Diddl-Manie

„Endlich habe ich wieder etwas was ich sammeln kann.“ sagt sie wie eine Verdurstende, die eine Flasche voll köstlichsten Getränks auf den Tisch gestellt bekommen hat.
Vor ein paar Jahren waren es Pokemon-Karten, dann Sticker aller Art (alle feinsäuberlich in Sticker-Alben geklebt), dann irgendwelche Monsterkarten, deren Namen ich lieber gar nicht so genau wissen wollte. Jetzt also Diddl-Blätter!
Zu dritt saßen die Mädels gestern vorm Haus, jede einen dicken A4-Ordner auf den Knien, und begutachteten fachfrauisch gemeinsam ihre Sammlungen. Tauschten, kungelten, sortierten und waren so konzentriert, wie ich sie bei Hausaufgaben (nur als Beispiel) noch nie gesehen habe. Was Diddl eigentlich ist?
Irgendso eine gezeichnete alberne Figur. Quietschbunt und irgendwie niedlich. Ähnliche Wirkung wie weiland die Schlümpfe. Wird auf Briefpapier, Notizzettelblöcken und Kärtchen vermarktet. Offensichtlich ein Marktrenner.
Ich erinnere mich an Fußballerbilder, Autobilder, Flugzeugbilder, die ich als Junge gesammelt habe. Ich erinnere mich auch an das ewig Unbefriedigte, daß diese Sammelleidenschaft erzeugte. Denn man mußte sich mächtig ins Zeug legen, um die seltenen Exemplare zu ergattern. Und hatte dann doch eigentlich nichts in der Hand, keinen wirklichen Wert. Das Taschengeld war weg und das Sammelgut flog bald danach irgendwo in der Ecke rum.

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Warum schreien?!

Daß Eltern regelmäßig ihre Stimme heben müssen, weil die Sprößlinge sich anders nicht disziplinieren bzw. zur Erfüllung elterlicher Wünsche bewegen lassen, sei mal dahin gestellt.
Aber ein zweieinhalbjähriges Kind, das weniges lieber tut als in den Kindergarten zu gehen: warum muß so ein Kind ein infernalisches Geheul und Gebrüll anstimmen, wenn Mama und / oder Papa es morgens anziehen und für den Weg zum Kindergarten fertigmachen wollen? Warum muß es dieses Gebrüll noch steigern, wenn Papa es auf sein Fahrrad setzen möchte – obwohl es doch eigentlich gern radfährt?
Endlich im Kindergarten angekommen ist all das Weinerliche, Trotzige, Hartnäckige plötzlich wie weggeblasen. Das liebste je gesehene Kind läßt sich bereitwillig und mithelfend aus seinem Sitz heben und in die geschäftsmäßig agierenden Hände der Erzieherinnen überantworten.
Noch nicht mal ein Tschüß.
Warum sind Kinder so?

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Nachläufer

Gemeint sind Anhänger für Fahrräder, auf die man Kinder setzen kann, die zwar schon radfahren können, aber im Straßenverkehr noch unsicher oder zu langsam sind oder die nicht lange genug durchhalten.
Gibt verschiedene Modelle, eins aber fiel mir heute Morgen auf:
Basis ist ein ganz normales Kinderrad, vielleicht ein 20″, das dann mit einer Stange mit dem Elternfahrrad verbunden wird. Davon wird das Kinderrad etwas angehoben, so daß sein Vorderrad in der Luft hängt (damit das Kind nicht lenken kann). Das Kinderrad hängt völlig schief, das Kind fällt so gerade eben nicht runter, kann mit dem Lenker hin- und her spielen, was die Stabilität des Elternrades sicher gerade an spannenden Stellen in der Stadt auf die Probe stellt. Das Kind wird eigentlich auch ermuntert, mal die Wirkung eines seitlichen Abspringens zu testen. Könnte für das Traktionselternteil nach einem zunächst unangenehmen Ruck eine willkommene Erleichterung bedeuten.
Wir haben natürlich auch einen Nachläufer. Aber wir haben natürlich einen anderen. Unserer hat nämlich nur ein Rad und wird per Stange so mit dem Gepäckträger des Elternrades verbunden, daß er gerade läuft, nicht schlackert und das Kind zum Mittreten ermuntert (und nicht zum Abspringen), weil er sogar eine eigene Gangschaltung hat. Ist allerdings teuer. Zu teuer. Benutzt man zu selten. Verbraucht nun schon wieder seit Monaten Platz, den wir nicht über haben und wartet auf das nächste Kind.

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dosse meetjin dinadai

Sprechen lernen ist nicht ganz einfach. Und verglichen mit dem meisten anderen, was man sonst so lernt im Leben, dauert es ewig und ist unglaublich kompliziert und anstrengend.
Als Erwachsener würde man es wahrscheinlich überhaupt nicht hinkriegen. Wie man ja schon bei dem mühsamen und selten erfolgreichen Versuch, eine Fremdsprache zu lernen, sieht. Ich meine, richtig zu lernen, so, daß man sie auch sprechen kann.

Als Vater zu erleben, wie die kleine Tochter mit großem Ernst ihre ersten Worte spricht, ist jeden Tag auf’s Neue beeindruckend, faszinierend – ein Glück. Zur eigenen Erinnerung, denn langlebig ist die aktuelle Sprache ja leider nicht, und zu Ihrer Erbauung hier eine paar Beispiele häufig genutzter Vokabeln und Redewendungen ;-)

Langezeit sagte sie dei, wenn sie sich selbst meinte, also dei = ich.
Analog dazu bedeutete nai = nein. Wenn ich mich richtig erinnere, war nai auch wesentlich wichtiger als ja.
Sich selbst nennt sie: dosse metjin = großes Mädchen. Sie konnte auch ihren Namen schon einmal sagen, aber die jüngst erworbene Eigenschaft (weil sie jetzt nämlich in dinadai = Kindergarten) geht, ist offensichtlich persönlichkeitsrelevanter.

Ich schmelze dahin wenn sie sich mit einem besonders aufreizenden Augenaufschlag und dem Wort dajdin bedankt. Das ist eigentlich nur noch zu toppen durch Hinweise auf ihre Ututose. Was das wohl sein mag…?

Verschmitzt blickend und siegesgewiß sagte sie schon früh – und ließ sich jedes Wort dabei auf der Zunge zergehen: Mama ja – Papa nai. Dabei endet die Satzmelodie oben, entgegen den sonstigen Sprechgewohnheiten unserer Kultur.

Was wäre dem dann noch entgegen zu halten?!
Wehmütig erinnere ich mich daran, wie meine erstgeborene Tochter einst nach dem Namel von Leuten fragte oder zu ihrem Glas Apfelsaft einen Dohalmel haben wollte.

Duss !

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mal selber was machen

Auf-und-davon

Mal den Whynachzmann einen guten Mann sein lassen und die Eltern sowieso. Einfach mal einen ausrudern, raus auf den See, in die Welt, hinaus ins große Unbekannte!

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Uns geht’s zu gut

Kiessee-Idylle
Auf dem Kiessee in Gö

H am Steuer
Leben und Leben lassen

In die Vollen
Zwillinge an Bord

Es ist Sonntag und die Sonne scheint und wir haben so viele Aktionsmöglichkeiten, daß im Streit und Nerv über die Auswahl die Freude auf der Strecke bleibt. Morgens das siebte Mal den baldigen Urlaub umplanen, mittags alle Kinder ins Auto stopfen und zum Tag der Offenen Tür bei den Göttinger Verkehrsbetrieben aufbrechen. Während Toby feierlich all die merveilles vorliest, die uns dort erwarten, wird mir schlagartig klar, daß der Tag nicht stimmt. Das Event fand am 12. statt, es ist aber der 13.

Sonntag, der 13. Ein Tag, mit dem man rechnen muß.

Rückkehr nach Hause, erstmal Kind3 ins Bett gestopft, das sowieso mittagsschlafreif ist. Dann mit Kind2 kleine Radtour ins Feld. Eigentlich möchte ich ihm anhand der üppig blühenden Feldblumen die Vorzüge unserer Heimat näher bringen. Aber ach! Was gestern noch in voller Pracht strahlte, ist heute vertrocknet, läßt den Kopf hängen, hat seine Farbe verloren.

Kiessee-Idylle

Zu allem Überfluß bekommt Kind2 einen nicht enden wollenden Nies-Anfall. Irgendwelche aggressiven Pollen offenbar.
Anstatt am Nachmittag mit dem Auto noch weitere landschaftliche Highlights anzusteuern, bugsiere ich die Drei per Fahrrad zum Kiessee, wo wir uns für 9 Euro eine Stunde lang ein Tretboot mieten. Kind2 hatte sich das schon seit langem gewünscht.
Wie idyllisch.
Der Streit, wer wann und wie lange vorne sitzen darf. Die endlos neu auszudiskutierende Frage, wieviel 5 Meter sind (näher darf man mit dem Boot nicht ans Ufer). Jetzt mehr rechts. Nein, wieder links. Vorsicht. Aufpassen, du rammst noch das Kanu… –
Auf dem Rückweg nach Hause ist der Papa vor allem froh, daß er diese Episode überstanden hat und das Thema damit erstmal weder erledigt ist. Plötzlich macht es laut und energisch Pfffzischschsch! Und H’s Reifen ist geplättet. Eine Lektion zum Thema: wer sein Fahrrad liebt, der schiebt.
Wie schön, dann ein Handy zu haben und die liebe Gattin herbestellen zu können, daß sie die havarierte Tochter in den Kombi laden möge…

Krönender Abschluß: das Abendessen, an dem B ihre neu erworbenen Kochkünste unter Beweis gestellt hat. O-Ton der Herr Sohn: Bäh, ih, mag ich nicht. Was ist das denn! Das eß ich nich. Und all der andere gar zu übliche Abendessensnerv in der Kleinfamilie.

Welch anderen Schluß läßt diese Verkettung von Ereignissen zu, als daß es uns zu gut geht.

Letzter Schultag

für Hely und Gregor. Ab heute Mittag sind sie dann in der 3. Klasse, wie sie seit Tagen stolz jedem erzählen, der sich nicht wehrt :-)
Heute Morgen sind sie um halb sechs aufgestanden, um uns Eltern eine freudige Überraschung zu bereiten. Weil wir sie sonst allmorgendlich immer so scheuchen müssen. Als ich um zehn vor sechs nach Li Si gucken wollte, die sehr hartnäckig und empört „Mama!!!“ schrie, wurde sie gerade von Hely fürsorglich in die Küche bugsiert, wo sie dann alle drei saßen und mich anstrahlten.
Wer kann da noch meckern! Obwohl ich doch gerade heute mal ein Stündchen länger schlafen wollte.
Als ich zum Frühstück erschien (fertig geschniegelt und so), saßen die Mädchen im Wohnzimmer, die Große las der Kleinen den Blauen Autobus fuhr, heute zum ersten Mal…, Gregor malte am Küchentisch großflächig ausgebreitet ein Abschiedsbild für seine Lieblingslehrerin, die leider die Schule verläßt.
Und heute Mittag gibt’s dann die letzten Zeugnisse ohne Noten.

Henriette Bimmelbahn

fuhr noch nie nach einem Plan.
Umso mehr meine kleine Tochter (2 J.). Seit ich ihr das Buch zum ersten Mal vorgelesen habe, verlangt sie es mehrmals täglich. Mit wachsender Begeisterung. Unsere Beziehung hat dadurch eine neue Dimension bekommen.
Und ich? Liebe diese Bilder!!!

Familienabend

Nach Hause kommen, Kind3 schreit „Papa nei“, schlägt nach mir, als ich versuche, ihr einen Kuß zu geben. Kind1 spielt etwa siebenmal hinter einander den Flohwalzer auf dem Klavier, Kind2 schießt mit dem Wasserball gegen seinen Kleiderschrank.
Mir ist irgendwie ganz plümerant.
Unterzuckert?
Ich weiß nicht. Hab eigentlich in der Firma schon genug Süßkram gefuttert.
Nachdem ich mich umgezogen habe, bietet sich dieser Anblick:

Glotzer 1 Ich greife nach der Knipse und entwickle einen kurzen Schub schwerer Kreativität: Kinder vor dem Kinderkanal an Jalousie vor Sonne…

Glotzer 1