Corpora delicti

Diese Graffiti zieren seit einiger Zeit (seit Monaten?!) eine ansonsten unscheinbare, um nicht zu sagen häßliche Betonwand an der Rückseite eines Parkplatzes mitten in Göttingen.
Hätte nicht das GT darüber berichtet, sie wären mir nie aufgefallen, weil man sie von der Straße aus nicht sieht. Da aber der Staatsschutz (!) hier ermittelt, erschienen nun schon mehrere Artikel im Lokalblatt zu diesem Vergehen im öffentlichen Raum.

Die Graffiti beziehen politisch Stellung zu Flüchtlingslagern, zu Sexismus und zu systematischer Gewalt.
Die Frage, ob das Kunst sei oder wegkönne, ist inzwischen so abgedroschen, dass sie schon peinlich rüberkommt, insbesondere angesichts solcher herausragenden Arbeiten, die alles andere als banal sind, deren Statements man aber eben auch nicht mit einem Achselzucken abtun kann. Womöglich nötigen sie der Betrachter*in den einen oder anderen Gedanken ab.
Aus meiner Sicht handelt es sich ganz klar um eine Aufforderung: Denk mal!

[Edit am 18.02.21]
Das Göttinger Tageblatt titelt (Verlinkung nur als Beleg – ohne Abo ist der Artikel leider nicht abrufbar), dass der OB seine Anzeige wegen Sachbeschädigung nicht zurückziehen wolle. Denn der Satz “Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Farbanschlag” sei möglicherweise ein Aufruf zur Gewalt.

Es sind solche Reaktionen und Verhaltensmuster, die in mir stets neu die Frage hochkommen lassen, ob Göttingen wirklich meine Stadt ist.

Göttinger Nacht der Kultur


Nuages geben mit 30er-Jahre-Swing auf ruhige und sympathische Art den Auftakt.


Das Publikum braucht die übliche Weile, um ein bißchen in Fahrt zu kommen.

Sunburn in Cyprus lassen mit chilligen und melodischen Klängen Urlaubsfeeling aufkommen.
Gut, daß die Sommerferien nicht mehr weit sind.

Natürlich hat auch Herr Müller sein GSO wieder aufgebaut und läßt anläßlich des tragischen Fußballspiels (0:1 gegen Serbien) melancholische Weisen in schwarz aufspielen. Seinen Humor hat er dabei ebenso wenig verloren wie seine Sprungfertigkeit auf dem Podest. Sehr nett ihm beim Dirigieren zuzugucken. Ein Photo gibt’s trotzdem nicht, das hatten wir in den Vorjahren schon.

Juli Zeh und Slut

Das Warten in den langen Schlange davor von etwa viertel vor neun bis viertel nach, das war etwas grenzwertig. Denn das Konzert sollte um neun anfangen.
Genauer gesagt: die Schallnovelle. Die war dann aber sofort so fesselnd und so gut, daß man gleich bereit war, diesen Nerv zu vergessen.
Juli Zeh war sowohl inhaltlich als auch persönlich einfach überzeugend und sympathisch.
Und Slut machte richtig gute, avandgardistische und faszinierend experimentelle Musik, ohne gar zu verkopft daher zu kommen. Es war auch viel für’s Gefühl dabei.
Hinterher mußte ich mir einfach noch ein Autogramm von Frau Zeh holen, ihr ein Kompliment machen und mir von ihr dafür ein persönliches Lächeln abholen. Das tat außerordentlich gut.
Daß die Gattin es auch toll fand, war das beste. Wir verstanden uns dabei.

inglorious basterds

Was an dem Film tatsächlich verstört und als ebenso faszinierend wie grauenhaft in Erinnerung und im Gefühl bleibt, das ist die so unfaßbar glaubhaft rübergebrachte Freude, die Christoph Waltz über die Perfektion seiner eigenen Arbeit an den Tag legt – und die innere Gewißheit, daß eben genau das typisch deutsch ist.

Bigband-Konzert

jazztified
Voll die Abfahrt, das Konzert von jazztified im Hainberg-Gymnasium, gemeinsam mit dem Smoke Revival Orchestra aus Arolsen: feiner Jazz, fetzige Rhythmen, charmante Darbietung. Man wünscht sich nur, daß es bis zum nächsten Konzert nicht zu lange dauert.

Kunst in Geismar


Ein Kunst-Sonntag in Geismar, gestaltet von SchülerInnen der Grundschulen und der IGS und ihren engagierten LehrerInnen. Den musikalischen Auftakt geben die Blues Brothers von der IGS.

Gemälde und Photo-Arbeiten sind im Moritz-Jahn-Haus zu bestaunen.
Ein Hoch auf die Förderung unserer Nachwuchstalente!

Lebensmüde?

Erst dachte ich ja, da habe eine von Loriots mir stets präsenten Figuren ein obskures Eigenleben entwickelt.
Tatsächlich geht es aber um etwas ganz anderes. Das Unternehmen Halmackenreuther mit Sitz in der Sodbrenner Aue ist nach eigenen Angaben seit 1951 erfolgreich darum bemüht, auch Ihnen einen ebenso unvergeßlichen wie erfolgreichen Abgang zu bescheren. Beratung inclusive.
Selbstverständlich bekommen Sie dort auch etwaiges Zubehör: von “MORTADELLA” bis zum praktischen Ratgeber “Suizid für Bahnfreunde” wird Ihnen eine breite Palette an Utensilien angeboten, die Ihnen Ihr letztes Stündlein garantieren. Lebenslang!