Zu unentschlossen

Eigentlich wollten wir ja zum Tag des Offenen Denkmals. Die Entdeckung der Saline Luisenhall vor 2 Jahren setzte Maßstäbe, die zwar das Rittergut Niedergandern im letzten Jahr lang nicht erreichte, aber da bin ich doch auf den Geschmack von «Denkmälern» gekommen. Aber gestern war irgendwie so gar nix im Angebot, was bei dem schönen Wetter verlockt hätte, auf die Radtour zu verzichten, die wir unbedingt machen wollten.
Die Lokalzeitung hielt es nicht für nötig, auf besondere Sehenswürdigkeiten hinzuweisen – außer auf die öffentliche Freilegung einer Kloake auf dem Lünemann-Gelände. Da verzichteten wir dankend.
Eine einfache Radtour also, ohne besonderes Highlight als Ziel, ist nicht nur für die Kinder, sondern inzwischen auch für die Erwachsenen eine gewisse Herausforderung. Aber dann fanden wir in Klein Schneen einen idyllischen Rastplatz am Rande einer verwunschenen Allee, es gab ein wenig mitgebrachte Kuchen und – da siegte die gute Laune klar nach Punkten.
Hinterher blieb trotzdem dieses seltsame Gefühl, daß man noch mehr hätte rausholen können. Schließlich muß auch am Wochenende die übliche Leistung erbracht werden in Form von Erlebniswert, Freizeitmehrwert und Vergnügungspunkten oder wie immer wir die Währung nennen wollen.

MV

MV?
So nennen die Eingeborenen ihr Märkisches Viertel, eine 50.000-Seelen-Siedlung im Norden Berlins, kurz vor dem ehemaligen Ende der Welt. Ein bißchen sieht es immer noch so aus.
Dank der sehr netten und kompetenten Führung durch Freunde einmal rund um und einmal quer durch’s Viertel inclusive Überblick von oben erhielt ich eine ziemlich konkrete Vorstellung. Vage Erinnerungen an eine Stadtrundfahrt 1976 kamen auf, als man in Bussen zwischen den damals modernen Plattenbauten hinduchgekarrt wurde, nie aussteigen durfte, nie von sich aus fotografiert hätte –
und stets dachte: wie kann man es denn hier aushalten?!
Heute wirkt es völlig anders. Bewohnt, belebt, begrünt.
Aber sicher ist es auch eine Frage, mit wem man es erlebt.
Schön war’s.

Uns geht’s zu gut

Kiessee-Idylle
Auf dem Kiessee in Gö

H am Steuer
Leben und Leben lassen

In die Vollen
Zwillinge an Bord

Es ist Sonntag und die Sonne scheint und wir haben so viele Aktionsmöglichkeiten, daß im Streit und Nerv über die Auswahl die Freude auf der Strecke bleibt. Morgens das siebte Mal den baldigen Urlaub umplanen, mittags alle Kinder ins Auto stopfen und zum Tag der Offenen Tür bei den Göttinger Verkehrsbetrieben aufbrechen. Während Toby feierlich all die merveilles vorliest, die uns dort erwarten, wird mir schlagartig klar, daß der Tag nicht stimmt. Das Event fand am 12. statt, es ist aber der 13.

Sonntag, der 13. Ein Tag, mit dem man rechnen muß.

Rückkehr nach Hause, erstmal Kind3 ins Bett gestopft, das sowieso mittagsschlafreif ist. Dann mit Kind2 kleine Radtour ins Feld. Eigentlich möchte ich ihm anhand der üppig blühenden Feldblumen die Vorzüge unserer Heimat näher bringen. Aber ach! Was gestern noch in voller Pracht strahlte, ist heute vertrocknet, läßt den Kopf hängen, hat seine Farbe verloren.

Kiessee-Idylle

Zu allem Überfluß bekommt Kind2 einen nicht enden wollenden Nies-Anfall. Irgendwelche aggressiven Pollen offenbar.
Anstatt am Nachmittag mit dem Auto noch weitere landschaftliche Highlights anzusteuern, bugsiere ich die Drei per Fahrrad zum Kiessee, wo wir uns für 9 Euro eine Stunde lang ein Tretboot mieten. Kind2 hatte sich das schon seit langem gewünscht.
Wie idyllisch.
Der Streit, wer wann und wie lange vorne sitzen darf. Die endlos neu auszudiskutierende Frage, wieviel 5 Meter sind (näher darf man mit dem Boot nicht ans Ufer). Jetzt mehr rechts. Nein, wieder links. Vorsicht. Aufpassen, du rammst noch das Kanu… –
Auf dem Rückweg nach Hause ist der Papa vor allem froh, daß er diese Episode überstanden hat und das Thema damit erstmal weder erledigt ist. Plötzlich macht es laut und energisch Pfffzischschsch! Und H’s Reifen ist geplättet. Eine Lektion zum Thema: wer sein Fahrrad liebt, der schiebt.
Wie schön, dann ein Handy zu haben und die liebe Gattin herbestellen zu können, daß sie die havarierte Tochter in den Kombi laden möge…

Krönender Abschluß: das Abendessen, an dem B ihre neu erworbenen Kochkünste unter Beweis gestellt hat. O-Ton der Herr Sohn: Bäh, ih, mag ich nicht. Was ist das denn! Das eß ich nich. Und all der andere gar zu übliche Abendessensnerv in der Kleinfamilie.

Welch anderen Schluß läßt diese Verkettung von Ereignissen zu, als daß es uns zu gut geht.

Reise durch die Nacht

der Erinnerungen

– wie mit einer Zeitmaschine zurück ins Jahr 1978.
Lauter fremde Gesichter, die bei näherem Hinsehen und vor allem, wenn sie beginnen zu sprechen, zu erzählen, plötzlich irritierend vertraut Gestalt annehmen. Freunde, die vor einem eigentlich unüberschaubaren Zeitraum aus der erlebten Zeit herausgefallen sind, treten plötzlich wieder dort hinein. Es macht Plop und die Lücke schließt sich. Noch einmal Pfft und der Anschluß sitzt dicht.
Erinnerungen kommen auf den Tisch, Gemeinsamkeiten werden festgestellt ebenso wie Differenzen und beinahe nahtlos so fortgesetzt, wie sie damals unter- oder abgebrochen wurden.
So viele Fragen, die gar nicht so schnell beantwortbar sind. Die ich auch gar nicht so schnell beantwortet haben möchte.

Ich finde Männer, die sich treu bleiben, gut.

Welch seltsame Konsequenz.

(25 Jahre danach. Abitur-Jubiläum. Wiedersehen der Veteranen.)

Pfingst-Radtour


Lange sanfte toskanische Steigung

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Rast an der Mühle in Friedland


An den Leinefällen in Niedergandern

Ankunft auf dem Rittergut Besenhausen

fast web-frei

war das Pfingstwochenende. Gleich am Freitag Nachmittag ging es mit der ganzen Familie zum Geburtstag einer Freundin an den Elm. Nette Party, Übernachtung im Zelt: zwar arg kurz (ca 3 Std. Schlaf), aber sehr romantisch. So eine Nacht im Zelt sollte man sich viel öfter mal gönnen… Am Samstag scheiterte der Versuch, auf dem Rückweg im Harz eine nette Stelle zum Verweilen zu finden. Eigentlich wollte ich den Kindern mal die schöne Oker vorführen, wo ich selbst als Kind so gern Steine hineingeworfen – aber das klappte irgendwie nicht. Der nerfige Ausflugsverkehr an der Oker und die zunehmende Schwüle schlugen auf die allgemeine Laune.
Was sich auch am naturgeschützten Seeburger See nicht besserte, an dessen Ufer wir eigentlich picknicken wollten. Aber ans Ufer ran kommt man nur im Strandbad, Erwachsene 2 Euro und Kinder auch nich ohne :-(

Dafür genossen wir am Sonntag bei bester Hitze und wunderschön aufkeimenden Blumenkohlwolken überall die Schönheiten einer Radtour durch die südniedersächsische Toskana. Mit reichlich Pausen, vor allem im Rittergut Besenhausen, legten wir in sechs Stunden gut 50 Kilometer zurück, so mancher Höhenmeter auch dabei. Die Kinder fluchten zwar wie die Rohrspatzen, wenn’s bergauf ging, bergab dann aber war es um so schöner. Und wieder zuhaus waren nicht nur alle stolz, sondern auch sehr zufrieden mit dem Timing: unmittelbar bei Ankunft legte ein stürmischer Gewitterregen incl Hagel los, den ich auf offener Strecke wirklich nicht hätte erleben wollen!

Und Montag – waren wir faul. Mal von 8 bis 10 Schubkarren voll Sand abgesehen, die aus der Sandkiste raus und wieder rein gekarrt werden wollten. Nachmittags gab’s die ersten selbst gepflückten Erdbeeren. Sehr lecker :-)

Fotos zu all diesen Highlights – soweit nicht bereits bei
Toby zu sehen, folgen.

Im Zoo


Ein Besuch im Zoo Hannover ist vor allem mit kleinen Kindern ein Erlebnis besonderer Art. Schwierig, dabei keine gute Laune zu bekommen, schwierig, sich das Lachen zu verkneifen, schwierig, nicht mehr Geld auszugeben, als ursprünglich geplant.

Das Spiel der jungen Elefanten, sowohl das spontan natürliche als auch das einstudiert und vorgeführte – ist einfach umwerfend!


Herrscher im Dschungelpalast


Gute Zebra-Sicht im Sambesi-Gebiet


Für mich der Höhepunkt: die Pelikane. Anschmiegsame und zärtliche Großvögel, die eine Vorliebe für meine Hände entwickelt haben. Ein Selbstversuch, den ich später noch mit Ziegen und Hängebauchschweinen fortgesetzt habe.


Selbstfindung im Zoo-Kloo
Wenn man es bis dahin geschafft hat, ist man um einiges erleichtert und um eine neue Sicht seiner selbst bereichert.

Mit dem Rad zum Wendebachstausee


Das ist eine Tour durch unvergleichlich grüne Landschaft!
Als ich das erste Mal diesen Radweg weitab der Straße durch dieses strotzend fruchtbare Tal fuhr, links und rechts hohe, prächtige Bäume, da dachte ich: so muß es im Auenland sein. Wo das genau ist?
Etwa 10 km südlich von Göttingen.

Wegbeschreibung: Über die Untere Dorfstraße in Geismar und “Im Bruche” aus Göttingen hinausfahren, am Wetterhäuschen vorbei und durch’s Gartetal nach Diemarden. Alles reiner Radweg. Kein Auto zu hören oder sehen.
In Diemarden die erste Straße rechts abbiegen, gleich noch mal rechts, aus dem Ort heraus Richtung Reinhausen. Das geht erstmal ein Stückchen gut bergauf.
Aber auch wieder hinunter, wenn man erst einmal oben ist auf der Kuppe, die einen schönen Ausblick zurück nach Göttingen und vorn Richtung Südwesten bietet.
Unmittelbar vor dem Ortsschild von Reinhausen den Kreisel überqueren, rechts abbiegen aber auf dem Radweg links der Straße weiter fahren.
Dieser entfernt sich nach etwa 300 Meters nach links von der Straße und führt in das eingangs beschriebene Auental.
Dem Weg einfach folgen bis zum Stausee.
Dort kann man baden, Boot fahren, grillen, im Sommer Fritten und Würstchen kaufen und es sich gut gehen lassen.

Viel Spaß!