Regengedanken
Er kann sich beim Anblick des Grauens da draußen nicht vom Frühstückstisch loseisen und liest stattdessen in Blogs, die er teils seit mehr als 10 Jahren kennt (siehe Blogroll)…
Der Eindruck von Kontinuität und Vertrautheit schafft ein positives Gegengewicht.
Schön, daß es im Appstore auch eine WordPress-App gibt, mit deren Hilfe das eigene Blog auch vom Telefon aus bequem beschickt werden kann.
Jetzt aber schreitet er vorerst zum äußersten und wird Schirm bewehrt einkaufen gehen.
Ein bißchen Schnee
Letzter Arbeitstag im Jahr: way to work:

Stellwanne

Reinhäuser Landstraße

Große Dinge werfen ihre Schatten voraus.
für mehr Kreativität
im Internet und gegen die angebliche Nordkoreanisierung soll es gut sein, sein Leben nicht auf den geliebten Mainstream-Plattformen wie facebook oder instagram zu verbringen.
Die sozialen Medien verhelfen ja nicht nur zu immerwährendem und umfassendem Teilen intimer und lebenswichtiger Details und gemeinsamem Erleben großer Momente, sondern man kann sie dann auch noch zum Wohle der Firmen, die uns diese neue Freiheit erst gegeben haben, sinnvoll verwerten lassen.
Und man darf gewiß sein, daß Kommunikation und Kreativität im Geiste des Großen und Ganzen völlig unter- aufgehen!
Es ist auch gar nicht mehr nötig, richtige oder womöglich wirklich interessante Fotos zu machen, um damit Aufmerksamkeit zu erlangen. Es reicht, wenn man seine Bilderzeugnisse durch den richtigen Filter schickt, auf Instagram uppt und dann die Erzeugnisse seiner Buddys leikt (oder wie schreibt man das?). Zur Belohnung bekommt man viele Leiks zurück und fertig ist das soziale Instant-Erlebnis.
Diese Vereinfachung des Lebens finde ich schon toll. Die nötigen Apps hole ich mir gratis aus dem store meines Smartphones, mit dem ich dann auch mein Leben ablichte. Oder inszeniere. Vieles wird ja erst dadurch zu so etwas wie Leben, daß ich es als Bild mit der community share. Die es dann leikt. Wodurch es für mich erst richtig schön wird.
Wie ging das früher bloß ohne?
Ja.
Warum ich das erzähle? Sie kennen das ja selbst zur Genüge.
Da war das mit instagram. Vielleicht haben Sie davon gelesen, von diesem blöden Mißverständnis. Wie mal wieder irgendwelche naßforschen Journalisten behauptet haben, instagram wolle mit den Bildern seiner Jünger nur Geld verdienen und ihnen nichts davon abgeben. Ungeheuerlich.
Das einzige, was ich wirklich nicht verstehe, ist, warum ich mit diesem altmodischen Geblogge hier nicht aufhören kann. Ich gestehe, ich maile auch noch regelmäßig. Statt einfach nur messages zu schicken über facebook oder whats app. Letzteres ist zwar viel einfacher und schneller. Aber ich ertappe mich dabei, wie ich an diesen Steinzeit-Methoden festhänge. Ähnlich wie ich irgendwie lieber selbstgemachte Bratkartoffeln esse als die aus dem Tiefkühlbeutel. Gegen jede Vernunft.
Das Leben ist so viel dichter geworden. Und zugleich undichter.
Märovember, nachgereicht

… auch als Anreiz, mal bei n8blau reinzugucken.
Zwölfter Zwölfter Zwölf
Nein, keine Heiratsanzeige hier, auch keine Existenzgründung. Nur ein Blogeintrag zum möglicherweise hübschesten Datum des Jahrhunderts.
Ganz schön finde ich, daß trotz allem die Bloggerei ihre Nische zum Überleben gefunden hat. Offenbar bin ich nicht der einzige, der mit dem nötigen Starrsinn an der schlichten Schönheit der Idee festhält. Auch wenn Milliarden WWWler lieber twittern oder sich bei g+ hangouten oder faithbook ihren Zustand anvertrauen, auf jeden Fall allabendlich dem Internet gute Nacht sagen. Ohne dem scheint Leben zwar noch vorstellbar, aber nicht sinnvoll.
Zur Feier des Tages eine kleine Adventsgeschichte:
Vorgestern Abend hatten wir in unserem Häuschen einen partiellen Stromausfall. Betroffen war insbesondere das Wohnzimmer, wo wir nicht nur essen, sondern vor allem auch fernsehen und unseren Internetanschluß haben: dieses kleine Gerät, das wir Fritzbox nennen und an dem unser virtuelles Leben Kontakt zur Welt hängt. Wenn nun der Strom nicht mehr fließt, frieren auch unmittelbar alle Kontakte und eigentlich beinahe das Leben selbst ein.
Natürlich arbeitete ich zuerst den Notfallplan am Sicherungskasten ab. Alle aus, alle wieder an. Auch mal im Keller geguckt, ob da vielleicht etwas herausgerissen Funken sprühte o.dergl. Aber nichts dergl. Alles tat so, als ob nichts sei. Eine schnelle Lösung bot sich nicht an. Den Elektriker würde man natürlich erst am nächsten Tag verständigen können. Und wann der dann käme!?
Ich tigerte einige Zeit mehr als rastlos hin und her, drehte Glühbirnen raus und wieder rein, schaltete schaltbare Steckdosen aus und bald wieder an und probierte zwischendrin stets erneut, ob ein Reinraus der Sicherungen irgendeinen Effekt bringen wollte. Währenddessen überlegte ich, wie man einen langen Winterabend ohne Glotze und ohne Internet wohl am besten rumkriegen würde. Bis ich auf die Idee kam, das Rasenmäherverlängerungskabel aus dem Schuppen zu holen und mit seiner Hilfe den Strom aus der Küche zur Fritzbox zu bringen.
Was ganz einfach war.
Mir fiel ein Stein vom Herzen.
Auf den dringenden Wunsch meiner Tochter hin versorgte ich mit einem weiteren Verlängerungskabel und ein paar Umstöpseleien auch den Fernseher mit Strom, so daß dem friedlichen Verlauf des Abends nichts mehr im Wege stand.
Abendessen und Frühstück genossen wir gemütlich bei Kerzenschein, draußen rieselten putzig einzelne Schneepflöckchen vom unschuldigen Himmelein, während auf unseren Smartphones gar traulich das liebe Internet funkelte.
So freuen wir uns, daß ’s Lichtlein brennt und sehen all: es ist Advent.
Bryant Park und 42nd street
Im Film „Harold and Maud“ zeigt Maud ihrem jugendlichen Verehrer ihre Geruchsgalerie. Harold schnuppert daran, weiß erst gar nichts damit anzufangen, läßt sich dann aber doch zunehmend darauf ein und – riecht.
Er identifiziert Schnee. Und genauer: Schnee in der 42. Straße.
Was ist besonders an der 42. Straße?

Die 42. Straße durchquert Midtown und hält dabei ein paar echte Highlights bereit wie das Chrysler Building, die Grand Central Station, den Bank of America Tower, den Times Square und Port Authority.
Die Straße ist sehr belebt. Allein das Eintauchen ins streetlife beschäftigt für Stunden.
Ganz besonders fasziniert hat mich der Bryant Park, der auf dem Stadtplan kaum auffällt, dessen Name allein ihn aber schon interessant für mich machte.
Gestern Abend guckte ich mir aus einer Laune heraus mal wieder den Film Bladerunner an. Darin spielt Captain Bryant eine tragende Nebenrolle. Zwar ist Bladerunner in Los Angeles angesiedelt, das hat sich science-fiction-mäßig für den Film jedoch sehr in Richtung Manhattan verändert, vielleicht eher: in Richtung Gotham City. Ein Hochhaus-Dschungel, dessen Sound-Kulisse maßgeblich von Polizeisirenen, Werbebildern und -texten und Verkehrsgeräuschen geprägt wird. Ich mußte in Manhattan oft an den Film denken und hätte die Musik von Vangelis als allgemeinen Background-Sound mehr als passend gefunden.
Der Bryant Park ist eine grüne Oase inmitten eindrucksvoller riesiger Skyscraper. Man kann dort auf Gartenmöbeln sitzen, einen Kaffee trinken, sich etwas zu Essen holen oder auch einfach nur so vor sich hinträumen und die den Park umgebenden Hochhäuser anschwärmen und sich dabei ein bißchen vom Pflastertreten erholen.
Ich mag den Namen Bryant. Ich mag die Vorstellung von einem hundert Jahre alten Hochhaus, in dem ich auf einem Balkon, vielleicht in der 42. Etage, über die Brüstung lehne, in einen schmuddligen, verregneten und sehr dunstigen Megacity-Kosmos blicke – und irgendwo unter mir fliegt ein Polizei-Flugfahrzeug mit Blaurotlicht und Sirene entlang. Dazu eine schwer romantische Klangwand aus einem Vangelis’schen Syntesizer.

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