Die Schicht lief gut, am Funk wurden nur Straßen geschmissen. Sowie man einen Fahrgast eingeladen hatte und wußte, wo es hingehen sollte, konnte man den nächsten Auftrag entgegennehmen. So sollte es sein! Doch es war auch anstrengend, strikte Konzentration auf die Straße, andere Autos, die vor einem her fuhren oder einem entgegen kamen. Es schaffte einen unmerklich, man nahm die Erschöpfung meistens erst wahr, wenn man irgendwo zum Stehen kam, einmal richtig atmete, statt ständig nur an kalten Zigaretten zu saugen.
Den ganzen Tag hatte die Sonne geschienen, weiß, kalt und auf flacher Bahn. Abends zog rasch Nebel auf, winzige Frostkristalle setzten sich überall ab. Die Scheinwerfer stocherten in sich verdickender Suppe, als schnitten sie in Milch. Aufpassen! dachte Paul, als er von der Königsallee auf die Groner Land einbog. Es war glatt. Bei ähnlicher Gelegenheit hatte er im Jahr zuvor seinen ersten Unfall gebaut, einer Laterne, die plötzlich in einer Kurve auf der falschen Straßenseite aufgetaucht war, das Licht ausgepustet.

Blödsinnigerweise standen am Markt vier, fünf Taxen rum. Wahrscheinlich brauchten die Fahrer eine Pause. Denn das Geld wartete woanders. Paul brauchte keine Pause, wollte keine. Sondern fahren. Schotter machen. In kurzer Zeit viel Schotter machen. Und möglichst wenig merken. Er nahm die Bierecke an, in der Nicolajstraße. Ging stracks hinein, machte dem Fahrgast mit knappen Worten klar, daß er höchstens zwei Minuten auf ihn warten werde. Er werde kein neues Bier akzeptieren und sich auch nicht zu einer Cola einladen lassen! Selten gelang ihm solche Geradlinigkeit.
An diesem Abend war er stark, völlig bei der Sache. Der Fahrgast kam nach weniger als einer Minute herausgetorkelt, fand sogar den Türgriff. Der 190er senkte sich tief zur rechten, als der Mann auf den Beifahrersitz sackte.
Nun? fragte Paul.
Pfalz Grona Breite, sagte der Mann.
Paul nahm das Steuer in beide Hände und drückte den rechten Fuß nieder. An der Ecke zur Turmstraße wechselte er in fließender Bewegung auf das linke Pedal, bei gleichbleibender Intensität, weil von links ein GTI herangerast kam. Paul hupte nur kurz, verzichtete beinahe mühelos auf den erigierten Mittelfinger. Dem Fahrer des GTI saß offensichtlich ausreichend Schreck in den Gliedern. Pauls Fahrgast war mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe geknallt, würde sicher eine nette Beule kriegen. Jetzt schnallte er sich umständlich an, fand natürlich nicht den Schlitz für den Gurt. Paul machte kurz Licht, als er an der Ampel Ecke Bürgerstraße auf grün wartete. Der Mann stöhnte leise. Ob Paul nicht vorsichtiger fahren könne.
Ich fahre vorsichtig! erwiderte Paul. Sonst säßen wir jetzt in der Seite des GTI!
Ein schlecht gelauntes, aber kleinlautes Grunzen kam zur Antwort. Womit die Konversation beendet war. Mitten auf der Pfalz Grona Breite wollte der Mann aussteigen, hatte zum Glück sein Portemonnaie schon in der Hand, drückte sogar ordentlich Tip ab, bevor er schwankend im Dunkeln verschwand.
Paul blieb einen Moment stehen, das Auto dieselte ruppig an die verschlafenen Hauswände, verteilte sein Echo hinter diverse ergraute Gardinen. Er stellte den Funk lauter.
Theaterstraße, dröhnte Werner, Mittelberg, Auf dem Paul, die Hannoversche, die Willi-Weber, Tante Anna, Onkel Reinhold, zweimal Scotch, und wer macht jetzt bitte endlich die Königsallee?! Die Leute rufen nun schon zum dritten Mal an!
Seit Stunden ging das schon so. Werners Stimme war eigentlich kaum noch vorhanden.
Paul drückte.
69, Königsallee?
Jau, sagte Paul.
Das ist nett, 69. Zum Fäßchen. Aber bitte drin melden!
Klick.

Natürlich das Fäßchen. Nicht gerade die begehrteste Adresse. Meistens kurz vor bewußtlose Weißianer, die gerade noch den Straßennamen herausbrachten… Aber egal, Paul bog in den Margueritenweg ein, gab Vollgas auf die Königsallee. Hier war die Straße noch relativ trocken.
Die bunt angemalte, wie stets widerlich gelaunte Wirtin begrüßte ihn mit einem vernichtenden Blick. Die soll froh sein, daß in so einer Nacht überhaupt einer hier vorbeikommt, dachte Paul, nickte ihr kurz zu und setzte sich wieder ins Auto. Schnell ein Blick ins Portemonnaie, wieviel er schon eingefahren hatte. Die 300 waren nicht mehr weit entfernt, und das schon um halb zwei. Nicht schlecht, dachte er.
Die Tür des Fäßchens ging einen Spalt weit auf, blieb dann schier endlos in der gleichen Stellung. Paul atmete einmal sehr tief ein. Daß die nie in die Hufe kamen!
Dann erschienen drei Weißianer. Ein Typ und zwei Frauen.

Meine Fresse! dachte Paul. Die eine sah wirklich scharf aus: ganz in pink, eher ein Négligée als ein Kleid, ultrakurz, nichts drüber und wahrscheinlich auch nichts bedeutendes drunter. Und das bei der Kälte! Sie setzte sich neben ihn, die andern Beiden stiegen hinten ein, laut schwatzend, an jeden Satz ein “Hallo” hängend.
Erst Stresemannstraße, dann Rosenwinkel, sagte die, die neben ihm saß. Das Licht im Wagen brannte noch. Und Paul sah zu ihr hin. Helle Haut leuchtete ihm entgegen. Ihr Ausschnitt gewährte tiefen Einblick. Fast unmöglich, nicht hinzusehen.
Umgekehrt wäre besser, sagte Paul.
Nein, sagte die Frau. Bitte! Erst in die Stresemannstraße! Dann kam sie näher an ihn heran, er wurde umspült von ihrem stark alkoholisierten Atem. Seine Handflächen wurden plötzlich schmierig. Die da hinten sollen nämlich bezahlen, flüsterte sie ihm so gerade eben nicht ins Ohr.
Unsinn! blökte der Typ von hinten. Erst in den Rosenwinkel!
Paul ließ den Motor an, mußte dabei immer noch die Frau anstarren. Feine blonde Härchen glitzerten auf ihren Beinen. Es war besser, als säße sie nackt neben ihm. Sein Herz geriet irgendwie außer Kontrolle. Die Gedanken verwickelten sich im Unglaublichen.
Wie von selbst rollte der Wagen auf die Straße, bog gleich rechts in den Asternweg ein. Nein! rief sie, guckte ihm feurig in die Augen, rabenschwarzer Blick mit einem beängstigenden Schlingern. Da gab es keine Zwischentöne. Oh Hacho! dachte Paul, zwang seinen Blick auf die Fahrbahn, schüsselte weiter den Asternweg hinab. Zustimmung aus dem Fond. Protest von rechts. Er sah wieder hin. Obwohl die Innenbeleuchtung jetzt natürlich aus war, hatte er etwa die Hälfte ihres Busens deutlich vor sich, zum Greifen nah.
Mit dir muß ich einfach noch allein sein, schoß ihm durch den Kopf. Es war das einzige, was sich gerade in seinem Kopf befand – dieser Gedanke. In seiner Hose jedoch wurde es eng. Wo sollte das nur hinführen. Paul konnte es irgendwie nicht fassen.
Na gut. Ja, gut! rief sie und sah wieder zu ihm hin.
Im Rosenwinkel stiegen die beiden Andern aus. Die Frau in pink verscheuchte sie nachgerade. Fahr schnell weiter, forderte sie Paul auf.
Er fuhr langsam weiter, ließ das Innenlicht noch einen Moment brennen, der Blick zwischen den am Straßenrand parkenden Autos und ihren Beinen hin und herrasend. Mechanisch drehte er den Funk leise, sein Herzschlag hatte eine bedrohliche Frequenz erreicht. Was war mit ihm los? Das gibt’s doch gar nicht! dachte er zum schätzungsweise zweihundertfünzigsten Mal, immer kurz davor, es auszurufen. Die Frau rutschte ein wenig auf ihrem Sitz nach vorn, wobei ihr Kleid noch ein Stück weiter nach oben glitt. Bis zu ihrem Slip konnte es nicht mehr weit sein. Gleichzeitig weitete sich der seitliche Einblick in ihr Dékolletée.
Nach unbestimmter Zeit, höchstens allerdings zwei Minuten, standen sie in der Stresemannstraße, vor ihrem Haus. Paul machte den Motor aus, das Innenlicht an, guckte ihr erneut in die Augen. Sie erwiderte seinen Blick von links oben nach rechts unten mit einer kurzen Kurve mittendrin, was Pauls Verstand endgültig ausblendete. Egal, ob sie nun einfach sturzbesoffen oder völlig geil war, er war von nackter Lust gebeutelt. Klar, daß er sie nicht einfach so gehen lassen konnte. Klar auch, daß er völlig unfähig war, irgendeine Initiative zu ergreifen.
Au weia, rief sie. Ich habe gar kein Geld! Mußt du einen Moment warten. Ich muß erst reingehen, welches holen.
Ich komme mit, sagte Paul.
Widerspruch hätte er nicht gelten lassen. Klar, die Weißianer zahlten eigentlich immer, das war aber nicht der Punkt. Es zog ihn einfach hinterher. Er wollte eine feste Tür hinter sie und sich bringen. Er schloß das Taxi ab, ging drei Schritte hinter ihr her, starrte auf ihren Hintern, der sich rund und weich auf ihrem Kleid abzeichnete.
Sie klimperte mit den Schlüsseln. Das Geräusch vermengte sich mit Pauls Herzklopfen zu einem Schrillen. Er wischte sich die Hände an der Hose ab, zog gleichzeitig die Hose etwas höher, um sie zu spüren, schlug dann mehrmals die Arme um seine Brust.
Es ist kalt, sagte er knurrend.
Sie drehte sich kurz um, beugte ihren Kopf vor, hauchte ihn an. Seine Sinne rauschten. Es hätte ihn nicht gewundert, wenn er einfach gedampft hätte. Wollte sie ihn küssen? Was könnte sie sonst wollen?
Nein, sie kam nicht nahe genug. Er war zu keiner Bewegung auf sie zu fähig, völlig festgewachsen, kaum einen Meter von ihr entfernt.
Sie fand den Schlüssel, steckte ihn ungeschickt ins Schloß, drehte ihn um, drückte die Tür auf und machte mit ihrem Kopf eine heranwinkende Bewegung. Das dunkelbraune, im Licht der Neonlaterne glänzende Haar wehte vor ihr Gesicht und ihren Busen. Seine Hand schnellte hervor, wollte es ihr aus dem Gesicht streichen. Aber mittendrin riß die Bewegung ab, er griff in die Dunkelheit. Sie schritt hallend, auf spitzen Absätzen voraus, durch den sterilen Hausflur, vorsichtig schwankend eine Treppe hinunter. Paul war jetzt ungeheuer dicht hinter ihr, bereit, sie sofort zu fangen, sollte sie stolpern. Der Duft ihrer Haut, verstärkt von grellem Parfum, durchdrang ihn.
Das Treppengeländer war da genau richtig, wo es war.
Ihren Wohnungsschlüssel fand sie schneller als den für die Haustür. Noch im Hineingehen wand Paul sich geschwind an ihr vorbei, warf einen flüchtigen Blick durch das Zimmer. Außer einem schmalen Bett mit knallrotem Überwurf waren da noch ein Kühlschrank, ein kleiner runder Tisch, ein Plastik-Kleiderschrank. Und nackter Fußboden.
Sie blieb einen Moment an der Tür stehen, stupste sie leicht an, sodaß sie nicht ganz zuging, angelehnt blieb.
Elektrisierende Stille beherrschte plötzlich die Szene. Die Bewegungen, die das Vorher real hatten sein lassen, hatten aufgehört. Nun wehte nur noch ein gerade erahnbarer kalter Hauch durch das Souterrain-Fenster herein, vor dem sich die Andeutung eines Vorhangs leicht aufbauschte.
Draußen, gab es das noch? Die Zeit zumindest schien aufgehört zu haben. Der Augenblick mit seiner Elektrizität war umfassend. Paul stand etwa drei Meter von der Tür entfernt, an den Tisch gelehnt, spürte ein tiefes Brummen, das sich von seiner pochenden Mitte aus in den ganzen Körper verteilte, in den Bauch, die Brust, Arme und Beine. Die Knie waren butterweich, seine Gedanken zerfetzte Nebelschwaden, die von eisigem Wind in alle Richtungen zerteilt wurden. Sein Blick suchte sie ab nach Hinweisen, versteckten Mitteilungen darüber, was nun zu tun sei, was sie ihm erlaube, ihm zutraue, was sie von ihm erwarte. Langsam, unendlich langsam, aber völlig selbstverständlich streiften seine Augen ihr Kleid von den Schultern, glitten an ihrem Schlüsselbein hinab zu ihren hellen Brüsten, über ihren ein wenig vorgewölbten Bauch.
Da bückte sie sich auf einmal, kramte auf ihrem Bett herum, fand dort ein kleines Täschchen, nahm es in ihre Hände. Schmale, feine, erstaunlich gepflegte Hände mit langen violetten Fingernägeln öffneten ein winziges Portemonnaie.
Dunkle Wimpern wehten, riesige Pupillen ruhten den Bruchteil einer Sekunde auf Paul, woben ihn ein in absolute Schwerelosigkeit.
Dann fragte sie ihn, wieviel Geld er bekomme.
Einen Zehner, kam mechanisch die Antwort.
Was? gluckste ihr Mund. Mehr nicht? Ihr Gesicht nur noch ein weites Lachen, einzelne Haarsträhnen flogen nach hinten, ihr Hals neigte sich zurück.
Ein Schritt, nur ein einziger Schritt!
Und dann? knarrte es plötzlich von irgendwo aus den tieferen Schichten. Wenn dann plötzlich ein Messer hervorschnellte, aus dem dunklen Hausflur? Ein Freund, ein Verwandter, irgend jemand, der auf sie aufpaßte? Der ihn aufschlitzen würde, wie er das mit jedem tat, der es versuchte.
Die Weißianer waren korrekte Fahrgäste, aber was waren sie für Menschen? Man kam ihnen nie näher. Nie nahe genug, als daß man hätte sicher sein können, ob… Paul wußte eigentlich nichts über sie.
Die riesigen Pupillen wurden mehrmals hintereinander von den Wimpern bedeckt, ihr Mund bewegte sich um eine winzige Nuance. Der Kopf, immer noch ein wenig nach hinten geneigt. Gleich würde sie umkippen, durchschoß es Paul.
Mit einem Schritt war er an ihr. Seine rechte Hand hinter ihrem Rücken, seine Lippen an ihrem Ohr.
Dann wehte auf einmal ein kurzer trockener Windstoß die Tür ins Schloß. Klock, machte es, wie wenn Paul auf die Funktaste drückte. Ihr Ohr zuckte unter seinem Mund hinweg, Fingernägel bohrten sich in seinen freien Arm, zogen ihn ein Stück zurück.
Die Luft schmerzte beim Einatmen, und die Gänsehaut breitete sich wahnsinnig schnell aus, vom Arm bis über den Rücken. Er fühlte ihre Zunge in seinem Mund, ohne zu begreifen, wie sie dahin gekommen war. Ihre Hände an seinem Nacken, kühl und glatt und weich. Ein Kichern, das plötzlich aus ihrer Brust drang, als er unter ihr Kleid fuhr, auch dort kühle, glatte Haut streifte. Feine Härchen richteten sich auf, erneut Elektrizität überall. Hände wehten immer wilder umher, fanden Schulterblätter, umrundeten Brüste, fanden ihren Weg ohne Steuerung.
Die zwanghaften Gedanken verschwanden im Nichts, kein Oh Mann mehr, kein Was tue ich hier eigentlich? Mit überraschender Entschlossenheit zog er ihr das Kleid über den Kopf, kniete sich hin vor ihr und überdeckte sie mit Küssen. Drückte sie, jeglichen Widerspruch ausschließend, auf das Bett. Einziger Gedanke nur noch: so schnell wie möglich die Klamotten loswerden, sie überall fühlen, sie ganz bedecken, sie ganz um sich herumhaben.
Dann wußte er nicht mehr, wie es gelungen war, sich von seiner Jeans zu befreien. Zwei aneinandergeschmiegte Körper voreinander knieend, sich gegenseitig einatmend, umfallend, verknäult, schmatzend, schnaubend, kichernd.
Umbettet von Kissen und überall Haut, Haut, die sich so gut anfühlte, daß er laut seufzte vor Vergnügen, vor Verlangen nach immer mehr, immer weiter, immer tiefer. Bald fand er in einen Rhytmus, der ihm neu war. Sein Herz raste. Alles andere auch.

Später, irgendwann, lag er ermattet aber immer noch elektrisiert neben ihr auf der Seite, am Rand des schmalen Bettes, rauchte und konntenoch immer nicht aufhören sie anzustarren, verzückt und entrückt. Seit ihrer Frage vorhin hatten sie kein Wort gewechselt. Etwas nötigte ihn, ihr zu sagen, daß er es wahnsinnig toll fand. Er brachte es nicht über die Lippen. Einfach undenkbar, irgendwas zu sagen.
Die Hände wollten nicht aufhören, diese jetzt gut durchwärmte, aber immer noch glatte Haut zu streicheln, die weichen Rundungen ihrer Brüste zu erfassen, ihren Hintern zu kneten. Beine schoben sich ineinander, bis schließlich sein Kopf auf ihrer linken Brust zur Ruhe kam.
Allmählich dämmerte ihm, daß sie eingeschlafen war, ruhig und unschuldig wie ein Kind. Ihr Atem flach und gleichmäßig, keine Bewegung sonst. Ebenso allmählich und aber auch beharrlich kehrte sein Bewußtsein zurück. Oh Mann! dachte er nun wieder. Wie spät mag es wohl sein? Sollte er nicht besser mal abhauen?
Vorsichtig wand er sich aus ihr hervor, huschte lautlos in seine Klamotten, wagte kaum zu atmen und stand, ehe er sich’s versah, wieder auf der Straße vor seinem Taxi. Drinnen brannte noch das Leselicht und es war noch ein Ideechen wärmer als draußen. Paul drehte den Funk an. Seltsame Nüchternheit überkam ihn, als er Werners Stimme hörte, die noch immer pausenlos Straßennamen herunterbetete.
Es war kurz nach drei. War das denn möglich?

Paul ließ den Motor an, mußte unbedingt Entfernung schaffen, fuhr zielstrebig zum Lindenweg, stellte sich auf den Halteplatz, zählte wie üblich das Geld, drehte eine Zigarette. Als laufe ein fest integriertes Programm in ihm ab. Alles war wie immer.
Fast.

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