Im Schnee unterwegs


Mit dem Rad fahren ist in diesen schneereichen Tagen nicht nur kein Vergnügen, sondern einfach auch gefährlich. Die Radwege werden nicht mehr geräumt, da fühlt sich die Stadt entweder nicht mehr zuständig oder es mangelt an Geld oder Material oder gar Personal oder beidem –
Also Bus fahren. Kann man machen. Aber Spaß macht das bestimmt nicht. Die meisten Bus-Linien fahren in Göttingen nur alle halbe Stunde. Wenn man das also nicht einigermaßen genau abpaßt, steht man unter Umständen lange dumm rum und wartet. Und fängt an zu frieren.
Also gehe ich zu Fuß. Und entdecke gar nicht unbedingt die Freuden der Langsamkeit oder dieser neumodischen “Entschleunigung” (blödes Wort ja übrigens), sondern Freude an anderer Bewegung als sonst und an Einblicken, die ich beim schnellen Vorbeiradeln nie wahrnehme. Das macht richtig Spaß.

wofür es sich lohnt

Früh aufstehen ist oft schweineschwierig. Im Winter im Dunkeln ganz besonders. Und nach knapp 6 Stunden Schlaf – huuuh!
Aber dann auf tief verschneiten Wegen laufen, den Geruch nach klarer Kälte und Schnee in der Nase, die Ruhe in der Stadt vor dem Einsetzen des Berufsverkehrs, nicht einmal Schneeräum-Mafia unterwegs.
Und schließlich Dehnübungen auf Isomatte im Schnee und direkt über mir der Große Wagen, rechts darunter funkelnd Arcturus, hinter mir ruht majestätisch der Löwe und überm Dach des Nachbarhauses strahlt Venus.
In so einem Moment ist es gar nicht kitschig, wenn dann auch noch durch den Großen Wagen eine kleine Sternschnuppe huscht – und mir spontan ein Wunsch dazu einfällt.