Güterbahnhof: Abriß


Lange schon weiß man, daß es passieren wird. Im Sommer bin ich extra noch einmal zu einer ausgiebigen Photo-Session dort gewesen. Aber wenn es tatsächlich zur Sache geht, wenn da in Klump gehauen wird, was man faszinierend gefunden hat und noch immer findet, wenn ein Ort verschwindet, der eine Bedeutung hat, dann ist das nicht gerade leicht zu verknüsen.
Selbst bei den geilen Wetter nich, doo.

Kaufland-Rohbau fast fertig


Unglaubliche Mengen Beton und Stahl sind gegossen und geschichtet und füllen nun einen riesigen Raum aus, der vorher leer war. Klingt lapidar, wirkt aber ganz und gar nicht so. Plötzlich ist es in der Kurzen Geismarstraße eng und stickig, man fühlt sich bedrängt von den hohen kahlen Wänden.
Auch von oben wirkt das ganze alles andere als luftig. Wird bestimmt ein grauenhaftes Wohn- und Arbeitsklima in diesem Bau werden. Von dem aus meiner Sicht äußerst fraglichen wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ganz zu schweigen.
Aber – warten wir erst mal ab. Eröffnung ist erst nächstes Jahr im Sommer.

Lünemann-Baustelle Ende August


Sehr seltsam schon seit Wochen diese Erdhaufen am Nordrand des Neubaus zu den Häusern der Langen Geismarstraße hin. Dieser Boden ist angeschüttet worden und seitdem fahren Betonmischer darauf, um ihre Ladung loszuwerden, oder diese kleinen Bagger, um darin herumzubaggern. Warum nur?


Von der Kurzen Geismarstraße aus schießt der Bau nun ganz schön in die Höhe. Die nackten Betonflächen sind so unansehnlich, dass man sie nun mit blauen und grünen Tüchern verhüllt, was dem Ganzen einen eigentümlichen Reiz verleiht. Jedenfalls wenn man zufällig diese Farben mag.

Hochwasserschutz in der Leineaue


Im Zuge des Ausbaus des Hochwasserschutzes in der Leineaue, der die Stadt Göttingen vor den Folgen des nächsten Jahrhunderthochwassers (zuletzt 1909) bewahren soll, sind für die nächsten Jahre umfangreiche Maßnahmen nördlich des Sandwegs vorgesehen. So soll unter anderem die Leine-Mulde, also der Bereich, in dem die Leine normalerweise fließt, ausgebaggert werden. Den Deichen hingegen sollen Stützkonstruktionen eingebaut werden, was dann auch eine Erhöhung der Deichkronen um etwa einen halben Meter zur Folge haben wird. Und diese Erhöhung, welche durch Anschüttung realisiert werden soll, wird dann vorsichtigen Schätzungen nach für etwa die Hälfte der dort noch vorhandenen Bäume das Ende bedeuten. Zum Schutz der Stadt wird dies billigend in Kauf genommen. Alternativlösungen sind nicht vorgesehen und Ersatzpflanzungen von Bäumen nur in kleinem Rahmen, weil dafür natürlich kein Geld vorhanden ist.
Schon beim Hochwasserschutzbau entlang der Flüthe zwischen Sandweg und Flüthewehr sind zig große landschaftsprägende Bäume gefällt und die Fußgängerbrücke abgerissen worden. Maßnahmen, die den Naherholungswert dieses Gebiets nicht nur während der Baumaßnahmen sondern auch nachhaltig deutlich geschmälert haben.

„Die GRÜNEN betonen, dass der benötigte Hochwasserschutz für die Innenstadt nicht zwangsläufig auf Kosten von Natur und Naherholung gehen müsse.“ Die aktuelle Planung sei pure technokratische Hochwasserschutzplanung ohne Sinn für Natur und Ästhetik.

Und so wird es weiter gehen.

Radweg auf der Reinhäuser


Immer wieder neu, immer wieder gut.
Nachdem die Reinhäuser Landstraße nun schon mehrere Monate am Stück ohne Baustelle auskommen mußte, wurden zuerst den Fußgängern, tags darauf auch den Radfahrern und in der Folge auch den armen Autofahrern in der letzten Woche endlich einmal wieder ein paar Stolpersteine in den Weg gelegt.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt oder gar diese Nachbesserungsarbeiten mit den jüngst in Gerede gekommenen Auftragsvergabepraktiken der Stadtverwaltung in Verbindung bringt.

Leineberg-Radweg fertig

Beinahe anderthalb Jahre hat es gedauert. So lange war der Radweg auf dem Leineberg, der vom Leinetal am Bahndamm entlang bis zum Sieberweg/Bahnbrücke führt, in einem weitgehend desolaten Zustand, verursacht zunächst durch schwere Bau- und Räumfahrzeuge der Stadt, die im vorletzten Winter in einer Nacht- und Nebelaktion zur radikalen Dezimierung des Leineberger Baumbestandes angerückt waren.
Dann dauerte es etwa 25 Ewigkeits-Einheiten, den Weg in voller Länge zu restaurieren.

Aber nun ist er fertig. Und er ist – das muß man einfach mal zugeben – schöner als je zuvor (von den natürlich noch immer schmerzlich sichtbaren Baumfäll-Brachen abgesehen).

Fachwerk-Renovierung


Schon mit der liebevollen Restaurierung der Odilien-Mühle hat sich Henning Hauschild in Göttingen einen Namen gemacht. Das große Fachwerkhaus am Wall, das seit ein paar Monaten ein mexikanisches Restaurant der Sausalitos-Kette beherbergt, kam nicht zuletzt wegen des hölzernen Mühlrades groß in die Presse.
Hauschild beantragte mehrmals bei der Stadt Göttingen, den Wasserstand im Leinekanal anzuheben, um die Mühle wieder in Betrieb nehmen zu können. Die Stadt stellte sich mit dem Argument, den Hochwasserschutz dann nicht mehr ausreichend gewährleisten zu können, ewig lange quer. Bis schließlich, vor allem durch Vermittlung der Grünen, ein Kompromiß gefunden wurde, dem jedoch noch keine durchschlagenden Taten folgten.
Lediglich die Idee eines wenigstens teil- und zeitweise schiffbaren Leinekanals und die Vorstellung von seiner touristischen Anziehungskraft geistert seitdem in vielen Köpfen herum. Meiner Meinung nach könnte das auch für die Göttinger selbst eine echte Attraktion sein: romantische Stadtabende nicht nur am, sondern auch auf dem Fluß. Das hätte doch was!

Henning Hauschild hat sich nun neuerdings des verfallenen Fachwerkhauses am Anfang der Gartenstraße, genau gegenüber der Odilienmühle, angenommen. Dort wird seit ein paar Wochen fleißig gehandwerkert.
Leute wie Herr Hauschild tun der Stadt sichtlich gut. Alte Bausubstanz zu erhalten und wieder einer sinnvollen Nutzung zuzuführen finde ich eine außerordentlich verdienstvolle Tätigkeit. Hut ab!

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