Sangmartin


Alle Jahre wieder beginnt die Vorwhynachzzeit mit dem Sankt-Martinstag, der hier auch gern Sangmartin genannt wird, weil die Kinder dann losziehen, an den Türen in der näheren Umgebung klingeln und dann singen, um dafür Süßigkeiten zu bekommen. Prima kombinierbar mit Laternegehen und dank relativer Unkenntnis der Leute, wann denn eigentlich Sangmartin genau ist, auch gleich zweimal hintereinander machbar.
Trotzdem werden wir unsere extra dafür gekauften Süßigkeitenvorräte eigentlich nie los, weil nicht genug Kinder kommen. Gibt es nicht mehr genug oder trauen sie sich nicht oder haben sie es daheim vor Game*cube, Nint*ndo oder sonsteinem piepsenden Elektroteil zu behaglich, als daß sie sich für ein paar Schokoriegel, Mandarinen und Nüsse in den dunkel-feucht-kalten November hinausbequemen würden?

  • Beitrags-Kategorie:Allgemein / Kinder

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. blue sky

    Inzwischen, obwohl ich neuerdings sogar neben einer kath. Kirche wohne, kommt an St. Martin überhaupt kein Kind mehr vorbei. (Und wenn, dann hab ich mich gefragt, ob ich der danebenstehenden Mutter jetzt auch was geben musste.)

    Halloween scheint aber zumindest teilweise diese Lücke zu schließen.

  2. Sigurd Hoffmann

    Zumindest hier im katholischen Rheinland ist St. Martins Welt noch in Ordnung. Ganz ernsthaft, als ich Donnerstagabend nach als Hause wollte, kam ich vor Kindern mit Laternen und Eltern im Schlepptau kaum vorwärts, so dicht umlagert waren vor allem die Geschäfte. Und die Grundschule um die Ecke hatte sogar Geld für einen Schauspieler samt Pferdchen gesammelt, um St. Martins Mantelteilung nachstellen zu können. Das Süßigkeitensammeln mit Laterne nennt sich auf Düsseldorfer Platt übrigens “gripschen”, rheinabwärts in Köln sagen sie “Laternengehen”. St. Martin gehört hier genauso zum Kalender wie Weihnachten und der Karneval. Um den Nachwuchs muß einem auch nicht bange sein, da offenbar auch die Zugewanderten den Brauch annehmen: eine Mutter mit Kopftuch habe ich selbst gesehen.

  3. hildi

    Ich habe das in meinem Leben bislang nur einmal erlebt, als ich um die Zeit in Wuppertal war. Hier in Berlin gibts nur Halloween. Und darüber regt sich ja unser Pfarrer tierisch auf. Wenn am Reformationstag schon immer Süßigkeiten gegeben hätte und Verkleiden, hätte man nie Halloween aus USA importieren müssen ;-)

Kommentare sind geschlossen.