Umnebelt

Eine der besten Erfindungen seit der Entdeckung des Joggens ist eindeutig der Frühnebel, genauer gesagt: Örtliche Frühnebelfelder!
Als Kind liebte ich sie schon, weil von ihnen so etwas behaglich Gruseliges ausgeht. Belebend und Phantasie anregend.
Auf Kiessee neigen örtliche Frühnebelfelder zum Wabern. In kleinen, manchmal größeren Schwaden rotten sie sich zusammen und ziehen sehr gemächlich ihren Weg, dessen Richtung im Vorbeilaufen nicht eindeutig zu bestimmen ist. Vom Westufer des Sees sieht man das östliche Ufer kaum, wohl aber die dahinter stehende Baumreihe, die wie eine schwarze Wand anmutet. Darüber gab es heute Morgen einen großen roten Farbverlaufsfleck. Wohl wegen der Sonne, irgendwo dahinter.
Aber noch sehr duster.
Und still.
Völlig lautlos plötzlich ein riesiger Vogel. Mit breiten Schwingen gleitet er majestätisch langsam quer hinüber zum anderen Ufer.
Ein paar Meter weiter dümpelt ein Paar Wasserballtore in den wabernden Schwaden.
Windstille.
Klein Pling, nur in der Ferne das Rauschen der Straße.
Und ganz in der Nähe, direkt bei mir: das Schnaufen des Joggers.

Wenn der Tag so anfängt…!

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Urlaub vorbei

Retour au bureau.
Abwechslungsreiche und überwiegend schöne und fast ausschließlich sonnige dreieinhalb Wochen liegen hinter mir. Habe diesmal so richtig das Gefühl, ein Stück älter geworden zu sein, im positiven Sinne. Viel erlebt, viel wahrgenommen, viel nachgedacht, viele gute Gespräche geführt, intensiv gelebt.
Ein gutes Resümmée, oder? Heute Morgen beim Laufen deutlicher Herbstgeruch in der Luft. Endlich wieder „frische Luft“ am Morgen. Als ich Ende Juli morgens in Berlin lief, bei knapp 20°, eher im Mief als in Luft, obwohl kaum bekleidet schon nach wenigen Metern schweißtriefend, kamen schon erste Anflüge von Herbstherbeiwünschen.
In diesen Tagen scheint sich die Luft in irgendeiner Weise grundlegend zu verändern. Ob es an der Abkühlung liegt? Sie hat jedenfalls nun etwas an sich, daß tiefe Empfindungen in mir weckt, kühle feuchte, aromatisch duftende, zum sehr frühen Morgenlicht prima passende Gefühle, die ich ebenso in mich einsaugen möchte, wie ich sie wohl auch einfach selbst produziere.
Das gibt es nur in dieser Jahreszeit.
Und da dachte ich immer, ich sei ein Frühlingstyp. Oder kann sich so etwas auch ändern?

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In Berlin

Seit Samstag in Berlin. Grossstadtluft atmen. Sehr warm, oft viel zu schwuel, lange nicht so viel geschwitzt.
Aber der Horizont weitet sich in angenehmster Weise.
Und unerwartet aufbauend die Begegnungen: Der Wechsel von rein virtueller zu realer Begegnung ist eine ungeheuer positive Ueberraschung.

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Absage

Oh was für ein Frust!
Habe gerade die Absage für meine sehnlichst erwartete Fortbildung Anfang Juni erhalten. Da hatte ich mich soo drauf gefreut: eine ganze Woche Berlin. Un nu ersma nüscht. Frühester Ersatztermin Ende Juli. :-(((((((

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Markttag

Früher ging ich für mein Leben gern samstags auf den Markt einkaufen.
Heute mag ich es immer noch total gern, zwischen den Ständen entlang zu schlendern, meiner kleinen Tochter dieses und jenes zu zeigen und mich von ihr hin- und her ziehen zu lassen.
Aber einkaufen?
1 kg Äpfel = 3,50 Euro
1 kg Tomaten 4,50 Euro
1 kg Brot = 3,20 Euro
300g Champignons = 2,40 Euro
4 kleine Bündchen Kräuter = 3,20 Euro
Da hört es dann auf. Diese halbe Handvoll Kräuter für 6 Mark?! Ich starre die Verkäuferin an, es ist ihr sichtbar peinlich. Sie mache die Preise nicht, aber – Da nehme ich dann nur drei Bünde, immer noch 2,40 – und ärgere mich schwarz.
Eigentlich kann man nicht mehr auf dem Markt einkaufen. Das merken die Händler wohl auch selbst. Denn es werden immer weniger. Und so mancher, der letztes Jahr noch selbständig war, ist nun nur noch Verkäufer bei den ehemaligen Mitbewerbern.

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Baustellen

Noch vor dem Aufwachen erscheinen die Baustellen auf der Netzhaut: das Sunlog muß konfiguriert werden. Wie geht das? Kriege ich das hin? Die Domain-Umkonnektierung von Puretec zu Candan. Ob das wohl reibungslos laufen wird? Wo kann ich nachhelfen, anschieben? Datentransfers, Layout-Anpassungen, Monatsupdate?
Durch die zum Garten hin weit geöffneten Fenster dringt laut schallend Amselgesang.
Etwa 5 Uhr.
Auf dem Rücken liegen, noch nicht wach sein, aber auch nicht mehr richtig schlafen.
All diese Fragen einmal von hinten nach vorn wälzen, dann wieder umgekehrt, zwischendurch seitwärts.
Halb 6.
Noch eine Dreiviertelstunde.
Die Amsel macht Pause. Jetzt regnet es. Die Tropfen prasseln auf das Zinkblechdach.
Aufstehen, Fenster zu – alles viel leiser.
Viertel vor 6.
Lohnt kaum noch.
Und dann ist doch erholsam bis zum Weckerpiepen noch ein paar Minuten geschlafen zu haben.

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Hello world!

Welcome to the grapf.log!
Glad to see you here.

– edit am 19. März 2004 und am 17. April 2013 und am 15. März 2019 –
Den Zugriffsstatistiken nach zu urteilen gucken doch sehr viele Leute hier nach dem ersten Eintrag. Deswegen immer mal wieder ein paar neue Worte hier:

Das ehemalige grapf°log, anfänglich als vorrangig persönliches Tagebuch gedacht, wächst hier seit einiger Zeit einigen Jahren vor allem als Göttinger Journal.
Es heißt deshalb nun auch schon lange Göstern – irgendwo zwischen Göttingen und Gestern. Oder umgekehrt. Je nach Perspektive und Schwerpunkt.
Ich stelle hier kurze Infos und Photos ein, die ein wenig die aus meiner Sicht merkwürdigen Vorgänge in Göttingen kommentieren, politische, verkehrspolitische, baumpolitische und ganz besonders auch bauliche.

Wenn Sie vor allem auf Photos scharf sind, dann gucken Sie am besten in mein Photoblog photo grapf. Da gibt’s nur Photos –
genauso subjektiv wie hier und hin und wieder auch mit etwas Göttinger Content.

So oder so: viel Vergnügen!

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