Der Weg zu Linux (1)

Wie fängt man es an, nicht nur den PC mit einem neuen Betriebssystem auszustatten, sondern alle Daten und möglichst auch die wichtigsten bislang genutzten Programme weiter nutzen zu können?
Als erstes mache ich eine Datensicherung. Dafür habe ich nicht nur den DVD-Brenner bemüht, sondern mir auch noch extra eine externe Festplatte zugelegt, auf die ich vor ein paar Tagen schon alle meine Bilder und sonstigen Dateien kopiert habe: das sind mittlerweile an die 120GB…
Dann habe ich gedacht, bin ich mal ganz schlau und sichere auch meine win2k-Systempartition auf die externe Platte, damit, falls beim Linux-Installieren irgendwas böse schief geht, das win schnell rekonstruierbar sei.
Stattdessen ist mir bei dieser Systemsicherung böse was schief gegangen. Denn schlauerweise habe ich die Kopie der win2k-Partition von Linux aus angestoßen mit dem ungeahnt mächtigen befehl dd, der ohne viel Federlesens ganze Partitionen kopiert. Direkt, unumstößlich und unumkehrbar. Sozusagen. Als mir erstmal nur sehr ungefähr deutlich wird, was ich da tue, breche ich es in heller Panik mit Strg-C erstmal ab. Das ist natürlich so richtig klasse: auf der externen Platte befindet sich nun eine angefangene aber abgewürgte win2k-Systempartition, die zu nichts nütze ist. Und alle vorher gesicherten Daten sind weg.
Und schlau, ja so schlau, wie ich bin, habe ich auch noch ein paar der gesicherten Dateien auf dem Ursprungslaufwerk gelöscht, weil die anschließend woanders hin sollten. Genial, nicht wahr?
Aber da ich ja in diesen Dingen ein sehr gebranntes Kind bin, habe ich natürlich meine letztes Jahr lizensierte Datenrettungssoftware GetDataBack, mit deren zuverlässiger Hilfe ich innerhalb von höchstens 5 oder 6 Stunden alles wieder herstellen kann, was nötig ist.
So weit so hoopy. Nun muß ich nur noch die externe Festplatte wieder in einen Zustand bringen, in dem sie Daten aufnimmt, also neu formatieren, vorzugsweise mit FAT32, um eine sowohl von win2k als auch von Linux aus beschreibbare Plattform zu haben.
Das ist aber gar nicht so einfach. Der Versuch, von Windows aus eine 200GB-Platte mit FAT32 zu formatieren, endet gnadenlos mit der Fehlermeldung: Medium zu groß. Da beißt die Gates-Maus keinen Faden ab.
Aber unter Linux, schnell von CD gestartet, ist es zum Glück kein Problem.
Und das erneute Sichern der Daten auf die externe Platte geht auch fast wie von selbst.
So daß ich nun wieder an der Stelle stehe, an der ich vor ein paar Tagen schon einmal stand. Die Frage, wie ich meine win2k-Systempartition gesichert kriege, ist noch immer nicht beantwortet.
Gibt es eine Alternative zu dd? Oder muß ich mir die Syntax zu diesem Befehl noch einmal sehr genau angucken?
Aber ich bin da ganz zuversichtlich.

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. melle

    Du kannst natürlich mit dd Deine Partition sichern, wahrscheinlich hast Du statt einer Zieldatei (wie backup.bin) eine Zielpartition angegeben (/dev/sda1). DD ist da leidenschaftslos, wo es hinschreibt

    dd if=/dev/hda1 of=/mnt/usbpladde/win2k.bin bs=4096

    sollte Deine Partition sichern. Drucke Dir auch Deine Partitionstabelle aus, wenn Du sie nach einem kleinen Gau exakt so wieder herstellst, kommst Du auch an die verloren geglaubten Partitionen heran (sofern sie nicht überschrieben wurden).

    Für Regelmäßiges Backup auf DVD oder CD eignet sich “dar” sehr gut, weil man exakt die Mediengröße angeben kann und dar die Dateien entsprechend splittet. Natürlich kann es auch inkrementelles Backup.

  2. grapf

    Leidenschaftslos ist schön gesagt und paßt derzeit so seltsam gar nicht zu meiner gerade frisch aufkeimenden Leidenschaft für Linux ;-)
    Danke für den dd-Tipp! Ich ahnte schon sowas.
    Wozu muß ich denn die Blockgröße angeben?
    Und wie drucke ich die Partitionstabelle aus?

  3. melle

    Die Blockgröße ist optional und wirkt sich nur auf die Performance aus. Es macht aber wenig Sinn in kleineren Blöcken als 4kB zu schreiben (Default ist imho 512 Byte).
    Es gibt noch ein paar schöne Beispiele, wie man das Image noch on-the-fly mit gzip komprimiert.
    Die Partitionstabelle anschauen tust Du mit fdisk /dev/hda und dann p wie print. Nach dem Verlust der Partitionstabelle müsstest Du die Partitionen mit den gleichen Start- und Endsektoren wieder anlegen.

  4. grapf

    Der zweite Image-Versuch hat schon mal nix mehr kaputt gemacht :-) Jetzt muß ich nur noch rausfinden, wie die 2GB-Schwelle zu überwinden ist.

  5. Thomas Hildmann

    Habe ich es richtig verstanden, dass nur die externe Platte mit FAT32 formatiert werden soll, damit sowohl W2k, als auch Linux davon lesen können? Für die Systemplatte halte ich dass nämlich nur für eine mäßig gute Idee.

    Wenn man mit dd auf die Platte schreibt, braucht und sollte da natürlich kein FAT32 drauf sein, weil dd sehr unfein die ganze Datenstruktur auf der Festplatte (wie sag ich es vorsichtig) ersetzt.

    D.h. man sollte eine Partition auf der externen Festplatte anlegen, die exakt die Größe der zu sichernden Platte hat und kann den Rest mit FAT32 formatieren, um dann sowohl von Linux, als auch von Windows darauf zugreifen zu können.

    Als Datensicherung für Linux ist so ein FAT32 natürlich nur bedingt nützlich, da alle Rechte und Benutzerinformationen, die Linux zu Dateien kennt beim Speichern auf einer FAT32-Partion verloren gehen.

    Das wollte jetzt wahrscheinlich alles niemand wissen. Aber dafür bin ich ja da – es trotzdem zu erzählen.

    ciao hildi

  6. grapf

    @Thomas Hildmann:
    Ja, hast du richtig verstanden. Nur die externe Platte ist mit Fat32 formatiert.
    Aber – wenn ich dich jetzt richtig verstehe, ist meine Überlegung, daß ich darauf dann von win2k und von Linux aus drauf sichern kann, im Ansatz schon eher unklug.
    Sondern ich sollte für Linux ne Reiser-Partition oder so vorsehen und für die win2k-Daten ntfs? Und für die win2k-Systempartition irgendein Filesystem?

    Also alles noch mal von vorn? :-(

  7. Thomas Hildmann

    Naja, zur Sicherung würde ja evtl. ein TAR-Archiv reichen, dass man unter Fat32 anlegt. Aber richtig klug ist natürlich der Ansatz mit den zwei Partitionen.

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