Altstadtlauf 05


Zum ersten Mal seit vier Jahren hat es nicht geklappt mitzulaufen, für mich. Umso größer die Aufregung für die Kinder, die zum ersten Mal alle drei dabei sind. Wegen völlig neuer Streckenführung durch die engen Straßen der Göttinger Altstadt ist die Orientierung schwierig und man findet keinen Platz, von dem aus man die Kinder an den Start bringen und auch noch beim Laufen sehen kann. Das ist schade. Das Gedränge ist aufreibend.
Aber nach dem Youngster- und dem Schnupperlauf entspannt sich die Situation, von da an sind wir nur noch Zuschauer, holen uns in der Johannisstraße ein Döner und gucken begeistert den 5-km-LäuferInnen zu. Die Stimmung ist großartig. Lediglich ein paar merkbefreite Mitarbeiter im blauen T-Shirt der Firma Metallbau Senge nerven mit ihren Druckluft-Tröten, halten aber zum Glück selbst als Zuschauer kaum die 5 km durch.

Höhepunkt: die Langlaufstrecke. Man steht da und ist ganz gebannt, welche Geschwindigkeit die Spitzenläufer durchziehen. Diese Konzentration, die von den vielen äußerst individuellen Laufstilen und Durchhaltestrategien rüberkommt. Ich gucke begeistert zu und würde gleichzeitig liebend gern mitlaufen. Angenehm und seltsam bewegend. Selbst Li-Si, die mit ihren 4 Jahren das erste Mal aktiv dabei ist und um die späte Stunde sonst längst schläft, ist munter und nicht weg zu bewegen.
Auf dem Heimweg liefert mir Hely auf dem letzten Stück noch ein Rennen auf dem Fahrrad. Bergauf. Ich mit Li-Si im Anhänger. Sie nur auf ihrem Rad. Aber sie versägt mich dermaßen, dass es mich völlig plättet. Ist sie doch bei früheren Gelegenheiten gar zu oft die Spaßbremse gewesen auf dem Heimweg. Diesmal scheint die Motivation keine Grenze zu kennen.

Erster Elternabend in der IGS

Nachdem die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur auf 12 Jahre an Gymnasien eingeführt worden ist, kann man sich allein schon deshalb glücklich schätzen für die eigenen Kinder Schulplätze auf der Integrierten Gesamtschule bekommen zu haben. Denn dort dürfen sich die Kinder noch 13 Jahre Zeit lassen bis zum Abi. Läßt man das Konzept der Schule auf sich wirken, das auf den drei Säulen Fachkompetenz, Methodenkompetenz und soziale Kompetenz aufbaut, ist die Frage, ob man seine Kinder nicht besser schon früh zu kleinen Spezial-Genies erziehen lassen sollte, schnell beantwortet.

Auf dem ersten Elternabend hält der Gesamtschuldirektor vor den ca 200 Eltern des neuen Jahrgangs eine ergreifende Rede, die mir sofort klar macht: hier sind wir richtig. Als Eltern.
Als Schüler hätte ich mir sowas gewünscht. Anno 1969. Aber das ist eine andere Geschichte.
Mein Sohn kommt in eine Musikklasse. Dort wird im 5. und 6. Jahrgang ein besonderer Schwerpunkt auf den Musikunterricht gelegt und die Gelegenheit gegeben Blasinstrumente zu erlernen. Das Tutorenteam für die Klasse besteht aus 4 sympathisch und angenehm motiviert wirkenden LehrerInnen, die uns Eltern in gut 2 Stunden verklickern, daß einiges an finanziellem Aufwand zu leisten sein wird (für Schulbücher, Mehrkosten für Musikunterricht, für Klassenfahrten, für Material etc.), daß von den Eltern entscheidende Mitarbeit erwartet wird – und daß Lehrer und Eltern sich als Team begreifen wollen.
Das Ganze geschehen lassen, zweimal im Jahr zum Elternabend dackeln, mit halbem Ohr hinhören, was auf einem Podium verzapft wird – das wird es nicht sein. Sondern häufige Elternabende mit reger aktiver Elternbeteiligung und zusätzlich Tischgruppenabende, an denen sich LehrerInnen, Eltern und Kinder jeweils einer Tischgruppe zuhause treffen und aktuelle Themen und Probleme besprechen. Stichwort soziale Kompetenz. Die kann es ohne elterliche Mitarbeit kaum geben.
Man fragt sich, warum so etwas nicht selbstverständlich ist.
Die Stimmung ist geprägt von freudiger Erwartung sowohl auf Eltern als auch auf Lehrerseite, es macht Spaß und ich habe sofort das Gefühl, daß es gut ist. Die Tatsache, daß ich etwa ein Drittel der anwesenden Eltern kenne und ein weiteres Drittel jedenfalls schon einmal gesehen habe, verstärkt den Eindruck von dörflichen Strukturen, den man in Göttingen auch an anderer Stelle gelegentlich bekommt und der etwas sehr heimeliges haben kann. (Gelegentlich geht es einem aber auch mal ganz schön auf den Senkel…)
Ich freue mich für meine Kinder und ein wenig beneide ich sie auch. Als ich das zum Schlußblitzlicht des Elternabends äußere, bekomme ich von allen Beifall. Für mich ein guter Start und damit ein positives Zeichen.

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Abschied für 4 Tage

Ist für 4 Tage (vier Tage!) mit dem Kindergarten weggefahren, das Kind. Ich vermisse dich so, hat sie gesagt. Dabei ist das ja nun ganz klar mein Part. Ich habe es aber doch vorgezogen, genau das nicht zu sagen. Jedenfalls nicht ihr.
Idiotisch übrigens, was einem bei solcher Gelegenheit so alles durch den Kopf geht, welche albernen und völlig unangemessenen Symbolwerte kleinste Gesten plötzlich bekommen.
Faszinierend und völlig unlogisch, würde Mr Spock sagen.
Aber was da an einem nagt, ist noch was anderes, schwerer zu fassendes, was mit Lebenszufriedenheit zu tun hat. Oder genauer mit deren Abwesenheit bei gleichzeitigem schlechtem Gewissen ebendeswegen. Noch unlogischer, allerdings auch deutlich weniger faszinierend.

Ja, ich labere kryptisches Kauderwelsch.
Aber eigentlich versuche ich nur zu jammern.
Gar nicht so einfach.

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Sommerabend

Da sitze ich auf der Bank vorm Haus, die Beine auf einen Stuhl gewinkelt, mampfe eine Käsestulle, trinke ein Glas Apfelschorle und schrecke alle paar Minuten kurz auf, wenn eine Horde von 4 bis 6 Kindern laut kreischend ums Haus stürmt, sich mit Wasserpistolen und Gießkannen attackiert, gackert, keucht und auch schon wieder außer Sichtweite ist.
“Jaja, der Kindheit glückliche Spiele” denke ich. So heißt es vom alten Gren in Kalle Blomquist lebt gefährlich. Es gefällt mir gerade, das auch zu denken, während ich die sommerabendliche Atmosphäre, angenehm warm, ein Ideechen feucht, in mich einsauge. Oben auf dem Dachfirst sitzt ein Star und pfeift lustige Strophen, die zwischendurch wie von einer Amsel gesungen klingen. Aber nein: es ist der Star.
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Dann kommt der Onkel Toby mit seinem Fahrrad vorgefahren, wird von allen Kinders stürmisch begrüßt (wo die nur so plötzlich herkommen?) und setzt sich zu mir. Das ist so richtig nett. Mir ist so – lyrisch. Wohlig. Romantisch. Ich scheuche die Kinder viel weniger als sonst, erlaube sogar den Großen, noch mit einer Freundin zusammen lange aufzubleiben und zu spielen. Vielleicht ist es sowas wie ein Astrid-Lindgren-Gefühl: barfuß laufen ist zwar für die Jahreszeit eindeutig noch zu kalt, aber natürlich und eigentlich doch gut und muß irgendwie sein.

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Was Vierjährige wollen

Meistens will sie etwas von ihren Eltern, die Prinzessin: Süßigkeiten, fernsehen dürfen, vorgelesen kriegen, vom Klo geholt werden oder sie will so manches nicht, was ihre Eltern von ihr wollen: Gemüse essen, sich waschen und zähneputzen (lassen) oder sich mal ein bißchen beeilen.
Aber noch mehr Durchsetzungsvermögen zeigte sie am Samstag sich selbst gegenüber, als sie mit ihrem Papa zum ersten Mal auf ihrem eigenen Fahrrad in die Stadt fahren durfte, fast 4 Kilometer in eine Richtung immerhin. Erst war ich mir ja gar nicht sicher, ob ich das wagen sollte, ob sie das mit dem Überqueren der 1000 Querstraßen hinkriegt und ob sie es konditionsmäßig schafft.
Aber die Querstraßen waren schon mal überhaupt kein Problem. Selbständig und sehr sicher stieg sie jedesmal rechtzeitig ab, wartete meine Anweisungen ab, guckte dann auch selbst, ob Auto kommt oder nicht, schob über die Straße oder fuhr und machte das alles so toll, daß zahlreiche Passanten, denen sie entgegen kam, ihr Erstaunen und ihr Wohlgefallen zum Ausdruck brachten.
Ihr glückliches Lachen dazu.
Und ihr fröhlich gerufenes “Klingeling”, weil, wie sie mir erklärte, “ich hab doch keine Klingel, nä?!”

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Auf dem Rückweg wurde es ihr sehr schwer. Trotz aller Mühe, die sich gab das zu verbergen. Ich hatte den Anhänger dabei und fragte sie an einer der Steigungen, ob sie lieber darin fahren wolle. Nein, sagte sie, sie wolle erzählen können, daß sie die ganze Strecke selbst gefahren sei.
Und so wurde es. Noch eine kleine Pause, zu der sie ein Eis bekam, ein ganz besonderes, das eigentlich nur größere Kinder bekommen. Das aß sie im Anhänger sitzend, neben dem ich stand und wartete, bis sie fertig war. Dann fuhr sie wieder weiter. Sie selbst.
Ganz bis nach Hause.
Ganz glücklich.

Das Pfingstbild


von Li-Si gemalt am frühen Morgen, während die Mama noch schlief und der Papa dem Kiessee entgegen rannte. Ihre kreative Phase ist kaum fassbar zur Zeit. Vor dem Frühstück hat sie schon locker 2 bis 3 echte Hochqualitätsbilder gemalt, eins schöner als das andere. Man weiß gar nicht, wo man die alle hinhängen soll. Aber die meisten sind zu schön um einfach in Schubladen zu verschwinden.

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Der neue Radweg

Da sie ja nun radfahren kann und dies mit nicht nachlassender Begeisterung auch tut, habe ich den Nachläufer aus der hintersten Garagenecke hervorgeholt, den zu seiner Befestigung nötigen Gepäckträger an mein Kindertransportrad geschraubt und Kind3 da heute Morgen drauf gesetzt. Mit Handschuhen, damit sie nicht wegen abfrierenden Händen runterfällt. Waren nur 6 Grad.
Und los ging’s. Hui. Fast wie richtig Tandem fahren. Sie findet es toll. Zwischendurch zweidreimal anhalten, Handschuhe aus, Handschuhe wieder an, Kleid auf dem Sattel zurechtrücken, Nase putzen – aber sonst: läuft einfach gut. Die knapp sieben Kilometer hält sie problemlos durch, ist dann so bewegt, daß sie sich hinter mir versteckt und Krissi, ihrer Lieblingserzieherin, das gar nicht selbst erzählen kann. Papa soll.
Na guut :-)

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Sie kann radfahren

Ein Datum, das einen dicken Stern im Kalender bekommt: gestern hat Kind3 radfahren gelernt. Ihre ein halbes Jahr ältere beste Freundin hat es ihr vorgemacht, da gab es dann sofort kein Halten mehr. Die Mama und später die große Schwester mußten so lange Hilfestellung durch Mitlaufen und Festhalten geben, bis sie es konnte.
Ihr Gesicht, zuerst von zielstrebigem und zielsicherem Ehrgeiz gehärtet, strahlte später so dermaßen grell, daß es sogar die harte Aprilsonne in den Schatten stellte. Ein großer Moment.

Neues im Kindergarten

Seit Wochen schon grellte einem an der Eingangstür ein groß bedrucktes Blatt in Plastikhülle entgegen: 6.4. Elterabend – Wichtig!!! Auf Nachfragen bei den ErzieherInnen hieß es immer nur, es gehe um die Personalentwicklung. Um die war es in der letzten Zeit schlecht bestellt: Kind3’s Lieblingsbezugsperson Chrissi muß den Kindergarten verlassen, weil eine andere Erzieherin aus der Elternzeit zurückkehrt. Diese andere will nicht mehr Vollzeit arbeiten, sondern nur halb, weshalb anstelle von Chrissi also 2 neue ErzieherInnen anfangen werden. Für die Kinder ist die aus der Elternzeit zurückkehrende neu.
Weil Chrissi nicht bei den Kindern, sondern auch bei vielen Eltern sehr beliebt war, bei ihren KollegInnen aber eher weniger, hatte es schon reichlich böses Blut gegeben.
Des weiteren wird Erzieherin Momo im Mai in Mutterschutz gehen und danach voraussichtlich in Elternzeit, eine NachfolgerIn bzw VertreterIn für sie kann aber zunächst auch nicht mit konkreten Zeitangaben gesucht werden, weil Momo sich noch nicht festlegen muß, wie lange sie wegbleiben wird.
Und der Zivi hört auch auf.
So verwunderte es wenig, daß gestern zu der üblichen Runde aus Eltern und Kindergartenangestellten auch der Chef des Trägervereins und die Supervisorin hinzukamen.
Natürlich kam der Chef zu spät. Er habe sich nicht früher freimachen können. Und er danke für unser Verständnis. Nach einem kurzen Abriß der jüngsten personellen Veränderungen, die aber ja allen bekannt seien, erklärte er seinen Part für erledigt und guckte nur noch großväterlich freundlich, intelligent und verbindlich, eine Spur betroffen, aber doch auch mit der nötigen Prise Optimismus. Während Mecki, die Supervisorin, überhaupt nur da saß und undefiniert guckte. Wie ein gerupftes Huhn, mächtig cool, in Gedanken an die letzte Zigarette (oder die nächste), ein klein wenig gerührt von der eigenen Unentbehrlichkeit, vielleicht.
Dann eröffnete Dirk, der Leiter des Kindergartens, mit langwierigen Worten den Anlaß des Abends. Er selbst ist es, der nun auch noch aufhört, die Segel streicht, aus persönlichen Gründen nicht weitermachen will. Es mache ihn krank, die Mehrfachbelastung als Kindergärtner, Gruppenleiter und Kindergartenleiter.
Das betroffene Schweigen prallte an die mit hübschen Kinderbildchen verzierten Wände und rieselte feinstaubig aber auch sehr klebrig wieder hinunter. Schwitzige Hände, schwielige, um Verständnis bettelnde Blicke von Seiten der Führungskräfte. Langes Schweigen auf Elternseite, daß irgendwann von Vater Jörg gebrochen wird: er finde das aber sehr mutig von Dirk, wie der das so offen vorgebracht habe. Und: das sei ja ganz schön starker Tobak.
In Zahlen: von den 6 MitarbeiterInnen gehen vier und zwei sorgen für die Kontinuität.

Gut 300 Euro zahlen wir für einen Monat Kinderbetreuung für 1 Kind, täglich von theoretisch 8 Uhr bis 15 Uhr. Warum?
Ja. Warum. Kind3 fühlt sich wohl dort, hat Chrissi in ihr Herz geschlossen. Und Kind1 und Kind2 waren auch schon in dieser Anstalt, damals noch mit fast komplett anderem Personal… Damals waren wir begeistert vom Engagement und der Phantasie des Teams. Es gab viele spannende und für alle sehr aufregende Projekte, die viel bewegten, vom spielzeugfreien Kindergarten über das Mittelamerika-Projekt (nach dem Hurricain) bis zum wöchentlichen Schwimmen, das irgendwann gecancelt werden mußte, weil ein Amtsarsch darauf aufmerksam geworden war, daß keine der ErzieherInnen eine Rettungsschwimmerausbildung hatte. Aus ähnlichen Gründen durfte irgendwann auch nicht mehr im Kindergarten gekocht werden, Kinder und Erziehrinnen gemeinsam, eine Gaudi für alle. Aber… –
Solche Erfahrungen prägen.
Aber außer dem genialen Kindergartengelände und der Tatsache, daß wir uns alle dort irgendwie zuhause fühlen, ist nicht wirklich viel übrig.
Was ist nun der bessere Weg: den Veränderungen am bekannten und vertrauten Ort möglichst gelassen und konstruktiv entgegensehen – oder einen wirklich radikalen Schnitt machen und einen neuen Kindergarten suchen?
Es gibt so Tage, Wochen, Phasen, da von überall her der Eindruck weht, daß einfach alles den Bach runtergeht.

Tapete ab – Tapete dran

Es war so rührend mit anzusehen, wieviel Energie Kind.1 in die Vorbereitungen steckte, wie sie ganz klaglos gründlichst ihr Zimmer aufräumte und alle Möbel in die Mitte rückte, daß wir gestern trotz feinstem Ausflugswetter den Tag nutzen mußten, ganz nutzen mußten, um mit der Renovierung ihres Zimmers möglichst weit voranzukommen.
Einmal an der alten Tapete gekratzt und bißchen gerissen machte gnadenlos deutlich, daß sie runter mußte. Die Farbe bröckelte einem sozusagen in großen Plocken entgegen und die größten Teile der Tapete ließen sich großflächig grad so abziehen. Aber natürlich nicht alle. Sondern ein paar äußerst hartnäckige Tapetengallier wehrten sich stundenlang und machten einen langwierigen und echt anstrengenden Spachteleinsatz notwendig, der am frühen Nachmittag noch ernste Zweifel aufkommen ließ, ob wir denn mit der neuen Tapete überhaupt noch anfangen könnten.
Ging dann aber doch. Nach einer verhältnismäßig kurzen Spielpause an der kühlen aber sonnendurchtränkten Frühlingsluft stieg Kind1 wieder mit so viel Elan ein, daß ich am mittleren Nachmittag einfach schon mal den Tapeziertisch aufbaute, Bahnen schnitt, kleisterte und dann schließlich, während in der anderen Zimmerecke noch gekratzt wurde, die ersten Bahnen klebte.
Und gegen sechs waren dann tatsächlich gut zwei Drittel schon fertig, als mir aber die Arme auch nur noch leblos von den Schultern baumelten, die Hände so saftlos, daß ich kaum noch Türklinken drücken konnte – und das Kreuz so wehtat, daß weder Liegen noch Sitzen wirklich angenehm waren. Stehen aber natürlich erst recht nicht.
Trotzdem, Sie kennen das ja: es fühlt sich gut an, diese Art von Malaissen. Sie mischen sich mit Stolz und Erleichterung, mann darf darüber klagen, wie man Narben aus erfolgreich bestandenen Kämpfen zeigen darf…
Und den restlichen Rest erledigen wir heute (zur Not abends) mit links.

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