Der Andromeda-Nebel

Andromeda-Nebel
Eines Abends auf Lanzarote fuhren wir einfach mal mitten in die Vulkane zum Sternegucken und Photographieren. Nach einiger Zeit, die man brauchte, um sich nicht allein an die Dunkelheit, sondern auch an die ungeheure Vielzahl sichtbarer Sterne zu gewöhnen, fiel mir ein, daß man ja eigentlich prima den Andromeda-Nebel sehen können müßte. Den hatte ich nämlich vor bald 20 Jahren ebenfalls im Oktober auf Gomera erstmalig mit eigenen Augen gesehen. Und so brauchte ich auch zwischen den Vulkanen nicht lange, bis ich ihn vor der Linse hatte. Und dank Tobys 200er konnte ich ihn so abbilden, wie man ihn hier sieht. Nebenbei bemühte ich mich, meinen Sohn nicht nur zum Stillhalten anzuhalten – er saß nämlich in der Tür des Autos, auf dessen Dach ich mein Ministativ für die Kamera gestellt hatte – sondern ihm auch ein paar grundlegende Orientierungshilfen für den Sternhimmel zu geben.
Unbedingt ein Höhepunkt dieses Urlaubs!

Laufsteg im Hainichen

Unser Sonntagsausflug führt unser Auto diesmal durch die blühenden Landschaften des nördlichen Thüringens, vorbei an den mir lieb gewordenen Orten Heiligenstadt, Dingelstädt, Mühlhausen bis fast nach Bad Langensalza. Kurz vorher biegt man rechts ab und findet sich alsbald im Walde wieder, wo man dann als erstes für nur einen Euro einen Parkplatz kricht.

Und dann geht’s auch gleich munter los. Durch eine quirlige Ansammlung wohlriechender Friß- oder Stirb-Etablissemangs voller Ausflügler, die an mangelndem Appetit ganz offenkundig nicht zu leiden haben. Hätten wir’s nur gewußt, hätten wir natürlich unsere ollen Stullen zuhause gelassen und uns voller Schunkelfreude mit auf die Holzbänke gesetzt, um eine ordentliche Thüringer Bratwurst mit Faßbrause zu Mittag zu schmausen. Doch leider –

Berlin, Berlin

Letztes Jahr im Juni war ich zuletzt richtig in Berlin. Richtig heißt: für mehrere Tage und nicht nur so’n Kurztrip wie im Januar.
Aber nächsten Samstag klappt’s endlich wieder mal! Wird auch höchste Zeit, neuen Stoff für das Berlin Blog zu sammeln. Vor allem aber bin ich zur Probe bei meiner Lieblingsband eingeladen, nämlich. Mann, freu ich mich da drauf!

Ein Tag Ostkreuz


Seit November will ich nach Berlin fahren, gestern hat es endlich geklappt, wenn auch nur für einen einzigen Tag. Aber der war sagenhaft.
Bei -14° fahre ich morgens um 7 in Göttingen los, der ICE kommt klaglos pünktlich, Berlin empfängt mich sozusagen grundlegend vereist, nicht nur die Spree komplett zugefroren sondern auch viele Wege, Parks, Flächen –
aber die Sonne scheint, leichter Dunst, absolut optimales Photowetter. Ich drücke etwa 450 mal auf den Auslöser, persönliche Bestleistung ;-)
Ein Tag am Ostkreuz, von kurzen Unterbrechungen abgesehen. Wer weiß, ob ich es so je wieder sehe: so wie immer, mit allen Treppen, allen Brücken, allen Bäumen, allen Büschen, allen Relikten, allen Flicken – so wie immer.
Ein Tag voller Sonne, mit diesem wunderbaren Dunst in der Luft, in den die Sonne so wunderbare Streifen schneidet, ein Tag voller Eis, an dem ich trotzdem nicht friere.

Ein Tag wie eine Liebeserklärung – an meinen Lieblingsbahnhof.

Lanzarote

Wenn man dort ankommt, braucht man eine gewisse Zeit, um sich an das völlig Künstliche von Umgebung, Urlaubswelt und Leuten zu gewöhnen. Das geht beim zweiten Mal aber schon deutlich schneller. Dann freut man sich über die Kulisse aus Vulkankegeln, Wolken, weiß gekalkten Schachtelhäusern und dahingestreuten Dattelpalmen. Und über die rötlich leuchtenden Wolken nachts, die von den grell-orangenen Lampen illuminiert werden. (Was übrigens angeblich der Lichtverschmutzung der Luft vorbeugen soll. Mein subjektiver Eindruck ist da genau gegenteilig.)
Noch viel mehr aber begeistert natürlich das Meer, dessen Blau sich stündlich wandelt, das mal einen messerscharfen Rand zum Himmel hat, mal völlig horizontlos mit dem Himmel verschwimmt, das mal ruhig da liegt wie Fellinis große Zelluphan-Folie, mal wüst und ungestüm heranrollt und herrlich wild zum Spiel mit den Wellen einlädt.
Egal ob man einfach am Strand steht und sich die Füße umspülen läßt oder ob man sich hineinstürzt – es fühlt sich immer einfach gut an.
Bilder gibt es da.
Was den künstlichen Eindruck die ganze Zeit über unangenehm aufrecht erhält, ist, daß man kein spanisch spricht. Man braucht das zwar auch nicht, weil fast alle Hotelbediensteten und Supermarktverkäuferinnen deutsch oder englisch sprechen können, aber es nervt mich zunehmend, mit den Menschen, die dort leben und (für mich) arbeiten, nicht in ihrer Sprache reden zu können.
Bevor wir also nächstes Jahr wieder hinfliegen, wird spanisch gelernt. Unbedingt.
Eine Lerngruppe aus wenigstens 3 SchülerInnen besteht schon. Fehlt nur noch eine nette LehrerIn – hier in Göttingen, die genug Geduld hat, uns in die Anfänge einzuweihen. Vorkenntnisse in Latein und/oder Französisch vorhanden…

Unterwegs im Ruhrgebiet


Stell dir vor, du kommst in einer Stadt an, steigst aus dem Zug, betrittst den Bahnsteig und hast sofort das Gefühl: das isses irgendwie nich.
Dann fährst du anderthalb Städte weiter, steigst wieder aus und hast sofort den Eindruck: genau, hier ist es gut.
So ist es, wenn man in Gelsenkirchen ankommt und dann von da nach Duisburg weiterfährt. Duisburg hat einfach was. Schon auf dem Bahnsteig. Erst recht in der Stadt unterwegs. Zwischen Ruhr und Rhein, zwischen Landschaftspark und Ruhrort: viel Flair, unendlich viel zu gucken und überall nette Leute, von der Straßenbahnfahrerin, die spürbar gern und locker Auskünfte gibt, bis zu den Jugendlichen, die an der Haltestelle mit uns warten und aus dem Staunen nicht herauskommen, dass es Leute gibt, die absichtlich in ihre Stadt fahren um dort Urlaub zu machen.

Im Urwald

Im Urwald bei der Sababurg war ich zuletzt vor 6 oder 7 Jahren und erinnerte mich nur noch vage, daß ich es dort schön fand. Aber daß dieses Stückchen kultivierte Wildnis so faszinierend, so einnehmend sein würde, das war eine sehr angenehme Überraschung.
Eigentlich war Altenbeken das Ziel, wo an diesem Wochenende großes Eisenbahn-Event war. Aber die Fahrerei (je Richtung mindestens anderthalb Stunden!) war uns zuviel. Wie gut!



Im Urwald leben einige Bäume, bei denen man eine ganze Weile rätselt, ob es nicht doch Ents sind. Andere, in die man hineinklettern könnte, weil sie innen völlig ausgehöhlt sind, was man sich aber doch nicht so recht traut, wegen der schummrigen Beleuchtung, die das Innere ein Ideechen zu geheimnisvoll erscheinen läßt, und wegen der Insekten, die man nicht unbedingt in den Haaren haben möchte.
Aber sonst geht es einem wie gehabt: man möchte einswerden mit dem Baum…!

Toby’s Bilder von diesem Ereignis gibt es hier. Und bei photo.grapf demnächst auch noch mehr…

IT-Sicherheit

Heute bin ich mit dem Zug in die große Stadt gefahren und dort mit U-Bahn und Bus immer noch schneller zum Seminarort gelangt als mit dem Auto. Dazu natürlich viel bequemer und entspannter. Vorher hatte mir der Koordinator der Bildungsanstalt beim ersten Anlauf weiszumachen versucht, der Ort sei mit öffentlichen Verkehrsmitteln eigentlich gar nicht zu erreichen, beim zweiten Versuch schilderte mir ein anderer mit belustigtem Unterton in der Stimme, man könne natürlich mit der U-Bahn ganz raus bis zur Endstation fahren, von dort seien es aber noch 500 Meter Fußweg.

Eine unvorstellbare Zumutung für IT-Menschen?
Ich fand es angenehm. Hin- wie rückzus. Ich fahre gern U-Bahn und bewege mich gern in anderen Städten – so, daß ich etwas von ihnen und ihren MitbewohnerInnen mitbekomme.
Die Bildungsveranstaltung selbst war leidlich spannend. Ein längerer Exkurs über die juristischen Implikationen des Email-Verkehrs war gar nicht mal uninteressant. Die Vorstellung der geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit (Intrusion-Detection-Systeme, das ganze Firewall-Geraffel und die per Nitrobit zu beschneidenden Userrechte am Windows-PC klang nach viel Goodwill, an den Details muß aber sicher noch viel gearbeitet werden – und die ersten bösen Bauchlandungen sehe ich schon plastisch vor meinem geistigen Auge.
Auf jeden Fall wartet nun eine Menge konzeptioneller Arbeit, auf die ich mich freue. Ja, echt.

Wochenendausflug

Der organisatorische und logistische Aufwand, den es zu betreiben gilt, will man als Eltern mit 3 Kindern für eine Nacht im Zelt losfahren, beträgt etwa 97,5% des Aufwandes, dessen es für eine 3-wöchige Rundreise durch Korsika bedarf.
Vom nerflichen ganz zu schweigen.
Trotzdem geht es demnächst los.