etc) für ihre Aktion keinen Beifall bekommen. Aber worauf läuft das denn hinaus? Darf ich keine Kritik mehr äußern bzw ist nun jede Kritik verpönt, die auch von der falschen politischen Seite geäußert und damit vereinnahmt wird? Geht nur noch absolutes Schubladen-Denken?

Ich habe vielmehr den Eindruck, dass unsere politische Streitkultur an einem Tiefpunkt angekommen ist. Wir reden nirgends mehr miteinander, sondern nur noch übereinander. Und das am liebsten auf gehässigste Weise.

Ja, man kann den einen oder anderen Beitrag zu #allesdichtmachen unempathisch, zynisch oder süffisant nennen. Und? Ist das ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit? Darf man, weil durch Corona täglich Menschen sterben, weil um dies zu verhindern andere Menschen seit Monaten am Limit arbeiten und eigentlich nicht mehr können, weil andere Menschen an Einsamkeit oder Perspektivlosigkeit zugrunde gehen, weil Regierungen und Behörden auf allen Ebenen seit über einem Jahr sich zwar bemühen, aber leider zu oft erfolglos und zu oft stümpernd – und sich zu viele dabei nur selbst bereichern – darf man deswegen nur noch ununterbrochen mit betroffener Miene zu jeder neuen Regierungsentscheidung Ja und Amen sagen? Und Satire, Ironie, Sarkasmus, Zynismus ist verboten – bis es uns wieder besser geht?

Aus meiner Sicht ist die Aktion #allesdichtmachen ein voller Erfolg. Sie hilft nicht gegen Corona, ok. Sie hält uns stattdessen einen Spiegel vor und zeigt uns, dass wir an unserer Streitkultur, überhaupt an unserer Kommunikation arbeiten müssen, wenn wir uns nicht irgendwann wegen jeder Kleinigkeit nur noch anschreien wollen. Den Wutbürger als Phänomen hat nicht Corona hervorgebracht, aber er bekommt durch Politik und ‚die Wirtschaft‘ ständig neue Gründe für sein Wütendsein geliefert. Gefundenes Fressen für alle Gruppen auf der rechten Seite, denen das Fischen nur immer leichter gemacht wird – dies jedoch durch die Politik, nicht durch die satirische Auseinandersetzung mit ihr.

Ich habe selbst einige Zeit überlegt, auf welche Seite ich mich in diesem Streit schlage. Die Videos finde ich nicht alle wirklich zielführend. Ich finde es aber auch nicht nötig, nicht einmal sinnvoll, hier Perfektion zu erwarten und einzuklagen. Kunst ist eine menschliche Fähigkeit und darf, ja muss auch ‚Fehler‘ machen – dürfen. Aus ‚Fehlern‘ lernen wir. Perfektion lässt uns letztlich kalt. Was mich ganz und gar nicht kalt lässt, ist die klar zu große Bereitschaft der moralischen Rechthaber*innen, gleich drauf los zu prügeln. Ich habe auf Twitter so viele hasserfüllte Kommentare gelesen, dass ich es nach kurzer Zeit nicht mehr ausgehalten habe. Eine Diskussion kann ich das nicht nennen. Davon kann ich mich nur abwenden und mich hier in meine Quasi-Privatsphäre zurückziehen. Wohl wissend, dass hier gerade das Private politisch ist.

Und ganz privat solidarisiere ich mich mit den Schauspieler*innen von #allesdichtmachen und hoffe sehr mit ihnen und für sie, dass sie die heftige Belastung dieses Shitstorms ertragen und keine bleibenden Schäden davontragen!

trister Morgen

Es regnet Bindfäden, nachdem es schon die ganze Nacht gegen mein Fenster geprasselt hat. Seit kurz nach fünf kann ich nicht mehr schlafen. Die Kinder haben alle keine Lust wieder in die Schule zu gehen. Nicht einmal der Hund hat Lust auf den Morgengassigang.
Und dann auch noch das flickr-Disaster. Dort wurden gestern sehr umfangreiche Änderungen an Layout und Vertragsbedingungen ohne jegliche Vorankündigung durchgeführt und die Gemeinde steht Kopf. Die Performance hat unter dem neuen Layout so gelitten, daß die Seite seit Stunden eigentlich gar nicht aufrufbar ist.
Habe selten, wenn überhaupt je, so viele haßerfüllte Foreneinträge wie gestern zum Thema gelesen. Da ist man froh, wenn man im Internet auch noch andere Zufluchtsorte hat.

Regengedanken

Er kann sich beim Anblick des Grauens da draußen nicht vom Frühstückstisch loseisen und liest stattdessen in Blogs, die er teils seit mehr als 10 Jahren kennt (siehe Blogroll)…
Der Eindruck von Kontinuität und Vertrautheit schafft ein positives Gegengewicht.
Schön, daß es im Appstore auch eine WordPress-App gibt, mit deren Hilfe das eigene Blog auch vom Telefon aus bequem beschickt werden kann.
Jetzt aber schreitet er vorerst zum äußersten und wird Schirm bewehrt einkaufen gehen.

für mehr Kreativität

im Internet und gegen die angebliche Nordkoreanisierung soll es gut sein, sein Leben nicht auf den geliebten Mainstream-Plattformen wie facebook oder instagram zu verbringen.
Die sozialen Medien verhelfen ja nicht nur zu immerwährendem und umfassendem Teilen intimer und lebenswichtiger Details und gemeinsamem Erleben großer Momente, sondern man kann sie dann auch noch zum Wohle der Firmen, die uns diese neue Freiheit erst gegeben haben, sinnvoll verwerten lassen.
Und man darf gewiß sein, daß Kommunikation und Kreativität im Geiste des Großen und Ganzen völlig unter- aufgehen!
Es ist auch gar nicht mehr nötig, richtige oder womöglich wirklich interessante Fotos zu machen, um damit Aufmerksamkeit zu erlangen. Es reicht, wenn man seine Bilderzeugnisse durch den richtigen Filter schickt, auf Instagram uppt und dann die Erzeugnisse seiner Buddys leikt (oder wie schreibt man das?). Zur Belohnung bekommt man viele Leiks zurück und fertig ist das soziale Instant-Erlebnis.
Diese Vereinfachung des Lebens finde ich schon toll. Die nötigen Apps hole ich mir gratis aus dem store meines Smartphones, mit dem ich dann auch mein Leben ablichte. Oder inszeniere. Vieles wird ja erst dadurch zu so etwas wie Leben, daß ich es als Bild mit der community share. Die es dann leikt. Wodurch es für mich erst richtig schön wird.
Wie ging das früher bloß ohne?
Ja.
Warum ich das erzähle? Sie kennen das ja selbst zur Genüge.
Da war das mit instagram. Vielleicht haben Sie davon gelesen, von diesem blöden Mißverständnis. Wie mal wieder irgendwelche naßforschen Journalisten behauptet haben, instagram wolle mit den Bildern seiner Jünger nur Geld verdienen und ihnen nichts davon abgeben. Ungeheuerlich.

Das einzige, was ich wirklich nicht verstehe, ist, warum ich mit diesem altmodischen Geblogge hier nicht aufhören kann. Ich gestehe, ich maile auch noch regelmäßig. Statt einfach nur messages zu schicken über facebook oder whats app. Letzteres ist zwar viel einfacher und schneller. Aber ich ertappe mich dabei, wie ich an diesen Steinzeit-Methoden festhänge. Ähnlich wie ich irgendwie lieber selbstgemachte Bratkartoffeln esse als die aus dem Tiefkühlbeutel. Gegen jede Vernunft.

Das Leben ist so viel dichter geworden. Und zugleich undichter.

Zwölfter Zwölfter Zwölf

Nein, keine Heiratsanzeige hier, auch keine Existenzgründung. Nur ein Blogeintrag zum möglicherweise hübschesten Datum des Jahrhunderts.
Ganz schön finde ich, daß trotz allem die Bloggerei ihre Nische zum Überleben gefunden hat. Offenbar bin ich nicht der einzige, der mit dem nötigen Starrsinn an der schlichten Schönheit der Idee festhält. Auch wenn Milliarden WWWler lieber twittern oder sich bei g+ hangouten oder faithbook ihren Zustand anvertrauen, auf jeden Fall allabendlich dem Internet gute Nacht sagen. Ohne dem scheint Leben zwar noch vorstellbar, aber nicht sinnvoll.

Zur Feier des Tages eine kleine Adventsgeschichte:
Vorgestern Abend hatten wir in unserem Häuschen einen partiellen Stromausfall. Betroffen war insbesondere das Wohnzimmer, wo wir nicht nur essen, sondern vor allem auch fernsehen und unseren Internetanschluß haben: dieses kleine Gerät, das wir Fritzbox nennen und an dem unser virtuelles Leben Kontakt zur Welt hängt. Wenn nun der Strom nicht mehr fließt, frieren auch unmittelbar alle Kontakte und eigentlich beinahe das Leben selbst ein.
Natürlich arbeitete ich zuerst den Notfallplan am Sicherungskasten ab. Alle aus, alle wieder an. Auch mal im Keller geguckt, ob da vielleicht etwas herausgerissen Funken sprühte o.dergl. Aber nichts dergl. Alles tat so, als ob nichts sei. Eine schnelle Lösung bot sich nicht an. Den Elektriker würde man natürlich erst am nächsten Tag verständigen können. Und wann der dann käme!?
Ich tigerte einige Zeit mehr als rastlos hin und her, drehte Glühbirnen raus und wieder rein, schaltete schaltbare Steckdosen aus und bald wieder an und probierte zwischendrin stets erneut, ob ein Reinraus der Sicherungen irgendeinen Effekt bringen wollte. Währenddessen überlegte ich, wie man einen langen Winterabend ohne Glotze und ohne Internet wohl am besten rumkriegen würde. Bis ich auf die Idee kam, das Rasenmäherverlängerungskabel aus dem Schuppen zu holen und mit seiner Hilfe den Strom aus der Küche zur Fritzbox zu bringen.
Was ganz einfach war.
Mir fiel ein Stein vom Herzen.

Auf den dringenden Wunsch meiner Tochter hin versorgte ich mit einem weiteren Verlängerungskabel und ein paar Umstöpseleien auch den Fernseher mit Strom, so daß dem friedlichen Verlauf des Abends nichts mehr im Wege stand.
Abendessen und Frühstück genossen wir gemütlich bei Kerzenschein, draußen rieselten putzig einzelne Schneepflöckchen vom unschuldigen Himmelein, während auf unseren Smartphones gar traulich das liebe Internet funkelte.
So freuen wir uns, daß ’s Lichtlein brennt und sehen all: es ist Advent.

wieder mal so eine fiese Spam-Welle

Vor ein paar Tagen erreichte mich bereits eine Mahnung, die ähnlich wie die nachfolgend wiedergegebene Mail weitgehend echt klang. Wenn dann nicht doch kleine Ungereimtheiten darin enthalten wären, die solche Mails als Betrugsversuche entlarven.
Trotzdem, seien Sie gewarnt: klicken Sie niemals auf die Anhänge solcher Mails!

„Hallo Benutzer Xxxx Xxxxxxxx,

diese E-Mail wurde bei der Unterzeichnung von 2 T-Mobile Mobilfunk Verträgen angegeben. Die Simkarten wurden bei der Unterzeichnung vergeben. Sicher ist es Ihnen entgangen, dass die Zahlungsfrist der nachfolgenden Rechnung abgelaufen ist. Auf unsere Mahnbescheide haben Sie ebenso nicht reagiert.

Betrag April: 536,57 Euro

Wir bitten Sie, den Gesamtbetrag in den nächsten 7 Tagen zu überweisen.

Die Handys sollten an Ihre Adresse versendet werden. Leider waren mehrfache Zustellversuche nicht erfolgreich. Wir bitten Sie uns mitzuteilen was mit den beiden Handys (iPhone 4S) gemacht werden soll.

Im zugefügten Ordner senden wir Ihnen die Unterlagen, die Ausweis Kopie des Vertrages, Rechnungen so wie den Einzelverbindungsnachweis.
Teilen Sie uns bitte mit an welche Adresse die Telefone versendet werden sollen.

Mit freundlichen Grüßen

Köhler GmbH
Blostwiete 36
Keiserslauter

Telefon: (0900) 079 7015318
(Mo-Fr 8.00 bis 18.00 Uhr, Sa 10.00 bis 18.00 Uhr)
Gesellschaftssitz ist Alsleben
Umsatzsteuer-ID: DE796327229
Geschäftsfuehrer: Felix Schwarz“