Nach der Reform ist vor der Rephorm

Ab heute gilt mal wieder eine neue teutsche Rächtschreibung. Einmal mehr entgültich. Herr Duden hat Empfehlungen fest gelegt, nach denen man sich nun richten kann, aber keinesphalls muss. Es komme nun auf den Sinn von Wörtern an, wie sie geschrieben werden, vor allem bei Zusammensätzungen, welche aus mehreren Worttheilen zusam men ge setzt sind. Die soll man jetzt je nach Sinn und Betonunck (!) äntweder zusammen oder getrännt schreiben.
Nehmen wir mal als Beispiel das biblische Wort beiwohnen. Da darf man jetzt auch bei wohnen von machen. Sei beides richtig, spricht der HErr, also der Herr Duden. Allerdings, so empfiehlt er, soll man es nur auseinander schreiben, wenn man es im Sinne von bei Muttern wohnen meint. Wenn man es hingegen im Sinne von fröscheln/poppen/Sex haben mit meint, dann lieber zusammen schreiben, äh zusammenschreiben, weil das ja schließlich auch was ist, was man zusammenmacht :-)

Geile Logik, gell?!

Eigentlich, oh Du mein Sprachgott (Keinen Andern Sollst Du Haben Neben Mir!) Duden, finde ich das gar nich so blöd. Wenn die gesprochene Sprache schon nicht eindeutich ist, ja ganz ausdrücklich zu Zweideutichkeiten (oder noch mehr Deutichkeiten, igittigitt) neigt, dann sollte die Schrift als Hüterin der Moral mit derlei Unsitten tunlichst aufräumen. Jedenphalls mal so vom Standtpunckt der härrschenden Moral aus nachempfunden.
Wenn wir allerdings an die paar Leutchen denken, die sich wirklich nach den Regeln richten müssen, dann kann man sich doch echt nur an Kopp fassen, doo! Dann wollen wir doch mal die Regeln bitteschön wirklich vereinfachen, im Sinne von: es gebe bitteschön jeweils eine Schreibweise für ein gesprochenes und egal wie gemeintes Wort und nicht zwei oder drei, die dann nach Gutdünken genommen werden dürfen oder auch nicht. (Lieber aber nicht, wenn es nach HErrn Dudens Dünkel geht.)
Also, mal abgesehen davon, daß ich hier nicht phordere, daß ich Frumvondel heiße, weil das Blödsinn wäre, weil ich so gar nicht heißen will, phordere ich aber statt dessen, daß den Leuten, die rechtschreiben müssen, weil sie sonst schlechte Noten kriegen, geben müssen oder Disziplinarverfahren an den Hals kriegen, Eindeutigkeit in Schrift und Wort. Und nix sonst.

Und hier phür mich Spielkalb phordere ich ab sophort die Unterlassung des langweiligen Buchstaben f zugunsten des viel schöneren, gebildeter wirkenden und humanistischeren ph, jedenphalls solange die Pherhältnisse so sind, wie sie zu sein scheinen.
Nämlich, daß jede neue endgültige Rephorm sowieso spätestens nach 3 Jahren wieder für null und nichtich erklärt und durch etwas vollkommen neues und noch viel bizarreres ersetzt wird als alles, was vorher je war.

(Dies übrigens zugleich eine mit tiefem Dank verbundene Hommage an meinen persönlichen Sprach-Guru Douglas Adams, ohne den ich nie wirklich sprechen resp. schreiben gelernt hätte.)

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Michael

    Privat bin ich schon lange zur alten Rechtschreibreform zurückgekehrt, den Duden-Kulturminister-Blödsinn mache ich nicht mehr mit. Die wievielte Reform einer Reform soll das eigentlich sein…???

  2. hildi

    Douglas Adams rockt! Und ich unterscheide ja schon lange zwischen Fotografieren und Photographieren. Je nachdem, ob da Gelatine oder Silizium drin ist ;-)

  3. hildi

    “fröscheln” kannte ich noch gar nicht – also – ähm – das Wort meine ich…

  4. tobyyy

    Aber Herr Grapph, meinten Sie nicht beischlafen statt bei mich bei schlafen? Letzteres sacht der Dälfien zum High, weil der hat Zehne und die trekt er im Gesäß. Undsowieso kommt erst das Frässen und danach die Mohral, woll!

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