Amselkonzert, endlich

Obwohl eigentlich gut geschlafen, erwischt mich der Schweinehund, der innere, heute Morgen kalt und sorgt beinahe dafür, daß ich das Laufen sein lasse. Aber nach einer Viertelstunde stehe ich dann doch auf. Denn: morgen früh wird es womöglich regnen. Das Argument zieht!
Mit einem zu vollen und noch immer mulmigen Gefühl im Bauch laufe ich los, hinein in außerordentlich wohlriechende Luft und ein allumfassendes Amselkonzert. Seit Anfang Februar freue ich mich darauf, warte ich sehnlichst darauf. Die endlose Frostperiode verhinderte es nachhaltig. Heute aber! Auf jeder Laterne, jedem hervorspringenden Zweig, jedem Giebel sitzt eine Amsel. Und alle singen aus vollem Halse – nur für mich. Beinahe eine Viertelstunde, bis die ersten Kohlmeisen dazu kommen. Die mag ich nicht so. Nicht so gern wie Amseln jedenfalls.
Aber diese Viertelstunde, das ist etwas, wofür es sich zu leben lohnt. Wenn Sie mir dieses Pathos nachsehen ;-)

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Die erste Amsel

Heute Morgen um kurz nach sechs am Kasinoweg, da wo’s zum Fußgängertunnel hinunter geht, saß eine Amsel auf einem Zweig und flötete schüchtern die ersten Töne gegen den Autolärm an.
Sie schien noch nicht so genau zu wissen, welche Bewegungen in welcher Reihenfolge nötig sind, um den typischen Amselgesang hervorzuzaubern.
Ich hielt an und guckte hinauf zu ihr. Sie blieb da sitzen auf ihrem Zweig, blickte hinab zu mir und flötete noch zwei, drei vorsichtige Töne, bevor ich weiter lief. Wir verstanden uns.

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Göttinger Graugänse

Da ich es endlich wieder schaffe, bei meinen gelegentlichen Morgenläufen die 10km durchzuhalten, führt mich mein Weg mitunter auch bis hinter den Kiessee. Dort, auf einem Acker kurz vor der im Bau befindlichen Südost-Umgehung Rosdorfs, wurde ich einer Herde Graugänse gewahr, die dort friedlich vor sich hin ästen. Während ich an ihnen vorbei schnaufte, guckten sie mich an, unisono beinahe, und verfolgten mich mit ihren Blicken. Was mich ebenso faszinierte und begeisterte (so große frei, ja wild lebende Vögel interessieren sich für mich genauso wie ich mich für sie!) wie auch irgendwie verunsicherte, weil filmgeprägt wie ich bin, mir sofort diese Zwergsaurier aus Jurassic Park vor Augen standen, die zuerst so possierlich wirkten, sich dann aber zu einer arg gruseligen Todesgefahr gerierten.
Die Graugänse blieben aber nur possierlich. Später, als ich an den Gestaden des Kiessees entlang hoppelte, beglückten sie mich mit einem Formationsflug über den See, dazu lautes Gekreische. Einfach wunderbar.

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Die Vögel

Letzte Nacht: die ersten Kraniche überfliegen Göttingen.
Heute Morgen: die ersten Amseln machen Sound-Check. Außerdem: Rotkehlchen, Kohlmeisen, Stare, Buchfinken.
E n d l i c h !!!

September-Ausklang

Ungewohnt hell war es heute Morgen, zuerst durch den Mond, der (voll?) nur gelegentlich von Wolkenfetzen bedeckt meinen Weg mit hellen Flecken und noch mehr Schatten pflasterte, bald darauf ein großes Wolkenloch, durch das mich die Venus anstrahlte, obwohl schon fast die Sonne aufging.
Das fanden wohl auch die Vögel ungewöhnlich. Reichlich Amseln tixten laut und sehr melodisch in den Hecken, eine sang sogar richtig, wenn auch mit eigenartig verkatert wirkender Stimme. Und während ich nach dem Lauf meine Glieder streckte, rief eine Kohlmeise laut und deutlich Zizibäh. Das war schön, der Morgen bekam dadurch so etwas aus der Zeit gerissenes. Einem Versprechen gleich, mitten auf dem Weg in die Dunkelheit: daß dahinter auch schon wieder das Licht zu erahnen ist.

Nachtigallen, die zweite

Deponieblick1
Der Anstieg auf die längst begrünte ehemalige Deponie hinter Geismar belohnt in diesen Tagen nicht nur mit diesem Blick Richtung Diemardener Warte, sondern auch mit einem sehr bemerkenswerten Hörerlebnis:

Nachtigallen

Für Göttinger, Ortskundige und Nachtigall-Freunde,
an drei Orten habe ich an den letzten Morgenden nun schon Nachtigall-Gesang gehört:
– am Bahndamm zwischen der Kleingartenkolonie Leineberg West und Rosdorf
– am Leinekanal zwischen Eiswiese und FKG
– am Kiessee, Südwestufer, im Rest des kleinen Wäldchens dahinter

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Krähen-Demo

heute Morgen, sehr hoch, am Göttinger Himmel. Eindrucksvolles Schauspiel, wie da hunderte Vögel ungeordnet, scheinbar chaotisch aber doch harmonisch, miteinander fliegen, umeinander gegen einander, laut krähend. Völlig gewaltfrei.
Derweil direkt am Haus, unter der Dachrinne die Stare schwatzen, pfeifen, schwirbeln und Kraniche nachäffen. So hört es sich beinahe an. Ein paar Mal schon haben sie uns damit an der Nase herumgeführt.
Früh morgens nun endlich auch regelmäßig Amselkonzert, aber noch immer eher verhalten. Denen ist es wohl immer noch zu kalt.

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