Neue Spitze für Johanniskirchturm




Fast ein halbes Jahr, nachdem die Spitze des Nordturms der Johanniskirche abgebrannt ist, nähern sich die Wiederherstellungsarbeiten nun in großen Schritten ihrer Vollendung.
Mit einem eindrucksvoll riesigen Kran wird heute eine neue Spitze auf den Turm gehievt und von den eifrigen Zimmermännern sogleich befestigt. Im Anschluß wird Richtfest gefeiert.

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Johanniskirchturm Renovierungspläne

Stadtbaurat Thomas Dienberg hat allen Ernstes vorgeschlagen, den abgebrannten Nordturm nicht wie gehabt historisch wieder zu errichten, sondern anstelle der Holz-Ballustrade eine Rundum-Verglasung anzubringen, um auf diese Weise zu zeigen, daß “hier etwas passiert ist”, außerdem um auf dem Turm mehr Ausstellungsfläche zu schaffen.
Die Folge: nicht allein das Antlitz des Turms wäre ernsthaft entstellt, sondern mit ihm die ganze Skyline der Stadt. Mal davon abgesehen, daß man oben nicht mehr im Freuen stünde, sondern hinter Glas, eingemacht quasi.
Tolle Wurst. Da klappt einem doch nur noch der Unterkiefer runter.

[Edit 11.03.05] Inzwischen haben sich nicht nur der Pastor der Gemeinde sondern auch der Kirchenvorstand unisono ablehnend zu den Dienbergschen Plänen geäußert.

Johanniskirche eingerüstet

Nachdem in den letzten Tagen der abgebrannte Nordturm wieder vollständig eingerüstet worden ist, sind heute im Verlauf des Tages mit Hilfe eines beeindruckend großen Krans die restlichen verkohlten Balken des Turmdaches abgetragen worden, damit der Turm zunächst mit einem provisorischen neuen Dach versehen werden kann, um ihn vor der Witterung zu schützen.
Die Bewegungen der Arbeiter auf dem Gerüst, aus der Ferne betrachtet, sind ein atemberaubendes Schauspiel.

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Johanniskirche, vom Wall aus

Gut sichtbar: die verkohlten Reste der Nordturmspitze.
Die wird auch nicht mehr lange so aussehen, denn die Gerüstbauer sind bereits wieder fleißig im Gange, den Nordturm einzurüsten, um ihn gegen Witterungsschäden abdecken zu können und die Renovierung vorzubereiten.

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Jugendliche fackeln Kirchturm ab

Inzwischen sind es Jahre, die die Gemeinde der Johanniskirche in Zusammenarbeit mit der Stadt Göttingen damit zugebracht haben, Geld für die Renovierung insbesondere der 2 Kirchtürme, die mit zu den Wahrzeichen der Stadt gehören, zu sammeln und diese Renovierung durchführen zu lassen.
Ein sehr interessantes Detail ist die Türmerwohnung, welche sich im Nordturm befindet und bis unmittelbar vor Beginn der Renovierung noch von Studenten bewohnt wurde. Als die Renovierungsarbeiten bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hatten, fiel plötzlich irgendeinem Paragraphenkundigen auf, daß sie aber gar nicht den jüngsten Brandsicherheitsvorschriften entspräche und deshalb nicht nur nicht mehr bewohnt sondern auch nicht mehr für touristische Zwecke genutzt werden dürfe. Es schloß sich ein endloses und bis dato nicht wirklich entschiedenes Gerangel um die Nutzbarkeit dieser Wohnung an, dem nun ein radikales Ende bereitet wurde.
Nachdem die Renovierung der Kirche für umgerechnet etwa 7,5 Millionen Euro sozusagen abgeschlossen war, erklommen in der Nacht zum 23. Januar zwei Jugendliche im Alter von 19 und 15 Jahren den Nordturm, verschafften sich Einlaß in die Türmerwohnung, legten dort Feuer und sorgten damit, vermutlich aus schlichtem Leichtsinn, für eine echte Göttinger Katastrophe.
Der Turm brannte vollkommen aus. Die Feuerwehr war rund um die Uhr mit der Brandbekämpfung und der Sicherung der umliegenden Häuser beschäftigt. Ein 100 Meter hoher mobiler Kran mußte aus Braunschweig herangefahren werden, um eine mehrere hundert Kilo schwere Bronzekugel von der verbannten Turmspitze zu bergen, weil diese abzustürzen drohte. Mehr als 20 in der nächsten Umgebung wohnende Personen mußten vorübergehend zu ihrem eigenen Schutz evakuiert werden. Aber es wurde niemand verletzt.
Die Göttinger sind echt betroffen, das Ereignis ist seit Tagen das Stadtgespräch.
Den beiden mutmaßlichen Täter dürfte keine allzu rosige Zukunft beschieden sein. In ihrer Haut oder der ihrer Eltern möchte man um keinen Preis stecken.

Freuen können sich die mit der nun neuerlich notwendigen Renovierung zu beauftragenden Baufirmen. Die Göttinger werden weitere Jahre mit dem Anblick eines eingerüsteten Wahrzeichens leben müssen – aber auch mit der Hoffnung, daß, nun auf Versicherungskosten, die Kirche vollständig wieder hergerichtet und vielleicht auch gleich die Türmerwohnung brandschutzgerecht ausgerüstet wird, so daß sie wieder für alle begehbar wird. Vielleicht wird dann – in ein paar Jahren? – auch wieder der Herr mit der Trompete samstags mittags so wunderbar den Markt beschallen – ein Hör-Erlebnis, das einen beinahe ins Mittelalter zurückversetzt.

Den Brand und den Zustand der Kirche am Tag danach hat der GT-Photograph Heller so eindrucksvoll photographiert, daß ich für Bildmaterial nur auf die Zeitung verweisen kann.

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Endlich wieder türmen!

Die Johanniskirche prägt mit ihren zwei unterschiedlichen Türmen das Stadtbild Götingens. Um ihre Renovierung hat es in den letzten Jahren viel Wirbel gegeben. Zeitweise drohte gar wegen akutem Geldmangel der Abriss. Glücklicherweise fanden sich zur Abwendung dieser Katastrophe jedoch ausreichend Geldgeber, so dass die Renovierung nunmehr ihrer Vollendung entgegensieht. Die Türme werden schöner denn je das Dach der Stadt schmücken.
Aber das ist noch nicht alles. Da ist noch die Sache mit der Wohnung. Unterm Dach des Nordturms gibt es die ehemalige Türmer-Wohnung, die bis zur Renovierung von Studenten bewohnt war. Ja, wir steigen jeden Tag die Treppen zu Fuß hinauf. Und nein, wir sind keine Theologiestudenten stand an der Eingangstür. Viel Platz zum Wohnen ist dort nicht. Und das Leben, 237 Stufen über der Fußgängerebene, ohne fließend warm Wasser, ist sicher in spezifischer Weise beschwerlich. Aber auch sicher absolut einmalig, malerisch, phantastisch.
Nur ein Mal war ich dort oben, als Tourist quasi, zahlte meine 2 Mark, erklomm die endlosen Treppen und genoss sowohl den herrlichen Blick über Stadt und Land als auch diese Schnurre, dass da oben Leute wohnen.
Jeden Samstag Mittag spielte dort auch noch jemand Trompete. Da legte sich von oben der Klang getragener Weisen wie eine Botschaft aus anderer Zeit über die Hektik des Samstagseinkaufs. Eine Oase. Mir fehlt das richtig.

Jetzt aber wurde mit deutscher Gründlichkeit festgestellt, dass durch die Turmrenovierung die Türmerwohnung nicht mehr den heutzutage notwendigen Sicherheitsbestimmungen genügt. Irgendwelche Feuerrettungsvorschriften oder so etwas werden nicht befriedigt. Und deshalb wird, soweit der aktuelle Stand, dort oben niemand mehr wohnen dürfen. Und auch Besuchern wird der Zugang verwehrt bleiben.
Was für ein Verlust! Schilda lässt grüßen!
Bleibt nur zu hoffen, dass man sich seitens der Stadt durchringen kann, wenigstens für diesmal über den Schatten des Amtsschimmels zu springen.

Deswegen mal an dieser Stelle ganz ausdrücklich: ich wünsche mir, dass die Türmerwohnung wieder bewohnt wird, dass man dort als Besucher wieder hinaufsteigen darf und dass der Tromptenspieler wieder seine Samstagsmittagskonzerte gibt. Das wäre ein kleines Stück Rückkehr heiler Welt.