Bloggen über Photographie

Im Bildwerk3 lese ich immer lieber. Da stehen sehr oft sehr interessante Artikel über Photographen und Photographie-Events drin und gute Bilder machen die beiden MacherInnen auch. Jetzt habe ich bei ihnen ein beantwortetes Stöckchen gefunden, das ich nach anfänglichem Zögern mal aufnehme. Weil das Thema einfach auch mein Thema ist: Schreiben über Photographie. Und weil ich es immer mal wieder wichtig und sinnvoll finde, über den Sinn meines Geschreibsels hier überhaupt zu reflektieren.

Fragen und Antworten

Wie lange schreibst du schon über Photographie?
Meine ältesten Einträge zum Thema sind fast so alt wie dieses Blog hier selbst, also annähernd 5 Jahre. Aber ich schreibe immer nur gelegentlich mal über Photographie, es ist in diesem Blog nur ein Thema unter vielen, wenn auch ein sehr wichtiges. Was unter anderem daran liegt, daß die Photographie eine meiner wichtigsten Beschäftigungen ist.

Über welche Themen der Photographie schreibst Du am liebsten ?
Ich gebe sehr gern Empfehlungen für Ausstellungen oder Websites von anderen Photographen, die mir aufgefallen sind und deren Bilder mich beschäftigen. Noch lieber schreibe ich über eigene besondere Erlebnisse und Erfahrungen beim Photographieren, auch über den Umgang mit Software oder die Kamera. Dabei fällt mir mal gerade so ganz deutlich auf, daß ich das öfter tun sollte. Und könnte. Und mir jetzt mal vornehme.
Photographie hat für mich seit jeher viel, sehr viel mit Kommunikation zu tun. Und was ist Bloggen, wenn nicht ein Vehikel genau dafür! Insofern passt das wie die Kamera ans Auge :-)

Wieviele Artikel veröffentlichst Du pro Woche ?
Da gab es über die Jahre hin immer sehr unterschiedlich Phasen: von 10 pro Woche in Stoßzeiten bis zu einem alle zwei Wochen in Flauten gab es alles. Auch wenn mir das nicht immer gelingt, lege ich etwas mehr Wert auf Klasse als auf Masse.

Bist Du selbst Hobby- oder Berufsphotograph ?
Wie hieß das so schön in einer dieser Science-Fiction-Parodien: „wir schalten jetzt um auf wahnsinnige Geschwindigkeit“ …
In diesem Sinne bin ich weder Hobby- noch Berufsphotograph, sondern wahnsinniger Photograph. Ich verdiene schon gern sehr gelegentlich mal ein paar Mark mit dieser Passion, aber den Schritt ins Profilager will ich nicht gehen. Mal von der wenig einladenden Markt-Situation der Photographen ganz abgesehen ist meine Kreativität eher eine launische und spontane – und mit Auftragsarbeiten, ja schon mit einfach geplanten Shootings komme ich nur sehr unregelmäßig zurecht.

Welchen Artikel würdest Du als Deinen beliebtesten einschätzen ?
Heiß diskutiert und deshalb mein favorisierter Artikel war Anleitung zum Kommentieren, schon fast 2 Jahre alt.
Ein Thema, das aber immer aktuell ist und um das man sich immer wieder anne Köppe kriegen kann. Was will man mehr?

Welches deutsche Fotografieblog würdest Du (ausser Deinem eigenen) empfehlen ?
Ich lese gerade mit großer Lust und ebensolchem Gewinn Bildwerk3. Die inspirieren mich, die beiden!

An Martin Gommel mal ein großes Dankeschön für seinen kreativen Einsatz. Und auch hier für die Inspiration.

Der Reiz vom schwarz/weiß

Beim Aufräumen im Regal habe ich noch ein paar unbelichtete Filme gefunden, unter anderem einen Agfa Scala. Da mußte ich natürlich gleich erstmal recherchieren, ob man den denn wohl noch entwickelt kriegt. Und nach kurzem Suchen gefunden: gibt noch einige Labore, die das machen, u.a. Studio 13 bei Stuttgart. Man kann sogar hier und da noch solche Filme kaufen.
Was daran besonders ist? Nun, das sind Schwarz-Weiß-Diafilme. Da kann man unvergleich schöne Photos mit machen, weil die einfach geniale Schwarzwerte bekommen, saugute Kontraste und sehr feine Auflösung. Kann man auch sehr gut einscannen.
Sieht dann zB so aus.
Beim Suchen entdeckte ich außerdem, daß es auch noch den Agfapan APX 100 gibt. Den 25er fände ich zwar noch toller, aber der 100er ist natürlich etwas einfacher im Handling.
Sieht also so aus, als würde es demnächst mal ein Analog-Shooting geben müssen. In schwarz-weiß.
Natürlich mußte ich gleich mal die gute alte Olympus OM2 aus der Schublade holen, wo ohnehin seit Jahren (?) ein s/w-Film drin liegt, und zwei, dreimal die Flötenübung der Tochter knipsen.

Neuer Platz für Göttingen-Bilder

Die einen schreiben das Internet voll, die andern pflastern alles mit ihren Bildern voll. Sie wissen, was ich meine.
Dieses Blog bleibt, wenn überhaupt etwas, dann eher textlastig.
Damit aber die doch recht regelmäßig und zahlreich anfallenden Bilder aus Göttingen auch irgendwo hin können, gibt es ab sofort dafür ein eigenes neues Photoblog: göStern. Den Namen gab es schon einmal, dieses Blog aber noch nicht.

Advent photographieren


Zur ausgedehnten Phototour unter anderem auf dem sagenumwobenen Alt Rixdorfer Weihnachtsmarkt in Berlin. Ein Wochenende (fast) nur durch den Sucher geguckt. Das war gut. Demnächst im B guide zu sehen.

Martin Rohrmann in Berlin


Martin Rohrmann (ich empfehle ganz besonders seine unvergleichlichen Istanbul-Bilder!) zeigt in Berlin fünf Arbeiten mit ca. 35 Bildern, darunter seine aktuelle Serie „Last Search for Beauty“.
Die Vernissage ist am 17.11.07 (ein Samstag) um 19 Uhr mit Wein- und Sektempfang in der Galerie Degenhartt, Berlin.
Ackerstraße 14/15
10115 Berlin (Mitte)
www.galerie-degenhartt.de

Das Bild vom November

Wieviel November braucht eigentlich so ein Jahr? Und wieviel verträgt es?
So richtig schön grau lädt er ein, die schönste Depression des Jahres in vollen Zügen zu inhalieren. Dazu wird, jedenfalls bei mir zuhause, lieblich fauliger Geruch nach verwesendem Obst, Laub und wer weiß was noch gegeben. Die Bäume sind, entgegen meiner vor einem Monat ausgesprochenen Unkerei, noch erstaunlich dicht belaubt, in feinsten Farben, fein grau bedämmert.
Überhaupt Dämmerung: morgens verläßt man in der Dämmerung das Haus, über Tag erlebt man sie in der Fabrik und abends hechelt man ihr hinterher, um noch vor ihrem Ende zuhause zu sein, damit man noch den Karniggelstall ausmisten kann.
Es dämmern die Sehnsüchte, wenn sie nicht gerade aufflackern, Erinnerungen an einst liebgehabtes aber endgültig vergangenes wabern durch den Erlebnishorizont und schwappen stetig über die Gefühlsschwelle hin und zurück.
Was aber wäre all das ohne eine ordentliche Portion Selbstzweifel, Hadern mit dem eigenen Sosein, dem gemeinhinen Tun und noch mehr dem Lassen. Dem Photographieren habe ich mich verschrieben und eifere nun und eifere, produziere blödsinnige Bilder- und also Datenmengen, deren Sichtung und sinnvolle Bewertung und Sortierung ich nicht mehr schaffe. Alles ist schon einmal photographiert worden, aber nicht von mir… Und als ob das noch nicht reichte, wiederhole ich eigenes, selbst schon geschossenes, vielleicht um es noch einmal besser zu machen, oft aber auch einfach nur, weil ich es kann.
Beim Durchpflügen der kaum noch überschaubaren Massenbebilderung des Internets immer wieder die Frage: wozu das eigentlich? Warum machen die das? Warum mache ich das? Wer hat etwas davon und was könnte es bewirken?
Bei gar zu vielen eigentlich gänzlich inhaltslosen Bildern, gegenständlich zwar vielleicht, aber bedeutungslos, technisch jedoch perfekt und mit scheinbar genialem Postprocessing so aufgepeppt, daß es knallig wirkt: Stills von Autos, Katzen, Fensterläden, Fassaden aller Art, Maschinen und natürlich Meer, Sonnenuntergang, Baum und Blume, immer und immer wieder neu und immer und immer wieder gleich.
Eben wegen der inzwischen absoluten Beliebigkeit fast all dieser Bilder muß man tief in die Trickkiste greifen, um überhaupt noch wahrgenommen und vielleicht wenigstens ein bißchen polarisieren zu können. HDR, DRI, Wahnsinnskontraste, übersättigte Farben, grelle Weitwinkel- oder Tele-Perspektiven, selektive und willkürliche Schärfeebenen und so weiter.
Man kennt das. Ich mache das auch so.
Aber warum? Nur weil ich es kann? Oder gern können würde?

Als Student vor vielen Jahren geriet ich in so manches zu Beginn heillos überfüllte Seminar. Da saß man mit 150 Leuten auf einem Haufen, kein Gedanke auch nur an den Ansatz einer sinnvollen Diskussion – und die Dozenten waren dann regelmäßig so frei zu sagen, es möge doch bitte die Hälfte der Leute einfach mal freiwillig wieder gehen. Man werde das Seminar im nächsten Semester genau so wieder anbieten…
(Nein, natürlich funktionierte das nicht!)

Ich will nicht aufhören, ich will auch nicht einfach rumlamentieren. Vielmehr versuche ich eine tragfähige Position zu finden, von der aus es weiter gehen kann. Eine wichtige Änderung wird sein müssen, mich zu beschränken: nicht mehr gnadenlos alles knipsen nur, weil ich es kann. Mich beschränken konzentrieren auf Bilder, die eine verständliche Aussage transportieren, die erkennbar von mir kommt. An dieser Stelle weiter denken.

Neues vom Ostkreuz

In bislang verborgen gebliebenen tieferen Verzeichnisebenen meiner Festplatte sind überraschend bisher unveröffentlichte Ostkreuz-Photos aufgetaucht. Damit wird der Ostkreuz guide ab sofort wieder belebt.