Südumdenkung

Am Freitag, 31.10.03 wurde im Foyer des Neuen Rathauses in Göttingen eine Ausstellung zur Südumdenkung eröffnet.
Ein spannendes alternatives Verkehrskonzept für die Region Göttingen, das der herrschenden sinnlosen Betonpolitik Argumente entegensetzt, die nicht nur einleuchten, sondern auch gute Laune machen.
Der Ausstellung und erst recht den Ideen, die gezeigt werden, wünsche ich viel Glück und viele offene und engagierte BesucherInnen!

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Lauter Arbeitsplatz

Strassenbau

Aber faszinierend, wie diese Maschine funktioniert. Strassenbau

Von der ohnehin schon bös ramponierten Straße wird die oberste Schicht abgeschrappt, das Schrapp-Gut durch einen Zerhacker gejagt, dann auf einem langen Förderband nach vorn gefördert, wo es dann im Bogen auf den davor fahrenden Lastwagen fliegt.

Strassenbau

Der bringt das schwarze übel riechende Schreddergut dann zur “Veredelung”, von wannen es wieder kommen wird, um mit einer anderen Maschine wieder auf unsere Straßen geschmiert und festgewalzt zu werden.
Das ist Recycling.

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Tempo 70 für alle!

Hurra!
Endlich hat Jürgen D., Göttingens OB ein klares, markantes und wirksames Zeichen für die Zukunft in den Asphalt der Stadt gesetzt.
Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautete, hat seine Obrigkeit verfügt und ihro itzo angeordnet, einige der lästigen und völlig unzeitgemäßen Zone-30-Zonen rückzuwidmen und dem normalen Verkehr (Motto “freie Fahrt für freie Bürger”) wieder einzugliedern. Wie es heißt, zwangen ihn gesetzliche Vorgaben, Straßenzüge, (in denen sowieso niemand Tempolimits beachtete, die Red.), in denen dem Durchgangsverkehr mehr Raum, mehr Vorfahrt und mehr zügige Verkehrsabwicklung zuzugestehen ist, die 30-km/h-Zonen aufzuheben und wieder nominell Tempo 50 zu erlauben.
Die Freude unter den Göttinger Autofahrern ist begreiflicherweise groß. Denn da in den lästigen Zone-30-Straßen schon niemand merkte, daß man natürlich wenigstens 50 fuhr (Merke: wer zuerst bremst, hat verloren!), ist nun der Freifahrschein offiziell, wieder allgemein mit 70 durch die sowieso völlig verlassenen Vorortstraßen (eh bloß Weende und Geismar) brettern zu dürfen.
Um’s Gewissen zu beruhigen, wurde angeordnet, vor Kindergärten, Schulen und Altenwohnstätten Tempolimits neu einzuführen (hört hört!) – zum Glück sind das ja immer nur kurze Stückchen. Bis man da überhaupt realisiert hat, daß man zu schnell ist, hat man sie eh hinter sich und kann auf den Schreck gleich erst noch ma so richtig drauf drücken. Äh treten.
Wie schön.
Es gibt also doch noch ausgleichende Gerechtigkeit!

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Ein neues Fahrrad

muß her!
Vor ein paar Wochen ist mir mein Stadtrad geklaut worden. Seitdem fahre ich auf meinem Tourenrad zur Arbeit. Nicht, daß es nicht gut führe. Nein nein, sogar sehr gut. Aber es hat eine 24-Gang-Kettenschaltung, die sich mit den Anzughosen, welche ich im Büro tragen muß, nicht so recht verträgt. Und es hat keinen Korb, so daß ich das dicke fette Schloß, daß ich jetzt benutze, immer um mich selbst wickeln muß. Beim Fahren. Das nervt.
Eigentlich würde ich es auch lieber schonen und weiterhin nur für Touren nutzen. Dann hält es vielleicht noch einmal 12 Jahre :-) Und überhaupt.
Da ich immer mit dem Rad zur Arbeit fahre und auch sonst nur seltenst unser Auto bewege, kann ich mir ruhig ein Zweitrad leisten. Oder?
Aber die Auswahl fällt mir schwer.
Es soll robust sein, damit es die immer schlechter werdenden Göttinger Straßen eine Weile überlebt. Es soll einigermaßen bequem sein. Ich muß damit aber auch unbedingt schnell fahren können. Sitzhaltung also eher nach vorn geneigt, guter Leichtlauf, das aber möglichst mit Siebengang-Nabenschaltung und Rücktritt.
Gibt’s das?
Probe gefahren bin ich heute das T100 von der Bremer Fahrradmanufaktur. Kostet 650 EUR und macht eigentlich einen ganz guten Eindruck. Gibt’s halt nur in ganz schwarz und sieht nach nichts besonderem aus. Könnte den Vorteil haben, daß es dann auch nicht gleich wieder geklaut wird.
Schöner sind die Fahrräder von Patria. Auch in den Ausstattungsvarianten vielseitiger. Aber auch teurer.
Tja.

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Fehler rückgängig machen

” ‘Die Fehler der Vergangenheit müssen rückgängig gemacht werden’ , erklärt der Unternehmensberater und einstige Erfinder des Interregios, Karl-Dieter Bodack. “
Aus diesem taz-Artikel läßt sich Hoffnung schöpfen: offenbar gibt es doch noch ein paar Leute mit Einfluß, die an das Gute in der Bahn glauben.
Die alte Bahncard wieder einführen, Interregios wieder fahren lassen und ihr Netz ausbauen, Nahverkehrsverbindungen im großen Stil verbessern und regional bis überregional mit einander verflechten. Und natürlich dieses blödsinnige neue Preissystem am besten rückwirkend wieder abschaffen.
Soviel als Sofortmaßnahmen.
Indes, in der heutigen Aufsichtsratssitzung einfach nur ein paar Vorstandssessel neu zu besetzen, dürfte am Grundproblem nicht viel ändern. Da muß tiefer gebohrt werden und an anderen Stellen.
Die systematische Verhinderung nachhaltigen Wirtschaftens wird sich wohl kaum nur an einzelnen Personen festmachen lassen. Aber klar: irgendwo muß man anfangen.

Innenstadt-MAUT

Den Londonern ist etwas gelungen, was ich nicht für möglich gehalten hätte: seit drei Monaten schon verlangen sie Maut-Gebühren von allen Leuten, die mit dem Auto in die Stadt reinwollen.
Der Erfolg: etwa 20% weniger Autos in der Stadt. Die noch fahrenden können doppelt so schnell wie vorher. Es wurde genug Geld für 300 neue Busse eingespielt. Schreibt die taz.
Aber hierzulande, wo nur freie Fahrt für freie Bürger zählt, werden noch nicht mal die Lastwagen auf der Autobahn für die massiven Schäden, die sie verursachen, zur Kasse gebeten.
Dabei ist selbst Bus fahren einfach cool.

Natürlich wär Straßenbahn noch viel schöner. Aber man muß ja erstmal einen Anfang finden. Daß das geht, sieht man u.a. hier.