Hochzeit H & A

Wir sind zur Hochzeit eingeladen. Die Fahrt durch totales Scheißwetter dauert dreieinhalb Stunden, weil wir einem Stau auf der Autobahn entgehen und dann aber endlos durch die Heide juckeln müssen. Wir kommen um viertel vor zwei auf Gut Thansen an, bringen das Gepäck ins Zimmer und dann gehts auch schon gleich los.
Kurze Besprechung mit dem Bräutigam, Fahrt zur Kirche, Kamerataschen abladen, Location inspizieren, Licht testen und anfangen zu knipsen. Während des Gottesdienstes voll konzentriert und angespannt und aufgeregt, danach wird es allmählich lockerer, vor allem nach 2 Glas Sekt beim Steh-Empfang wieder auf dem Gut, wo es aufklart, zeitweise richtig schön die Sonne scheint und unheimlich nette Atmosphäre ist. Ich fühle mich sehr wohl. Es macht Spaß all die Leute da zu photographieren, auch ganz direkt und mit Ansage.
Nach einer kleinen Verschnaufpause auf dem Zimmer geht es mit dem Abendessen weiter, das sich über einige Stunden hinzieht, durch eine sehr bewegende Klezmer-Einlage zweier sehr frauenbewegter Troubadouras unterbrochen wird und dann kurz vor Mitternacht in den Tanzabend übergeht. Bis zum Ende um halb vier sind wir dabei. Und ich hätte auch noch länger durchgehalten, so sehr hat es mir Spaß gemacht. Tanzen ist immer wieder mein Ding. Gerade auch, wenn freies, wildes Tanzen möglich ist…
Ein sehr erfüllter Tag. Nur Schlafen danach geht irgendwie nicht. Zu durchgekallt oder was auch immer.
Um halb zehn steh ich wieder auf, duschen und so weiter, dann Abschiedsfrühstück, etwas chaotisch, nicht so richtig nett und gemütlich und dann auch rasche Abfahrt. Jetzt bei herrlichem Sonnenschein nach Celle, zu Fönks. Dort Sachen abladen, die wir nicht mehr haben wollen, Kinder besichtigen, Essen, bißchen klönen und dann auch ab nach Hause. Auf einer Raststätte muß ich ein Zehnminutenschläfchen einlegen, was sich schon in Frankreich bewährt hatte. Danach gehts besser weiter und schnell nach Hause.

Dunkle Sonne

Seltsames Licht: die Sonne scheint, aber es ist nicht wirklich hell, eher noch immer dämmrig: um 09:30 Uhr. Die Erklärung scheint die partielle Sonnenfinsternis zu sein, die heute stattfindet. Von der ich erst vom Kollegen erfahre. (Sollte vielleicht doch ab und zu mal Zeitung lesen?)
Zwar habe ich natürlich keine SoFi-Brille mit, aber schon der Blick durch zusammengekniffene Finger zeigt mir eine Andeutung dessen, was da vor sich geht. Und als dann freundlicherweise Wölkchen zu Hilfe eilen, offenbart sich für einen kurzen Moment das ganze Ausmaß des Spektakels in voller Pracht.

Göttinger Altstadtlauf 2009

20090624-191334-2219
Geniales Wetter und nach dem üblichen Stress zu Beginn löst sich beim Lauf alles in gute Laune auf. Nach unserem 5,4km-Lauf denken wir, daß wir auch gern noch weiter gelaufen wären. Gegen die Sonne durch die Groner Straße kommt enorm gut, die Rhythmen der Trommler im Papendieck und beim Carrée gehen unmittelbar in die Beine.
Die Stimmung ist einfach super, besonders an unserem Lieblingsplatz im Papendieck Ecke Johannisstraße, von wo wir die folgenden Läufe mit verfolgen.

Kunst in Geismar


Ein Kunst-Sonntag in Geismar, gestaltet von SchülerInnen der Grundschulen und der IGS und ihren engagierten LehrerInnen. Den musikalischen Auftakt geben die Blues Brothers von der IGS.

Gemälde und Photo-Arbeiten sind im Moritz-Jahn-Haus zu bestaunen.
Ein Hoch auf die Förderung unserer Nachwuchstalente!

Dampflok-Chasing

Am Pfingstsonntag war Dampflok-Treffen in Bebra. Da dache ich, könnte man ja schön mal dem von einer Dampflok gezogenen Sonderzug von Vienenburg nach Bebra auflauern und womöglich sogar eine Weile neben her fahren.
So bezogen wir zuerst mal in Eichenberg Stellung. Da gibt es eine Brücke über die Gleise, die einem herrlichen Blick über den Bahnhof und auch noch weit in die Landschaft bietet. So war es kein besonderes Problem, dort eine Stunde auszuharren und auf den Zug zu warten.
Der nicht kam.
Von dem man dann nach 1 Stunde hörte, es werde mindestens noch eine halbe Stunde dauern, bis er komme. War schon schade.
Heute lese ich in einer Randnotiz des lokalen Käseblattes, daß nämliche Dampflok auf ihrem Weg nach Göttingen an einigen Stellen die Böschung in Brand gesetzt habe und deswegen in Göttingen außer Betrieb genommen worden sei. Stattdessen habe der Sonderzug dann eine Diesellok vorgeschnallt bekommen.
Nun möchte ich mir gar nicht so genau vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man in so einem Zug drin sitzt und dafür bezahlt hat. Hätte uns von Göttingen nach Bebra genau 97 Euro gekostet.

Wir fuhren (durchaus entgegen sonstiger Vorlieben) mit dem Auto weiter bis Bebra, wo auf dem Bahnhof wirklich reichlich Trubel, viele Leute, viel Lärm, viel Staub, reichlich Rauch und wenig Schatten und erst recht wenig Sitzgelegenheiten waren.
Dafür aber Dampfloks. Hautnah und nicht nur zum Anfassen, sondern sogar zum Führerhaus besichtigen, Dampf schnuppern und Sound hören inclusive Pfeife.

Ja, macht was her, man freut sich einen Moment lang über die Schönheit der großen Räder (jedes etwa so groß wie meine Tochter) und die nostalgischen Gefühle, die mit den Kindheitserinnerungen aufkommen. Und über die rußgeschwärzten Lokomotivführer, die alle wie Lukas aussehen und sicher unglaubliche Mengen teurer Lokomotivfühgrerseife brauchen, wenn sie mal richtig sauber werden wollen.
Oder jedenfalls möchte man sich ja irgendwie gerne freuen. Gelingt dann aber nur bedingt, weil der ganze Rummel ziemlich nervt, weil die Dampfloks mit ihren Zügen alle nur auf Durchreise sind und gar nicht schön, wie man nach den Photos meinen könnte, aufgereiht irgendwo am Rand rumstehen, auf daß man mal so in Ruhe drumrum schleichen könnte. Und nicht mal ordentliche Photos kann man machen, weil etwa 3 Grillionen anderer dampflokbegeisterter Hobbyphotographen auch nix besseres zu tun haben, als einem ständig vor dem Motiv zu stehen, Stative auszubreiten oder sich aufs Gleis zu lehnen, um freien Blick zu bekommen, den man selbst gern hätte.

Auf der Rückfahrt durchs Hessische entdeckten wir so reizende Dörfer wie Erkshausen und viel viel gelber Gegend. Ruhe und gute Luft. Das tat richtig gut.

Geizmar’s next top model

Am Sonntag scheint die Sonne und Mutti und Vatti räumen endlich mal den Garten auf. Seit Monaten hat sich da Schrott und Müll aller Art angesammelt, von der längst ausrangierten Sandkastenmupfel bis zum Stumpf des Apfelbaums, der einem der Winterstürme zum Opfer gefallen ist.
Meanwhile on the other side of the house… – arrangieren die jungen Damen der Nachbarschaft megaspontan und phantasievoll den Geizmar-next-Topmodel-Contest. Von der Sechzehnjährigen bis zur Siebenjährigen sind sie alle dabei, holen sich witzige, abgefahrene und völlig alberne Klamotten aus Schubladen und Schränken, machen mit ipod und Boxen-Dockingstation ordentlich Lautstärke, lassen die Charts rauf und runter laufen und stelzen dazu den Stichweg rauf und runter, wie sie das von Heidi K gelernt haben.
Selbe Sozialisation alle offenbar, so wie sie die einschlägigen Bewegungen, Gangarten und Posen drauf haben.

Ich hasse diese Sendung ja. Abgrundtief. Wenn ich sehe, wie meine große und eigentlich ganz vernümpftige Tochter da schmachtend vor sitzt und meine Frau dabei, dann wird mir irgendwie anders und ich muß dann woanders hingehen.
Aber wenn die versammelte Mädchenschar das nachäfft mit dem ihr eigenen Humor, dann ist das etwas ganz anderes. Und ich darf und muß dann natürlich auch Photos machen. Das Licht ist zwar leider unter aller Kanone und mein Autofokus verdammt oft viel zu langsam – oder die Mädels zu schnell, aber das eine oder andere wirklich witzige Bild entsteht doch dabei.
Es macht vor allem Spaß und bringt sie nach laaanger Winterpause alle wieder zusammen, endlich.