Es wird Herbst

Der erste Morgen mit einstelliger Temperatur, ich ziehe Handschuhe zum Radfahren an. Wird also Zeit die Sommerpause zu beenden. Am Samstag kommt das jüngste Junge in die Schule, endlich! Was gibbert sie dem entgegen – und wie lange schon!
Und wir auch, war doch der Kindergarten, in dem sie das letzte Jahr verbracht hat, eine ziemliche Enttäuschung.

Ich suche vehement neue photographische Orientierung. Nicht allein beim Machen von Bildern, mehr noch bei dem Zeigen und Veröffentlichen. Das Photobloggerwesen ist nicht mehr, was es vor drei, vier Jahren noch war. Vielleicht entwachse ich ihm, vielleicht braucht meine Kreativität auch eher einen Anstoß von innen bzw aus dem realen Leben. Meine Vorliebe für idyllisch marodes Bahn- und Stadt-Ambiente ist nach wie vor groß, aber das Einfangen lebendiger Augenblicke mit lebendigen Menschen wird mir immer wichtiger. Irgendwann möchte ich es gern souverän verbinden können: nicht einfach dokumentarisch photographieren, sondern lebendig inszenieren, so daß mein Eindruck zum Ausdruck kommt.
Keine eigentlich neue Idee, ich weiß, aber für mich eine immerwährend neue Herausforderung, die gerade nach neuen konkreten Ideen verlangt.

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Mittelalterfest auf Burg Hanstein


In sehr romantischer Lage und Umgebung, genau im Dreiländereck Thüringen / Hessen / Niedersachsen findet alljährlich Anfang August das kultige Hansteinfest statt. Das Ambiente ist einfach herausragend, die Stimmung fröhlich und ausgelassen und die Musik von Dectera Lugh, geprägt und mit überschäumendem Temperament vor allem vom Trommler und Schlagzeuger vorangetrieben, wird jedes Jahr besser. Mich überrascht eins ums andere Jahr neu, wieviele Gesichter ich dort wieder erkenne und wie viele von ihnen mir schon vor sechs Jahren oder länger ebenso aufgefallen sind. Was nicht nur an den Gewandungen liegt…

10 Jahre – 10 Kilometer

Den Tag weiß ich nicht mehr ganz genau. Aber Ende Juli vor 10 Jahren (soviel ist sicher) habe ich mit dem Laufen angefangen. Deutlich noch erinnere ich mich an das erste Mal. Schwächelnd von monatelangem vor mich hin Kränkeln dachte ich eines Tages, ich müsse etwas tun und lief einfach los. Etwa 1 Kilometer aufs Feld raus und wieder zurück. Sicher viel zu schnell und vielleicht auch zu weit fürs erste Mal. Ich hatte danach ein paar Tage so derbe Muskelkater, daß ich kaum noch Treppen steigen konnte. Aber das zweite Mal ging schon besser und nach ein paar Wochen hielt ich schon eine halbe Stunde durch. Sehr langsam allerdings. Ich erinnere mich noch an das unangenehme Gefühl, am Kiessee vor mich hin keuchend von Muttis mit Kinderwagen überholt zu werden. Da suchte ich mir dann schleunigst andere Strecken und bald vor allem eine andere Tageszeit aus, den frühen Morgen nämlich.
Geträumt habe ich zuerst, die Strecke zum Kiessee von zuhause aus zu laufen und wieder zurück. Das sind ungefähr 7 Kilometer. Und als ich das geschafft hatte, wollte ich an die 10 Kilometer. Und das ist meine Lieblingsdistanz geworden und geblieben.
Eine runde Stunde laufen, das schafft Raum zum Durchatmen, zum Nachdenken auch über kompliziertere Zusammenhänge und für nachhaltige Kondition.
Die Highlights in den 10 Jahren waren Läufe im Frühnebel durch Ostberlin, bei Sonnenaufgang auf Korsika und auf Lanzarote oder auch noch im Dunkeln morgens in der Nähe des hannöverschen Flughafens Langenhagen, wo man hin und wieder zwischen Wolkenfetzen die Landescheinwerfer der Flugzeuge sehen und natürlich die ganze Zeit ihren Lärm hören konnte. Das war ebenso gruselig wie toll.
Die normalen Heimatläufe durch Göttingen, um den Wall rum oder zum Kiessee, sind lange schon zum Lebenselixier geworden. Unverzichtbar. Nicht wegzudenken. Das ist echt gut so.

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Ergiebiger Regen


Noch regnet es nicht – aber bald. war das Motto des Wochenendes. Dabei fiel u.a. der kultige Wäschewechsel auf der Stolle buchstäblich ins Wasser. Man war froh nicht im Zelt leben zu müssen und schaute immer mal wieder besorgt auf die eigenen Hände, ob zwischen den Fingern schon Schwimmhäute wachsen. (Umfassende Illustration bei Toby)
Heute Morgen dachte ich noch halb im Scherz, ich sollte Handschuhe mitnehmen zum radfahren. Dann war ich froh, meine unbehandschuhten Hände unter die Jackenärmel stecken zu können. 10° an einem Hochsommermorgen lassen selbst hartgesottenen Humor frostig werden.
Das Gewitter am Samstag, das garstig krachend und ergiebig schüttend genau über uns hinweg gezogen ist, hat einen Dachstuhl in der Liebrechtstraße in Brand gesetzt und damit erheblichen Schaden angerichtet, wenn auch niemand verletzt wurde.
Es geht uns besser als den Italienern oder Canariern oder Balkanesen, deren Wälder seit Wochen in Flammen stehen. Es geht uns besser als den Briten, deren Land unter Wasser steht.
Vieles ist hier besser, aber nichts ist gut.

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Neues vom Ostkreuz

In bislang verborgen gebliebenen tieferen Verzeichnisebenen meiner Festplatte sind überraschend bisher unveröffentlichte Ostkreuz-Photos aufgetaucht. Damit wird der Ostkreuz guide ab sofort wieder belebt.

Die Lage am Brauweg


Das Gebäude der ehemaligen Göttinger Brauerei ist mittlerweile weitgehend zu Schutt zerhauen und in große Haufen sortiert, soweit noch nicht abtransportiert. Die Bäume entlang des Grundstücks, die Allee zur Leine hin – sie stehen noch. Wie lange noch, ob sie bleiben dürfen, was aus der sogenannten Brauherren-Villa wird, deren Schicksal ebenfalls zur Disposition steht, ist zur Zeit unklar.
Klar ist, daß die BürgerInnen-Initiative sich erfolgreich in die undurchsichtigen Machenschaften der Göttinger Stadtverwaltung einmischt, daß sie Gespräche mit Bauherrn und Baufirma führt und daß man sich offenbar auf einander zu bewegen kann.

Es scheint sich hier ein weiteres typisches Kapitel Göttinger Stadtplanung abzuspielen, das vor allem durch mangelnde Information von Seiten der Stadt geprägt ist. Da will sich offensichtlich weder jemand in die Karten gucken noch gar zur öffentlichen Diskussion bewegen lassen. Wie das bei der versuchten Planierung des Nikolai-Viertels und dem weithin vollendeten Coup auf dem Lünemann-/Kaufland-Gelände auch schon geschehen ist.
Mehr Infos im Göttinger Stadtmagazin und bei den Monsters of Gö.

Ablenkungsmanöver

Der ganze Irrsinn mit der präventiven Tötung von Gefährdern ist natürlich auch ein Ablenkungsmanöver. Vielleicht von der Online-Durchsuchung privater Computer. Wobei dieser Online-Durchsuchungsanschlag natürlich auch schon ablenkte, sagen wir mal von den Vorbereitungen auf Heiligendamm.
Da höhlen wir mal so als Innenminister und Regierung einfach überall gezielt und provokativ den Rechtsstaat aus und lenken damit klammheimlich davon ab, daß wir das genau so meinen, wie wir es tun. Ist nämlich so aberwitzig, daß es eh keiner ernst nehmen kann. Und überhaupt: „Wer will schon in einem Land leben, dessen Innenminister sich wie ein Outlaw aufführt?

Es macht mehr als nur die Stimmung zu vergiften. Es sät ein Klima der Angst.

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